Alle Rache will Ewigkeit

Erschienen: Januar 2011

Bibliographische Angaben

  • London: Little, Brown, 2010, Titel: 'Trick of the dark', Seiten: 451, Originalsprache
  • München: Droemer Knaur, 2011, Seiten: 608, Übersetzt: Doris Styron

Couch-Wertung:

35°

Leser-Wertung

-
Zum Bewerten, einfach Säule klicken.
 50° 100°

Zum Bewerten, einfach Säule klicken.

Bitte bestätige - als Deine Wertung.

Gebe bitte nur eine Bewertung pro Buch ab, um die Ergebnisse nicht zu verfälschen. Danke!

2 x 91°-100°
1 x 81°-90°
1 x 71°-80°
0 x 61°-70°
0 x 51°-60°
1 x 41°-50°
0 x 31°-40°
0 x 21°-30°
1 x 11°-20°
0 x 1°-10°
B:69.5
V:5
W:{"1":0,"2":0,"3":0,"4":0,"5":0,"6":0,"7":0,"8":0,"9":0,"10":0,"11":0,"12":0,"13":0,"14":0,"15":0,"16":0,"17":0,"18":0,"19":0,"20":1,"21":0,"22":0,"23":0,"24":0,"25":0,"26":0,"27":0,"28":0,"29":0,"30":0,"31":0,"32":0,"33":0,"34":0,"35":0,"36":0,"37":0,"38":0,"39":0,"40":0,"41":0,"42":0,"43":1,"44":0,"45":0,"46":0,"47":0,"48":0,"49":0,"50":0,"51":0,"52":0,"53":0,"54":0,"55":0,"56":0,"57":0,"58":0,"59":0,"60":0,"61":0,"62":0,"63":0,"64":0,"65":0,"66":0,"67":0,"68":0,"69":0,"70":0,"71":0,"72":0,"73":0,"74":0,"75":0,"76":1,"77":0,"78":0,"79":0,"80":0,"81":0,"82":0,"83":0,"84":0,"85":0,"86":1,"87":0,"88":0,"89":0,"90":0,"91":0,"92":1,"93":0,"94":0,"95":0,"96":0,"97":0,"98":0,"99":0,"100":1}
Wolfgang Weninger
Grund(s)exkurs in weiblicher Triebhaftigkeit

Buch-Rezension von Wolfgang Weninger Okt 2011

Doris Styron hat Trick of the Dark übersetzt und heraus gekommen ist dabei ein 567 Seiten langer Roman, den der Knaur Verlag als Alle Rache will Ewigkeit vermarktet, wohl wissend, dass viele zu so einem Schmöker greifen, weil die privaten Affinitäten der Autorin durchaus bekannt sind und ein wenig Lesben-Sex so manchem Leser als erotische Würze gefallen kann.

Und Val McDermid greift auch gleich ins volle Programm. Im ersten Buchteil werden auf 130 Seiten jede Menge gleichgeschlechtlich eingestellte Damen aufgezählt und der Leser mit den dazugehörigen Querverbindungen verwirrt. Da wäre allen voran die Protagonistin und Psychiaterin Charlie Flint, die gerade eine berufliche Auszeit nehmen muss, weil aufgrund eines Ihrer Befunde ein vermeintlicher Verbrecher aus Mangel an Beweisen (berechtigt) freigesprochen wurde, nach dem Freispruch aber vier Menschen ermordet hat, weil nicht klar genug zum Ausdruck kam, dass der Mann gefährlich sei und weggeschlossen gehörte. In Charlies seelischem Tief wird sie von ihrer Frau der Zahnärztin Maria betreut, gehegt und gepflegt.

Bis dann auf ungewöhnlichem Weg Charlie zu einer eigenartigen Recherche geführt wird. Denn am St. Scholastika College in Oxford wird während der Hochzeitsfeierlichkeiten der Bräutigam ermordet, während die Braut nichts Besseres zu tun hat, als sich ihrer gleichgeschlechtlichen Triebe und der Liebe zu ihrer ehemaligen Babysitterin bewusst zu werden.

Die Braut, eine gewisse Magda, ist zufällig die Tochter einer ehemaligen Dozentin Charlies und da Frau Dozent nicht nur gegen die nunmehrige Beziehung ihrer Tochter ist, sondern auch glaubt, dass deren neue Flamme am Tod deren Ehemanns Schuld hat, schickt sie Charlie als Ermittlerin los, um die vermeintliche Mehrfachmörderin Jay Macallan Stewart, eine skrupellose Dotcom-Millionärin, genauer zu durchleuchten.

Wer bei diesem Grundexkurs in weiblicher Triebhaftigkeit und Trivialverhalten das Buch noch nicht entsorgt hat, darf sich freuen, denn die Lektüre wird um einen Hauch besser. Zumindest beginnt Frau McDermid endlich zu schreiben und bringt außer Verwirrung auch den netten Versuch zustande, einen halbwegs plausiblen Lebenslauf der vermeintlichen Übeltäterin in Form eines Tagebuchs in die Handlung einzubauen. Dass dabei die sonstigen Personen schlimmer agieren, als man es aus jeder RTL-Soap kennt, ist schon fast zu viel des Schlechten. Alle Frauen gucken sich nur bescheuert in die Augen, dann trifft der Blitz ihr erotisches Hinterstübchen und es kommt zu Gefühlskomplikationen, wer mit wem, warum oder warum doch nicht, oder vielleicht doch, wenn ...

Für diese Form der lesbischen Zurschaustellung hat Frau McDermid ganz klar die Goldene Zitrone verdient, denn in meinem Bekanntenkreis gibt es einige Damen mit erkennbarer Zuneigung zum eigenen Geschlecht, aber nicht eine davon würde sich so hirnverbrannt benehmen, wie es die zitternde und schwitzende Damenwelt in diesem Machwerk macht oder zu verhindern sucht.

Dass man dennoch wissen will, wie denn die ganze Misere endet, zeigt vom schreiberischen Potential der Autorin. Konstruktion und Aufbau der Story wären so übel nicht, wenn die Personen nicht so emotional fehlgesteuert wären. Dass man spätestens zu Beginn des dritten Teils weiß, wie die Häsin läuft, macht den Roman nicht besser.

Val McDermid hat hier einen Groschenroman abgeliefert, der wirklich nur bei einschlägigem Publikum auf Wohlwollen stoßen könnte. Und dieses Urteil hat keinesfalls etwas mit den sexuellen Vorlieben der Autorin und ihrer handelnden Personen zu tun, sondern lediglich mit der Anhäufung von Trivialszenen, die so grottenschlecht geschrieben sind, dass es über weite Strecken nervig ist, sich mit der Thematik zu befassen. Sorry, aber mit diesem Machwerk hat die Autorin keinesfalls eine Bresche für die gleichgeschlechtliche Liebe geschlagen, sondern eher das Gegenteil bewirkt.

Alle Rache will Ewigkeit

Alle Rache will Ewigkeit

Deine Meinung zu »Alle Rache will Ewigkeit«

Hier kannst Du einen Kommentar zu diesem Buch schreiben. Wir freuen uns auf Deine Meinungen. Ein fairer, respektvoller Umgang sollte selbstverständlich sein. Danke!

Letzte Kommentare:
13.11.2019 15:23:11
HellTraveler

Ich kann mich den Worten von Henriette nur anschließen! Wolfgang Weninger sollte sich mal Gedanken machen wenn bei einen Krimi/Thriller über Seiten hinweg SCHLECHTE Bettgeschichten zw. Mann und Frau in aller Ausführlichkeit geschrieben und beschrieben werden, regt sich auch keiner auf! Herr Weninger ist offensichtlich ein intolleranter "Schwulenhasser" und sollte seine Meinung auf dieser Plattform für sich behalten.
Das Buch ist nicht eines der bester der Autorin, da gibt es bessere, aber so schlecht ist es nun auch wieder nicht wie von den schwanzgesteuerten Männern hier zu lesen!

06.06.2017 14:52:02
Henriette H.

Obgleich nicht lesbisch, bin ich erschüttert über die fiesen homophoben Kommentare des Rezensenten, von wegen "Grundexkurs in weiblicher Triebhaftigkeit" und dergleichen mehr, auch bei den Leserkommentaren. Ich kenne nicht wenige Krimis, in denen erheblich eindeutigere Sexszenen als hier keinerlei Anstoß erregten- wohl weil sie, "wie es sich gehört", zwischen Heteros stattfanden.
Gerade die Schilderungen der Schwierigkeiten, denen lesbische Frauen auch heute noch ausgesetzt sind, fand ich interessant und berührend geschildert. Ansonsten finde ich dieses Buch sehr langatmig, es gibt wesentlich spannendere Krimis von Val McDermid.

03.01.2014 18:39:54
Noire 113

Ich habe zwar schon Besseres von Val McDermid gelesen, trotzdem hat mir das Buch sehr gut gefallen.
Scheinbar ist es allerdings jetzt bei vielen Krimiautoren Mode, das Seelenleben der Protagonisten zu Lasten der Geschichte extrem breit auszuwalzen (siehe Dahl, Mosby etc.) und McDermid hat sich diesem Trend angeschlossen.
Aber wie man es von ihr kennt hat sie es geschickt verstanden, immer wieder einen unerwarteten Haken zu schlagen, der den Leser in eine andere Richtung lockt.
Mein Fazit: Solide, gute Krimiunterhaltung.Und was die von Herrn Weniger bemängelte "lesbische Zurschaustellung" bzw. "emotionale Fehlsteuerung" anbelangt: Ich habe schon des Öfteren festgestellt, dass Verliebte - seien sie nun homo oder hetero - sich ziemlich dämlich verhalten! Genau das macht die Protagonisten so menschlich.

03.07.2013 15:34:57
buchermaus

Bin ganz ihrer Meinung, Herr Weninger! Dem ist nichts hinzuzufügen. Ziemlich enttäuschend. Und man kann sich irgendwie gegen diese Lesben-Porno Bilder im Kopf gar nicht mehr wehren...wer wann mit wem, wie .. OMG! Ich hatte das Hörbuch und habs beim Putzen gehört, nette Unterhaltung dafür aber mehr wohl wirklich nicht.

21.02.2013 08:57:54
carolina

Ich habe schon etliche Bücher der Autorin gelesen und fand sie eigentlich nicht übel. Doch dieses Buch ist ein Alptraum und sicherlich das letzte, das ich von ihr gekauft habe. Ich stimme mit jedem Wort des
Kommentars von Herrn Weninger überein. Schade, dass ich ihn nicht vor dem Kauf gelesen habe!

