Der Mahlstrom

Erschienen: Januar 2012

Bibliographische Angaben

  • Oslo: Schibstedt, 2010, Titel: 'Malstrømmen', Seiten: 332, Originalsprache
  • München: btb, 2012, Seiten: 382, Übersetzt: Wibke Kuhn

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Wolfgang Weninger
Die Depression ist zu erahnen

Buch-Rezension von Wolfgang Weninger Mär 2012

Ein für uns neuer norwegischer Autor wurde für den btb Verlag von Wibke Kuhn ins Deutsche übersetzt. Frode Granhusen, der selbst auf den Lofoten geboren wurde und dort arbeitet hat "Malstrømmen" schon 2010 geschrieben und der Erfolg im Norden hat nun dazu geführt, dass wir uns mit den unwirtlichen Inseln nördlich des Polarkreises beschäftigen müssen.

Aber vorab beginnt der Roman auf dem Festland. Bodø, bekannt als Hafen der Hurtigruten Postschiffe und eigentlich ein friedliches 48.000-Seelen-Städtchen wird von einer eigenartigen Verbrechensserie heimgesucht, bei der willkürlich Menschen gefoltert werden, sei es, dass man sie in eiskaltes Wasser kettet, damit sie dort halb erfrieren oder an einen Heizstrahler fesselt, der das Opfer langsam aber sicher grillt.

Kommissar Rino Carlsen hat nicht die geringste Ahnung, wer zu solchen Untaten fähig ist und beginnt in der Geschichte der Opfer zu graben. Alles deutet darauf hin, dass der Attentäter Männer bestraft, die Frauen und Kinder misshandelt haben und als Rächer der Schwachen auftritt ... aber warum?

Gleichzeitig werden bei Bergland an einer Lofotenküste kleine Bastflöße mit Porzellanpuppen entdeckt. Dorfpolizist Niklas Hultin, der erst kürzlich nach Bergland gezogen war, weil seine Frau von dort stammt und ihren kränklichen Vater pflegen möchte, misst dem Puppenspiel keine große Bedeutung bei. Erst als am Strand in kurzer Abfolge die Leichen zweier Frauen gefunden werden, die exakt wie die Puppen gekleidet waren, beginnt Hultin zu ermitteln.

Auch Kommissar Carlsen hat eine Spur, die nach Bergland führt und deswegen schneiden sich die Wege der beiden Kriminalisten ...

Die karge Landschaft oberhalb des Polarkreises, wo es das halbe Jahr finster ist und auch das restliche Jahr nicht sonderlich hell wird, bietet dem Leser eine düstere Kulisse, die allerdings auf dem Buchcover als "idyllisch" beschrieben wird, wovon man bei dieser Lektüre allerdings nichts spürt. Ganz im Gegenteil ist beim behäbigen Schreibstil von Frode Granhus eher der langanhaltende Winter und die sonnenarme Zeit mit einer gewissen Depression zu erahnen und er bleibt damit in der fast typisch nordischen Tradition skandinavischer Autoren. 

Dass dazu auch sein Thema über den Missbrauch von Frauen und Kindern beiträgt, das ohnehin keinen Humor verträgt, bekräftigt nur den Stil in dem sowohl Autor als auch die Ermittler Carlsen und Hultin arbeiten.

Granhus beschreibt seine Figuren nicht besonders exakt, der Leser bekommt nur das Nötigste vorgesetzt, um der Handlung folgen zu können. Diese Handlung verläuft leicht schleppend mit geringer Spannungssteigerung und man ist ständig versucht den Täter zu erraten, aber der Autor hat immer noch ein As im Ärmel und verblüfft in diesem grausamen Ränkespiel ein ums andere Mal. Und das bis zum bitteren Ende!

Der Mahlstrom liest sich ausgesprochen leicht. Keine großen Zeitsprünge, keine Unzahl von Menschen und vor allem keine unnötigen Rückblenden lassen den Leser gut am Geschehen teilhaben, obwohl sich der Autor bemüht, zwei Handlungsstränge ineinander zu verschlingen. Dass die Geschichte dabei ein wenig stark konstruiert wirkt, stört weiter nicht, weil Granhus die Handlungsfäden auch wieder plausibel entwirrt.

Ein neuer skandinavischer Autor mehr und keinesfalls schlecht, aber auch nicht weit über den Durchschnitt hinaus ragend. Wer skandinavisches Schriftgut liebt, der kann unbedenklich zu Der Mahlstrom greifen und wird damit gut unterhalten, aber auch nicht mehr. Ansonsten ist dieses Buch eines von vielen mit einer leicht überdurchschnittlichen Präsentation, was vor allem den für viele neuen Tatort betrifft.

Der Mahlstrom

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Letzte Kommentare:
28.10.2013 17:10:03
Manuela Bombis

Der Krimi ist mit einer Menge Psychologie aufgebaut, ein wenig zu viel, finde ich und ich gebe meinen Vorgänger Recht. Der Epilog ist völlig überflüssig. Der Anfang des Buches und die Mitte ist gut. Das Ende finde ich ein wenig übertrieben und irgendwie ungeordnet, aber zu dieser Schlussfolgerung kam ich erst nach dem Lesen des Buches. Während des Lesens war ich wirklich gespannt auf die Zusammenhänge der Geschichte und so soll es ja auch eigentlich sein.

20.03.2013 13:27:41
Dirk Weiher

Ich finde, es ist ein gutes Buch und auch ein guter Krimi. Gerade weil das Thema nicht abgelutscht ist und nicht gleich alle Opfer getötet werden. Ich finde die Handlung weder schleppend noch langweilig. Man wird zum Mitdenken angeregt statt nur Action präsentiert zu bekommen. Es ist ein Krimi, der ein schwieriges Thema zum Inhalt hat, das sicher nicht jedermanns Sache ist. Wen menschliche Abgründe interessieren und die stecken ja auch im wirklichen Leben hinter Mord und Misshandlung, der ist hier gut bedient. Wer lieber pure Action und künstliche Spannung sucht lässt dieses Buch besser im Regal stehen.

21.11.2012 11:59:12
Torsten

Ich habe noch nach weit über 100 Seiten keinerlei Neugier verspürt wie es wohl weitergehen mag - eigentlich ein totales KO-Kriterium für einen Krimi.
Die Aussage von Wolfgang Weniger in der Rezension, dass die Handlung schleppend und mit geringer Spannungssteigerung verläuft, trifft es voll. Es kommt mir beinahe so vor, als ob der Autor vorrangig den Missbrauch von Kindern (und auch Frauen) abhandeln oder verarbeiten wollte und darum ein wenig gequält eine Krimihandlung gestrickt hat.
Der Zusammenhang zwischen beiden Tatserien wird erst spät aufgedeckt, ist eigentlich auch nicht unbedingt zwingend und auch eigentlich wieder nur durch das Missbrauchsthema zusammengehalten. Sogar die Auflösung entspringt diesem Grundtenor und ist auch nicht mehr sonderlich spannend.
Völlig überflüssig auch der kurze Epilog - was sollte der denn? Etwas Küchenpsychologie zur rückblickenden Erklärung?
Bestenfalls lauwarme 30 Grad.