Radikal

Erschienen: Januar 2011

Bibliographische Angaben

  • Hamburg: Hörbuch Hamburg, 2011, Seiten: 5, Übersetzt: Stephan Schad, Bemerkung: gekürzt

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Jörg Kijanski
Besser als jedes Sachbuch!

Buch-Rezension von Jörg Kijanski Aug 2011

Für Die Grünen zieht der charismatische Lutfi Latif in den Deutschen Bundestag ein. Doch der gebürtige Ägypter macht sich schnell Feinde, denn seine Bemühungen, sich für die Integration von Muslimen in Deutschland einzusetzen, sind vielen ein Dorn im Auge. So erhält Latif schon bald zahlreiche Zuschriften, in denen er mit dem Tode bedroht wird. Vor allem dem Terrornetzwerk Al-Qaida und dessen Umfeld ist er verhasst, sieht man in seinem Verhalten vor allem ein Anbiedern an den Westen und  - noch schlimmer - den Verrat religiöser Grundwerte. Latifs neue Mitarbeiterin Sumaya al-Shami entdeckt bei der Durchsicht der Drohbriefe und Mails, dass auch deutsche Radikale unverhüllt Drohungen aussprechen, denn in der steigenden Zuwanderung sehen sie den Untergang des Abendlandes.

Latif nimmt die Drohungen zwar ernst, lehnt aber den vom BKA angebotenen Personenschutz strikt ab. Dafür willigt er ein, dass ihm mit dem Terrorexperten Samuel Sonntag ein Sicherheitsberater zur Seite gestellt wird. Samuel ist kaum verpflichtet, da kommt es in einem Fernsehstudio zu einem verheerenden Bombenanschlag, dem letztlich vierzehn Menschen zum Opfer fallen. Darunter auch Latif selbst, der wenig später seinen Verletzungen erliegt. Kaum wurde der Anschlag verübt findet Samuel im Internet ein Bekennervideo von Al-Qaida, welches echt zu sein scheint. Doch ihm und Sumaya bleiben Zweifel, sie glauben vielmehr dass ein mysteriöser Polit-Salon hinter dem Anschlag steht, in dem teilweise hochkarätige Personen darüber diskutieren, wie man den Durchmarsch des Islam in Deutschland aufhalten kann. Um herauszufinden, was es mit dem "Kommando Karl Martell" auf sich hat, bleibt Samuel nur ein Weg. Er muss den maßgeblichen Polit-Salon infiltrieren, womit er sich schnell in höchste Gefahr begibt &

Yassin Musharbash schrieb 2006 das Buch Die neue Al-Qaida (erschienen bei KiWi) und pflegt zudem auf www.spiegel-online.de den "Blog al-Qaida". Mit Radikal hat sich Musharbash nun erstmals über einen Thriller des Themas Terrorismus angenommen und dabei um es gleich vorwegzunehmen einen Roman vorgelegt, der es locker mit jedem Sachbuch aufnehmen kann. Altmeister  John Le Carré: "Als ich Marionetten schrieb, war der Austausch mit Musharbash eine Inspiration für mich. Ich glaube, sein Debüt wird ein Triumph." Dem ist nur wenig hinzuzufügen.

 

"Wie armselig sind jene, die das Diesseits um den Preis des Jenseits kaufen! Gehört nicht zu ihnen! Denn seid gewiss, der Dschihad wird weitergehen bis zum Tag der Auferstehung."

 

Realistischer und intensiver kann man sich dem Terrorismus kaum nähern. Gekonnt werden die Mechanismen, die Anwerbungen und auch die Schläfer-Thematik beschrieben. Wie leicht es dabei den Terrornetzwerken mitunter fällt, neue Rekruten und sogar Konvertiten zu gewinnen, zeigt sich an dem Dilemma, in dem viele Muslime in Deutschland stecken. Einerseits möchte man sich ein wenig anpassen, um nicht ständig diskriminiert zu werden, andererseits seine Herkunft nicht verleugnen, um - beispielsweise - die Erwartung der Eltern in der Heimat nicht zu enttäuschen. Sumaya al-Shami bezweifelt daher wiederholt, dass es ein "Verständnis" zwischen den Kulturen überhaupt geben kann. Dies ist einer der ganz wenigen Schwachpunkte des Romans, denn hier wird allzu klischeehaft geschrieben. Sumaya, angeblich tolerant und weltoffen, dennoch gleich bei jeder Lappalie auf 180 und beleidigt.

 

"Aber du weißt so gut wie ich, dass es nicht passt. Das Video. Zum Beispiel."

