Ich. Darf. Nicht. Schlafen

Erschienen: Januar 2011

Bibliographische Angaben

  • Frankfurt am Main: Scherz, 2011, Seiten: 397, Übersetzt: Ulrike Wasel & Klaus Timmermann

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Sabine Bongenberg
Keine Schlaftablette

Buch-Rezension von Sabine Bongenberg Aug 2011

Wenn häufig kritisiert ,wird, dass sich viele Autoren für ihre Geschichten keine Zeit mehr nehmen und den Leser quasi im Schweinsgalopp durch die Handlung hetzen, so kann sich S.J. Watson diesem Vorwurf sicherlich nicht machen. Der Leser wird detailliert in Christines Tagesablauf eingeführt, der nach einem recht fulminanten Start, in dem ihre Behinderung erstmals erklärt wird, offensichtlich keine besonderen Höhen oder Tiefen aufweist. Dennoch beginnt diese augenscheinlich intakte Welt mit fortschreitender Lektüre zu bröckeln, finden sich doch immer mehr Indizien dafür, dass offensichtlich die Amnesie nicht der einzige weiße Fleck im Leben der Protagonistin darstellt. Hier gelingt Watson aufgrund des Krankheitsbildes seiner Heldin die spannende Konstruktion, dass diese selbst in ihrem Leben ermittelt, ist für sie doch jeder vergangener Tag der Vergangenheit eine unbeschriebene und damit unbekannte Seite. Bewerkstelligt wird die Recherche im eigenen Leben mit Hilfe eines Tagesbuches, das allein die Brücke zu den Erinnerungen des vergangenen Tage bildet. Aber auch diese Brücke kann keine eindeutige und abschließende Hilfestellung bieten, erscheint sie doch der Protagonistin und auch dem Leser als Aufzeichnungen einer Fremden über deren Motive, Einschätzungen und auch nicht zuletzt über deren Geisteszustand zumindest einige Zweifel angebracht sind.

Im Zuge der Nachforschungen zu ihrem eigenen Leben müssen sowohl Christine als auch der Leser, der ihr bei ihrer Suche über die Schulter schaut, feststellen, dass viele Ungereimtheiten verhindern, dass sich das Leben der Heldin zu einem klaren und stringenten Bild zu-sammenfügt. Diese Fragezeichen sorgen auch dafür, dass sich der Leser zwischen ver-schiedenen Personen und Sympathien hin und hergerissen fühlt: Ist es nicht bewundernswert, mit welch aufopfernder Liebe Christines Ehemann sich um seine Frau kümmert und wie er ihr geduldig hilft ihren Alltag zu bewältigen? Hat nicht Christines Ehemann dafür gesorgt, dass sie von ihren Freundinnen und ihrem Arzt quasi isoliert wurde und sie damit in eine erhebliche Abhängigkeitsposition gebracht? Versucht nicht Christines Mann sie vor den schlimmsten Schatten der Vergangenheit zu schützen, auch wenn er ihr damit manchmal etwas verschweigen muss? Modelt Christines Mann nicht die Vergangenheit in seinen Erzählungen so um, wie es ihm gerade passt und verfolgt er damit nicht sein eigenes Ziel? Durch dieses ständige Hin und Her sieht sich der Leser zunehmend in die Rolle der Christine gedrängt. Wem kann man vertrauen? Wer lügt, betrügt, verschweigt und war die eigene Rolle in der Vergangenheit überhaupt positiv besetzt? Durch dieses Wechselspiel gelingt dem Autor ein durchgehender Spannungsbogen, der seinen Höhepunkt in der Auflösung der Geschichte erfährt.

Dennoch muss auch festgehalten werden, dass der große Vorteil der ruhigen Erzählweise ebenso das größte Manko darstellt, wird doch das geduldige Sammeln von Informationen rund um Christines Leben gelegentlich als quälend langsam empfunden. Hier hätte es der Spannung nicht geschadet, wenn das Tempo gelegentlich gestrafft und die Handlung voran-getrieben worden wäre. Dieses Vorantreiben überlässt der Autor dagegen dem Showdown auf den letzten Seiten und vielleicht liegt es an diesem plötzlichen Tempo, dass dem Leser diverse Erklärungen teilweise ungereimt scheinen.

Trotzdem schadet auch diese kleine Beeinträchtigung nicht dem Lesevergnügen, zeigt der Autor doch auch bei seiner Konstruktion des Happy Ends, dass auch hier keine endgültige Klarheit besteht. Am Ende des Buches und damit eines mehr als ereignisreichen Tages steht der Leser neben der erschöpften Heldin, die nunmehr mit einem Hoffnungsschimmer in die Zukunft blicken kann. Ob sich ihre Hoffnungen erfüllen, wird allerdings erst der nächste Morgen belegen und vor dem steht die Nacht mit ihrem Schlaf.

