Der große Plan von Wolfgang Schorlau

Buchvorstellung

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2017 bei Kiepenheuer & Witsch.
Folge 9 der Georg-Dengler-Serie.

  • Köln: Kiepenheuer & Witsch, 2017. ISBN: 978-3-462-04667-0.

'Der große Plan' ist erschienen als Taschenbuch

In Kürze:

Endlich, die mageren Jahre sind vorbei! So jedenfalls scheint es dem Stuttgarter Privatermittler Georg Dengler. Zum ersten Mal ergattert er einen wirklich gut bezahlten Auftrag: Das Berliner Auswärtige Amt will, dass er nach der Mitarbeiterin Angela Förster sucht. Ein Handyvideo legt nahe, dass sie entführt wurde. Mithilfe seiner technisch versierten Freundin Olga gelingt es Dengler, vier verdächtige Männer zu identifizieren. Bevor er sie befragen kann, werden sie allesamt ermordet. Gibt es einen Verräter im Auswärtigen Amt? Oder gibt Denglers neue Mitarbeiterin Petra Wolff Informationen an die Killer weiter? Denglers Ermittlungen enden in einer Sackgasse. Die Entführte war als Beamtin an die Troika ausgeliehen worden, die Griechenland die Bedingungen der Eurogruppe diktiert hat. Liegt hier der Schlüssel für den Fall? Dengler nimmt einen neuen Anlauf und stößt auf das größte Geheimnis der sogenannten Griechenlandrettung: Auf welchen Konten sind die vielen Milliarden europäischer Steuergelder letztlich gelandet? Als Dengler die Namen der Personen und Institutionen ermittelt, die diese gewaltigen Summennkassiert haben, gerät er selbst ins Visier.

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reiman zu »Wolfgang Schorlau: Der große Plan« 02.04.2018
Ich finde den Krimi hervorragend, auch wie darin so nebenher bezüglich realen Missständen (sogenannte Rettungsschirme für Griechenland) ermittelt wird.
Einzig warum Reschke so aufwändig (u. nicht einfach erschossen wurde) im Solarium getötet wurde, war für mich nicht nachvollziehbar. Ansonsten: beste Unterhaltung und politisch-wirtschaftliche Bildung!
Edith Sprunck zu »Wolfgang Schorlau: Der große Plan« 21.03.2018
Ich hatte zwar nicht geplant, einen Kommentar zu diesem für mich großartigen Roman zu schreiben, aber die Tatsache, dass es dafür bislang nur eine Stimme mit 9° gibt, fordert mich regelrecht dazu auf. "Der große Plan" ist für mich alles andere als lauwarme Kost oder gar reif für die Tonne. Der 9. Fall mit dem sympathischen Detektiv Georg Dengler und seinem altbewährten Team, das interessanten Zuwachs bekommen hat, ist wieder einmal durch und durch politisch, anspruchsvoll, aufrüttelnd und regt zum Nachdenken und sicherlich vielen Diskussionen an. Wolfgang Schorlau hat diesmal die "Griechenlandrettung" in einem spannenden Krimi verarbeitet und dazu, wie nicht anders von ihm zu erwarten, ausgiebig recherchiert. Dabei greift er u.a. weit in die Vergangenheit zurück. Er blendet Ereignisse aus dem 2. Weltkrieg ein, wobei er Gräueltaten der Nazis, insbesondere in Griechenland, plastisch, aber nicht raumgreifend, darstellt. Ebenso zeigt er auf, wie alte Nazi-Schergen nach dem Krieg in Amt und Würden weiter leben und so manches Schicksal lenken konnten. Aktuellen politischen Geschehnissen samt realen Namen wird ebenso viel Platz eingeräumt. Teile des Romans waren für mich streckenweise sehr anstrengend zu lesen, da es über einige Passagen um finanzpolitische Aktionen geht, von denen ich nicht allzu viel verstehe, normalerweise auch nichts mit ihnen am Hut habe. Wolfgang Schorlau gibt sich große Mühe, diese komplizierten Sachverhalte für Laien verständlich darzustellen, und, ja, man kann es schaffen, ihm zu folgen. Zwei Sichtweisen stehen sich -wohl nicht nur im Roman - diametral gegenüber. Auf der einen Seite stehen die Menschen, die die Griechenlandhilfe ablehnen und die Griechen verurteilen, weil sie sich auf Kosten anderer einen schönen Lenz machen. Auf der anderen Seite sind diejenigen, die nachvollziehbar und anschaulich dargestellt dafür eintreten, dass diese Hilfe dringend notwendig und auch berechtigt ist. Und W.S. beschäftigt sich und seine LeserInnen mit der Frage, wo das bislang gezahlte Geld tatsächlich gelandet ist. Verpackt ist dies alles in eine sehr spannende Kriminalhandlung um die Entführung einer Mitarbeiterin des Auswärtigen Amtes. Dabei gibt es viele interessante Wendungen bis zum Schluss. Der Krimi ist im übrigen auch gut strukturiert und somit flüssig zu lesen.
Man könnte einen Roman über diesen Roman schreiben, um ihm gerecht zu werden. Aber das ist schließlich nicht Sinn der Sache. Jeder sollte sich sein eigenes Bild machen. Ich fände es jedenfalls schade - und nicht nur bei diesem Buch -, wenn durch eine negative Punktebewertung ein Krimi von vornherein gemieden würde.
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