Schweigend steht der Wald von Wolfram Fleischhauer

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2013 bei Droemer.

  • München: Droemer, 2013. ISBN: 978-3-426-19854-4. 400 Seiten.
  • [Hörbuch] Berlin: Argon, 2013. Gesprochen von Detlef Bierstedt. ISBN: 3839812798. 5 CDs.

'Schweigend steht der Wald' ist erschienen als Hardcover Hörbuch

In Kürze:

Als es die Forststudentin Anja Grimm ausgerechnet in jene entlegene Gegend im Bayerischen Wald verschlägt, wo sie als kleines Mädchen mit ihren Eltern Urlaub gemacht hat, holt sie der Alptraum ihrer Kindheit ein: Kurz nach ihrer Ankunft wird im gleichen Waldstück, wo vor zwanzig Jahren ihr Vater spurlos verschwand, der geistig zurückgebliebene Xaver Leybach erhängt aufgefunden. Und dies soll nicht der einzige Todesfall bleiben, der durch Anjas Auftauchen ausgelöst wird. Schon bald erregt Anja mit ihrem Verdacht, dass Xaver etwas über das Verschwinden ihres Vaters wusste, nicht nur bei den Dorfbewohnern Misstrauen und Feindseligkeit. Selbst die Polizei reagiert äußerst reserviert auf ihre Nachforschungen. Und als sichtbar wird, dass die junge Frau die Zeichen des Waldes lesen kann wie ein offenes Buch, steht eine furchtbare Entscheidung an.

Das meint Krimi-Couch.de: »Der Wald vergisst nichts« 85°Treffer

Krimi-Rezension von Andreas Kurth

Anja Grimm hat während eines Ferienaufenthaltes in einem bayrischen Provinzdorf ihren Vater verloren. Viele Jahre später kehrt sie als Forststudentin zurück, um während eines Praktikums die Wälder um Faunried zu kartieren. Als eine Bodenprobe auf einer Waldwiese plötzlich Auffälligkeiten zeigt, wird die junge Frau nachdenklich. Dort muss es große Erdbewegungen gegeben haben. Und dann wird sie auch noch von dem geistig gestörten Xaver, den sie von damals kennt, mit einem Jagdgewehr bedroht. Als dann Xaver erhängt an einem Hochsitz gefunden wird – nachdem er zuvor offenbar seine betagte Mutter erschlagen hat – überschlagen sich die Ereignisse. Anja Grimm beginnt mit intensiven Nachforschungen, aber sie stößt auf eine eisige Mauer des Schweigens, und die Polizei ist ihr auch weder Freund noch Helfer. Erst das schlechte Gewissen einiger Insider führt zu neuen Erkenntnissen und schließlich zu einem überaus dramatischen Finale.

Ablehnung beflügelt die Nachforschungen

Wolfram Fleischhauer hat mit Schweigend steht der Wald einen Roman vorgelegt, der den Leser nach einer kurzen Anlaufphase förmlich ansaugt. Der Autor setzt dabei nicht auf Action oder viele Leichen, sondern einfach auf überaus komplexe Sachverhalte und Beziehungsgeflechte. So baut Wolfram Fleischhauer eine permanent zunehmende Spannung auf, die dazu führt, dass man als Leser unbedingt wissen will, wie die Lösung der komplizierten Fragen aussehen könnte. Die Protagonistin ist eine sensible, aber auch hartnäckige junge Frau, die sich von ihren Vorgesetzten, der Polizei oder der abweisenden Haltung der Menschen im Dorf nicht abschrecken oder aufhalten lässt. Die eisige Ablehnung, und die später immer mehr zunehmende Feindseligkeit führen bei ihr vielmehr  zu einer Trotzhaltung, die im Hinblick auf ihre Nachforschungen beflügelnd wirkt. Anja Grimm ist eine toughe, junge Frau – und scheut weder Probleme noch Gefahr, um ihr Ziel zu verfolgen.