Ich. Darf. Nicht. Schlafen

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Letzte Kommentare:
21.09.2016 01:47:19
Rolf Graudejus

Nachtrag: Habe grade die Verfilmung auf ARD gesehen. Grauenhaft. Kein Vergleich zum Buch. Ich merke erneut, dass ich mit dem Lesen von Büchern besser bedient bin als mit deren Verfilmungen. Zu wenig Zeichen? OK. Ich mag Deutsche Krimis. Habe grade einen Stapel TBs vom Universo-Verlag bekommen; deutsche Autoren, die Romane waren vorher wohl nur als E-Books erhältlich, jetzt eben als Billig-Ware. Mal sehen, ob die Dinger tatsächlich so schlecht sind, daß arrivierte Verlage sie nicht herausbringen wollen.

13.09.2016 05:51:10
Rolf Graudejus

Vielleicht kommt es ja darauf an, was man von einem Krimi oder 'Thriller' erwartet. Wer alte Filme liebt, wie 'Warte bis es dunkel wird' oder 'Bei Anruf Mord', der wird diesen Roman als Geniestreich bezeichnen. Ich finde, das der Autor den Preis für das beste Erstlingswerk absolut verdient hat. Spannung? Ja. Gute Schreibe? Ja. Krimi? Ja. Ein Roman, den man in einem Zug durchliest? Eher nicht. Das liegt aber eher an den Verlagen. Als ich anfing Krimis zu lesen, waren 144 oder 160 Seiten der Standard. Heute müssen es mindestens 400 Seiten sein. Das ist manchmal durchaus angebracht...

29.01.2016 11:41:26
Janko

„Ich darf nicht schlafen“…das einzige, was mich beim Lesen dieses erfolgreichen Psychothrillers aus dem Jahr 2011 davon abgehalten hat nicht einzuschlafen, war die Spannung, die der britischen Autor Steve „S. J.“ Watson in seinem Debüt von Anfang bis Ende hoch gehalten hat. Das muss man ihm durchaus lassen. Leider war es das aber auch schon mit den positiven Seiten, die ich diesem 397 Seiten währenden, emotions- und seelenlos konstruierten Roman abgewinnen konnte. Überwiegend in der Ich-Perspektive geschrieben, dümpelt die unblutige Story, die weit mehr auf das „Was und Wie“ setzt, in ihrer stakkatohaften Erzählweise lauwarm vor sich hin. Die ständigen Wiederholungen des Tagesablaufs, der von Amnesie betroffenen Protagonistin beginnen den potentiellen Leser irgendwann zu nerven und der nur ab und an, in Miniportiönchen eingestreute Lokalkolorit lässt das Kopfkino nicht so recht in Gang kommen „Ich.darf.nicht.schlafen“ ist ein undurchdachter Psycho Thriller ohne geistigen Tiefgang, der viel zu viele Ungereimtheiten in sich birgt, welche den gesamten Plot leider unnötig unrealistisch und nahezu ad absurdum führen. Ein oberflächliches und unrealistisches Psychogramm, welches klar auf Cliffhanger und Effekthascherei aus ist. Die Story ist dermaßen an den Haaren herbeigezogen, dass sie an manchen Stellen ungewollt peinlich, gar lächerlich wirkt. Warum zum Beispiel schreibt und liest die amnesiekranke Christine immer wieder in ihrem Tagebuch, was enorm viel Zeit in Anspruch nimmt, anstatt ein Videotagebuch mit dem Handy oder auf dem Rechner zu führen? Audiovisuelle Erlebnisse wären bezüglich ihrer Erinnerung und ihrer Genesung wesentlich effektiver gewesen. Hierbei hätte sie auch sich selbst und ihr fortgeschrittenes Alter sehen können. Des Weiteren stellt sich mir die Frage, wie man eine Person aus einer geschlossenen Anstalt zu sich nach Hause holen kann, ohne ein Verwandtschaftsverhältnis ersten Grades nachzuweisen? Und dafür, dass sie sich an nahezu nichts erinnern kann, sind die plötzlichen Erinnerungsschübe Christines doch recht ausführlich beschrieben. Sehr merkwürdig das Ganze. Bis der Plot letztendlich mal zu Potte kommt, ist der Leser auch schon fast am Ende...und das in zweierlei Hinsicht. Das Thema an sich ist wirklich 1A, nur leider scheitert es doch etwas an der Umsetzung. Viel gewollt, doch (zu) wenig erreicht. Mit dem Lesen eines weiteren seiner Bücher werde ich es halten, wie im zweiten Satz seines Nachfolgethrillers „Tue es. Tu es nicht.“ Ich jedenfalls tue es nicht!
Meine Wertung: 57/100

