Das eiserne Haus

Erschienen: Januar 2012

Bibliographische Angaben

  • New York: Thomas Dunne, 2011, Titel: 'The iron house', Seiten: 421, Originalsprache
  • München: Bertelsmann, 2012, Seiten: 512, Übersetzt: Rainer Schmidt

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Wolfgang Weninger
Kaum Atempausen

Buch-Rezension von Wolfgang Weninger Dez 2011

Michael ist der beste Killer weit und breit und er hat sich innerhalb des Imperiums nach oben gearbeitet. Alles wäre eitel Wonne, wenn er sich nicht in die schöne Elena verliebt und sie geschwängert hätte. Das ist allerdings ein Grund, aus der Gang auszusteigen, zumal auch sein Förderer Otto gerade im Sterben unter Qualen im Sterben liegt. Michael beendet diese Qualen und zieht sich dadurch den Zorn von Ottos Sohn und dessen Schergen zu, die nichts Besseres zu tun haben, als Elena ins Jenseits zu schicken, um Michael zu bestrafen. Aber dieser ist eben der Beste und verhindert das und ab sofort ist er auf der Flucht vor Allen.

Eigentlich müsste er sich nur in das nächste Flugzeug setzen, wäre da nicht seine Herkunft. Mitten im kalten Winter wurde er mit seinem Bruder Julian ausgesetzt und kam in Das eiserne Haus, einem Waisenhaus, in dem vor Allem die Gewalt regiert. Michael war der Stärkere und ein Überlebenskünstler, aber sein Bruder Julian musste unter den Brutalitäten der größeren Jungs fürchterlich leiden. Bis ihm endlich der Kragen platzte und er stach den ärgsten Widersacher ab. Um Julian zu schützen, nahm Michael die Tat auf sich und büxte aus und landete bei Otto. Der sensible Julian aber hatte insofern Glück, weil ihn die Frau eines Senators adoptierte, die eigentlich beide Jungs hätte haben wollen.

Michael kann also nicht mit Elena abhauen. Zum Einen will Elena zumindest temporär nichts mehr mit einem Killer zu tun haben, und zum Anderen will Michael sich nach zwanzig Jahren endlich mal wieder um seinen Bruder kümmern und vielleicht dabei auch seine Herkunft lüften ... aber es kann der Gute nicht ins Frieden leben, wenn es dem bösen Nachbarn nicht gefällt ...

Rainer Schmidt hat für C. Bertelsmann Iron House von John Hart ins Deutsche übersetzt. Auf über 500 Seiten hat der Autor ein typisch amerikanisches Thriller-Format abgeliefert, bei dem gefoltert, geschossen und intrigiert wird, dass es eine Freude ist. Dass dabei ein Killer als Identitätsfigur für den Leser herhalten muss, ist (moralisch) schon fast zweitrangig, denn der Mörder will nur das Gute und das mit allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln und diese heißen, böser zu agieren als es die Bösen tun.

Zart besaitet darf man bei dieser Lektüre nicht sein. Folterszenen, bei denen das halbe Gesicht abgezogen wird, gehören offenbar zum brutalen Alltag einer Kultur, die im Grundgesetz das Tragen einer Waffe erlaubt und ansonsten bigott und prüde ist. Aber in diesem Roman wird alles entschuldigt, was einen Menschen dazu veranlasst, die Würde seiner Mitmenschen zu verletzen, denn der arme Killer hatte ja so eine schlechte Kindheit und konnte ja gar nichts Anderes werden.

Wen so viel aufgesetzter Schwachsinn nicht stört, der bekommt mit Das eiserne Haus einen absoluten Reißer vorgesetzt, der von der ersten bis zur letzten Seite alles an Spannung zu bieten hat, was so ein Schmöker braucht. John Harts neuer Thriller ist handwerklich 1A geschrieben, macht kaum Atempausen und ist die perfekte Vorlage für einen beinharten Kinofilm, bei dem es nach Schießpulver und Blut riecht. Die Sinnhaftigkeit und Logik bleibt zwar streckenweise auf der Strecke, aber das ist im Endeffekt völlig egal, solange der Leser dabei gut unterhalten wird und das kann ich Freunden solcher Lektüre garantieren.

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Letzte Kommentare:
11.05.2017 06:02:40
Franziska Fritzsche

Weder gibt es hier "ein wunderbares Ende" noch gibt es da Schwachsinn . Denn der Schwachsinn entsteht ja erst dann, wenn sich darum bemüht wird, ihn zu verstehen . Die Rezensionen werden dem Buch nicht gerecht und man wünschte sich doch ein wenig mehr Einlassen, denn die Rezensionen zu lesen bedeutet schon sich zu fragen: "Wo ist denn hier der Noteingang?". Insofern: Subtil zu sein im genre des Unsubtilen . das ist die Kunst des Krimis, nicht wahr?!