Oberthema mit der Geschichte verwoben

Das übergeordnete Thema des Romans erschließt sich dem Leser nur in ganz kleinen Schritten. Schon früh keimt ein Verdacht auf, der aber noch unterschwellig bleibt. Verblüffend ist dabei, wie die Forststudentin Hinweise und Spuren im Wald findet. Das hat ein wenig von den Indianern bei Karl May, die anhand des herunter gedrückten Grases bestimmen konnten, wie lange es her war, dass Tiere oder Menschen einen bestimmten Ort verlassen hatten. Bei Wolfram Fleischhauer ist das ganze wissenschaftlich geprägt und untermauert – dadurch aber nicht minder faszinierend. Aus dramaturgischen Gründen kann und will ich hier den Gesamtzusammenhang nicht enthüllen. Aber ich kann gefahrlos feststellen, dass der Autor offensichtlich gut recherchiert hat, und sein Oberthema mehr als geschickt in die Kriminalgeschichte verpackt, genauer gesagt, es mit ihr verwoben hat.

Erinnerungen sind eher nebulös

Neben Anja Grimm gibt es noch weitere interessante Figuren, die fast alle den beiden Familien Leybach und Gollas angehören. Die meisten kennt die junge Studentin von ihren zwei Jahrzehnte zurück liegenden Ferienaufenthalten im Dorf, aber viele der Erinnerungen sind eher nebulös. An den jetzt toten Xaver hat sie harmlose Erinnerungen, er galt als liebevoller Spinner. Wichtige Rollen spielen die inzwischen erwachsenen Söhne Lukas und Rupert der Familie Gollas. Rupert gibt sich unnahbar, Lucas sucht dagegen auffällig Anjas Nähe. Beide Verhaltensweisen kann sie zunächst nicht so richtig einordnen. Als die Zusammenhänge dann etwas klarer werden, ist sie in mancherlei Hinsicht hin- und hergerissen. Aber auch die Eltern der Brüder – Waltraud und Franz Gollas – kann Anja nicht so recht durchschauen. Sie scheinen ebenfalls mehr zu wissen, als sie preisgeben wollen. Was aber für viele andere Figuren auch gilt. Die personelle Gemengelage wird noch komplizierter, wobei der Leser stets etwas mehr weiß als die Protagonistin. Was ihm jedoch nichts hilft, denn er wird vom Autor auf zahlreiche Fährten geführt, die vermeintlich hilfreich sind, sich aber als Blindgänger erweisen. Zuweilen glaubt man die Lösung des Falles sicher zu kennen, um dann wieder auf den Anfang zurückgeworfen zu werden.

Anja muss einige dicke Bretter bohren, was sie mit viel Biss und Zähigkeit auch in Angriff nimmt. Die merkwürdige Rolle der Polizei in dem ganzen Verwirrspiel wird dem Leser auch erst langsam deutlicher. Bei all den Kumpaneien geht es übrigens nicht originär um bayrische Spezl-Wirtschaft, sondern diese Verhältnisse von zusammen haltenden Familien-Clans und Dorfgemeinschaften lassen sich in ähnlicher Form wohl in ganz Deutschland finden.

Wolfram Fleischhauer schreibt sehr bildhaft, er geht bei vielen Beschreibungen enorm ins Detail, was bei der Waldanalyse zuweilen leicht langatmig wirkt, aber gerade noch an der Grenze des Erträglichen bleibt. Neue Dynamik entwickelt sich dann durch überraschende Handlungen und lebendige Dialoge. Das dramatische Finale ist insgesamt mit einigen Überraschungen garniert. Schweigend steht der Wald ist ein mehr als lesenswertes Buch. Wenn man erst einmal davon gefesselt ist, mag man kaum Lesepausen machen. Die Geschichte ist der eigentliche Star – aber auch die Protagonistin hat es in sich. Absolut empfehlenswert.

Andreas Kurth, November 2013

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A. Feik-Wagner zu »Wolfram Fleischhauer: Schweigend steht der Wald« 13.06.2016
Ein spannendes, ergreifendes Buch. Absolut lesenswert - gerade in der heutigen Zeit, in der Übles wieder hervorkriecht!
Wolfram Fleischhauer versteht es meisterlich das Spannende mit dem Informativen zu verbinden. Ich habe das Buch regelrecht verschlungen. Und der Hinweis "fiktive Geschichte" stimmt nur bedingt.
Gospelsinger zu »Wolfram Fleischhauer: Schweigend steht der Wald« 17.11.2015
Anja Grimm ist Forststudentin, durchaus passend zum Namen. Jetzt macht sie ihr Praktikum im Wald, und zwar ausgerechnet in Faunried, wo sie als Achtjährige die Ferien verbracht hat – und wo ihr Vater spurlos verschwand. 20 Jahre ist das her, und immer noch ist ungeklärt, was damals geschehen ist.