"Samson, ich sehe, was ich sehe, o.k.? Ich bin kein Bulle, o.k.? Ich muss nichts aufklären. Aber ich rieche es, wenn etwas stinkt. Und das hier stinkt. Mächtig."

 

Doch radikale Kräfte gibt es auch unter den Deutschen. So leitet ein hochrangiger Beamter einen der zahlreichen Polit-Salons, in denen große Debatten geschlagen werden, wie man dem Islam hierzulande Einhalt gebieten kann. Erste konkrete Maßnahmen werden praktisch umgesetzt, um die Muslime aufzustacheln. Die sattsam bekannten Ressentiments treiben scheinbar ungebremst ihrem Höhepunkt entgegen.

Sehr geschickt gibt der Autor Einblicke in den Politikbetrieb, das Leben der Muslime in Deutschland und vergisst dabei nie das Wesentliche, nämlich den Plot voranzutreiben. Auch die dramatischen Ereignisse von "Nine-Eleven" und deren Vorgeschichte nehmen einen nicht unwesentlichen Teil des Plots ein. Dass man bei all den Verflechtungen dabei schon mal den Überblick verlieren kann, verwundert nicht und so nimmt selbst für Hobbyermittler Samuel die Handlung eine dramatische Wende. Nach der Lektüre passiert das, was aus Radikal ein besonderes Buch macht. Man legt es nicht wie die übliche Dutzendware als erledigt achtlos auf Seite, sondern bleibt nachdenklich zurück. Ja, dieser Roman hat eine bedenkliche Langzeitwirkung.

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Letzte Kommentare:
04.02.2012 18:31:52
Mel.E

Terror, Angst und Hass!
Als ich mich völlig blauäugig an meinen Leseeindruck gemacht hatte und das Buch auch gewonnen hatte, war ich nicht gefasst auf das was mich erwartet und ich gestehe, ich habe beim Lesen wirklich Angst gehabt, denn Terrorismus ist ein wirklich aktuelles Thema. Dieses Buch ist keine leichte Kost und manchmal auch sehr schwer zu lesen durch die vielen arabischen Namen und Worte, aber dennoch habe ich wie festgeklebt an dem Buch gesessen und war erschüttert über die Wahrheit die sich in dem Buch widerspiegelt, denn genauso kann es geschehen. Warum nicht eine Bombe mitten in Berlin zünden und alles al Quida in die Schuhe schieben, obwohl eine andere Organisation dahintersteht? Warum nicht Moscheen abfackeln und Korane mit Hundescheiße verschmutzen? Was ist der Sinn an solchen Taten? Was werden sie bewirken? Sie werden den Hass nur höher schüren und eine Tat wird der nächsten folgen und ein endloser Kreislauf beginnt. So stelle ich mir das Leben nicht vor. Ich würde mir schon sehr wünschen, daß Muslime und Christen in Frieden miteinander leben können.

Spätetestens nach dem 11. September wissen wir, was Terror bewegen kann und ich bin immer noch erschüttert über diese Tat und werde diese schlimmen Bilder niemals aus meinem Kopf bekommen, daher wird es für mich immer aktuell sein. Auch wenn die USA oder auch England oder der Irak weit, weit weg erscheint, können solche Dinge auch hier in Deutschland passieren und daher ist das Buch so realistisch. Interessant ist auch, wie eng Presse, Polizei und andere Organisationen miteinander arbeiten. Alles korrupt und für mich als normal denkender Mensch nicht nachzuvollziehen!

Die Rolle der Sumaya ist mir wirklich sehr symphatisch und unsere Welt braucht Menschen wie sie, die auch bereit sind gegen den Strom zu schwimmen und alles riskieren! Auch Samuel Sonntag, genannt Samson spielt in diesem Buch eine Rolle, die ich erst später begriffen habe und hinterher auch wirklich geschätzt habe, denn er hat aus diesem Politthriller ein Buch gemacht, welches sich zu Lesen lohnt!



Eine Inhaltsangabe gibt es von mir keine, da das Buch einfach zu komplex ist und ich nicht alles verraten will um nicht die Spannung zu nehmen! Das dürfen gerne andere übernehmen. Von mir gab es heute nur meine Gedanken und ich denke die sind aussagekräftig genug um euch hoffendlich zu überzeugen!