07.09.2012 15:38:46
hilgenstock

mit einem Wort: grauenhaft, obwohl ich von den anderen Krimis von McDermid begeistert war. Insgesamt lediglich schablonierte Bilder, man konnte Seite um Seite überblättern, ohne dass irgendein nennenswerter Fortgang geschah! auch die innere Logik der Handlung war nicht stringend, die Lösung letzten Endes aus dem Hut gezaubert. Aber das Schlimme war der schlechte Erzählstil.
Nicht zu empfehlen.

10.08.2012 08:48:15
Elke Roger

Es ist legitim, wenn Val McDermid sich für Homosexuelle engagiert. Es aber in ihren Büchern auf so dämliche Art zu tun ist eine Zumutung. Noch so ein grottenschlechtes Buch und der Ruf der einmal so guten Krimi-Autorin ist endgültig perdü! Ich habs nicht bis zum Schluss gelesen, wäre schade um die Zeit gewesen. Die Rezension von Herrn Weninger ist voll und ganz zu unterschreiben!!!

27.07.2012 15:31:18
frauk2

Habe erst das Buch gelesen und danach nun die Kritiken. Muss gestehen, ich bin verblüfft über die schlechten Kritiken. Sicher sind einige Dinge etwas arg überspitzt und konstruiert, aber es ist unterhaltsam, kurzweilig für die Urlaubszeit und auch wenn die Auflösung irgendwann nur in der Art erfolgen kann, wie sie dann erfolgt, es ist eine gute Idee, die losen Fäden werden halbwegs nachvollziehbar zusammen gebracht und mehr Anspruch habe ich im Sommerurlaub nicht. Ich würde dem Buch 75 Punkte geben. Das ist in Schulnoten ein "befriedigend" und so war es dann auch.

25.05.2012 14:22:36
M-L

Was für ein Schrott, schade um diese Papierverschwendung. Zum Glück ist es ein Büchereibuch. Ich habe es bis zur letzten Zeile gelesen, obwohl ich oft drauf und dran war es sein zu lassen. Schade, die Bücher, die ich bis jetzt von Val McDermid gelesen habe, haben mir nämlich gefallen. Hier fehlte aber auch alles, eine vernünftige Geschichte, ertägliche Figuren, ein Spannungsbogen , eine nachvollziehbare Lösung.

16.04.2012 16:16:18
Peter Faesi

Es gibt nur einen Begriff: Grauenhaft! Wer sich durch die 567 Seiten lesbischer Feuchtgebiete durchgekämpft hat, sollte vom Verlag zwei Wochen Ferien bezahlt bekommen. Das einzig Interessante am Roman ist die Frage: Wie können so hormongesteuerte Wesen überhaupt Fälle aufklären? Sie tun es tatsächlich, brauchen aber unendlich lange dafür. Und die Auflösung ist in einem Masse an den Haaren herbeigezogen, dass sogar Kindergärtler einwenden würden: Frau McDermid, aus solchen Motiven mordet man nicht!

09.04.2012 19:53:40
Heinzelmännchen

"Alle Rache will Ewigkeit" war angenehm zu lesen, man wusste allerdings spätestens nach einem gewissen Gespräch, wer der Täter ist.

Das Liebesleben der Hauptfiguren nimmt meiner Meinung nach zu viel Platz in diesem Buch ein, lieber wären mir mehr spannende Handlungsabläufe gewesen. Nicht ganz realistisch waren auch die hormonell gesteuerten Handlungen der vielen Damen, man würde vieles eher im Teenageralter als bei reiferen Frauen erwarten.

Zeitweise hatte ich gar keine Lust mehr weiterzulesen, habe es dann aber zur Überprüfung meiner Vermutung, wer Philip umgebracht hat, doch getan.

Alles in allem war das Buch kein Geniestreich Val McDermids und hat mich eigentlich enttäuscht.

05.04.2012 13:51:44
Doku

Da ich grosser McDermid Fan bin habe ich mir dieses Elaborat gekauft, denn in unserer Stadtbibliothek war es noch nicht verfuegbar, und nach 100 Seiten leichten Herzens zum Altpapier gegeben. Mir sind die sexuellen Praeferenzen meiner Mitmenschen grudsaetzlich gleichgueltig aber diese sinnlose anhaeufung hormongesteuerter Weiblichkeiten war selbst mir zuviel. McDermid haette besser eine Autobiografie geschrieben wenn ihr das Lesbentum so am Herzen liegt.Krimi war das keiner.

05.02.2012 21:14:23
Sibylle Meyer

Das Buch ist mehr Roman als Krimi. Die Idee ist gut, aber schlecht umgesetzt. Es kommt nur wenig Spannung auf, die dann auch noch durch endlose verzwickte Liebesbeziehungen und Nebensächlichkeiten wieder verloren geht. Gut finde ich, dass der Schwerpunkt auf lesbische Personen gelegt wurde. Allerdings kommen keine hetero Beziehungen vor, was für mich sehr weltfremd und irritierend ist. Am Schluss kommt nochmals Spannung auf, als der Täter überführt wird. Die Lösung ist logisch und nachvollziehbar.
Das Buch ist gut geschrieben und lässt sich leicht und flüssig lesen, wäre aber ohne weiteres mit 200 Seiten weniger ausgekommen.

05.02.2012 19:30:18
anushka

Charlie Flint ist forensische Psychiaterin. Aufgrund eines missglückten Gutachtens ist sie nun suspendiert und erwartet ein Verfahren vor der Ärztekammer. Da kommt ihr der Umschlag mit den Zeitungsausschnitten über einen scheinbar aufgeklärten Mord zur Abwechslung und möglichen Rehabilitation gerade recht. Als sich herausstellt, dass Charlie die Beteiligten aus ihrer Zeit in Oxford kennt, lässt sie sich in einen Strudel aus Anschuldigungen und Rätsel hineinziehen. Als Charlie zudem Lisa Kent begegnet, zu der sich Charlie hingezogen fühlt, obwohl sie bis dahin glücklich verheiratet war, ist es um ihren Seelenfrieden geschehen.

Vor diesem Buch habe ich bisher nur ein anderes von Val McDermid gelesen ("Moor des Vergessens") und hatte daher auch keine allzu hohen Erwartungen an die Autorin, da auch das andere Buch eher von der ruhigen Sorte war. Die Ausgangssituation in "Alle Rache will Ewigkeit" ist eher unspektakulär: ein Mord, der scheinbar aufgeklärt ist und für den bereits zwei Menschen verurteilt wurden. Und eine Beziehung, die unerwünscht ist und somit zerstört werden soll. Trotzdem hat mich das Buch mehr und mehr gepackt und ich bin gern mit Charlie auf Reisen durch Großbritannien gegangen um verschiedenen mysteriösen Todesfällen auf die Spur zu kommen. Durchsetzt war die Geschichte zudem mit den Memoiren einer der Charaktere, die an ihrem neuen Buch schreibt. Das war besonders interessant, da sich immer wieder Diskrepanzen zum objektiven Erzählstrang ergaben und die Neugier auf die Wahrheit noch anfachten. Die Protagonistin schwebt nicht ständig in unrealistischen Gefahrensituationen, sondern verbringt eher Zeit in Archiven zu Recherchezwecken. Spektakulär - und etwas abgehoben - wird es erst zum Ende hin. Allerdings vermutet man hier schon, wie das Ende aussehen wird. Dieses Buch ist also kein rasanter und blutrünstiger Krimi, sondern eher ein Kriminalroman der ruhigen Art.
Etwas genervt haben mich allerdings die vielen Gefühlsduseleien, die oft recht kitschig und aus heiterem Himmel wirkten und bei mir kein Mitfühlen aufkommen lassen wollten. Zudem wirkte es etwas konstruiert, dass fast alle beteiligten Frauen lesbisch waren. Dadurch hatte man das Gefühl, dass die Autorin noch etwas "missionarische" Arbeit mit einbringen wollte.

Alles in allem war dieses Buch unterhaltsam, streckenweise kurzweilig, sticht aber aus diesem Genre nicht ungewöhnlich hervor. Ich habe mich jedoch unterhalten gefühlt und bereue die investierte Lesezeit nicht.

05.02.2012 15:04:43
Drops2010

Alle Rache will Ewigkeit: Leicht schleppender, sich in Beziehungswirrwarr verlierender Krimi!

Inhalt:
Dr. Charlie Flint, ihres Zeichens Psychiaterin und Profilerin, sieht sich mit einer beruflichen Katastrophe konfrontiert. Sie ist verantwortlich für den Freispruch eines Psychopathen, der nach dem Gerichtsurteil vier Frauen ermordet. Gezeichnet von der Enttäuschung darüber, dass sie von der Öffentlichkeit für die Morde verantwortlich gemacht wird und keine Aufträge mehr erhält, kommt es ihr gelegen, für ihre ehemalige Dozentin und Freundin Corinna einem seltsam undurchsichtigen Fall auf den Grund zu gehen. Corinnas Tochter Magda wird am Hochzeitstag ihr Ehemann Philip genommen und die Schuldigen sind schnell gefunden. Seltsam, dass gerade Corinna von der Unschuld der Verurteilten und der Schuld einer bestimmten Person überzeugt ist: Jay Macallan Stewart, die neue Lebensgefährtin an Magdas Seite.
Charlie versucht das Rätsel um Philips Tod zu lüften und bewegt sich während ihrer Ermittlungen auf nicht allzu dickem Eis, das bei jedem weiteren Schritt um sie herum einzubrechen droht.

Meinung:
McDermid teilt ihren Kriminalroman in zwei voneinanderunabhängige Erzählstränge auf. Zum einen wird aus der Sicht Charlie Flints erzählt, zum anderen aus der Perspektive Jay Macallan Stewarts. Erzähltechnisch interessant ist, dass die Handlung um die Verdächtige Jay von Teilen ihrer Autobiographie unterbrochen wird, an der sie gerade arbeitet, was beim Leser den Effekt hervorruft, nie genau zu wissen, was den tatsächlichen, realen Geschehnissen entspricht und was Jays Fantasie entspringt.
McDermids Sprache ist allgemein sehr detailliert, auf die jeweiligen Figuren zugeschnitten und vermittelt ein umfassendes Bild der Schauplätze der Handlung.
Neben dem Mordfall, in dem Charlie ermittelt, legt die Autorin großen Wert auf das menschliche Miteinander der Figuren. In der ersten Hälfte des Buches, empfand ich es als äußerst angenehm mehr über die Figuren und ihr Leben zu erfahren, habe mir aber an späteren Stellen des Textes oft gewünscht, dass die Haupthandlung nicht immer durch komplizierte Beziehungsmuster unterbrochen werden würde. Für mich hat die Spannung gegen Ende darunter gelitten. Außerdem empfand ich manche Stellen als zu kitschig und einfach unwahrscheinlich.

