DNA von Yrsa Sigurðardóttir

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2014 unter dem Titel DNA, deutsche Ausgabe erstmals 2016 bei btb.
Ort & Zeit der Handlung: Island, 2010 - heute.
Folge 1 der Psychologin-Freyja-und-Kommissar-Huldar-Serie.

  • Reykjavik: Veröld, 2014 unter dem Titel DNA. 480 Seiten.
  • München: btb, 2016. Übersetzt von Anika Wolff. ISBN: 978-3-442-75656-8. 480 Seiten.
  • [Hörbuch] München: Der Hörverlag, 2016. Gesprochen von Mark Waschke. gekürzte Ausgabe. ISBN: 3844523146. 1 CDs.

'DNA' ist erschienen als Hardcover HörbuchE-Book

In Kürze:

Er schlägt erbarmungslos zu. Wie aus dem Nichts. Zuerst trifft es eine junge Familienmutter nachts in ihrer Wohnung in Reykjavik. Einzige Zeugin ist ihre siebenjährige Tochter, die wider Erwarten den Angriff übersteht. Als wenig später eine zweite Frau unter ähnlich brutalen Vorzeichen ihr Leben verliert, steht die Polizei vor einem Rätsel. Kommissar Huldar, der die Ermittlungen leitet und sich erstmals in einem so wichtigen Fall beweisen muss, hat darüber hinaus ein weiteres Problem. Er ist gezwungen, mit der Psychologin Freyja zusammenzuarbeiten, mit der er vor kurzem nach einer Kneipentour unter falschen Angaben die Nacht verbracht hat. Währenddessen beschließt ein junger Amateurfunker, auf eigene Faust zu ermitteln, nachdem ihn kryptische Botschaften zu den beiden Opfern erreichen. Dass er sich damit selbst in Gefahr bringt, kann er nicht wissen.

Das meint Krimi-Couch.de: »Spannender Serienstart der isländischen Topautorin« 80°

Krimi-Rezension von Jörg Kijanski

Die Polizei von Reykjavik erlebt gerade nicht ihre beste Zeit. Umstrittene Methoden haben ihren Ruf arg beschädigt und so darf der noch unerfahrene Kommissar Huldar erstmals die Ermittlungen in einem Mordfall leiten. Dieser hat es in sich, denn eine dreifache Familienmutter ist das Opfer; die Tatwaffe ein Staubsauger. Unter dem Bett der Toten finden die Ermittler deren siebenjährige Tochter Margret, die jedoch stark traumatisiert nur bedingt als Zeugin taugt. Die Befragung im Kinderhaus leitet die Psychologin Freya, die sich noch mit einem anderen Problem herumschlagen muss. Kürzlich lernte sie während einer Kneipentour einen Tischler namens Jonas kennen, es kam zu einer wilden Nacht und am nächsten Morgen zu einem bösen Erwachen, da sie allein in ihrem Bett aufwachte. So staunt Freya nicht schlecht als sich Kommissar Huldar als Leiter der polizeilichen Ermittlungen im Kinderhaus vorstellt, da sie diesen erst kürzlich als Jonas kennenlernte.

»Das ist einer der fürchterlichsten Morde, mit denen ich je zu tun hatte. Ich hätte niemals einen der jüngeren Kollegen in unserer Abteilung gebeten, diese Leichen zu obduzieren. Kann es sein, dass man Sie nicht wegen Ihrer Fähigkeiten ausgewählt hat? Meines Wissens nach gibt es bei Ihnen eine Menge Leute, die mehr Erfahrung haben.«

Doch es bleibt keine Zeit die privaten Befindlichkeiten zu erörtern, es gilt einen Mörder zu finden, der schon wenig später erneut zuschlägt. Dieses Mal ist das Opfer eine pensionierte Lehrerin, Mitte sechzig, verwitwet. Zwischen den Opfern gibt es keinerlei Verbindungen und auch sonst treten die Ermittlungen auf der Stelle. Helfen könnte ein junger Mann namens Karl, der mit seinen beiden einzigen Kumpeln als Hobbyfunker ab und an einem Kurzwellensender lauscht; einem isländischen Zahlensender. Dieser sendet Zahlenfolgen, die Karl zunächst nicht versteht, doch dann gelingt es ihm, diese zu entschlüsseln. Sie enthalten seine sowie die ID-Nummern der ersten beiden Mordopfer. Versucht der Mörder mit ihm Kontakt aufzunehmen?

Kommissar Huldar ist gewöhnungsbedürftig, aber die Serie könnte Spaß machen

Yrsa Sigurðardóttir ist auch außerhalb ihrer isländischen Heimat längst keine Unbekannte mehr. Vor allem mit ihrer Serie rund um die Anwältin Dóra hat sie sich gerade hierzulande eine große Fangemeinde erschlossen. Dazu kommen einige Stand-Alone-Thriller von allerdings unterschiedlicher Qualität. Nun also startet die Erfolgsautorin mit einem Duo. Kommissar Huldar, lockeres bis ungepflegtes Äußeres, permanent einen Nikotinkaugummi in Bearbeitung, hat bislang Probleme in seinem Privatleben, denn wenn immer er glaubt, eine passende Frau gefunden zu haben, endet die Bekanntschaft schnell, wenn er sich als Polizist outet. Um dies bei Freya zu vermeiden kam er auf die Idee, sich als Tischler vorzustellen. Da Freya nun unvermittelt seine wahre Identität erfährt, ging auch dieser Versuch nach hinten los. Dabei hätte auch Freya nichts gegen eine feste Beziehung einzuwenden, denn seit der Trennung von ihrem Mann ergab sich bislang nur die eine Nacht mit Jonas alias Huldar. Die Beziehung der Beiden hat noch nicht begonnen, da liegt sie schon in Trümmern, doch es dürfte eine große Überraschung sein, wenn sich dies in den folgenden Romanen der Serie nicht noch ändern würde.

