Seelengrab

Erschienen: Januar 2011

Bibliographische Angaben

  • Düsseldorf: Droste, 2011, Seiten: 252, Originalsprache

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Jörg Kijanski
Solider Plot, fragwürdige Auflösung.

Buch-Rezension von Jörg Kijanski Sep 2011

Es ist Karnevalsdienstag in Bonn. Die obligatorische Nubbelverbrennung (Nubbel = Sündenbock für die Verfehlungen an Karneval in Form einer Strohpuppe) ist soeben am Rheinufer erfolgt. Ein Pärchen, das sich über die Karnevalstage näher kam möchte ihre Beziehung noch ein wenig intensivieren und sich dafür in ein Gebüsch zurückziehen. Doch das geplante Techtelmechtel findet ein jähes Ende, da die Beiden prompt über die Leiche einer jungen Frau stolpern. Die Bonner Mordkommission nimmt die Ermittlungen auf, unter ihnen auch Kriminalkommissar Lutz Hirschfeld, der gerade erst seinen Dienst angetreten hat. Bislang arbeitete er in Berlin, gilt dort als "Legende" und zog in die ehemalige Bundeshauptstadt, um sich besser um seinen Vater kümmern zu können, der seit einiger Zeit in einem Pflegeheim untergebracht ist.

Mit seinem neuen Partner Peter Kirchhoff versteht sich Hirschfeld recht gut, wenngleich dieser etwas schweigsam ist. Nach kurzer Zeit steht die Identität der ermordeten Frau fest. Es handelt sich um die Studentin Susanne Bach, die ihre Eltern bereits als vermisst meldeten. Zunächst finden die Ermittler jedoch kaum verwertbare Hinweise, lediglich ein Jesus-Anhänger, den Susanne bei sich trug, macht Hirschfeld stutzig, da dieser nicht der Ermordeten gehörte. Als er diesem Hinweis nachgeht, entdeckt Hirschfeld in der Vermisstendatenbank einen weiteren Fall, der darauf hindeutet, dass womöglich ein Serienmörder am Werk ist. Seit einigen Monaten wird die 21-jährige Lena Zimmermann vermisst, die ebenso wie Susanne Bach eine ausgeprägte Heterochromie, zwei verschiedenfarbige Augenfarben, hat. Zudem findet Hirschfeld heraus, dass der bei Susanne Bach gefundene Jesus-Anhänger zuvor Lena Zimmermann gehörte. Die Zeit drängt, denn der Täter hat schon das nächste Opfer im Visier …

Wenn man bedenkt, dass die Autorin bereits zahlreiche Romane der Jerry-Cotton-Reihe geschrieben hat, so bietet Seelengrab eine positive Überraschung. Der Protagonist Lutz Hirschfeld ist ein sympathischer Einzelgänger, dessen private Probleme rund um seinen zunehmend seniler werdenden Vater einen angemessenen Raum in der Handlung einnehmen. Dies wirkt keineswegs - wie in vielen anderen Fällen - aufgesetzt, nur um die Seiten zu füllen, sondern erklärt, warum Hirschfeld von Berlin nach Bonn gezogen ist, wo er zunächst mit den Auswirkungen des rheinischen Frohsinns konfrontiert wird. Auch die Nebenfiguren sind ordentlich gezeichnet, wenngleich für den einen oder anderen Leser womöglich zu viele Ermittler namentlich vorgestellt werden. Doch genau hier liegt die besondere Stärke von Nadine Buranaseda. Die detaillierte Darstellung der Ermittlungsarbeit ist gleichermaßen unterhaltsam wie informativ, wenngleich dadurch ein bisschen Tempo aus der Geschichte genommen wird. Sei es drum, die Wiedergabe des Polizeialltags bei einer Mordermittlung macht Seelengrab zu einem lesenswerten Buch.

 

"Er hat Schmerzen. Sein nackter Körper blutet an vielen Stellen. Jemand hat ihm einen Kranz auf den Kopf gesetzt. Mit spitzen Stacheln dran. Schwester Hildegard sagt, dass er für meine Sünden gestorben ist. Das tut mir leid. Dabei hab ich doch gar nichts getan, oder?"

 

Die Anzahl verdächtiger Personen hält sich hingegen in einem arg überschaubaren Rahmen und so überrascht am Ende die Auflösung ein bisschen, gab es auf diese während der Lektüre keine Hinweise. Schlimmer ist hier allerdings, dass die Autorin mehr oder weniger selber einräumt, dass die Tat so eigentlich gar nicht vom Täter begonnen werden konnte, ohne hier zu viel verraten zu wollen. Dies hinterlässt einen unschönen Beigeschmack, zumal man das angesprochene "Handycap" problemlos hätte lösen können. Trotz dieses empfindlichen Wermutstropfens ist Seelengrab ein lesenswerter Roman, der klar aufzeigt, dass Nadine Buranaseda noch deutliches Potential nach oben hat. Daher bleibt zu hoffen, dass KHK Hirschfeld in Zukunft noch weitere Fälle lösen wird.

Seelengrab

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Letzte Kommentare:
21.12.2011 02:08:11
Esther P.

ich hab dieses buch in zwei tagen gelesen, ich fand es gut und es bekommt von mir 88%.

das einzige was mich ein wenig irritiert hat war der leicht altbackene schreibstil der autorin, die autorin ist mein jahrgang, aber beim lesen kam es mir teilweise vor wie erzählungen und redewendungen einer über 80jährigen.

aber davon abgesehen ist das buch sehr kurzweilig geschrieben, es wirkt "echt", die hauptperson in dem buch ist ein polizist mit sorgen und nöten, der in eine andere stadt versetzt wurde, was eine erfrischende abwechslung ist zu den superhelden die sonst in deutschen krimis gern mal ermitteln.
die handlung liest sich fließend, die dialoge sind nicht zu langatmig.

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