09.10.2015 14:29:03
Margit Raven

Sehr spannend, hält den Leser bis zur letzten Seite in Atem. Jedoch nerven diese ewigen "Neuanfänge" der an einer Amnesie leidenden Protagonistin den Leser mitunter ganz gewaltig. Und doch, dem Autor ist die raffinierte Konstruktion dieses Thrillers mehr als gelungen. Empfehlenswert den Thriller-Freunden, die dem Buch zuliebe Arbeit, Familie und Sonstigen vernachlässigen.

28.01.2015 18:22:58
saska80

Spannend von der ersten bis zur letzten Seite!! Konnte es kaum aus der Hand legen. Man ist das komplette Buch hindurch hin- und hergerissen, wer denn nun der "Bösewicht" in der ganzen Geschichte ist. Genau so muss ein Thriller meines Erachtens sein!!
Perfekt!
Bin schon gespannt, ob der Film auch so gelungen ist :)

18.11.2014 00:57:29
Toeniveal

Meine Meinung zur Hörbuch-Fassung:
Ein Krimi, der etwas ungewöhnlicher daherkommt. ICH hatte schon länger den Durchblick, oder etwa doch nicht? Fazit: Durchgängiger Aufbau von Spannung: Hörenswert, wenn auch manches mal etwas unglaubwürdig im Krankheitsverlauf und den Ausprägungen. Obwohl gerade erst gehört, werde ich mir wohl auch den Kinofilm ansehen

13.11.2014 13:12:53
Lena Bianca Nadeschka Gabor

Das ist ein tolles Buch, denn hier geht es nicht mal um die Personen sondern umDinge die in der Vergangenheit passiert sind und die in der Gegenwart schlafend
wieder passieren, denn es ist Okkultismus im Spiel denn wie könnte eine Person mitdem Alltag klar kommen wenn viele Personen über den Alltag bestimmen von Ihr, und wie könnte Sie wissen wer Sie ist
wenn Sie niemand zu sein scheint, denn in Ihrer Realität gibt es niemanden der weiß
wer sie ist und wo sie hingehört. Wo gibt es dann Lichtblicke für Sie?

24.10.2014 16:24:17
Hans Weder

Der Ansatz, über die Manipulierbarkeit von Erinnerung (Tagebuch), Verwirrung zu stiften und falsche Fährten zu legen ist nicht neu - hier allerdings hervorragend umgesetzt. Die wenigen redundaten, zuweilen eintönigen Längen sind zwar inhaltlich stimmig und eher stilistisches Mittel, als eigentliche Schwäche. Die Geschichte büsst dadurch zwischenzeitlich wohl etwas an Fahrt ein - die Beschleunigung zum Ende hin ist jedoch mitreissend.
Ganz klar: Strong Buy

04.09.2014 19:19:22
jenvo82

Ein Psychothriller der etwas anderen Art: still, ohne sadistische Grausamkeiten und verdammt realitätsnah. Die Hauptprotagonistin Christine leidet unter einer sehr speziellen Art der Amnesie – jeden Morgen nach dem Aufwachen erinnert sie sich an nichts mehr. Weder an den gestrigen Tag noch an die Ereignisse der letzten zwanzig Jahre. Mit Hilfe eines Arztes und eines persönlichen Tagebuchs gelingt es ihr mühsam das bisherige Leben aus winzigen Erinnerungsfetzen zu rekonstruieren. Nur durch ihre schriftlichen Notizen erlangt sie eine Vorstellung von ihrer Vergangenheit. Als sie der Wahrheit für ihre umnebelte Sicht immer näher kommt, begibt sie sich in große Gefahr – ohne es überhaupt zu ahnen.
Fazit: Ein einfühlsames, psychologisches Portrait einer Frau, die sich mit den Schrecken längst vergangener Tage auseinandersetzen muss. Das Ende des Buches gestaltet sich perfekt, alle Fäden laufen zusammen und es ergibt sich ein schlüssiges Gesamtbild. Lediglich die etwas langatmige Erzählweise im ersten Teil des Romans tut der Spannung Abbruch, weil man sich genau wie Christine immer wieder mit bereits bekannten Fakten konfrontiert sieht.