Der Fall selbst ist spannend, die Ermittlungsarbeit – oftmals ebenso monoton wie ergebnislos – wird ordentlich dargestellt, allein die Anzahl verdächtiger Personen bleibt überschaubar. Eigentlich drängt sich niemand auf und so ist es am Ende einmal mehr eine Lösung, die man schon »recht häufig« gelesen hat. Allerdings ist das Motiv des Täters originell. Yrsa Sigurðardóttir zeigt sich einmal mehr als große Erzählerin, die ihre Handlung atmosphärisch auszuschmücken versteht. Dies geht naturgemäß zu Lasten des Erzähltempos und führt zu der einen oder anderen Wiederholung bereits erwähnter Umstände; kurz, man hätte den Plot gerne etwas straffen können. Alles in allem ist DNA ein gelungener Serienstart, der Freude auf mehr macht. Nicht nur die »Beziehung« zwischen Huldar und Freya dürfte für weitere Spannung sorgen.

Jörg Kijanski, Dezember 2016

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uwe zu »Yrsa Sigurðardóttir: DNA« 09.12.2017
bei seite 148 war schluss, keine spannung, ,es passiert nichts !, langweilige dialoge. eine teenie liebesgeschichte zwischen freya und huldar, könnte so auch in der bravo stehen. dann immer wieder gähnende langeweile nach dem motto : irgendwie soll das ja ein dickes buch werden. schade habe schon richtig gute bücher von ihr gelesen
Andrea zu »Yrsa Sigurðardóttir: DNA« 29.10.2017
Eigentlich schätze ich Yrsa Sigurdadottir als Krimiautorin, aber diesmal war ich etwas enttäuscht. Der Plot insgesamt und auch die Hauptfiguren sind durchaus interessant, aber während des Lesens war ich oft von dem unprofessionellen und - z.B. im Hinblick auf die Sicherheit der kleinen Zeugin - fahrlässigen und stümperhaften Verhalten der Polizei genervt. Die kindischen Rivalitäten der Polizisten, das wenig souveräne Führungsverhalten von Kommissar Huldar, es war mir einfach zuviel Inkompetenz auf einmal, um glaubwürdig zu sein. Hinzu kommen die zufälligen Beziehungs- und Abstammungsverflechtungen, die Island wie ein kleines Dorf erscheinen lassen. Schade!
Kasia zu »Yrsa Sigurðardóttir: DNA« 26.08.2017
Da ich das Buch als Gebundenes Exemplar gelesen habe, war es reiner Zufall, dass ich es las (Aus Kostengründen lese ich eher Taschenbücher).
Das Buch ist aus meiner Sicht super! Von der ersten bis zur letzten Seite fühlte ich mich gut unterhalten.
Die Figuren werden in den folgenden Bänden sicherlich mehr ausgeschmückt, in diesem Roman lernt der Leser sie erstmal kennen.
Der Schreibstil der Autorin spricht mich an, denn sie schreibt leicht verständlich und bedient sich der einfachen Alltagssprache.
Ich war wie gefesselt von der Geschichte und nutzte jede freie Minute, um zu lesen.
Ich kann "DNA" jedem empfehlen, der die Autorin noch nicht kennt (ich kannte sie zuvor nicht) und ein gutes Buch sucht.
Marco R. Graf zu »Yrsa Sigurðardóttir: DNA« 11.02.2017
Ein durchaus Spannender Krimi mit einzelnen Längen.
Der Protagonist (Huldar) ist in diesem Roman schon fast etwas unscheinbar, bis auf seine Konsum von Nikotinkaugummis gibts nicht viel Auffälliges an ihm und er wäre im Prinzip fast austauschbar. Das muss aber nicht zwingend schlecht sein, so kann er für die künftigen Fälle noch etwas 'geformt' werden.
Die Übrigen Charaktere wurden hinreichend beschrieben, teilweise fast etwas zu sehr was gewisse Längen erklärt (es gab ein paar Abschnitte, die hätte man mMn getrost weglassen können).

Der Fall selber ist interessant und die Zusammenhänge erfährt man erst gegen Ende, sie sind aber grundsätzlich in sich schlüssig.

Dass es allerdings solche Mühe machte, die Zahlen zu decodieren erscheint etwas unglaubwürdig, ich denke da hätte die Polizei relativ schnell dahinter kommen müssen, so kompliziert war das nun auch wieder nicht. Und dass das dann alles damit auch noch so funktioniert hat... etwas unrealistisch.

Nichtsdestotrotz, die Lektüre hat mich gut unterhalten und wenn die Serie fortgesetzt wird, werde ich mir den nächsten Band sicher zulegen.

(Bewertung: 75/100)
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