Patricia Highsmith
Patricia Highsmith wurde am 19.01.1921 in Forth Worth/Texas geboren. Nach der Scheidung ihrer Eltern lebte sie bei ihrer Mutter und ihren Großeltern. Schon früh brachte sie sich das lesen bei und las bereits mit vier Jahren eine psychologische Abhandlung über Spontantäter, welche sie sehr in ihrer Romanarbeit beeinflußte.
Ihre Mutter heiratete den Reklamemaler Stanley Highsmith. Eigentlich hieß Patricia mit Nachnamen Plangman. Stanley Highsmith hatte sie nie adoptiert. Sie mochte weder ihre Mutter noch ihn, obwohl sie »in späteren Jahren eine Zuneigung zu ihm entwickelte«, wie sie selbst einmal sagte. Ihren leiblichen Vater, der deutscher Abstammung war, lernte sie erst mit zwölf Jahren kennen.
Bereits in ihrer Jugend schrieb sie für die Studentenzeitschrift »Barnard Quarterly« ihres Colleges. Dort studierte sie Literatur und Zoologie. Als Nebenfächer belegte sie Latein, Griechisch und Deutsch. Eine Reihe lesbischer Freundschaften prägten ihr Leben in dieser Zeit.
Nach ihrem Studienabschluß 1942 arbeitete sie als Comic-Autorin in New York. Endlich konnte sie sich ein eigenes Apartment leisten und aus der Enge des Elternhauses ausziehen. Erste kleine Geschichten wurden von Verlagen abgelehnt. Ihren Durchbruch hatte sie mit ihrem ersten Roman, der 1950 veröffentlicht wurde. Alfred Hitchcock erwarb für 6800 Dollar die Filmrechte zu »Strangers on a train« (dt. Zwei Fremde im Zug). Er zählte 1951 zu den zehn besten Filmen. Patricia Highsmith mochte ihn dennoch nicht.
Von da ab konnte sie als freie Schriftstellerin leben. So machte sie auch erst einmal eine Europareise. Als sie nach Positano kam, traf sie am Strand einen Mann, mit dem sie jedoch kein Wort redete und ihn auch nicht wiedersah. Doch er verkörperte ihren Serienhelden »Ripley«, einen englischen Gauner und Psychopathen. Er war ihr Lieblingsheld und so schrieb sie fünf Romane mit ihm als Hauptfigur, die man auch unbedingt in der richtigen Reihenfolge lesen sollte. Ripley mordete nur, wenn es unumgänglich war. Er gab sich oft als eine andere Person aus und kam dadurch öfters in Schwierigkeiten, weil er die verschiedenen Persönlichkeiten nicht immer auseinanderhalten konnte. Er arbeitete als Kunstfälscher, brachte Leute um, die zuviel über ihn wußten und brachte Menschen dazu, zu morden . …Ripley wurde sehr sympatisch dargestellt. Patricia Highsmith nahm ihn sehr ernst. Für das Buch »Der talentierte Mr. Ripley« erhielt sie den Edgar-Allan-Poe-Preis. Auf der Urkunde unterschrieb sie mit »Patricia Highsmith und Mr. Ripley«.
Schließlich nahm sie von Amerika Abschied. Zunächst lebte sie in Italien. 1963 zog sie nach England, wo es ihr jedoch nicht gefiel. 1966 zog sie in ein kleines französisches Dorf und lebte ab 1983 in Tessin. 1988 zog sie noch einmal in die Nähe von Ascona um, wo sie in einem Haus wohnte, dass sie selbst entworfen hatte. Sie lebte, im Gegensatz zu ihrer Popularität als Schriftstellerin, sehr zurückgezogen, da sie sich sogar von einer Putzfrau in ihrer Ruhe gestört fühlte. Sie war nur umgeben von ihren Katzen und Schnecken, deren Zweigeschlechtlich-keit sie faszinierte.
1952 schrieb sie unter dem Pseudonym Claire Morgan ein Buch über eine lesbische Liebe mit »Happy End«, welches damals eine Sensation war. Das Buch »The price of salt« (Neuerscheinung 1984 unter dem Titel »Carol«, in deutscher Sprache erst 1990 veröffentlicht) erreichte Millionenauflage. Nach erscheinen des Buches schrieben viele Lesben und Schwule Dankesbriefe an Patricia Highsmith.
Ihr Interesse als Autorin gilt vor allem gespaltenen Idenditäten und zwanghaften Verhaltensweisen. So handelt es sich bei ihr nicht um die klassischen Krimis, da sie besonderen Wert auf die psychologischen Konstellationen legt. Die Aufklärung des Mordes interessiert sie dabei nicht. Ihren Roman »The Tremor of Fogery« (1969 »Das Zittern des Fälschers«) bezeichnet sie selber als eines ihrer besten Bücher.Patricia Highsmith veröffentlichte 20 Romane, 7 Bücher mit Kurzgeschichten und ein Sachbuch. Viele ihrer Romane wurden auch verfilmt.
Am 04. Februar 1995 starb Patricia Highsmith in einem Krankenhaus in Locarno – wie die französische Zeitung »Le Monde« berichtete – an Krebs.
Krimis von Patricia Highsmith:
- Mr. Ripley-Reihe:
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(1955) Der talentierte Mr. Ripley
The Talented Mr. Ripley -
(1970) Ripley Under Ground
Ripley Under Ground -
(1974) Ripley´s game oder der amerikanische Freund
Ripleys Game -
(1980) Der Junge der Ripley folgte
The Boy Who followed Ripley -
(1991) Ripley Under Water
Ripley Under Water
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(1955) Der talentierte Mr. Ripley
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(1950) Zwei Fremde im Zug
Strangers on a Train -
(1952) Carol. Roman einer ungewöhnlichen Liebe
The Price of Salt -
(1954) Der Stümper
The Blunderer -
(1957) Tiefe Wasser
Deep Water -
(1958) Ein Spiel für die Lebenden
A Game for the Living -
(1960) Der süße Wahn
This sweet sickness -
(1962) Der Schrei der Eule
The Cry of the Owl -
(1964) Die zwei Gesichter des Januars
Two Faces of January -
(1964) Die gläserne Zelle
The Glass Cell -
(1965) Der Geschichtenerzähler
The Story-Teller -
(1967) Venedig kann sehr kalt sein
Those who walk away -
(1969) Das Zittern des Fälschers
The Tremor of Fogery -
(1972) Lösegeld für einen Hund
A Dog´s Ransom -
(1977) Ediths Tagebuch
Edith´s Diary -
(1983) Leute, die an die Tür klopfen
People Who Knock on the Door -
(1986) Elsie´s Lebenslust
Found in the Streets -
(1995) `small g´- Eine Sommeridylle
Small g, a summer idyll
- Stories
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(1970) Der Schneckenforscher
The Snail-Watcher and other Stories -
(1975) Kleine Geschichten für Weiberfeinde
Little Tales of Misogyny -
(1975) Kleine Mordgeschichten für Tierfreunde
The Animal Lover’s Book of Beastly Murder -
(1979) Leise, leise im Wind
Slowly, slowly in the Wind -
(1981) Keiner von uns
The Black house -
(1985) Nixen auf dem Golfplatz
Mermaids on the Golfcourse -
(1987) Geschichten von natürlichen und unnatürlichen Katastrophen
Tales of Natural and Unnatural - (2002) Die Stille Mitte der Welt
- (2002) Die Augen der Mrs. Blynn
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(1970) Der Schneckenforscher

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