24.02.2014 15:43:47
fluffi

Es gibt Krimis/Thriller, die sind voll von Action oder Blut, Gewalt, Verfolgungen und ähnliches. Es gibt aber auch die, die in Deine Psyche eindringen und fast ohne Gewalt oder Mord auskommen. Es gibt sicher für beide Genres Liebhaber. Jemand also, der zu der ersten Kategorie gehört sollte die Finger von diesem Buch lassen.Wer aber wie ich, das psychische, das leise mag den wird dieses Buch vom Hocker reißen. Ich habe es gestern Abend angefangen und konnte nicht mehr aufhören, bis ich es heute endlich durch hatte.Es war alles so gut beschrieben dass man sich absolut in die Situation hinein versetzen konnte. Ein wenig hat mich die Story an Joy Fieldings Koma erinnert, auch dieses Buch konnte ich kaum zur Seite legen. Für mich eines der besten Bücher, die ich je gelesen habe. Deshalb 95 Grad von mir.

09.08.2013 09:46:13
tilli

Ich habe das Buch heute Nacht in der Wanne fertig gelsen und wollte nicht schlafen, bis ich das Ende kannte und ich bin (fast) nicht enttäuscht worden. Zwar habe ich mich in den ersten drei Vierteln immer wieder gefragt, an welcher Stelle die Bezeichnung "Thriller" angebracht wäre, doch spätestens mit "der Reise" schwant etwas. Auch wenn für mich noch zu viele Fragen offen bleiben, gehört das Buch meiner Meinung nach zu den kleinen Meisterwerken.

12.07.2013 18:53:39
CorollaVerso

Generell finde ich das Buch mittelmäßig spannend, ganz interessant geschrieben aber eben auch ein wenig eintönig.
Der Beginn ist sehr spannend, dann wird aber im weiteren verlauf zu oft wiederholt und die Spannung lässt nach. Etwas mehr Action oder unvorhergesehene geschickte Wendungen hätten dem Buch gut getan. Schade:(
das Ende hingegen passt zu der Geschichte, die Gefühle und Hilflosigkeit der Protagonistin finde ich sehr authentisch dargestellt. Ich konnte mich gut einlesen und einfühlen. Trotzdem insgesamt nur mittelmäßig; bedingt empfehlenswert!!

18.05.2013 01:43:22
Rolf Stangl

Der beste, spannendste Thriller, den ich je gelesen habe. Keine Ahnung, welches Buch meine Vorredner in der Hand gehabt haben, sind wahrscheinlich alles James Bond - Fans oder so. Solch banale 0815-Action bietet Ich.darf.nicht.schlafen natürlich nicht. Ein Thriller, der spannend ist und trotzdem nachdenklich macht. Ein Thriller mit Niveau eben.

15.05.2013 21:17:45
JaneM.

Ein Mensch mit Amnesie ist ein gutes- wenn auch nicht neues-Thema für einen Thriller. Christine "fehlen" die 20 Jahre von einer Mittzwanzigerin bis zur Gegenwart. Jeden Morgen wacht sie auf, ist schockiert über die fremde Umgebung und den älteren Herrn auf der anderen Bettseite. Beim ersten morgendlichen Blick in den Spiegel folgt der nächste Schreck- eine Frau von Ende 40 sieht ihr entgegen. Jeden Tag lernt Christine ihren Mann Ben kennen, erfährt, dass sie bei einem Unfall das Gedächtnis verlor und dass sie Mutter eines Sohnes ist, der in Afganistan gefallen ist. Mit dem nächsten Schlaf ist alles wieder gelöscht und es geht von neuem los.
Ein erschreckendes Leben für Christine und ein zermürbendes für Ben. Aber ist es wirklich so? Außer ihrem Mann Ben gibt es in Christines Lebens nur noch Dr. Nash, ihren Psychiater. Der schlägt ihr vor, ein Tagebuch zuführen, damit sie sich nicht jeden Tag ihren Identität völlig neu erarbeiten muss. Täglich ruft er an, stellt sich vor und erinnert Christine an das Tagebuch. So schafft es Christine sich langsam, aber stetig immer weiter ihrer eigenen Geschichte zu nähern. Sie findet weitere Personen aus ihrem Leben vor der Amnesie- die schildern die Ereignisse jedoch etwas anders als ihr Mann Ben...
Ein eher gemächlicher, aber nicht schlechter Thriller. Sicher gibt es einige Redundanzen und im Verhältnis zur langsamen Erarbeitung bis ca. 3/4 des Buches folgt das Ende dann etwas geballt. Dennoch: Watson hat es sich mit dem Vorsatz einen Thriller aus der Perspektive einer an Amnesie leidenden Frau auch nicht leicht gemacht. Kleine Längen seien daher von mir verziehen.

