Das Geheimnis der Totenstadt

Erschienen: Januar 2012

Bibliographische Angaben

  • Köln: Bastei Lübbe, 2012, Seiten: 368, Originalsprache

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Wolfgang Weninger
Urlaubslektüre der lockeren Art

Buch-Rezension von Wolfgang Weninger Mär 2012

Robert Darling lebt in der Nähe von Florenz. Er ist der Held von Rolf Dieckmanns Das Geheimnis der Totenstadt, das im Bastei Lübbe Verlag erschienen ist und in dem auf 367 Seiten versucht wird, dem Leser eine Schnitzeljagd zu bieten, die sich mit der alten, fast unbekannten Kultur der Etrusker beschäftigt.

Darling fährt mit seinem 390 PS starken Range Rover vom Flughafen nach Hause und sinniert über seinen Werdegang, der ihn vom Mathematikgenie in Diensten der NSA zum Spieleautor werden liess, als er am Straßenrand einen schwarzen Mercedes stehen sieht, der nicht mehr fahrbereit ist. Sein Lenker, ein älterer Herr, wird von Darling nach Hause gefahren. Unterwegs erzählt im der Fahrgast Professor Mazzeti, dass er Privatgelehrter sei. Beim Aussteigen vergisst der zerstreute Professor seine Brieftasche im Wagen und als Darling ihm diese am nächsten Tag bringt, findet er den alten Mann niedergeschlagen auf dem Teppich liegen. Die Polizeisirenen ertönen und Robert Darling nimmt lieber Reißaus, nicht ohne die Brieftasche mit einem darin enthaltenen Zettel wieder mitzunehmen.

Der Text auf dem Zettel fordert Roberts Kombinationsgabe aufs Äußerste, aber er löst das Rätsel und trifft sich mit einer jungen Frau, die ihm ein Kästchen übergibt, in der ein Schlüssel zu einem Schließfach enthalten ist. Dort findet Robert ein weiteres Detail und dieses führt ihn weiter nach Ägypten. Aber nicht nur er geht dort auf die Jagd nach dem Geheimnis, auch andere sind mit tödlichem Eifer bemüht, seine Fähigkeiten zu nutzen ...

Dieser Robert Darling, der wohl nicht zufällig die gleichen Initialen wie der Autor hat, ist ein Hansdampf in allen Gassen, der natürlich alle Anderen ziemlich dumm ausschauen lässt. Dieckmann hat einen Supermann kreiert, der optisch die Damen anspricht, ein perfekter Gentleman ist und so nebenbei auch noch ordentlich Grips hat. Dass er in all dem Schlamassel rund um geheimnisvolle Schriftrollen, etruskische Weisheiten, schönen Frauen, fiesen Agenten und mörderischen Attentätern immer cool bleibt, ist schon fast selbstverständlich. Diese Mischung aus MacGyver und Indiana Jones gehört eigentlich als Star eines Action-Movies auf die Leinwand, denn in Buchform ist diese Geschichte knapp an der Grenze zwischen Trash und Mainstream.

Dabei kann man sich allerdings recht gut unterhalten. Wenn man die Geschichte zwischen Fiktion und Kultur nicht für bare Münze nimmt, dann hat man eine brauchbare Urlaubslektüre ohne großen Anspruch vor sich, die über weite Strecken mit gemäßigter Spannung ohne allzu heftige Brutalität auskommt. Dabei streut der Autor ordentlich Lokalkolorit an den einzelnen Schauplätzen ein und auch die geschichtlichen Hintergründe sind nicht übertrieben störend und lehrbuchhaft aufbereitet. Das ist leichte Kost für heiße Tage mit einem Hauch Humor in den Dialogen versehen, so dass man den Roman ohne Anstrengung am Stück lesen kann.

Das Geheimnis der Totenstadt

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