Zusammenfassend ist "Alle Rache will Ewigkeit" kein Krimi, den ich gern weiterempfehlen würde. Zu langatmige Beschreibung, zu wenig Spannungsaufbau und zu seltsam konstruierte Figuren.
Und das Ende? Naja, auf der einen Seite relativ vorhersehbar und unspekatulär. Auf der anderen Seite übertrieben und leicht erzwungen.
Dennoch: Wer sich gerne in atmosphärischen Ortsbeschreibungen verliert und detaillierte Beschreibungen zwischenmenschlichen Verhaltens der Spannung den Vorzug gibt, kann sicherlich seine Freude an diesem Krimi haben.

04.02.2012 19:02:59
Cocky

Kurzbeschreibung:
Die Profilerin Charlie Flint bekommt unerwartet Post, ein Päckchen mit Zeitungsausschnitten über einen brutalen Mord an ihrem alten College in Oxford. Dort ist auf einer Hochzeitsfeier der Bräutigam erschlagen worden. Während die Gäste sich den Champagner schmecken ließen, hat man seine blutüberströmte Leiche in den nahen Fluss geworfen. Charlie weiß nicht, wer der Absender ist, doch das Verbrechen will ihr einfach nicht aus dem Kopf gehen. Weil sie gerade vom Dienst suspendiert worden ist, hat sie genug Zeit für Nachforschungen in Oxford. Je mehr sie in die geschlossene Welt der Universität eindringt, desto unbegreiflicher wird die Tat. Und jeder ihrer Schritte könnte einer zu viel sein…
Meine Meinung:
Bei diesem Buch handelt es sich um einen ungewöhnlichen Kriminalroman, denn die Protagonistin und die meisten der weiblichen Figuren sind lesbisch. Da der Roman hauptsächlich von Frauen bestimmt ist, ist es mir zu Beginn schwer gefallen die einzelnen Personen auseinander zu halten.
Ich finde, dass die Autorin dem Leben und der Liebe der Frauen so viel Aufmerksamkeit gewidmet hat, dass die eigentliche Geschichte deutlich darunter zu leiden hatte.
Spannung baut sich in diesem Kriminalroman nur sehr langsam auf und die Geschichte konnte mich zu keiner Zeit so richtig fesseln. Erst im letzten Teil gibt es einen leichten Aufschwung im Spannungsbogen.
Das Buch besitzt zwei Handlungsstränge. Auf der einen Seite ist die eigentliche Story geschildert, auf der anderen Seite gibt es Berichte aus dem Buch von Jay. Ich war zunächst ein wenig verwirrt von diesen Abwechslungen innerhalb des Buches, aber mir war schnell bewusst, dass dies ein wichtiger Teil des Romans darstellt.
Für mich war das Ende nicht sonderlich überraschend, durch aufmerksames Lesen kann einem durchaus schon die Täterin in Verdacht kommen.
Das Buch war insgesamt gesehen nicht schlecht, aber besonders überzeugen konnte es mich auch nicht. Die Geschichte selbst ist eigentlich sehr interessant, jedoch hätte man sie auch deutlich besser verpacken können.

02.02.2012 22:07:27
lesezimmerchen

Dr. Charlie Flint hat eine schwierige Zeit. Durch eines ihrer Gutachten wurde ein Mann vom Mordverdacht freigesprochen, hat allerdings später nachgewiesenermaßen mindestens vier Frauen getötet. Diese Schuld lastet schwer auf Charlies Schultern, vom Verlust ihres beruflichen Ansehens ganz zu schweigen. Da kommt es ihr ganz recht, dass eine ehemalige Dozentin sich hilfesuchend an sie wendet. Diese Bitte allerdings stellt bald Charlies Leben völlig auf den Kopf, denn ihre ehemalige Dozentin erwartet von ihr, dass sie jemanden als eiskalte Mörderin entlarvt.


Der Stil ist, ganz wie man es von der Autorin gewohnt ist, flüssig und in sich stimmig. Passend zu den Figuren und ihrem Erlebten, so dass sich das Buch gut und schnell lesen lässt, ohne dass man über störende Formulierungen stolpern würde.


Die Figuren sind ebenfalls gut ausgearbeitet und sympathisch, wenn auch Charlie in ihrer Liebesmisere manchmal etwas unreif wirkt. Andererseits kann man dies wohl auch nachvollziehen, wenn man sich in ihre Situation hinein versetzt. Ansonsten aber sind ihre Gedankengänge und Argumentationen schlüssig und zur Person passend, ebenso wie man die Nebencharaktere als gut ausgearbeitet und plastisch erlebt.


Die Interaktion dieser Figuren ist manchmal etwas zweifelhaft und klischeehaft, aber auch das lässt sich verschmerzen, da es zumeist der Handlung zuträglich ist.
Die Handlung selber ist zwar durchdacht, für mich aber irgendwie zu vorhersehbar. Der Spannungsbogen ist durchaus vorhanden und gerade durch das Einbringen von Jays Schriftstücken wird immer wieder Tempo aus der eigentlichen Handlung genommen, diese dafür mit einer weiteren Ebene versehen.


Aber dennoch war dies kein Buch, das mich inhaltlich vom Hocker gerissen hätte. Die Auflösung war zu vorhersehbar, die endgültige Entwicklung der Figuren wirkt etwas gezwungen und neben dem WER gerät am Ende das WIE zu einfach, irgendwie fad.


Dies mag daran liegen, dass so ein großes Augenmerk auf das Innere der Personen gelegt wurde, dass die eigentliche Handlung daneben oft zurückstecken musste. Allerdings ist diese Herangehensweise nicht per se schlecht, im Gegenteil, es gibt viele sehr spannende Bücher, die der Entwicklung der Person und ihren Gedanken mehr Raum einräumen als dem nackten Geschehen.

In diesem Fall aber bleibt dann auch irgendwie das Interesse auf der Strecke und das ist schade.


Insgesamt ein Buch, das zu unterhalten weiß, aber am Ende relativ substanzlos wirkt.

01.02.2012 21:33:32
Fruu

Die Story handelt hauptsächlich von Charlie Flint – nicht vom Namen ablenken lassen, wie es mir passiert ist, es handelt sich hierbei um eine Frau. Sie arbeitet als „Spezialistin“ für psychologisches Profiling mit der Polizei zusammen. Eines Tages erhält sie ein mysteriöses Päckchen ohne Absender - Inhalt sind Zeitungsausschnitte über einen Mord, der vor längerer Zeit an ihrem alten College in Oxford geschehen ist. Also begibt sich Charlie auf eine Spurensuche in die Vergangenheit. Sehr vielversprechend, aber leider sind die Erwartungen nicht erfüllt worden

01.02.2012 11:28:55
Literatur

Unfall, fahrlässige Tötung oder Mord? Die Details, die den Ermittlern Hinweise geben, liegen oft im Verborgenen, können jedoch gelegentlich selbst nach Jahrzehnten den Täter überführen.
In Val McDermids Roman „Alle Rache will Ewigkeit“ ermittelt die psychiatrische Gutachterin Charlie Flint aus persönlichen Motiven. In ihrem alten College in Oxford wird der Bräutigam einer Hochzeitsfeier ermordet. Steht diese Tat mit anderen Todesfällen in Zusammenhang? Kann sie sich durch einen Erfolg in diesem Fall nach einer schweren beruflichen Niederlage rehabilitieren?
Der Roman baut eher zwischen den Zeilen und durch die dargestellten zwischenmenschlichen Konflikte eine tiefgründige Spannung auf und weniger durch handlungsreiche Szenen, gefährliche Momente oder Nerven zerreißende Überraschungen. Die verschiedenen Perspektivenwechsel waren abwechslungs- und aufschlussreich und charakterisieren die Hauptfiguren näher. Auch wenn ich mir den Roman anders vorgestellt habe, fühlte ich mich trotz gewisser Redundanzen gut unterhalten.

01.02.2012 10:32:45
buchina

Charlie steht an ihrem Scheideweg beruflich und privat. Ablenkung verspricht das Treffen mit ihrer alten Dozentin in Oxford Corinna. Corinna verdächtigt die Geliebte (Jay) ihrer Tochter des mehrfachen Mordes, unter anderem an ihrem Schwiegersohn. Charlie, zwangsweise von ihrer Arbeit als psychologische Gutachterin vor Gericht beurlaubt, beißt an und erklärt sich bereit mehr über die Morde herauszufinden.

Schon auf den ersten Seiten wurde deutlich, dass bei diesem Krimi der Mord und die Aufklärung dessen nur der rote Faden darstellt, den die Beschreibung des Beziehungsgeflechts zusammenhalten soll. Das es um lesbische Beziehungen ging ist unerheblich, da sie die gleichen Probleme haben wie heterosexuelle Paare. Dadurch war besonders der erste Teil und zweite Teil des Buches sehr langatmig. Die Handlung tröpfelte vor sich hin und die Ermittlungen gingen nicht voran. Lieber hielt sich die Autorin an die Beziehungsprobleme der Protagonisten. Das war nicht ganz uninteressant und hatte zum Teil auch mit dem Fall zu tun, aber ich wollte einen spannenden Krimi lesen.

Ungewöhnlich, aber sehr interessant waren die Rückblenden, in Form einer Biographie von Jay geschrieben. Die über ihr bisheriges Leben viel aussagten. Man erfuhr auch nicht zuviel, denn man wusste nicht, wie viel Wahrheit sie schreibt.

Der letzte Teil holte dann noch mal etwas auf und der Spannungsbogen steigt an und auch Charlie, die Protagonistin gewinnt langsam an Sympathie. Die Krimihandlung ist interessant wird nur durch zuviel Nebenhandlungen abgelenkt. Für mich könnte man den Roman um 100 Seiten kürzen, ohne etwas Wichtiges wegzulassen.

Bis zum Ende des Romanes wurde mir nicht klar, was Titel und Cover mit dem Inhalt des Romans zu tun haben.

31.01.2012 22:28:29
Salzstaengel

Die renommierte Profilerin Charlie Flint wurde vom Dienst suspendiert. Damit ihr die Decke nicht auf den Kopf fällt, beschäftigt Sie sich mit den Zeitungsartikeln die Ihr anonym zugesendet wurden.

"Bei Hochzeitsfeier erschlagen
Im gestern im Old Bailey verhandelten Fall standen zwei aufstrebende Geschäftsleute vor Gericht, die ihren Geschäftspartnern am Tag seiner Hochzeit kaltblütig ermordet und die Nacht danach mit wildem Sex miteinander verbrachten.
Das mörderische Paar zertrümmerte den Schädel des Bräutigams Philip Carling. Nur einige Meter entfernt von der Gartenparty im Oxforder College, auf der seine Hochzeit gefeiert wurde, warf man ihn ins Wasser.
Bei einem romantischen Spaziergang am Fluss entdeckten schockierte Hochzeitsgäste die Leiche des Bräutigams, die am Landesteg für die College-Boote im Wasser trieb. Blut aus seiner Kopfverletzung hatte das Wasser rot gefärbt."