29.04.2013 08:14:16
Schneeglöckchen

Kann meinem Vorschreiber nicht zustimmen. Ob jetzt die Story aus "der Luft gegriffen ist" oder nicht, spielt für mich keine Rolle, wenn sie mich unterhält. Außerdem würde man sich manchmal wundern, was es im realen Leben tatsächlich alles gibt.
Einige Längen hat das Buch allerdings, wo man sich wünscht, es ginge rascher weiter. Alles in allem jedoch ist das Buch gut geschrieben. Die Verwirrung und die Gemütslage der Hauptprotagonistin kommen gut rüber.
Allerdings bleiben beim Ende für mich noch Fragen offen, die wohl der Autor der Vorstellungskraft der Leser überlassen möchte.
Am beeindruckendsten war für mich, wie gut es dem Autor gelungen ist, das eingeschränkte Leben Christines zu vermitteln.

28.02.2013 21:32:49
Dr. Westermann, Ralf

Sabine Bongenbergs Rezension gleicht einer mild einschränkenden Kritik. Wozu braucht ein Autor einen Showdown auf den letzten Seiten...? Nachgelesen ist der auch noch Faselei. Das Buch kann man nur im ICE, im Flieger, allenfalls in Etappen auf dem Jakobsweg lesen, um zu erfahren, wie sinnlos Faselei von antero- und retrograder Amnesie ist. Die Story ist schlicht aus der Luft gegriffen, aufgepept mit Sexträumen einer Frau, der sog. Showdown ist schlapp ...

28.02.2013 21:06:02
Dr. Westermann, Ralf

Totaler Kokolores, habe das Buch nach mühsamen 240 S. weggelegt. Die TAZ urteilte: Capeau ... Thriller ...ein großer Wurf. Der. die oder das kann es nicht gelesen haben ... oder ... es ist ein unlauterer Wettbewerb ... um das Buch zu verkaufen ... Es handelt von einer Frau, die eine rätselhafte antero- und retrograde Amnesie hat ... Ein Doktor/Neurologe ergießt sich in Schwafeleien ... die Frau sieht pendelnde halberigierte Glieder ... ihr Sohn Adam ist in Afghanistan gefallen ... ihren Mann Ben lernt sie bis S. 240 nicht richtig kennen ... totaler Kokolores

23.01.2013 15:16:33
Saskia Wieser

Ich habe es auch endlich durch! Habe mich durchgequält,weil ich auf ein spannendes Ende gehofft habe,aber auch das war nix besonderes..
3/4 des Buches sind immer das selbe.Ich dachte erst,es wäre irgendein medizinischer Bericht,den ich dort immer und immer wieder lesen muss..
Auch gibt es etliche unlogische Stellen,die die Akteure eigentlich nur mit hellseherischen Fähigkeiten wissen konnten.
Nee,noch nie so ein Grotten schlechtes Buch gelesen!!

19.10.2012 23:46:44
Andreas Kirsch

Ich lese immer, ja der Schluss ist spannend. Aber warum soll man ein Buch lesen, nur um einen spannenden Schluss zu lesen? Man liest doch, um eine schöne Zeit zu haben oder sich an der Sprache des Autors oder auch der Autorin zu erfreuen. Nichts davon bietet dieser "Bestseller". Ich höre auf Seite 68 auf. es ist nämlich grottenlangweilig!

18.10.2012 16:47:42
Toyota

Die Geschichte an sich ist sehr spannend dargestellt, wenn sich auch viele Dinge, aufgrund der Umstände wiederholen und manchmal langweilig wirken können. Ich habe aber alleine schon aus Neugierde weitergelesen, weil ich wissen wollte, wie es aus geht und was dahinter steckt. Alleine die Vorstellung, dass man jeden Tag neu erlebt und nicht mehr weiß, was Gestern war, hat mir schon ein mulmiges Gefühl eingejagt. Im ersten Moment ist die Vorstellung verlockend und belustigend, aber näher betrachtet dann doch nicht mehr wirklich. Mich hat das Buch zum Nachdenken gebracht und wir können alle froh sein, wenn uns so etwas nie passiert.