Kaum hat Anja ihre Arbeit, das Entnehmen von Bodenproben, begonnen, trifft sie auf einen alten Bekannten. Mit dem geistig zurückgebliebenen Xaver hatte sie damals oft gespielt, aber jetzt bedroht er sie mit dem Gewehr und will sie von einer ganz bestimmten Stelle im Wald fernhalten.
Kurz darauf findet sie ihn erhängt am Hochsitz. Und das ist nicht die einzige Leiche.
Anja fängt an, nachzuforschen, und macht sich damit bei den Dorfbewohnern unbeliebt. Denn die haben etwas zu verbergen. Sehr viel sogar.

Dieser anspruchsvolle Krimi hat mich von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt.
Beim Lesen bin ich willig in das märchenhafte Innere des nicht bewirtschafteten Waldes eingetaucht. Solche Wälder sind selten geworden, sie sterben aus. Leider interessiert das niemanden.

„Aber es war leichter, die Menschen für den Erhalt des fernen Regenwalds zu mobilisieren als gegen die staubigen und verwurmten Pressspanforste vor der eigenen Haustür.“

Die erzählte Geschichte ist zunächst ebenso geheimnisvoll wie der Wald, in dem Anja lesen kann, wie andere Leute in einem Buch. Eine unterschwellige Spannung zieht sich durch diesen Krimi, eine unheimliche Atmosphäre baut sich auf, die sich in einem fulminanten Finale entlädt.

Ganz nebenbei lernt man auch noch Einiges darüber, wie sich Waldböden zusammensetzen, was man aus der Ansiedlung bestimmter Pflanzen herauslesen kann, wie Buchen für ihren Nachwuchs sorgen und wie man das Märchen „Hänsel und Gretel“ auch ganz anders als gewohnt lesen kann.

Zusammen ergibt das einen spannenden Krimi, der die Genregrenzen überschreitet und eine intelligente Lektüre bietet.
walli007 zu »Wolfram Fleischhauer: Schweigend steht der Wald« 05.09.2015
Der Wald spricht

Nach zwanzig Jahren kehrt Anja Grimm zurück an den Ort, an dem sie mit ihren Eltern die Sommerferien verbrachte. Sie studiert Forstwirtschaft und macht ein Praktikum beim naheliegenden Forstamt. Mit einem Kollegen ist sie dabei, den Wald zu kartieren und Bodenproben zu entnehmen. Anja stellt bei der Untersuchung der Bodenkerne fest, dass der Waldboden anders aussieht als sie es in einer eng umgrenzten Region erwarten würde. Kann es sein, dass ihr Vater, der vor zwanzig Jahren hier verschwand, auf der Lichtung begraben wurde. Das Schicksal ihres Vaters möchte sie aufklären und gerät in einen Wald aus dunklen Geheimnissen.

Kurz vor der Jahrtausendwende beginnt die Handlung dieses Romans und reicht weit in die Vergangenheit zurück. Die knapp dreißigjährige Anja und ihre Mutter haben den Verlust des Vaters und Ehemannes nie verwunden. Besonders schwer wiegt die Ungewissheit, die sein Los umgibt. Hat er sie verlassen? Wurde er Opfer eines Unfalls oder gar eines Verbrechens? Nicht ganz zufällig ist der Ort des Praktikums gewählt. Und so kann sich der Leser mit Anja auf eine Entdeckungsreise begeben, die zunächst mit recht harmlosen Erkenntnissen und kleinen Ungereimtheiten beginnt und schließlich zu immer beklemmender werdenden Nachforschungen führt.