26.05.2012 18:19:17
Stefan Koch

Es ist schon fast shakespearsche Kunst so brutale Gestalten mit so viel Sympathie (oder ist's gar Liebe?) zu zeichnen, wie John Hart es hier tut. Eine knallharte Story mit einem wunderbar positiven Ende - eine finstere Welt, aber nicht ohne Lichtstrahlen. Und was ich halt immer mag: keine erhobenen moralischen Zeigefinger von Besserwissern oder Weltverbesserern.

23.03.2012 22:04:29
KimVi

Zwei kleine Jungen werden an einem eisigen Bach ausgesetzt. Die beiden kommen in ein Waisenhaus. Dort müssen sie um ihr Leben kämpfen, denn das Heim unterliegt seinen eigenen Regeln. Michael, der Ältere und Stärkere der beiden Brüder, schafft es, sich durchzusetzen. Doch Julian ist schwach und so wird er ständig von den anderen Kindern angegriffen, misshandelt und gedemütigt. Obwohl sein älterer Bruder alles tut, um ihn zu beschützen, droht Julians Seele langsam zu zerbrechen. Als die beiden von einem angesehenen Ehepaar adoptiert werden sollen, scheint sich das Blatt endlich zu wenden. Am Tag der Abholung wird Julian ein weiteres Mal schwer misshandelt. Er greift zum Messer und ersticht seinen Peiniger. Michael nimmt die Schuld auf sich und flieht, denn so kann Julian adoptiert werden und den grausamen Zuständen im Heim entkommen. Die Wege der Brüder trennen sich unwiderruflich. Während Julian in Luxus und Wohlstand aufwächst, gerät Michael in zwielichte Kreise. Er entwickelt sich zu einem gefürchteten Profikiller. Als er die Liebe seines Lebens trifft, möchte er ein neues Leben beginnen. Doch seine ehemaligen Gangsterkollegen machen ihm eindringlich klar, dass man aus diesem Geschäft nicht aussteigen kann.


|| Meine Meinung ||


Der Einstieg in John Harts Thriller fällt relativ leicht, denn es gelingt dem Autor mühelos, schon auf den ersten Seiten das Interesse an der gesamten Handlung zu wecken. Das aktuelle Geschehen wird aus verschiedenen Perspektiven betrachtet. Obwohl es bei der Einführung der Protagonisten nicht immer ganz einfach ist, die Übersicht zu behalten und die Verbindungen der unterschiedlichen Persönlichkeiten richtig zuzuordnen, gerät man in den Sog der Erzählung. Die ersten Kapitel wecken zunächst den Anschein, dass die Handlung sich durchgehend mit Michaels Ausstieg aus dem organisierten Verbrechen und der damit verbundenen Jagd auf ihn befassen wird. Doch schon bald wird klar, dass dieser Thriller viel mehr zu bieten hat. Schritt für Schritt führt er zurück in die Vergangenheit der ungleichen Brüder. Dabei gewährt John Hart Einblicke in die tiefsten Abgründe der menschlichen Seele und fördert dort Unglaubliches zutage. Doch auch die Gegenwart hält einige Überraschungen bereit. Kaum vorhersehbare Wendungen sorgen dafür, dass keine Langeweile aufkommt und die aufgebaute Spannung im Verlauf der Handlung weiter ansteigt.

John Harts Schreibstil ist flüssig und angenehm lesbar. Er beschreibt Protagonisten und Handlungsorte detailliert, sodass man die entsprechenden Szenen intensiv vor Augen hat. Da das Gesetz des Stärkeren und Schnelleren in dieser Erzählung einen großen Teil ausmacht, darf man nicht zu den zartbesaiteten Lesern zählen, wenn man diesen Thriller genießen möchte. Denn es kommt zu grausamen und brutalen Abschnitten, in denen die Protagonisten, ohne mit der Wimper zu zucken, über Leichen gehen oder ihre Widersacher unbarmherzig foltern. Auch der Hauptprotagonist Michael ist dazu fähig. Dennoch gelingt es dem Autor von Anfang an, Sympathien für Michael zu wecken. Obwohl er ein berüchtigter Killer ist, scheint er ein Mann mit Prinzipien zu sein und nicht wahllos zu morden. Sein ausgeprägtes Verantwortungsgefühl und die tiefe Liebe zu seiner Freundin Elena sorgen dafür, dass man ihn nicht zu kritisch betrachtet. In dieser Erzählung treffen eine Vielzahl unterschiedlicher Charaktere aufeinander. Es gelingt John Hart hervorragend die jeweiligen Akteure zu beschreiben. Man leidet mit ihnen und verfolgt gebannt ihre Handlungen. Dabei entwickelt man Sympathien oder spontane Abneigungen.