16.10.2012 19:33:18
dag

Der Anfang ist faszinierend und erschreckend. Man stelle sich die Situation der Christine bloß vor - keine Erinnerung an das eigene erwachsene Ich. Einfach furchtbar. Die von den Vor-Rezensoren kritisierte Langsamkeit der Entwicklung schildert den Prozess der Selbfindung und Entwicklungs geradezu grandios. Wie, wenn nicht durch tägliche Neurecherche, sollte die von Amnesie Befallene ihr Leben rekonstruieren.
In der Tat ist mir auch einiges unklar geblieben : wie entkommt sie den Flammen - obwohl gefesselt - und er nicht? Wie kann eine Patientin mit Amnesie so mir nichts dir nicht entlassen werden? Vor allem ohne Folgeadresse oder Nachkontrolle, Medikation? Wieso kommt nie der Gedanke auf mit HIlfsmitteln (Kaffee, Medikamente o.Ä.)wach zu bleiben um der Amnesie eine zeitlang zu entrinnen? Ok, einige Ungereimtheiten... Aber insgesamt finde ich den Roman sehr lesenswert.

05.10.2012 12:11:58
laura

Wie auch viele meiner Vorgänger, finde ich Teile des Buches einschläfernd! Mein Freund hatte es zuvor gelesen und mir immer wieder versichert, dass das Ende spannend und überraschend sei - nur deshalb habe ich weitergelesen.
Allerdings finde ich Anfang, sowie Ende und den Schreibstil des Autors sehr gut.
Alles zwischendrin braucht Power - auch wenn Christine alles in ihr Tagebuch schreibt und es jeden Tag aufs Neue wieder liest, stellt sie sich immer wieder die gleichen Fragen ... obwohl sie die Antworten doch bereits gelesen haben müsste! Dies ist auf Dauer wirklich langweilig.

Es ist kein schlechtes Buch - wie bereits erwähnt, mag ich den Schreibstil des Autors und die Grundidee (trotz den Längen) gefällt mir sehr gut - Ich hoffe, sein nächstes Buch wird durchgehend spannend sein - Ich werde es lesen! :)

13.08.2012 13:08:12
lesenchris

Nachdem ich einige Kommentare gelesen habe, ist mir aufgefallen, was mich die ganze zeit beim Lesen störte: Der täglich sich wiederholende Wahnsinn der Protagonistin, in kleinster akribischer Detailtreue wiedergegeben. Das mit Ben, trotz aller gegensätzlichen Aussagen, irgendetwas nicht stimmt, wird relativ schnell klar. Die Idee des Krimis ? ist nicht schlecht, jedoch sehr zäh und irgendwann vorhersehbar! Warum hinterfragt Christine nicht? Warum stellt sie keinen Kontakt zu ihren Angehörigen, Freunden usw. her? Es gibt Internet, den Arzt, die Freundin. Irgendwie ist die ganze Geschichte für mich nicht plausibel. Genug Kritik, zum Lesen für einen lauen Sommerabend ohne großen Anspruch durchaus geeignet.

28.07.2012 04:33:31
Frostkoeddel

Ehrlich gesagt, verstehe ih die Meinungen hier nicht so richtig. Ich habe das Buch in 3 Tagen durch gelesen, fand es gut.
Die ganze Zeit hat der Leser das Gefühl, mit "Ben" stimmt etwas nicht, aber, was sich am Ende heraus stellt, damit hatte ich nicht gerechnet. Ich fand es super! Wie gut, dass ich nie nach den Meinungen dieser Couch mehr gehe, bin vorher oftmals auf die Nase gefallen. Natürlich kann der Autor nicht die ganze Problematik einer Amnesie erklären und schreiben, dann wäre es Fachliteratur, aber es zählt zu Thrillern, und so habe ich es auch empfunden, spannend, bis zum Schluss. Und Bücher sind nun mal Fiktion, da denke ich nicht darüber nach, Marcel, wie die Protagonistin das alles in das Tagebuch schreiben kann, oder warum nicht genauer beschrieben wird, wie sie den Alltag meistert. Ich konnte mich seit Langem mal wieder in die Hauptperson versetzen, das gelingt mir nicht oft. Von mir 80° (das gibt's auch nicht oft ;o) )