28.01.2012 02:23:46
Frostkoeddel

Scheinbar hat der Autor gut recherchiert, man fühlt sich mittendrin.
Spannung für mich von Anfang an.
Während des Lesens bekam ich ein ungutes Gefühl, wieviele Schläfer-Zellen von radikalen Islamisten es wohl wirklich in Deutschland gibt? Und eben auch die Islamophoben.wo sind sie und wann schlagen sie zu?
Alles in Allem war ich begeistert, nicht nur, weil der Autor ursprünglich aus meinem Nachbarort kommt :o)
Freue mich auf weitere Bücher!

29.12.2011 17:49:24
Anja S.

Musharbash schafft ein Szenario, dass so realistisch ist, dass es mir beim Lesen mehrmals kalte Schauer über den Rücken gejagt hat.
Der charimsatische, muslimische Abgeordnete ist dabei nur das Zugpferd einer viel abgründigeren Geschichte von Radikalismus und Terrorismus, von Vorurteilen und politischen Sümpfen.
Es gibt mehrere Storystränge, die sich ineinander verweben und ohne den jeweils anderen keinen Sinn ergeben würden, jede erwähnte Figur trägt auf ihre eigene Art und Weise dazu bei, dass sich die Story entwickelt.
Mir haben vor allem die Hauptfiguren gefallen. Sie alle lassen sich als "Menschen wie du und ich" bezeichnen, haben Ihre Ängste und Hoffnungen, aber auch dunkle Seiten.
Das Szenario eröffnet schonungslose Einblicke in die Abgründe der Politik und des Journalismus, Einblicke hinter die scheinheilige und "politisch korrekte" Fassade vieler Funktionsträger im deutschen Staat. Ein Buch ohne offensichtliches "Happy End", dennoch überaus gut gelungen.

14.11.2011 15:36:43
manni

Brandaktuelles und spannendes, absolut gelungenes Krimidebut.Die Überraschungs- momente werden gekonnt gesetzt, stilistisch ist das Buch aus einem Guss.
Die Geschichte fängt harmlos an, aber dann wurde es für mich so spannend, ich musste wissen wie es weiter geht. Mein Lesesonntag war gerettet, den Krimi habe ich an einem Tag hochkonzentriert durch- gelesen und das will was heissen. Volle 88 Punkte und unbedingt lesen!

13.10.2011 22:35:55
meier13

Ein sehr lesenswertes Buch, für mich allerdings eher Sachbuch als Thriller, dass einen Einblick in die sehr komplizierte Thematik des Aufeinandertreffens verschiedener Weltanschauungen verschafft. Der Autor ergreift (verständlicherweise?) Partei, ohne das Gesamtbild aus den Augen zu verlieren, welches sachlich neutral abgehandelt wird. Mich würde sehr interessieren, wie viel Wahrheit bzw. Fakten tatsächlich in diesem Buch stecken, nach der Lektüre vermute ich einen hohen Anteil.

09.09.2011 16:57:05
anyways

Die junge Politikstudentin Sumaya bewirbt sich als wissenschaftliche Mitarbeiterin im Abgeordnetenbüro des Grünen Politikers und Vorzeigeexilmuslimen Lutfi Latif.

Ein Mann dessen politische Arbeit sie interessiert und von dem sie sich, in Bezug auf ihre eigenen Wurzeln, viel erhofft. Einigermaßen problemlos erfolgt das Vorstellungsgespräch, an dessen Ende sie als Halbtagskraft eingestellt ist. Zusammen mit ihrem Kollegen Munkelmann nimmt sie die Arbeit auf. Als erstes soll sie die von Munkelmann vorgesichteten Drohbriefe des Politikers neu beurteilen. Das BKA wurde auch schon eingeschaltet, dieses geht wiederum nur von Drohbriefen islamistischen Hintergrunds aus, dabei stellt Sumaya fest das es auch Briefe von Nazis und Islamhassern gab. Warum verschweigt Munkelmann dies? Ebenfalls merkwürdig findet sie, dass die Presse sehr schnell Wind von der Sache bekommen hat. Auf den Vorschlag Latifs hin engagiert sie den unabhängigen Terrorismusexperten Samuel Sonntag. Dieser arbeitet nicht nur als Berater sondern unterhält einen eigenen Blog „derkleinedjihad.com“ und erhält Vorträge vor politischen Stiftungen, Vereinen und Gewerkschaften. Auf einer Veranstaltung vor Juristen trifft er seinen alten Kommilitonen Stefan wieder, dieser lädt ihn zu einer privaten Vorstellung in einem „politischen Salon“ ein. Nach anfänglichem Zögern willigt er ein und bekommt es mit Radikalen der anderen Art zu tun. Als dann noch ein tödlicher Anschlag auf seinen neuen Arbeitgeber verübt wird macht er sich mit Unterstützung der Muslima Sumaya und seiner Ex-Freundin Merle auf die Suche nach den Verantwortlichen.