John Harts Thriller hat mich von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt. Eine spannende Handlung, überraschende Wendungen und ein stimmiges Ende konnten mich restlos überzeugen. Ich vergebe deshalb begeisterte fünf Bewertungssterne und ein klare Leseempfehlung.

07.03.2012 16:34:28
c-bird

Actionreiche Reise in die Vergangenheit

Zwei kleine Kinder werden in einem eiskalten Bachbett gefunden und wachsen seitdem im Waisenhaus, dem eisernen Haus, auf. Dort herrschen harte Regeln, es gilt das Gesetz des Stärkeren. Michael, der ältere der beiden Brüder ist auch stark und beschützt seinen Bruder Julian, der von anderen Waisenkindern gequält wird. Doch just an dem Tag, als Abigail Vane, die Frau eines Senators die beiden Jungen adoptieren will, tötet Julian einen seiner Peiniger. Michael nimmt die Schuld auf sich und flieht nach New York. Hier schlägt er die Karriere eines Mafiakillers ein, stets protegiert vom Chef des Clans, dem „Alten“. Doch dann lernt Michael Elena, seine große Liebe kennen und will aus der Organisation aussteigen. Doch so leicht kann man sich nicht von der Verbrechensorganisation lösen und es beginnt eine schonungslose Jagd. Michael weiß, dass er seinen Bruder finden und beschützen muss. Die Suche nach ihm führt ihn dahin, wo alles begann: ins eiserne Haus.
Dieser Thriller ist eine rasante actionreiche Reise in die Vergangenheit der beiden Brüder. Es tun sich menschliche Abgründe auf, fast unvorstellbar. Kein Buch für zarte Gemüter, stellenweise ist die Handlung sehr brutal. Die Charaktere aber, die hier gezeichnet wurden, sind sensationell gut. Es sind keine oberflächlichen Figuren, sondern Charaktere mit Tiefgang, die äußerst authentisch wirken. John Hart schafft es, selbst einen knallharten Killer eine zweite, emotionale Seite zu entlocken, sodass dieser wieder sympathisch wirkt.
Sehr fesselnd geschrieben, man fiebert dem Ende und der Lösung der vielen Rätsel förmlich entgegen. Der Schreibstil liegt auf hohem Niveau, man kann fast von einem literarischen Thriller sprechen. Meiner Meinung nach, ein ganz großes Werk, das John Hart hier geschaffen hat.

27.02.2012 22:14:11
subechto

Liebe und Gewalt

...sind die Zutaten für John Harts neustes Werk, "Das eiserne Haus". Nach dem ganzen Serienkillereinheitsbrei endlich einmal ein literarischer Thriller... ich bin begeistert!

Zusammen mit seinem jüngeren Bruder Julian lebt Michael im "Iron House", einem Waisenhaus, in North Carolina. Als der 12-jährige Julian aus Verzweiflung einen anderen Jungen tötet, nimmt Michael die Schuld auf sich und flieht nach New York. Julian dagegen wird von der reichen Abigail adoptiert, die mit einem US-Senator verheiratet ist.

Michael hat in New York viele Jahre für Otto Kaitlin gearbeitet. Mord und Totschlag waren sein Geschäft. Michaels schwangere Freundin Elena ahnt nichts von seiner düsteren Vergangenheit. Als Michael aussteigen will, um eine Familie zu gründen, wollen Stevan, der Sohn des Alten, und sein Kumpan Jimmy dies verhindern, indem sie drohen, Julian umzubringen. Und so macht sich Michael auf die Suche nach seinem Bruder...

John Hart hat mit "Das eiserne Haus" erneut einen sehr emotionalen Roman geschrieben. Wie bereits in "Das letzte Kind" geht es um Menschen, die mit den Dämonen ihrer Vergangenheit zu kämpfen haben. Es geht um Familie und große Gefühle. Aber auch um Betrug und Gewalt. Das macht der Autor m.E. hervorragend mit seiner kraftvollen, bildhaften Sprache, ohne dabei kitschig zu sein.

Keine strahlenden Helden, eher einsame und verzweifelte Wölfe, die trotz aller Fehler positiv und sympathisch rüber kommen, stehen hierbei im Mittelpunkt der Geschichte. Und so hat Michael am Ende nicht nur seinen Bruder wieder gefunden, sondern sogar seine Wurzeln und weitere Familienmitglieder. Der Kreis schließt sich, als die Brüder dem eisernen Haus einen letzten Besuch abstatten.

"Das eiserne Haus" ist ein Roman, der mich derart gefesselt hat, dass ich die 500 Seiten fast in einem Rutsch durchgelesen habe. Ein Meisterwerk, das mich tief bewegt hat und lange nicht mehr loslassen wird. Lediglich gewisse Folterszenen haben mir nicht so gefallen. Alles in allem kann ich das Buch aber nur wärmstens empfehlen!