26.07.2012 13:47:01
Marcel

Leider ist das Buch kein Thriller, sondern ehe eine wiederholende Auflistung der Tagesabläufe, sodass ich es eher als Psychodrama einstufen würde.Das gilt zumindest für den Hauptteil des Buches.Die Probleme, die Christine das tägliche Leben bereiten müssten, werden viel zu wenig angeschnitten. Das Ganze wirkt so leider zu aufgesetzt und langatmig. Das würde ich aber nicht nur dem Autor vorwerfen, sondern auch dem Lektorat. In der Mitte des Buches kommt die Handlung leider total ins Stocken.Zum Schluss kommt doch wieder entsprechend Fahrt auf, das ich dem Buch eine durchschnittliche Wertung gebe. Die Grundidee ist gut, der Schreibstil auch.
Was mich aber wirklich gestört hat:
Ich frage mich bis jetzt, wie Christine dies alles in ihr Tagebuch geschrieben hat. Ich schreibe nicht so langsam mit der Hand, aber wie sie diese Textmasse in den jeweiligen Stunden des Tages aufschreibt, dürfte nur mit Steno gehen.Und mich stört ehrlich gesagt auch, dass oben in der Rezension etwas über das Ende verraten wird, das muss nun wirklich nicht sein.Fazit: Ein ordentliches Debüt mit einigen Längen, die den Lesespaß doch erheblich reduzieren!

06.02.2012 11:16:06
Krilla

Ach hätte ich nur gelesen, was schon fast alle vor mir mit diesem Buch durchlitten haben - sonst sind doch die Leser-Rezensionen für mich so ausschlaggebend - ok, das war mir eine Lehre...

Das Thema ist gut, die ständigen Wiederholungen nervig, alle anderen negativen Dinge haben auch meine Vor-Schreiber erwähnt. Man denkt beim Lesen: es muss doch noch etwas kommen...? Nein, bis zu den letzten 40-50 Seiten kommt keinerlei Spannung auf.

Die Verfilmung könnte trotzdem gelingen..

08.01.2012 16:00:14
hamburgerin

Puuh, endlich zu Ende gelesen.
Langatmig, Wiederholungen ohne Ende, und ein Ende, das nicht überrascht.
Die Geschichte hat mich auch eher wenig berührt, es war nicht spannend sondern eher langweilig. Die Protagonistin wirkte dermaßen hilflos und passiv, dass sie in mir eher Unverständnis und Aggressionen hervorrief - wie kann sie nur??? Aber letztendlich habe ich das Buch bis zum Schluss gelesen - war aber nur von den ersten ca. 50 Seiten begeistert.
Schade, denn die Idee fand ich wirklich gut.

06.01.2012 18:41:28
Susanne Gerdom

Das Buch lebt sicherlich nicht vom Tempo, sondern von einer geradezu quälend langsamen Entwicklung einer zunehmend sich verdichtenden paranoiden Atmosphäre. Als Leserin schwankt man beständig zwischen Verdachtsmomenten, Sympathien, Abneigungen - zur selben Person - und weiß (obwohl die Auflösung zu ahnen ist), niemals, worauf genau die Geschichte hinauslaufen wird. Ich hab das Buch in drei Nächten durchgelesen und mich auch zwischen den "Sitzungen" gedanklich damit beschäftigt - die Frage, wie sehr es die eigenen Erinnerungen sind, die einen Menschen ausmachen und wie weit man seinen Erinnerungen überhaupt trauen sollte, war für mich das interessante Leitmotiv des Romans.

29.12.2011 17:59:42
Leser

»S. J. Watson: Ich. Darf. Nicht. Schlafen«

Quäle mich bisher extrem durch die ersten 200 Seiten. Die Handlung die bis zu diesem Punkt stattfindet, ist so schnell zu durchschauen, dass man sie leicht um einiges hätte kürzen können. Zur Hauptdarstellerin entwickel ich keinerlei Sympathie und lese das Buch, im Vergleich zu anderen Krimis, mit großer Neutralität den handelnden Personen gegenüber. ...überlege mir oft das Buch wegzulegen und ein anderes zu lesen... , aber wer macht das schon gerne!? Hoffe die Story nimmt endlich Fahrt auf! Bisher ist dies nämlich ein Buch das zum Einschlafen & nicht zum spannenden Weiterlesen einläd :(

27.11.2011 11:44:10
Dani P.

Ich fand das Buch ganz gut. Anfangs tat ich mir einwenig schwer. Mir ging es einfach nicht schnell genug - täglich grüßt das Murmeltier. Aber ich habe durchgehalten, weil ich dann doch neugierig war, was nun dahinter steckt. Gedacht hatte ich es mir schon, aber dennoch war es zum Schluss besser als der Anfang. Ob ich das Buch empfehle? Naja habe schon viel bessere temporeichere Thriller gelesen, aber dies ist einfach mal etwas anderes und nicht blutrünstig..

21.11.2011 14:03:42
Christine

In einer Zeitschrift bin ich auf dieses Buch aufmerksam geworden. Ich musste es haben. Liest sich sehr gut, und die Geduld wird wahrlich auf eine Probe gestellt. Es ist schwer dieses Buch beiseite zu legen. Sehr weit zum Schluß kommt noch mal etwas Dramatik und etwas Aufklärung. Ein schönes Buch. Freue mich auf das nächste von S.J. Watson.