Sie fängt an im Internet Nachforschungen anzustellen.
Und auf einmal erkennt Sie, wer Ihr die Artikel zugesendet hat.

Dies ist mein erstes Krimibuch von Val McDermid, auf das ich durch die Lovelybooks-Lesechallenge aufmerksam wurde. Da ich bei www.buchcasino.de noch das Glück hatte es zu gewinnen, kann auch nun ich das 567 Seiten umfassende Buch bewerten.

Die Geschichte wird aus drei Perspektiven erzählt, wodurch das Buch eine gute Spannungskurve erhält.

Die Autorin übertreibt meiner Meinung nach leider viel zu sehr, da Sie Charlie Flint in den höchsten Tönen lobt und das viel zu oft! Das wurde für mich mit der Zeit echt nervig und wurde mit vielen "Nicht schon wieder"-Aufschreien quittiert!

Gleich auf der ersten Seite erfahren wir, dass Charlie verliebt ist. Seit sieben Jahren ist Sie mit Maria zusammen, doch verliebt hat Sie sich in Lisa Kent und schwärmt von Ihr wie ein pubertierender Teenager. Dieses Techtel-Mechtel war wahrscheinlich auch ausschlaggebend, weshalb ich mich mit dem Charakter von Charlie Flint nicht anfreunden konnte.

Aus diesem Grund bekommt das Buch nur 3 Sterne von mir!

31.01.2012 20:49:01
Liseron

Krimis, die neben des Spannungsplots eine Geschichte erzählen, lese ich recht gerne, auch das Privatleben von Ermittlern verfolge ich gerne. Hier steht eine Psychologien, die in die Kritik geraten ist, zwischen einer langjährigen Partnerin und einer Bekannten, mit der sie heimlich flirtet. Währenddessen versucht sie einen Mord aufzudecken, der in einer Familie aus ihrer Studienvergangenheit begangen wurde. Der Roman wird aus ihrer und der Sicht der Hauptverdächtigen geschildert, die Story entwickelt sich zügig und hat mich nicht gelangweiligt. Die Auflösung ist am Ende allerdings keine Überraschung.Das Cover und der Titel hätten mich nicht zum Lesen angeregt, die Charaktere sind außer dem der Hauptverdächtigen etwas blass. Falls das eine neue Serie werden soll, muss noch nachgelegt werden. Auch der Schauplatz Oxford enttäuscht, ich finde das erhoffte britische Campus-Feeling nicht.
31.01.2012 20:31:00

31.01.2012 06:29:04
Sternenstaubfee

Charlie Flint ist Psychologin. Ihr Urteil hat maßgebend dazu beigetragen, dass ein Psychopath auf freien Fuß gesetzt wurde und vier Frauen ermorden konnte. Nun ist Charlie vom Dienst suspendiert.
So kommt das Päckchen, das ihr anonym zugeschickt wurde, eigentlich gerade recht. Es beinhaltet Zeitungsausschnitte über einen Mord in Oxford, ihrem alten College. Der Mann wurde am Tag seiner Hochzeit ermordet; die Täter sind schnell gefasst. Charlie findet heraus, wer ihr das Päckchen geschickt hat und wird vom Absender gebeten, dem Fall noch einmal nachzugehen. Denn die beiden verurteilten Täter sind unschuldig!
* Meine Meinung *
Ich lese sehr gerne Krimis und Thriller, und auch der Name Val McDermid ist mir natürlich bekannt. Doch dieses Buch von ihr gehört meiner Meinung nach nicht zu ihren besten.
Obwohl sich das Buch sehr flüssig lesen lässt, hatte ich beim Lesen manchmal das Gefühl, nicht wirklich von der Stelle zu kommen. Die Spannung wird nur sehr langsam aufgebaut, was mich eigentlich gar nicht mal so stört. Aber stellenweise ist das Buch doch etwas langatmig, und die vielen Anspielungen auf Charlies sexuelle Gesinnung haben mich irgendwann auch genervt. Auch fand ich die Hauptprotagonistin nicht unbedingt sympathisch bzw. ich konnte mich nicht immer gut mit ihr identifizieren, was es mir schwermachte, mich in sie hineinzuversetzen und ihre Beweggründe für ihre Handlungen nachzuvollziehen.
ABER: Trotz der Kritikpunkte habe ich das Buch letztendlich doch sehr gerne gelesen, denn die Handlung war durchaus interessant und auch spannend. Die Figuren sind gut beschrieben, so dass sie nicht blass wirken. Der Schreibstil ist angenehm, die Handlung durchdacht, und den Handlungsort fand ich hier besonders gut gewählt.
Alles in allem ein durchaus gutes Buch. Nicht überragend, aber doch lesenswert!

30.01.2012 22:21:51
FlawlessPoison

Alle Rache will Ewigkeit ist mein erster Roman von Val McDermid.
Ich wusste nicht genau ,was ich von ihr halten sollte. Ein Teil der Rezensionen war positiv und der andere eben negativ. Und ich muss sagen auch jetzt ist meine Meinung noch gespalten.
Am Anfang gab es ein richtiges Chaos der Charaktere und es war schwer alles zu verstehen und mitzukommen,nach einigen Seiten jedoch hatte sich das erledigt.
Mit der Protagonistin Charlie Flint kam ich ehrlichgesagt nicht besonders gut klar. Ich fand sie irgendwie unecht und konnte mich auch nicht in sie hineinversetzen,was mich sehr enttäuscht hat,da viele von den Charakteren geschwärmt haben. Was mir ebenfalls zum Teil gefallen hat, war ,dass die Homosexualität sehr im Vordergrund stand. Normalerweise fände ich das wirklich super,weil es zu mehr Toleranz aufruft und dieses Thema der Autorin ganz offensichtlich wichtig war. Allerdings war es für einen Kriminalroman doch zu sehr vertreten, die Verbrechen rückten in den Hintergrund, was mir nicht gefiel,da ich -wie ich gestehen muss- ein Fan blutiger und zugleich geplanter Verbrechen bin.
Ein großer Pluspunkt waren die parallel verlaufenden Handlungsstränge von Charlie und Jay Stewart und die häufigen Rückblicke waren doch sehr interessant.
Der Schreibstil ist flüssig und im ganzen angenehm zu lesen, dennoch war es ziemlich langatmig.
Deswegen war ich doch sehr überrascht ,als es auf den letzten 150 Seiten sehr spannend wurde.

Fazit :
3,3 von 5 Sternen. Alles in allem nicht schlecht ,aber leider doch nicht ganz mein Fall. Wenn es sich ergibt werde ich wohl Bücher von Val McDermid noch lesen.
Denkt dran ! Das hier ist nur meine persöhnliche Meinung ! Euch könnte dieses Buch begeistern ! ;-)

30.01.2012 16:52:44
Annora

Zum Inhalt des Buches:

Der Zeitpunkt hätte nicht besser sein können: Die Psychologin Charlie Flint wurde gerade vom Dienst als Profilerin suspendiert, als sie plötzlich Post mit Zeitungsausschnitten von einem Mord an ihrem alten College enthält. Ein Bräutigam wurde am Tag seiner Hochzeit ermordet aufgefunden. Ihre ehemalige Mentorin hat eine sehr genaue Vorstellung davon, wer der Täter ist und bittet Charlie Nachforschungen anzustellen, damit sie ihre These beweisen kann. Bis zur Anhörung wegen ihrer Suspendierung ist noch etwas Zeit, die sie für Nachforschungen nutzen kann. Die Ablenkung scheint ihr gerade recht zu sein. Allerdings ist ihr zu diesem Zeitpunkt nicht klar, auf was sie sich da eingelassen hat.

Mein Eindruck:

Val McDermid ist eine Meisterin des Psychothrillers und so war auch dieses Buch wieder eine Achterbahnfahrt von Wendungen und spannenden Höhepunkten.

Dr. Charlie Flint, eine Psychologin am Tiefpunkt ihrer Karriere, die ihre Energie aber nicht dafür einsetzt, ihren Ruf zu rehabilitieren, sondern stattdessen lieber auf eigene Faust Nachforschungen für ihre College-Professorin anstellt, ist eine sympathische und energiegeladene Protagonisten, die nicht nur einen ungeheuren Charme hat, sondern auch Intelligenz und Gefühl.

Neben Charlie Flint bekommt auch Jay Stewart einen eigenen Part in der Handlung. Sie ist die Person, die von Dr. Corinna Newsam - Charlies Mentorin - verdächtigt verschiedene Morde begangen zu haben.

Die Handlungsstränge der Personen laufen parallel, wobei auch immer wieder Rückblenden und Zeitsprünge enthalten sind.

Zu Beginn des Buches hatte ich zugegebenermaßen etwas Schwierigkeiten, da den Überblick zu behalten und alle Personen und Handlungen richtig zuzuordnen, aber schon ab Seite 50 etwa war das kein Problem mehr. Ab dem Zeitpunkt fand ich die zahlreichen Sprünge von Personen, Zeit und Schauplätzen auch sehr spannend und für die Geschichte empfand ich es als Bereicherung, die Handlung so zu beschreiben.

Der Tatsache, dass sie - wie auch weitere Figuren in der Geschichte - lesbisch ist, nimmt in dem Roman einen großen Raum ein und wird sehr oft thematisiert. Dabei geht Val McDermid sehr authentisch mit dem Thema um, fast hatte ich den Eindruck, der Roman hätte nicht nur den Zweck zu unterhalten, sondern wäre zugleich eine Aufforderung zu mehr Toleranz und Miteinander. Genau diese Aussage wurde immer wieder in die Handlung eingewoben.

Hauptschauplatz des Romanes ist Oxford, wo Charlie Flint an einem College studiert hat. Alle Handlungsstränge laufen immer wieder in St. Scholastika zusammen. Ich war bereits mehrmals in Oxford und konnte mich daher sehr gut in dem Roman wieder finden. Allerdings, und das war auch schon mein Eindruck aus der Leseprobe, sind die Schauplatzschilderungen ausführlicher als vielleicht nötig. Für jemanden, der mit dem Ort an sich nichts verbindet könnten sie ggf.zu lang und zu ausschmückend sein. Für mich waren sie jedoch eine Rückkehr an einen ganz besonderen Ort, Oxford ist einfach eine Stadt mit einem ganz eigenen und besonderen Charme, den ich unheimlich gerne mag!