So wie sich die Ereignisse langsam entwickeln, so langsam entwickelt sich auch die Lektüre. Von einem zunächst mäßig interessanten Ausflug in die Forstwirtschaft zu einem ausgesprochen spannenden Krimi, mit dem sehr klar wird, dass die deutsche Vergangenheit noch lange nicht verarbeitet ist und immer noch gerne verleugnet wird. Die Reaktion der Vertuschung scheint auch heute noch gang und gäbe zu sein. Wo sind die aufrechten Aufklärer? Wie viele Generationen braucht es, um die Schuld nicht mehr unter den Teppich zu kehren. Ein sehr gelungenes Werk der Mahnung und auch der Hoffnung. Gerade in der heutigen Zeit, wo es dafür Sorge zu tragen gilt, dass sich Geschichte nicht wiederholt.
lazy II zu »Wolfram Fleischhauer: Schweigend steht der Wald« 12.03.2015
Manchmal dient ein Buch "nur" der Unterhaltung. Grund genug, es zu lesen.

Für mich war "Schweigend steht der Wald" ein Schock. Ich wusste nichts davon, das normale" Bürger am Ende des Krieges Jagd auf KZ-Häftlige gemacht, aus welchen Gründen auch immer. Ich konnte es nicht fassen.

Es war so schwer zu glauben. Für mich so zweifelhaft, dass ich sofort anfing, selbst zu recherchieren, um den Wahrheitsgehalt, den Anteil an Wahrheit in dieser Geschichte für mich festzulegen.

Ich hatte am Anfang das Buch in einem Kopf in die Krimischublade gesteckt hatte, ohne mehr zu erwarten. Nach ein paar Seiten war alles glasklar: Anja war ein Fachidiot mit Kindheitstrauma. Schwach, wenig belastbar, kein Biss.

Das Erstaunliche ist die überzeugende Entwicklung der Figur zur Kämpferin. Bis an den Tod heran tritt sie, um der Wahrheit willen. Und auch für ihr Seelenheil.

Die Verknüpfung von großen Themen mit persönlichem Schicksal funktioniert
eigentlich immer. Und hier ist sie besonders raffiniert. Ein außergewöhnlich
gutes Buch.
Anja S. zu »Wolfram Fleischhauer: Schweigend steht der Wald« 01.05.2014
Ich bin eine große Bewunderin von Herrn Fleischhauer, "3 Minuten mit der Wirklichkeit" gehört immer noch zu meinen absoluten Lieblingsbüchern. Auch hier ist ihm ein gutes Buch gelungen, wie immer ist eine finstere Vergangenheit mit der Gegenwart verknüpft, wie immer hat der Autor gründlich recherchiert und schafft es sogar, dröge Forstwirtschaft interessant aufzubereiten. Das Ende...nun ja, ohne etwas verraten zu wollen, kommt etwas abrupt und auch nicht so ganz glaubwürdig, was aber dem Buch keinen Abbruch tut.
Hans-Georg Binder zu »Wolfram Fleischhauer: Schweigend steht der Wald« 08.03.2014
Interessantes Genre, aber eben Literatur, nur Literatur. Die Realität in diesem zurückgebliebenen Teil der Republik ist aber vielschichtiger. Die politischen, vor allem rechten Verwerfungen seit der Nachkriegszeit allein im Raum Wunsiedel - man lese und fragen nur bei denen nach, die gegen die NPD seit 1967 und die REPs bis heute kämpfen - böten Raum für mehrere Romane.
liva zu »Wolfram Fleischhauer: Schweigend steht der Wald« 24.10.2013
Das ist mal wieder ein Krimi nach meinem Geschmack! Gerade eben zu Ende gelesen bin ich noch ganz benommen und angespannt. Hier kommt man nicht zum Durchatmen. Mit viel Gespür und geschickter Raffinesse ausgestattet bietet uns Wolfram Fleischhauer hier ein ganz besonderes Schmankerl. Nicht in üblicher Krimimanier, Mord-Leiche-Kommissar, sondern mal ganz anders. Beginnend mit Anja Grimm, Forststudentin:

