Dick Francis

Dick Francis

Dick Francis wurde am 31. Oktober 1920 als Richard Stanley Francis in Pembrokeshire, Südwales, geboren. Als Sohn eines Rennstallbesitzers lernte er schon von klein auf den Umgang mit Pferden, so dass es nur selbstverständlich war, sich mit knapp sechs Jahren die ersten Sporen als Jockey zu verdienen. Nach dem Dienst als Pilot bei der Royal Airforce im 2. Weltkrieg nahm er seine Profilaufbahn als Jockey wieder auf.

Sein berühmtester Fan und auch Arbeitgeber war die Königin Mutter, für die er vier Jahre lang Pferdrennen ritt. Auf dem untenstehenden Bild ist er mit der Queen, Prinzessin Margaret und Queen Mum im Gespräch abgebildet. Die sehr erfolgreiche Reitkarriere mit rund 350 Siegen endete jedoch 1956 nach einem mysteriösen Sturz abrupt: Er führte das Feld im Grand-National-Hindernisrennen in Aintree an und hatte bereits die letzte Hürde passiert, ehe sein Pferd kurz vor dem Ziel aus ungeklärten Umständen stürzte.

Aufgrund seiner schweren Verletzungen musste er den Reitsport aufgegeben und wurde Sportreporter beim Londoner »Sunday Express«. Er schrieb sofort seine Autobiographie (»The sport of queens«, 1957) und begann Krimis zu schreiben (»Dead Cert«, 1962). Es erschien regelmäßig pro Jahr nur ein Buch, so dass das Gerücht umgeht, Queen Mum selbst bekäme immer aufs neue kurz vor den berüchtigten Renntagen in Ascot den neuen Dick Francis zugeschickt.

Dick Francis lebte zuletzt auf den Cayman Islands. Seine Frau Mary Francis, die er 1947 heiratete und von der behauptet wird, sie hätte die meisten seiner Romane selbst geschrieben (»A Racing life«, Biografie von Graham Lord), starb im Jahr 2000.

Hatte man das 39. Werk »Scherben«, das er nur auf Drängen der Königin Mutter geschrieben haben soll, lange Zeit für das letzte Buch des Autors gehalten, so überraschte er alle, als 2007 mit »Abgebrüht« doch nochmal etwas Neues erschien. Es folgten zwei weitere Bände, die er zusammen mit seinem jüngeren Sohn Felix verfasste; das letzte Buch erschien posthum.

Mit seinen sympathischen, vom Schicksal gezeichneten Figuren, die häufig wider Willen den Kampf gegen das Böse aufnehmen und mit seinen Details rund um die Welt des Pferdesports, die er spielerisch und nie übertrieben in alle seine Romane einbaut, schuf er sich ein ganz eigenes Genre, das er – auch häufig kritisiert – bis zum letzten Roman nicht verlassen hat. Francis hat nur wenige Romane mit Serienhelden versehen; die beiden ehemaligen Jockeys Sid Halley und Kit Fielding.

Seine Bücher erreichten bis heute eine weltweite Auflage von über 70 Millionen Exemplaren und wurden in über 30 Sprachen übersetzt. Dick Francis wurde mit vielen Auszeichnungen für seine Autorenarbeit geehrt. Beispiele sind der mehrfach verliehene Edgar Allen Poe Mistery Award; der Silver, Gold und Diamond Dagger sowie der 1996 verliehene Mystery Writers of America Grand Master Award für sein Gesamtwerk.

Viele seiner Romane sind mittlerweile auch als Hörspiel oder Audio-CD erschienen. Drei Bücher wurden – seiner Meinung nach allerdings sehr schlecht – verfilmt. Alle Bücher werden aktuell im Diogenes-Verlag verlegt. 

Dick Francis starb am 14. Februar 2010. 

Krimis von Dick Francis:

Mehr über Dick Francis:

  • Barnes, Melvyn P.: Dick Francis. New York: Ungar, 1986.
  • Davis, J. Madison: Dick Francis. Boston: Twayne, 1989.
  • Swanson, Jean; Dean James: The Dick Francis Companion. New York: Berkley Prime Crime, 2003.

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