Der Schreibstil von ValMcDermid ist sehr flüssig, der Roman ist von einer durchgehenden Spannung, die in immer neuen Höhepunkten verläuft. Zu keinem Zeitpunkt kam mir das Buch langatmig oder langgezogen vor, so dass es eine besondere Freude war, das Buch zu lesen.

Am Ende jedoch fand ich einige Punkte unschlüssig und auch wurden nicht alle offenen Fragen des Buches hinreichend aufgeklärt, so dass ich das erste mal nur 4/5 Punkten für einen Val McDermid-Roman vergebe.

30.01.2012 13:38:11
tweed

Die Profilerin Charlie Flint ist wegen eines vermeintlichen Fehlgutachtens erst mal vom Dienst suspendiert, die einzige Tätigkeit die sie momentan noch ausüben kann, sind Vorlesungen. Da kommt ihr die Ablenkung durch einen anonymen Brief gerade recht. In dem Brief befinden sich Zeitungsauschnitte über einen Mordfall, der an ihrem ehemaligen College in Cambridge passiert ist. Ein Mann wird an seinem eigenen Hochzeitstag auf dem College-Gelände brutal ermordet. Sie recherchiert im Internet zu dem Fall und stellt schnell fest, dass sie die Frau des Ermordeten von früher kennt. Viele Jahre hatte sie in der Familie als Babysitter auf Magda und ihre Geschwister aufgepaßt. Kurzentschlossen nimmt sie mit der Mutter von Magda, ihrer ehemaligen Dozentin Corinna, Kontakt auf. Diese bittet sie in dem Fall zu recherchieren, da sie überzeugt ist, den wahren Täter zu kennen. Charlie ist froh über die Ablenkung und beginnt eigene Nachforschungen anzustellen.

"Alle Rache will Ewigkeit" ist mein erster Roman von Val McDermid und ich bin wirklich begeistert, denn das Buch hat geschafft, was viele andere nicht geschafft haben: Es hat mich von Anfang an gefesselt und meine Neugier geweckt mehr zu erfahren. Einmal angefangen, war es schwer das Buch wieder beiseite zu legen.

Sehr gut gefallen hat mir der Erzählstil von Val McDermid, der locker und sehr flüssig zu lesen ist, erzählt aus der Sicht von Charlie. Sie baut eine kontinuierliche Spannung auf, die Rückblenden und Auszüge aus der Biographie von Jay machen die Geschichte abwechslungsreich und verleiten mehr zu lesen als man sich eigentlich vorgenommen hat. Die Story hat mich wirklich in ihren Bann gezogen. Die Charaktere sind sehr gut beschrieben, sympathisch und authentisch. Die Geschichte und die Protagonisten wirken wie aus dem Leben gegriffen, keinesfalls konstruiert. Und auch der Schluss konnte mich überzeugen, ein Ende das für die Geschichte stimmig ist.

Für mich war es eine neue Erfahrung, über eine lesbische Protagonistin zu lesen, das Thema Homosexualität wird von der Autorin im Verlauf auch immer wieder thematisiert, was mir stellenweise dann doch etwas zu viel des Guten war. Das bleibt aber auch der einzige Kritikpunkt.

Wer einen spannenden Krimi lesen möchte, der auf grobe Gewalt und blutige Szenen verzichtet, stattdessen aber die zwischenmenschlichen Beziehungen und Abgründe beleuchtet, ist hier bestens aufgehoben.

30.01.2012 13:34:10
KimVi

Die Profilerin und Gerichtspsychiaterin Charlie Flint hat momentan mehr Zeit als ihr eigentlich lieb ist, denn ihre Karriere steht auf dem Spiel. Durch eines ihrer Gutachten ist sie ins Kreuzfeuer der Kritik geraten und wurde vom Dienst suspendiert. Eines morgens findet sie ein Päckchen mit Zeitungssausschnitten in ihrer Post. In den Ausschnitten wird davon berichtet, dass ein Bräutigam auf seiner Hochzeit brutal von seinen geldgierigen Geschäftskollegen erschlagen wurde. Obwohl Charlie nicht weiß, wer ihr das Päckchen geschickt hat, wird ihre Neugier geweckt. Denn der Tatort ist ihr ehemaliges College in Oxford. Bei ihren Nachforschungen stellt sich heraus, dass ihre ehemalige Dozentin Corinna Newsam ihr das Päckchen geschickt hat. Corinna ist die Schwiegermutter des Ermordeten und hat die Vermutung, dass die Geschäftskollegen nichts mit dem Tod ihres Schwiegersohns zu tun haben und zu Unrecht verurteilt wurden. Sie verdächtigt die neue Liebhaberin ihrer Tochter. Charlies Interesse ist geweckt und schon bald fördert sie Ergebnisse zutage, die Corinnas Verdacht zu bestätigen scheinen.

Meine Meinung

In diesem Kriminalroman wird das Geschehen aus verschiedenen Perspektiven betrachtet. Man lernt zunächst die Profilerin Charlie Flint näher kennen. Man beobachtet sie bei ihren Ermittlungen und erfährt nach und nach einiges aus ihrem Berufs- und Privatleben. Um der vermeintlichen Täterin auf die Schliche zu kommen, muss sie Ereignisse aus der Vergangenheit untersuchen. Neben den Ermittlungen erfährt man in diesem Handlungsstrang auch einiges aus ihrem Privatleben. Charlie lebt bereits einige Jahre in einer lesbischen Beziehung. Doch nun hat sie eine Frau kennengelernt, die ihr nicht mehr aus dem Kopf geht. Charlie ist verliebt und spielt sogar mit dem Gedanken ihre langjährige Beziehung zu beenden. Es gelingt Val McDermid sehr gut, das Gefühlschaos von Charlie zu vermitteln. Man kann ihre Zerissenheit gut nachempfinden. Charlie wirkt bei ihren Ermittlungen selbstbewusst und zielstrebig. Doch sobald sie ihre neue Herzdame erblickt, ändert sich dieser positive Eindruck, denn dann wirkt Charlie gehemmt und unbeholfen. Das Gefühlschaos lässt Charlie zwar sehr lebendig wirken, doch, meiner Meinung nach, nimmt dieser Teil der Erzählung zu viel Raum ein und geht so zu Lasten der Spannung.

In einem weiteren Handlungsstrang erfährt man einiges über die vermeintliche Täterin. Man bekommt Einblicke in ihre bewegte Vergangenheit. Sie scheint, im wahrsten Sinne des Wortes, über Leichen zu gehen, um ihre Ziele zu erreichen. Trotzdem wirkt sie nicht abgrundtief böse. Man kann sie nur schwer einschätzen und sich außerdem nicht sicher sein, was damals wirklich geschah. Nach und nach werden Geheimnisse gelüftet, wobei es der Autorin mühelos gelingt, falsche Fährten auszulegen.

Val McDermid beschreibt Handlungsorte und Protagonisten sehr detailliert. So kann man sich sehr gut in die Erzählung hineinversetzen. Doch leider plätschert die Handlung dadurch manchmal etwas vor sich hin. Sie ist zwar durchgehend interessant, doch echte Spannung kommt erst spät auf.

Insgesamt gesehen habe ich mich beim Lesen dennoch gut unterhalten. Es hat mir gut gefallen, erst nach und nach mit Informationen versorgt zu werden. So war mein Interesse an der Handlung durchgehend da, obwohl ich mir im Bereich Spannung schon etwas mehr erhofft hatte. Den Schreibstil empfand ich als sehr flüssig und angenehm lesbar. Obwohl ich zugeben muss, dass ich am Anfang Schwierigkeiten hatte, die agierenden Personen und ihre Beziehungen untereinander, richtig einzuordnen. Die Liebesverwicklungen der Hauptprotagonistin rückten, meiner Meinung nach, zu sehr in den Vordergrund. Dadurch kam die eigentliche Kriminalhandlung etwas zu kurz.

29.01.2012 15:30:00
BuchimKopf

Charlie Flint, von Beruf Profilerin erhält eines Tages Post von ihrer alten Freundin Corina. Die Post besteht aus Zeitungsausschnitten zu dem dramatisch Tod an Corinnas Schwiegersohn. Philip wurde auf seiner eigenen Hochzeitsfeier, auf dem Gelände des Oxford Colleges, abseits des Festes hinterhältig erschlagen und ins Wasser geworfen. Und obwohl bereits ein Pärchen, die Geschäftspartner von Philip, als Täter gelten und auch auf ihre Verurteilung warten, glaubt Corinna den wirklichen Mörder zu kennen. Charlie soll ihr nun dabei helfen den wahren Schuldigen zu stellen.
Da Charlie gerade beruflich nicht wirklich gut dasteht, weil sie für die Entlassung eines Verdächtigen verantwortlich gemacht wird der später mehrere Frauen umbringt, sieht sie in dem Auftrag ihre Chance zur Rehabilitation. Zudem ist die Ermittlungsreise nach Oxford eine gute Gelegenheit um Lisa zu sehen. Eine Freundin für die Charlie insgeheim mehr als nur Freundschaft empfindet. Je mehr Charlie in der Vergangenheit des vermeintlichen Täters abtaucht umso gefährlicher wird es für sie selbst.
Dies war mein erstes Buch von Val McDermid und ich muss sagen es hat mich fast dazu gebracht nie wieder etwas von der Autorin in die Hand zu nehmen. Es hat eine Weile gedauert bis ich mich an den ausschweifenden und langatmigen Schreibstil gewöhnt habe. Zudem hatte ich beim Lesen das Gefühl, dass die Autorin, die ja selbst am Oxford College war, zu sehr von der Story abschweift und einfach in Erinnerungen schwelgt. Das ist meiner Meinung nach bei einem Krimi etwas fehl am Platz. Zu der Vielzahl an Personen, die dem Leser gleich zu Anfang aufgedrückt werden, kommt auch noch das Chaos der romantischen Gefühle in dem sich die Protagonistin Charlie befindet.
Um weil sich fast das ganze Buch so dermaßen gezogen hat, war ich umso überraschter als es dann auf den letzten ca. 150 Seiten wirklich so spannend wurde, dass ich das Buch nicht mehr weglegen konnte. Vielleicht eine Taktik der Autorin aber so schwer muss man es dem Leser dann doch nicht machen.
Das Durchhalten hat sich in dem Fall wirklich gelohnt und weitere Werke der Autorin werden folgen.