22.10.2011 19:55:22
diegeburtstagsfee

Ich habe mir das Buch gekauft, weil ich das Thema sehr interessant fand. Nachdem ich die ersten ca. 50 Seiten gelesen hatte, dachte ich "wow ist das gut". Die ersten Tage haben mir wirklich mitgerissen. Dann lässt es allerdings ziemlich nach. Die Sprache reißt nicht mehr wirklich mit und man hätte sooo viel mehr aus der Story machen können. Als wäre zwischendurch die Luft ausgegangen. Meine Kritikpunkte:
1. Der "Tagebuchstil" unterscheidet sich nicht wirklich vom übrigen Erzählstil, was sehr schade ist, da es kein authentisches Gefühl aufkommen lässt, es wirkt unglaubwürdig.
2. Christine hat meiner Meinung nach viel zu wenige "Alltagsprobleme"; sie hat die Entwicklung zwischen 1985 und jetzt nicht in Erinnerung und müsste sich viel mehr über Kleinigkeiten wundern. Dies wird zwar 2x kurz angeschnitten, aber es hätte die ganze Geschichte viel persönlicher gemacht.
3. Die mittleren 150 Seiten dümpeln so dahin und man denkt ständig "Ach Mensch, wieso hat er denn jetzt nicht dieses und jenes eingebaut?!" Ich habe alle 20 Seiten immer wieder den Gedanken gehabt, "naja, das hätte man ja jetzt so und so viel spannender/glaubhafter machen können".
Aber: die Geschichte hat ein sehr spannendes Ende und ich meckere auch wohl auf ziemlich hohem Niveau, da das Buch eben überall so gehypt wurde. Ich glaube, sie hätte noch viel mehr Ausbaupotential gehabt, aber ich bin gespannt, was der Autor als nächstes bringt und ob sich da noch was nach oben tut! Ich ärgere mich jetzt nicht, dass ich das Buch gelesen habe, mußte mich auch nicht durchquälen oder so. Kein schlechtes, aber eben auch kein überaus hervorragendes Buch!

13.10.2011 18:39:59
Antje

Ach Leute, eigentlich sollte man es doch besser wisses: Wenn so ein Hype um ein Buch gemacht wird, ist da meistens was faul..aber ich bin ja auch wieder drauf reingefallen...
Ganz ehrlich? Das Buch oist sowas von langweilig! Unglaublich. Die ersten fast 200 Seiten wird im Prinzip immer und immer wieder das gleiche geschildert, die glechen Gefühle, die gleichen Szenen, das ist sowas von GÄHN...! Christine wächst einem mit ihrem Schicksal Null ans Herz. Die letzten knapp 100 Seiten sind dann wieder einigermaßen ok., aber bis man sich bis dahin durchgekämpft hat ist es echt eine Qual. Fazit: Zuviel Rummel um das Buch, es gibt ein Dutzend besser geschriebene zu dem Thema!

01.10.2011 19:35:35
Magellan

Nett.
Ich gebe Frau Kaaz Recht, wer Joy Fielding mag, wird auch S.J. Watson mögen.
Allerdings liegt darin auch die Problematik des Buches, man hat den etwas schalen Beigeschmack, etwas sehr Ähnliches schon mal gelesen zu haben. Aber das soll die spannende Unterhaltung nicht in Abrede stellen. Gute, kurzweilige Unterhaltung!

27.09.2011 10:06:25
Marion Kraaz

Der beste Thriller den ich in diesem Jahr gelesen habe,mindestens.Jedenfalls für denjenigen der nicht viel Blut braucht um eine Gänsehaut zu bekommen sondern auf sich langsam steigernde Spannung und viel Platz zum eigenem Spekulieren steht.Man fühlt mit der Hauptprotagonistin Christine mit,die versucht ihr Leben trotz der schweren Amnesie zu meistern.Man bildet sich schnell eine Meinug zu dem Geschehen und wundert sich dass Christine so lange braucht um auf das Gleiche Ergebnis zu kommen.Aber Vorsicht !Im laufe der Geschichte wird man selber hin und her gezogen und ist sich dann am Ende auch nicht mehr so sicher.Kurz vor Schluss,wenn man meint,alles ist gut,wo ist den da der Thrill,geht es erst richtig los und der Schluss war dann doch überraschend.Wem"Lauf,Jane lauf" von Joy Fieldig gefallen hat sollte es unbedingt lesen.Ich für meinen Teil bin begeistert.