Das Verschwinden des Vaters vor 20 Jahren hat nicht nur bei der Mutter sondern auch bei Anja Spuren hinterlassen. Während die Mutter nach einem missglückten Suizid zuhause betreut werden muss, nimmt Anja einen Praktikumsplatz in der Forstverwaltung Waldmünchen an. Ganz in der Nähe des Ortes, in dem sie als Kind mit ihren Eltern die Sommerferien verbracht hat. Ihr Vater war Biologielehrer und an Fauna und Flora sehr interessiert. Im nahegelegenen Wald verschwand er dann für immer. Da war Anja acht. Und in eben diesem Wald nimmt Anja jetzt Bodenproben und stößt dabei nicht nur auf ihre Vergangenheit und auf alte Bekannte, sondern entdeckt Auffälligkeiten in der Bodenbeschaffung. Und damit kommt ein Stein ins Rollen, der nicht mehr aufzuhalten ist. Die Bevölkerung ist zunehmend beunruhigt, lang Vergessenes tritt wieder an die Oberfläche, zum Leidwesen aller Beteiligten. Was geschah damals und ist es wirklich sinnvoll, lange Verdrängtes und Verloschenes aufzudecken? Denn was befindet sich darunter?

Mit ihrem Wissen sieht Anja mehr als andere, blickt tief in die Erde des Waldes und in die Vergangenheit. Die Atmosphäre dessen wird in jeder Seite des Romans spürbar; die sich zuspitzende, feindliche Gesinnung den Dorfbewohnern gegenüber und in den Familien untereinander greifbar. Familienverhältnisse gibt der Autor häppchenweise preis, so dass langsam ein Bild der Zusammenhänge entsteht. Die Charaktere sind glaubhaft und interessant beschrieben und lassen den Leser an deren Innenleben lebhaft teilhaben. Man bleibt, wie die Protagonistin selbst, lange im Unklaren über das was passiert ist. Auch Anja weiß am Ende, dass manchmal etwas nicht zu tun ebenso sträflich sein kann wie etwas zu tun.

Fesselnd und unterhaltsam besticht dieser Krimi mit Psychologie und Einfühlung. So bildlich erzählt, dass man glaubt, man steht im Wald ;-)

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1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Buchhörer zu »Wolfram Fleischhauer: Schweigend steht der Wald« 30.09.2013
Rückmeldung zu "Schweigend steht der Wald" (als Lesung):Zitat aus dem Eingangstext (Ende):
"... Und als sichtbar wird, dass die junge Frau die Zeichen des Waldes lesen kann wie ein offenes Buch, steht eine furchtbare Entscheidung an."Dem potenziellen Leser des Buchs und Fleischhauer-Kenner steht keine furchtbare Entscheidung an: Die Lektüre lohnt sich unbedingt!Und der Forststudentin Anja Grimm zu diesem Zeitpunkt auch nicht mehr: Sie hat sich längst entschieden, konsequent nach der Wahrheit zu suchen. Wobei sich ihre Kenntnisse von Pflanzengesellschaften und Bodenbeschaffenheit des Waldes als überaus hilfreich erweisen. Wie bei Fleischhauer üblich, fachlich sorgfältig recherchiert und nicht einfach nur dahingeplaudert!Wenn hier also etwas furchtbar ist, dann weniger ihre Entscheidung, als vielmehr die damit verknüpften Ereignisse.Mehr sei nicht verraten.Nur so viel noch: Das Buch ist ausgesprochen spannend, hat ihn der Mitte eine leichte Verschnaufpause (ich würde es nicht als Durchhänger bezeichnen) und nimmt gegen den Schluss hin nochmals so viel Fahrt auf, dass mein Hörerherz (Audiobuch!) schneller schlug und die Spannung durch die eigene Unruhe greifbar wurde. Was einen guten Thriller ausmacht (allerdings geht Fleischhauers Erzählung über einen guten Thriller hinaus!).Traumatisch, geheimnisvoll, wissenschaftlich, leidenschaftlich, unbequem, konsequent. Mit einem fulminanten Finale, das nachdenklich stimmt!

Hinweis an die Redaktion:
Gestern ist es mir zum ersten Mal gelungen, hier einen Text beizusteuern (zu Fleischhauers "Die Frau mit den Regenhänden"), bei dem die Formatierung erhalten blieb.

Bei obigem Text hingegen ist die Gliederung, sind sämtliche Absätze verschwunden, und selbst das anschliessende Leerzeichen nach einem Punkt am Satzende fehlt jeweils!

Das, obwohl der Text mit demselben, einfachen Programm verfasst wurde - TextEdit auf dem Mac.

Fast schon ein Rätsel von Fleischhauerscher Qualität ;-)
Oder übersehe ich die einfache Lösung?
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