Anders als John le Carré , der seine Thriller sehr gerne verkompliziert und politisiert, gelingt Musharbash ein außerordentlich guter, spannender und fesselnder Thriller. Ein flüssiger mitreißender Schreibstil, ein schlüssiger Plot und die gut platzierten Spannungsbögen ließen mich das Buch kaum aus den Händen legen.

Der innere Zwiespalt der Angehörigen der islamischen Religion ist sehr einfühlsam dargestellt. Befremdet für mich war nur, dass beide sowohl der Politiker als auch Sumaya sich als Exilmuslime bezeichnen. Warum? Per Definition sind sie keine. Das erklärt wahrscheinlich diesen Zustand der inneren Zerrissenheit, sich nach etwas sehnen was man haben könnte aber gar nicht mehr möchte.

Die Darstellung der Terroristen und unter welchen harmlosen Masken sie sich in der Öffentlichkeit bewegen ist schon beunruhigend. Man kann einem Menschen leider nur bis an die Stirn schauen. Meist ist das Dahinter harmlos und nur einige seltene Male lodert dort ein abgrundtiefer Hass. Dazu bedarf es nicht einer bestimmten Religions- oder Glaubenslehre, Extremisten sind in allen vertreten.

Fazit: Lesenswert, da nicht nur unterhaltsam sondern auch politisch interessant.

05.09.2011 11:15:24
subechto

Dschihad in Berlin?

Der Politthriller „Radikal“ von Yassin Musharbash kommt zwar recht trocken daher, fast wie ein Sachbuch, aber mir gefällt das ja.
Zunächst wird das Personal vorgestellt:

I. Niklas Weissenthal, ein Schüler, der lieber im Internet surft, als zur Schule zu gehen. Nur in Chemie und im Bombenbauen ist er gut und verkauft die sogar.

II. Sumaya al-Shami, sie ist Studentin und arbeitet für den frisch gewählten Bundestagsabgeordneten Lutfi Latif. Beide sind in Palästina bzw. Ägypten geborene Muslime.

III. Samuel Sonntag, genannt Samson. Er ist Islamexperte und hält zu diesem Thema auch Vorträge. Aufgrund eines dunklen Geheimnisses in seiner Vergangenheit hat er Schuldgefühle...

In „Radikal“ werden sämtliche Vorurteile und Klischees bedient: Terrorismus, Islamistischer Terrorismus und Islamismus allgemein sowie Extremismus im Besonderen. Schauplatz ist Berlin, mit all seinen „sozialen Brennpunkten“.

Bei seinen Recherchen findet Samson schnell heraus, dass es nicht nur fanatische Muslime gibt, sondern auch „Einheimische“, die sich radikalisieren. Spätestens seit Oslo, sollte dies jedem klar sein! Auch wenn schon immer auf christlicher und muslimischer Seite religiöse Gefühle für politische Zwecke mobilisiert und missbraucht wurden.

Der Autor hat für seinen Debütroman gut recherchiert und diesen mit vielen Fakten untermauert. So wirkt die Geschichte erschreckend realistisch und authentisch, jedenfalls nix für Romantiker. Sicher ist es auch kein Zufall, dass das Buch rechtzeitig zum 10. Jahrestag des 11. September 2011 erscheint!

Da ich die Veränderungen in der arabischen Welt bisher mit großem Interesse verfolgt habe, genauso wie die terroristischen Anschläge in Amerika, Oslo und anderswo, ist „Radikal“ ein Buch genau nach meinem Geschmack! Lediglich zwei Punkte trüben meine Begeisterung:

1. Ob die Mittel, ggf. auch kriminelle, immer den Zweck heiligen, möchte ich in Frage stellen.

2. Wenn man dem Tauchen einen breiten Raum einräumt, was ich gut finde, sollte man sich richtig beraten lassen. Mit Sauerstoffflaschen (Seite 30, 91, 103) taucht man sicher nicht, eine Sauerstoffvergiftung wäre unvermeidlich, sondern i.d.R. mit Pressluft (= komprimierte Luft) oder mit EAN (enriched Air Nitrox = mit Sauerstoff angereicherte Luft) bzw. anderen Atemgasgemischen.

Fazit: Ein intelligentes und sehr empfehlenswertes Buch. Brandaktuell, nicht erst seit Oslo, deshalb 4* !!!

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