Vertrau mir nicht

Erschienen: Januar 2012

Bibliographische Angaben

  • London: Arrow, 2010, Titel: 'Trapped', Seiten: 380, Originalsprache
  • Reinbek bei Hamburg: Wunderlich, 2012, Seiten: 377, Übersetzt: Sophie Zeitz

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Sabine Bongenberg
Es war einmal eine Prinzessin

Buch-Rezension von Sabine Bongenberg Feb 2012

Nach der Scheidung von ihrem untreuen Ehemann versucht Ellie einen Neuanfang. Zusammen mit ihrem fünfzehnjährigen Sohn verlässt sie die Großstadt und zieht in das beschauliche Bourne auf Cape Cod. Alsbald freundet sie sich mit der unkonventionellen Nachbarin Louisa an und nachdem auch ihr Sohn die ersten Kontakte und Freundschaften geschlossen hat, könnte das Leben ruhig und schön werden. Könnte.

Plötzlich tauchen nämlich dunkle Wolken am sonst so heiteren Horizont auf. Ellie erhält Drohanrufe, ihr Haus wird verwüstet und offensichtlich bereitet es jemand ein höllisches Vergnügen sie in Angst und Schrecken zu versetzen. Als wenn das nicht schon genug wäre, scheint der Unbekannte auch noch tiefere Einblicke in Ellies Vergangenheit zu haben und konfrontiert sie mit Dingen, die nicht ans Licht geraten sollten und sie zutiefst verstören.

Bewährte Zutaten mit neuer Wendung

Die Zutaten für diesen Roman sind zunächst keine neuen: Attraktive junge Frau versucht nach schwerer Enttäuschung ihr Leben neu zu ordnen und wird dabei Opfer eines boshaften und / oder verbrecherischen und / oder mörderischen Schurken. Erfahrungsgemäß bleibt besagte attraktive junge Frau eine zeitlang ein Spielball des boshaften etc. Unholds um sich dann dem Spiel zu entziehen, die Fäuste zu ballen und mit der geballten Kraft der Emanzipation und der Selbstbestimmung zurückzuschlagen. Soweit also nichts Neues.

Dennoch hat Brooke Morgan eine neue interessante Wendung ergänzt: Was wäre, wenn die Heldin selbst nicht unantastbar ist und mit Geschehnissen aus ihrer Vergangenheit leicht einzuschüchtern ist? Wie würden sich die Dinge dann entwickeln? Diese Idee birgt grundsätzlich einen spannenden Ansatz, müsste der Leser doch neu entscheiden, ob er der Hauptakteurin das Fehlverhalten in der Vergangenheit vergibt und ob sie weiterhin die "Gute" bleibt. Hier müsste die Autorin natürlich dann auch so mutig sein, aus ihrer Protagonistin nicht die reine, weiße und gute Prinzessin zu machen, sondern eine Menschen mit Fehlern und Makeln. Im Prinzip also eine ganz normale Frau.

Leider konnte sich Brooke Morgan jedoch nicht dazu durchringen, ihre "Lichtgestalt" mit Flecken zu versehen, seien sie auch nur um der Dramaturgie willen. Ihre Ellie bleibt ein sanftes, schönes und gutes Wesen, ihr dunkler Punkt in der Vergangenheit mag zwar sicherlich eine Tragödie sein, doch sorgt auch hier die Autorin dafür, dass sich keine Frage zum Verschulden stellt. Leider bringt diese Konstruktion die ohnehin nicht unbedingt realistische Handlung vollkommen ins Stocken. Warum – so fragt sich die erwachsene Leserin – lässt sich eine mündige Frau, die mit beiden Beinen im Leben stehen sollte, durch Andeutungen zu dieser Geschichte so aus dem Gleichgewicht werfen?

Es war einmal eine Prinzessin…

Diese Frage wie auch weitere Aspekte tragen ohnehin zu dem Eindruck bei, dass es sich bei der Heldin nicht um eine Erwachsene sondern vielmehr noch um ein Kind – um die Prinzessin – handelt. So wird ein Email-Briefwechsel plötzlich zu einer Liebesbeziehung, Freundschaften werden durch Misstrauen untergraben und Missverständnisse schaffen Gräben. Hier fehlt in vielen Punkten eine ausgereifte Handlung, die einer erwachsenen Frau - immerhin zumindest grundsätzlich - zuzutrauen wäre. Ungeklärt bleibt am Rande bemerkt auch, womit die Heldin ihren Lebensunterhalt bestreitet. Andererseits – das Luxusweibchen, das keiner Tätigkeit nachgehen muss, würde auch hier ins Bild passen.

Insgesamt muss bei der Lektüre dieses Buches eher der Eindruck entstehen, dass es sich an eine wesentlich jüngere Leserschaft – nämlich die Teens und Twens – richtet. Grundsätzlich wäre das ja auch nicht verwerflich, dennoch sollte sich dann die Frauen-Zeitschrift Brigitte Empfehlungen auf dem Cover verkneifen.

Dennoch kann Morgans Roman nicht als vollständig misslungen bezeichnet werden. Die Autorin nimmt sich die Zeit, ihre Geschichte zu erzählen, die Handlung ist strukturiert und gut aufgebaut. Mit diesen Mitteln und ihrem anschaulich erzählten Einstieg in die Geschichte, vermag die Autorin daher grundsätzlich den Leser zu fesseln. Bedauerlich ist nur, dass sich ein süßes kleines Naivchen nicht über eine gesamt Buchstrecke als Heldin eignet. 

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