29.01.2012 13:12:12
Kerstin Thieme

Krimi, der nur sehr langsam in Fahrt kommt

Inhalt:

Dr. Charlie Flint liebt ihren Job als Profilerin, ist jedoch in Ungnade gefallen und vom Dienst suspendiert worden, da ein aufgrund ihres Gutachtens freigelassener Angeklagter anschließend vier Frauen ermordet hat. Auch in Gefühlsdingen ist sie verwirrt. Trotzdem sie seit sieben Jahren in einer gleichgeschlechtlichen Partnerschaft mit Maria lebt, hat sie sich in Lisa Kent verliebt. Als ihre ehemalige Dozentin vom College in Oxford sie um Mithilfe bei der Aufklärung des Mordes an ihrem Schwiegersohn bittet, stürzt sie sich daher auf die Ablenkung. Sie dringt tief in die Vergangenheit einer Verdächtigen ein und gerät dabei selbst in Lebensgefahr.

Meine Meinung:

Da ich die Einzelromane der Autorin Val McDermid sowie ihre Tony-Hill-Reihe sehr mag, war ich auf ihren neuesten Roman gespannt. Leider blieb dieser hinter meinen Erwartungen zurück.

Für meinen Geschmack hat sich die Autorin ein bisschen zu sehr in der Propaganda für die gleichgeschlechtliche Liebe verloren und dabei den kriminalistischen Aspekt vernachlässigt. So nimmt das Gefühlswirrwarr der Protagonistin einen zu großen Teil der Handlung ein, zumal ihr Agieren eher für einen Teenager spricht als für eine gestandene Frau mit enormer Menschenkenntnis, die sie in ihrem Beruf haben sollte. Auch wird im großen Rahmen Schwarz-Weiß-Malerei betrieben, denn es gibt nur eine ganze Reihe ihre Homosexualität offen auslebende Figuren und dagegengestellt die streng gläubige Partei, die solche Ansichten komplett ablehnt. Ein Dazwischen gibt es nicht.

Die Spannung baut sich nur sehr langsam auf und erst im letzten Drittel des Buches bekommt der Leser den Eindruck nun unbedingt bis zur Auflösung weiterlesen zu müssen. Positiv hervorheben möchte ich die parallel zur Ermittlung von Charlie in Form einer Autobiografie von der Tatverdächtigen eingestreute Sichtweise. Diese ist teilweise geschönt, sodass der Leser nie sicher sein kann, was nun wirklich der Wahrheit entspricht.

Der wahre Täter wird für einen geübten Krimileser ein wenig zu früh offenbart, die große Entdeckung zum Ende des Buches wirkt zumindest sehr konstruiert, wenn nicht gar unglaubwürdig. Wiederrum schön fand ich die Beschreibung der Landschaft in Schottland. Es ist ohnehin ein Traum von mir, diese Region einmal zu besuchen, dieser Wunsch hat sich nur verfestigt.

Abschließend war das Lesevergnügen bei diesem Buch für mich nicht mehr als mittelmäßig. Fans der Autorin sollten lieber bei ihrer Tony-Hill-Reihe bleiben und die Finger von diesem Roman lassen.

26.01.2012 21:33:01
Punxie

Die Psychiaterin Dr. Charlie Flint macht gerade schwierige Zeiten durch. Nachdem durch ihre Aussage ein Psychopath freigelassen werden musste, hat er vier Frauen ermordet. Charlie wird die Schuld daran gegeben, und sie wird daraufhin suspendiert.
Auch privat läuft nicht alles rund. Obwohl sie seit Jahren in einer glücklichen Beziehung mit der Zahnärztin Maria ist, hat sie sich in die attraktive Lisa Kent verliebt. Nun weiß sie nicht, für wen sie sich entscheiden soll.
Da bekommt sie ein Angebot von ihrer ehemaligen Dozentin Corinna Newsam. Deren Schwiegersohn wurde während seiner Hochzeitsfeier ermordet. Obwohl seine zwei Arbeitskollegen für die Tat verurteilt wurden, glaubt Corinna nicht an ihre Schuld. Sie verdächtigt die Internet-Millionärin Jay Macallan Stewart, die mittlerweile ein Verhältnis mit Corinnas Tochter Magda hat. Nach anfänglichen Zweifeln beschließt Charlie, sich den Fall näher anzusehen.

Das Buch ist in zwei Handlungsstränge unterteilt. Zum einen wird aus der Sicht von Charlie Flint erzählt. Man erfährt ihre Gedanken und Gefühle, ihren Hintergrund und ihr Liebeschaos. In Emails mit Lisa Kent schreibt sie nicht nur über ihre komplizierte Situation, sondern auch über ihre Fortschritte in dem Fall. Auch die Gespräche mit ihrer Lebensgefährtin Maria geben über vieles Aufschluss. Bei ihren Ermittlungen bekommt Charlie Hilfe von dem Polizisten Nick Nicolaides, dessen Dozentin sie früher war.
Der zweite Handlungsstrang betrifft Jay Stewart. Auch hier bekommt man Einblick in ihre Vergangenheit, besonders durch Auszüge ihrer Autobiographie, an der sie gerade schreibt. Dabei überlegt sie immer wieder, wie viel sie von sich preisgeben darf. Es wird schnell klar, dass sie etwas verbirgt und sogar vor ihrer Freundin Magda Newsam Geheimnisse hat.
Obwohl man viel über die Charaktere erfährt, wirken sie klischeehaft und uninteressant. Besonders Charlie ist für eine Psychiaterin reichlich naiv, und ihre Schlussfolgerungen sind nicht immer nachvollziehbar.

Der Handlungsverlauf wirkt stark konstruiert. Ein Großteil des Textes besteht aus langen Gesprächen, die sich um Vergangenes und Liebeskonflikte drehen. Das Thema Homosexualität ist der Autorin wichtig, und das ist auch in Ordnung. Leider dominiert es die Geschichte, und die Verbrechen rücken in den Hintergrund, was für einen Kriminalroman schlecht ist.
Als nach etwa zwei Dritteln des Romans endlich etwas Spannung aufkommt, wird diese fast sofort wieder zunichte gemacht als klar wird, wer die Morde begangen hat. Danach geht es nur noch darum, den Täter zu überführen. Doch auch das ist nicht richtig gelungen, sondern vorhersehbar und uninspiriert.
Wirklich positiv ist der flüssige und detaillierte Schreibstil. Man merkt, dass die Autorin eine hervorragende Ortskenntnis besitzt. Alle Handlungsschauplätze werden bildreich und ausführlich beschrieben, so dass ich das Gefühl hatte, wirklich dort zu sein.

Mir hat das Buch nicht so gut gefallen. Obwohl es gut und relativ schnell zu lesen war, hätten es für mich zweihundert Seiten weniger auch getan. Außerdem fand ich das Thema Homosexualität zu dominierend für einen Krimi. Da hätte ich mehr Spannung und weniger Liebeswirrwarr besser gefunden. Aber das ist natürlich Geschmackssache. Mich hat der Roman nicht überzeugt, und ich bleibe lieber bei Tony Hill.

23.01.2012 19:14:30
merlin78

Dr. Charlotte Flint, kurz genannt Charlie, erlebt die schlimmste Zeit ihrer bisherigen beruflichen Laufbahn. Durch ihr Gutachten als Psychiaterin wurde ein Verdächtiger freigesprochen, der anschließend 4 Frauen getötet hat. Mit diesem Wissen und den Vorwürfen aller Beteiligten des Mordprozesses muss Charlie erst einmal fertig werden, als sie ein Paket erhält, welches Unterlagen zu einem anderen Mordprozess enthält. Sofort ist Charlie von der Sache angetan und beginnt mit der Suche nach dem mysteriösen Absender und den Hintergründen des Mordes.
Charlie lebt in einer homosexuellen Partnerschaft mit ihrer Frau Maria und ist mit dieser auch sehr glücklich. Jedoch fühlt sie sich zu einer anderen Frau, Lisa Kent, sehr hingezogen und windet sich in dieser Angelegenheit sehr. Hinzu kommen die vielen offenen Fragen bezüglich des Mordes, die noch lange nicht geklärt zu sein scheinen, denn immer wieder findet Charlie neue Indizien heraus, die für einen anderen Mörder sprechen, als die beiden Verurteilten.
Das Buch ist unglaublich spannend erzählt, obwohl die Geschichte nur langsam in Fahrt kommt. Schnell ist man mitten im Geschehen und fühlt sich der Hauptprotagonistin verbunden. Charlie ist ein sehr sympathischer Charakter, obwohl sie häufig im Zwiespalt ihrer Gefühle steckt. Auch die anderen Charaktere sind sehr glaubhaft und bildlich dargestellt und man kann sich diesen Krimi wunderbar vorstellen.
Was dieses Buch so besonders macht? Ganz einfach, es ist ein Krimi zum mit rätseln. Durch zeitliche Sprünge in den Erzählungen, durch Erinnerungen und Ausführungen eines niedergeschriebenen Buches, kann man wunderbar auch in das Leben der anderen Personen eintauchen und die Geschehnisse leicht begreifen. Alles ist chronologisch perfekt aufeinander abgestimmt. Die Handlungsstränge ergeben ein klares Bild und die Erzählweise der Autorin ist locker und leicht.
Ein perfekter Krimi für ruhige Abende, denn nach nur wenigen Seiten kann man das Buch schon kaum aus der Hand legen und muss einfach mehr über die Beweggründe der Tat und Charlies weiteres Handeln erfahren.
Für mich ein kleines Highlight, ein schöner Krimi, den man herrlich lesen kann, ohne in Hektik zu geraten. Mein erster Roman der Autorin und ich bin so begeistert, dass auf jeden Fall weitere folgen werden.

23.01.2012 18:37:44
Spatzi79

Dr. Charlie Flint ist Profilerin und Gerichtspsychiaterin. Obwohl sie eine der besten in ihrem Job ist, ist sie momentan aufgrund einer umstrittenen Aussage suspendiert und ihre berufliche Karriere steht auf dem Spiel. In ihrer Partnerschaft mit ihrer Lebensgefährtin Maria kriselt es, vor allem, seit Charlie die charismatische Lisa kennengelernt hat. In dieser Situation kommt ihr ihre frühere Professorin Corinna vom College gerade recht, die sie mit einer ganz speziellen Ermittlung beauftragt. Corinna ist überzeugt davon, dass der Mord an ihrem Schwiegersohn am Tage der Hochzeit nicht von seinen für die Tat verurteilten Geschäftskollegen begangen wurde, sondern vielmehr von der jetzigen Liebhaberin ihrer Tochter Magda.

Klingt kompliziert? Ist es auch! Ich habe am Anfang eine ganze Weile gebraucht, bis ich die Personen richtig zuordnen konnte. Dass einige von ihnen zwischendurch auch noch mit Spitznamen und Abkürzungen genannt werden, machte es nicht einfacher.

Die Story entwickelt sich nur sehr langsam. Zu Beginn wird das Hauptaugenmerk auf Charlies Suspendierung und ihre daher rührende Frustration gelegt. Erst nach ca. 100 Seiten kommen wir überhaupt er nach Oxford, wo Corinna erklärt, was sie vermutet und was sie von Charlie erhofft. Und danach gehen die Ermittlungen erst richtig los.

Interessant gemacht sind die Einschübe in Form eines autobiographischen Buches, das Jay schreibt, so dass man auch einen Einblick in ihre Sicht der Dinge erhält.

Nicht ganz klar war mir lange Zeit die Rolle der mysteriösen Lisa, in die sich Charlie so sehr verknallt hat, dass sie sogar die Lebensgemeinschaft zu ihrer Frau Maria in Frage stellt. Aber gegen Ende wird das aufgeklärt.
Das Ende war mäßig überraschend. Ab einem gewissen Punkt war einfach klar, dass eine der Personen ein falsches Spiel spielt und dann ging alles recht schnell.

Das Thema Homosexualität spielt wie des Öfteren bei der Autorin auch in diesem Buch eine wichtige Rolle. Mir persönlich war das teilweise etwas zu viel des Guten, aber da Val McDermid meines Wissens nach selber lesbisch ist, wird sie wahrscheinlich recht genau wissen, wovon sie da schreibt.

Insgesamt für mich ein gut lesbarer Krimi für ein verregnetes Wochenende!

22.01.2012 17:43:25
Krimitante

kein schlechtes, aber auch kein herausragendes buch. die geschichte ist, mit ihren ständigen perspektivwechseln spannend angelegt. die verschiedenen blickwinkel werden immer wieder geschickt zusammengeführt. das es von anfang an eine hauptverdächtige gibt, man als leser aber immer wieder an ihrer schuld, durch recht kluges taktieren der autorin, zweifelt, steigert die spannung eher. allerdings finde ich die auflösung mehr als enttäuschend und sehr unglaubwürdig. dadurch verliert auch die "ermittlerin", im nachhinein, an glaubwürdigkeit.
alles in allem ziehe ich die tony-hill/carol jordan-reihe, allen, nicht in dieser/einer (denn es gibt ja noch die reihe um kate brannigan) serie erschienenen büchern, wie auch diesem hier, vorziehen.

21.01.2012 22:15:54
Littlevampire

In dem Buch „Alle Rache will Ewigkeit“ von Val McDermid geht es um die Psychologen Charlie Flint, die in einen Ort in ihre Vergangenheit eintaucht um einen Mörder hinter Gitter zu bringen.
Unbekannte Briefe führten sie an ihre alte Universität in Oxford, wo ein Bräutigam wenige Wochen zuvor auf seiner Hochzeit ermordet wurde. Da die beiden Hauptverdächtigen schon gefasst wurden, gilt der Fall als abgeschlossen. Doch Charlie ist einer anderen Meinung. Die Schwiegermutter des Opfers meint den wahren Täter zu kennen und bittet Charlie diesen festzusetzen. Das ganze wird nicht gerade durch die Bekanntheit dieser Person vereinfacht...

Nebenbei muss sich Charlie um ihre Beziehungsprobleme kümmern. Lissa, ebenfalls eine Psychologin die sie auf einer Tagung kennengelernt hat, löst in ihr unerwartete Gefühle aus, wo sie doch längst jahrelang glücklich mit Maria verheiratet ist.

Besonders gelungen an dem Buch fand ich die Zeitungsauszüge und biographischen Passagen aus dem Buch der Hauptverdächtigen. Das gab dem Roman eine ganz neue Würze. Eine fast durchgehend herrschende Spannung und der typische McDermid-Stil macht das Buch zu etwas besonderem und auf jeden Fall lesenswert!

21.01.2012 21:12:12
tinka95

Das Buch „alle Rache will Ewigkeit“ von Vall McDermid handelt von Charlie, die trotz Schwierigkeiten im Berufsleben nicht aufgibt und alles tut, um Gerechtigkeit zu üben. Nach ihrer Suspendierung als Psychologin, auf Grund einer folgenschweren Fehleinschätzung eines Patienten, wagt sie einen Neuanfang mit dem sie nie gerechnet hätte.
Nach einem geheimnisvollen Brief eines Unbekannten, wagt sie nach guten Überlegungen den Sprung ins kalte Wasser und reist an einen Ort ihrer Vergangenheit, der alte Gefühle wieder auferlebt, um dort einem Rätsel auf die Spur zu gehen, das ihr ganzes Leben verändern könnte.
Eine nahe stehende Person des Opfers gibt ihr die Hinweise auf einen brutalen Mord am Hochzeitstag. Zwei Gäste, beide, auf Grund eines stürmischen Sexdranges bei der Feier abwesend, werden zu den Hauptverdächtigen. Doch eine Angehörige des Opfers und Freundin von Charlie möchte sich mit diesem Ergebnis nicht zufrieden geben und engagiert Charlie, um den wahren Mörder zu stellen, denn sie hat da so eine Ahnung...
Während der Haupthandlung plagt sie sich noch mit einem anderen Problem. Der Liebe!

Meine Meinung: Spannung Pur! Ein echtes Muss für alle Krimi und McDermid-Fans. Sogar ein echten Lesemuffel konnte ich von diesem Buch überzeugen. Die Geschichte ist absolut fesselnd, die Charaktere mit ihren Ecken und Kanten liebevoll ausgestattet.

16.01.2012 19:11:22
venwar_newroly

Charlie Flint ist studierte Psychologin, ihre Hauptarbeit bestand darin psychologische Profile für Angeklagte zu erstellen.Doch in ihrem letzten Fallwurde der Angeklagte wegen ihres Profils freigesprochen.
Der Angeklagte brachte vier Frauen um.
Die Schuld wird Charlie gegeben und so läuft es mit ihrer Karriere bergab.Charlie fühlt sich träge und kann nicht mit ihren Gefühlen umgehen. Sie wird von ihrem Umfeld stark beeinflusst.
Grade die psychologischen Dinge sind im Roman durchweg sehr glaubhaft geschildert auch lernt man den Umfeld von Charlie sehr genau kennen. Der Schwerpunkt der Charaktere liegt in ihren Menschenkenntnissen.
Eine ehemalige Professorin bietet Charlie an, herauszufinden, ob eine von ihr an dem Mord an ihrem Schwiegersohn Verdächtige Person eventuell eine Serientäterin und vor allen Dingen, wirklich schuldig ist. Charlie, die in ihrer Situation der Untätigkeit nichts anders übrig bleibt, nimmt trotz ihrer Unsicherheit den Auftrag an.
Der darauffolgende Teil der Geschichte ist sehr spannend geschrieben, denn es entsteht ein Wechsel der Sichtweise, zwischen Charlie und den Tätern.
In Charlies Abschnitten geht es um die Suche nach der Wahrheit und wie alles zusammenhängt, wie auch weiterhin viele psychologische Aspekte.Charlies Abschnitte regen zum mitdenken an und ziehen den Leser direkt in ihre Denkweise.
Die Abschnitte, die von der Sicht der Verdächtigen erzähl werden sind eine Art Wiedergabe Charlies Vergangenheit, sie werden jedoch in der Gegenwart geschildert.
Durch die Abschnitte wird klar, dass der Leser nicht alles über den Charakter von Charlie weiß. Das heißt, Charlie verschweigt etwas, was der Leser gerne wissen würde.
In diesen Passagen erreicht die Spannung des Buches ihren Höhepunkt.Als Randthema der Geschichte steht die homosexualität der Protagoristin Charlie. Jedoch ist sie nicht weiter von Bedeutung und dient meiner Meinung nach jediglich der Spannung, oder auch Ablenkung von den Verdächtigen.Zusammenfassen kann man sagen, dass es sich um ein gelungenes Krimi handelt. Der Abschluss war leider ein klein wenig vorhersehbar, da der Leser sich mit der Zeit vieles von selbst zusammen denken konnte.

16.01.2012 14:46:48
Themistokeles

Charlie Flint ist studierte Psychologin und Psychiaterin und ihre Hauptarbeit bestand darin psychologische Profile für Angeklagte zu erstellen. In ihrem letzten Fall jedoch wurde der Angeklagte wegen ihres Profils freigesprochen und brachte daraufhin vier Frauen um. Charlie wurde daran die Schuld gegeben und mit ihrer Karriere geht es seitdem bergab.
Dieser Punkt im Leben der Protagonistin wurde sehr gut geschildert, da merkbar ist, wie der Zustand in dem sie sich befindet, sie beeinflusst. Insbesondere wie sich ihr Verhalten durch die Untätigkeit, zu der sie aktuell verdammt ist beeinflusst und auch wie es sie psychisch angreift. Grade die psychologischen Dinge sind im Roman durchweg sehr glaubhaft geschildert. Man lernt besonders die Charaktere dadurch kennen und sie erhalten eine gewisse Tiefe.
Aus diesem Tief rettet Charlie der Auftrag einer ehemaligen Professorin von ihr, herauszufinden, ob eine von ihr an dem Mord an ihrem Schwiegersohn Verdächtige Person eventuell eine Serientäterin und vor allen Dingen, wirklich schuldig ist. Charlie ist zwar zunächst skeptisch, nimmt den Auftrag aber an.
Es ist in diesem Teil der Geschichte sehr interessant, wie sie erzählt wird, denn es wechseln sich Parts aus Charlies Perspektive und der Verdächtigen ab. In Charlies Parts stehen vor allen Dingen die Suche nach der Wahrheit und das Rätseln, wie alles zusammenhängt im Vordergrund, wie auch weiterhin viele psychologische Aspekte. Insgesamt sind diese Abschnitte immer sehr spannend, denn man wird geradezu zum Miträtseln angefacht. Die Teile, die von der Verdächtigen erzählt werden, haben einen ganz eigenen Aufbau, denn sie werden sowohl in der Gegenwart erzählt, berichten aber auch aus ihrer Vergangenheit und dies in der Form von Buch in Buch, denn sie ist gerade dabei ihre Autobiographie zu schreiben. Diese Form macht die Abschnitte sehr erfrischend, die zum einen ganz anders sind und zum anderen einem das Gefühl geben, dass sie etwas verschweigt, aber man einfach nicht weiß was. Auch von diesen Passagen geht daher ein sehr hoher Spannungsgrad aus.
Außerdem wird von der Autorin in die Geschichte mit einfließend das Thema Homosexualität behandelt, da unter anderem die Protagonistin homosexuell ist und auch das zu gewissen Spannungen führt. Jedoch finde ich es so al Randthema der Geschichte recht gut verarbeitet, wenn auch manchmal etwas aufgesetzt.
Insgesamt ein Krimi bei dem man gut miträtseln kann, mit interessanten, halbwegs realen Charakteren und recht glaubwürdigen psychologischen Anteilen und einem passenden Abschluss, auch wenn man mit diesem schon rechnen konnte, da manches doch schnell zu durchschauen war.

14.01.2012 14:32:06
Eule

Inhalt: Die Gerichtspsychiaterin Charlie, die derzeit sowohl aus beruflicher wie auch privater Perspektive keine leichte Zeit hat, wird durch eine frühere Dozentin von ihr gebeten einen Mordfall an ihrem altem College zu untersuchen. Diese Dozentin ist nun nicht nur zufällig die Schwiegermutter des Ermordeten, sondern glaubt auch zu wissen, wer der Mörder ist und dass es sich zudem nicht um das erste Opfer handelt. Charlie die - getrieben von ihrer Neugier, dem Mangel an anderen Aufgaben und der Hoffnung einen Justizirrtum aufzudecken - dem Wunsch nachkommt inoffiziell zu ermitteln, taucht in die Welt des Colleges ein und begibt sich dabei selbst in Gefahr.
Meine Meinung: Ich fand den Aufbau der Geschichte, bei dem eine inoffizielle Ermittlerin bereits „abgeschlossene“ Morde untersucht, recht reizvoll und mal eine Abwechslung zu den ewig vielen Kriminalromanen, in denen ein Ermittler der Polizei unter Aufbietung seines gesamten Scharfsinns und unter Einsatz seines Lebens den Fall löst. Leider hatte ich den Eindruck, dass diese Form der Geschichte die Spannung reduzierte, beschränkt sich die Hauptprotagonistin Charlie doch den Großteil des Buches darauf mit Leuten zu reden, durch die Gegend zu laufen/reisen und Zeitungsartikel zu lesen um die Vergangenheit zu erforschen. Auch die Ausschnitte die sich mit dem Privatleben von Charlie und den anderen wichtigen Akteuren beschäftigen steigern die Spannung nur unwesentlich, sind doch viele Teile der Story sehr vorhersehbar. Dies betrifft auch leider die Frage nach dem Mörder, die schon früh (zu früh für meinen Geschmack) für den Leser beantwortet wird, wodurch der Spannungsbogen zum Schluss des Buches hin leidet.
Im Buch spielt das Thema Homosexualität eine große Rolle. Dagegen selbst wäre ja überhaupt nichts einzuwenden, wenn nicht der Großteil der wichtigen Akteure weiblich und lesbisch wäre und die meisten männlichen Akteure irgendwie „seltsam“ wirken. Tatsächlich war ich recht irritiert davon, dass Männer in diesem Buch häufiger als „ungewöhnliche“ Personen (z.B. tot, alkoholabhängig, ehemalige Junkies etc.). mitspielen, als als zurechnungsfähige Menschen mit denen man ein vernünftiges Gespräch führen kann. In diesem Punkt war mir die Charakterauswahl der Autorin eindeutig zu einseitig.
Fazit: Obwohl das Buch deutlich spannender hätte gestaltet sein können und die Charaktere ein wenig einseitig wirken, hat das Buch eine interessante Geschichtsperspektive und eine logische Auflösung des Falls. Nicht das Schlechteste was ich je gelesen habe, aber es geht auch deutlich besser...

13.01.2012 09:51:03
Eeyorele

Für mich war dieses Buch das erste der Autorin und ich muss sagen, dass ich froh bin es gelesen zu haben, denn sie hat mich schon überzeugt.
Ich muss den anderen Kommentaren auf jeden Fall recht geben: Die Ermittlungen geraten manchmal schon in den Hintergrund, aber ich finde gerade dadurch, dass die Charaktere auch ein Leben haben, werden die echter und mir sympathischen. Besonders überzeugt hat mich der Stil (ich habe das Buch auf englisch gelesen). Die Art, wie die Autorin schreibt, ermöglicht es einem einfach immer weiter zu lesen. Und immer wieder sind auch wirklichs schöne Sätze/Absätze dabei, an denen ich hängengeblieben bin.

Insgesamt: Es ist auf jeden Fall kein Thriller und für Fans von Irrungen udn Wirrungen bis zum Ende nicht zu empfehlen, da das Ende dann doch vorhersehbar ist. Aber auch kein schlechtes Buch, dass schon spannend ist und mir auf jeden Fall Lust auf mehr von der Autorin gemacht hat.

12.01.2012 10:48:32
Nidhoegg

Spannung pur

Alle Rache will Ewigkeit entführt den Leser in das Leben der Profilerin Charlie. Ihr nächster Fall erfordert ihr ganzes Können, obwohl sie zur Zeit eigentlich suspendiert ist, und zu allem Überfluss, geschah der brutale Mord auch noch an ihrem alten College: In Oxford! Die Art, wie sie davon erfährt, ist auch merkwürdig, denn sie bekommt ein Päckchen mit Zeitungsartikeln über den Mord zugeschickt. Absender? Anonym. Wer hat den Bräutigam umgebracht? War Rache das Motiv? Und wenn ja, warum?
Charlie entdeckt Dinge an ihrem alten College, die sie nie für möglich gehalten hätte und je mehr sie ermittelt, desto gefährlicher wird es für sie. Denn der Killer will nicht, dass sie ihre Schnüfflernase in diesen Mord steckt. Begiebt sie sich am Ende für die Lösung in Lebensgefahr?

Ein unglaublich spannender, packender Krimi. Die Figuren sind nicht so gut entwickelt, wie ich gehofft hatte, aber die Geschichte entschädigt dafür. Man rätselt als Leser mit, wer der Täter sein könnte, und hat seine eigenen Verdächtigen, bis es dann am Ende gelöst wird. Es ist nicht das beste Buch der Autorin aber immer noch ein gutes.

12.01.2012 10:02:38
Sarah

Nachdem ich dieses Buch Weihnachten unter meinem Wichtelgeschenken finden durfte, ist es erst einmal bei mir ins Regal gewandert. Der Klappentext klang zwar vielversprechend, jedoch hatte ich kein großes Verlangen es sofort zu verschlingen. Dies sollte sich ändern, als ich das Buch als Januar-Aufgabe entdeckte. Die Leseprobe bestach durch unterhaltsame Dialoge, wurde sogar etwas spannend und der flüssige Stil, machte Lust auf den Rest des Buches.

Leider konnte mich die Umsetzung am Ende des Buches jedoch gar nicht überzeugen. Die Idee, dass ein Bräutigam auf einer Hochzeitsfeier erschlagen wird, finde ich sehr interessant, da sie nicht so häufig verwendet wird. Als Leser erwartet man Dynamik, Spannung, Nervenkitzel und Mitraten am komplexen Fall, doch dies ist weit gefehlt. Stückchenweise erkennt man diesen Ansatz, wie ich es auch bei der Leseprobe empfunden habe, jedoch ist die Umsetzung hauptsächlich zähflüssig, lahm und stellenweise sogar recht kindlich.

Es fängt schon mit der Protagonistin an. Nach einem lesbischen Kriminalroman aus der Feder von „Lisa Bell“ freute ich mich hier auf eine bessere Umsetzung, da die Autorin schon deutlich mehr Schreiberfahrung aufweist. Die lesbische Neigung wird interessant eingebaut und passt hervorragend in die Geschichte und zur Protagonistin. Jedoch ist das der einzige Pluspunkt der Protagonistin. Stellenweise benimmt sie sich nicht nur naiv und kindlich, sodass man regelmäßig den Kopf schütteln muss, sondern sie entwickelt sich auch nur wenig weiter. Die immer betonte Menschenkenntnis, durch ihre Kenntnisse in der Psychologie werden nur ständig erwähnt, sind allerdings alles andere als logisch eingebaut. Selbst ein Laie besitzt in meinen Augen, an einigen Stellen mehr Menschenkenntnis. Zudem wirkt sie eher künstlich, als lebendig. Wodurch mir die Hauptfigur alles andere als sympathisch war. Auch die anderen Charaktere wirken blass, teilweise sogar lieblos. Man merkt, dass die Autorin ihr Augenmerk auf Charlie gerichtet hat. Ausgereift eigentlich perfekt.

Weiter geht es mit der recht flachen Handlung. Obwohl ein Mord geschieht, sind die Ermittlungen, die die suspendierte Charlie anstellt, weder professionell, noch spannend. Als Krimi-Fan bin ich von diesen zähflüssigen und teilweise belanglosen Dialogen und Szenen echt enttäuscht. An manchen Stellen hatte ich sogar das Gefühl, dass die eigentliche Leiche vergessen wurde, bis sie dann überraschenderweise wieder beachtet wurde. So überraschend, wie ab und an die Leiche wieder auftauchte, kam auch die Auflösung. Allerdings mitten im Roman. Als genauer Leser und Fan der roten, alten Kriminalromane, wusste ich sofort was sich hinter den Anspielungen versteckte. Im Grunde setzte ich nun darauf, dass es zum Schluss doch noch eine Wendung geben würde, sodass ich vorher aufs Glatteis geführt worden wäre, aber meine Vermutung war komplett richtig. Spannungsaufbau oder eine typische Spannungskurve konnte ich jedenfalls dank der frühen Auflösung und der generellen Umsetzung nicht feststellen.

Selbst die Auflösung hat mich persönlich nicht vom Hocker gehauen. Logisch, aber nichts Besonderes. Auf Grund all dieser einspielenden Faktoren, kann ich das Buch nicht empfehlen. Für mich war dies das erste uns letzte Werk dieser Autorin. Ich freue mich, diese Leseerfahrung gesammelt zu haben, aber trotz bevorzugtem Genre, konnte mich das Buch nicht überzeugen.

11.01.2012 08:28:02
cordula

Habe das Buch gerade erst begonnen und schon ist es mir zuu. ja was eigentlich? Nichtssagend? Schon auf den ersten Seiten statt "Leichen"-Spannung nur Liebesdramen: 2 lesbische Paare, die Beziehungsprobleme haben, finde ich dann schon irgendwie langweilig. Und nach der Kritik von Clare1512 werde ich nun das Buch beruhig weglegen und beim nächsten Flohmarkt verkaufen :D

07.01.2012 13:21:00
clare1512

Langeweile garantiert!

Wer einen Beziehungsroman voll mit lesbischen Frauen sucht, ist hier richtig.
Wer aber Krimi Fan ist, wird bitter enttäuscht. Alle Leichen in diesem Buch geraten in den Hintergrund, weil die Autorin es vorzieht, Seiten mit Liebesschwüren und daraus entstehenden Dramen zu füllen.

Man sollte nicht meinen, daß es sich um die gleiche Feder, wie bei der Tony Hill Reihe handelt.