Das München-Komplott von Wolfgang Schorlau

Buchvorstellung

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2009 bei Kiepenheuer & Witsch.
Folge 5 der Georg-Dengler-Serie.

  • Köln: Kiepenheuer & Witsch, 2009. ISBN: 978-3-462-04132-3. 334 Seiten.

'Das München-Komplott' ist erschienen als Taschenbuch

In Kürze:

Eine Mordserie an ehemaligen NATO-Generalen schockiert die Öffentlichkeit. Kann es sein, dass staatliche Stellen in Deutschland und im Ausland zielgerichtet Terrorakte und politische Morde verüben? Der Stuttgarter Privatdetektiv Georg Dengler ermittelt in einem Fall, der in seiner Brisanz Schorlaus Politkrimi Die blaue Liste noch übertrifft. Im November 2009 wird in dem exklusiven New Yorker Harvard Club der pensionierte deutsche Vier-Sterne-General Klaus Naubert erschossen. Der Täter entkommt unerkannt. Ein Verrückter, heißt es in der Öffentlichkeit, dieser Mord habe keinen Sinn. Die Leitung des Bundeskriminalamtes ist sich nicht so sicher. Sie bittet ihren früheren Spitzenermittler Georg Dengler um Mithilfe. Dengler entdeckt eine heiße Spur: Kann es sein, dass Naubert und höchste deutsche Regierungsstellen in das Attentat während des Oktoberfestes 1980 verwickelt waren? Damals starben 13 Menschen, und den offiziellen Ermittlungen zufolge war ein isolierter Einzeltäter dafür verantwortlich. Wurden damals systematisch Spuren verwischt? Werden nun die letzten Mitwisser dieses Verbrechens beseitigt? Zwei weitere NATO-Generale werden getötet. Plötzlich wird auch dem BKA dieser Fall zu gefährlich. Doch Dengler ermittelt auf eigene Faust weiter.

Ihre Meinung zu »Wolfgang Schorlau: Das München-Komplott«

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M.Albrecht zu »Wolfgang Schorlau: Das München-Komplott« 03.02.2012
Also für mich war es das erste Buch von Schorlau und war sehr angetan.Auch wenn die Handlung nur Fiktion ist bekommt man doch Einblicke in die Arbeit von BKA und Verfassunsschutz die einem teilweise unheimlich erscheint in welchem Überwachungsstatt man eigentlich lebt.Die Handlung ist fließend erzählt auch wenn der ganze grosse Showdown ausbleibt.
RolfWamers zu »Wolfgang Schorlau: Das München-Komplott« 01.11.2011
Man kann (und will) es zwar nicht glauben, aber die Grundlinien des Buches sind wohl nicht Fiktion sondern Realität. Absolut erschreckend!
Mir fiel beim Lesen mehrfach der nie enttarnte Mescalero ein, der bei den Morden der RAF eine "klammheimliche Freude" empfand. Vielleicht ist das wirklich die einzige Sprache, die diese Strippenzieher verstehen. Kann aber auch sein, dass Mescalero selbst eine Erfinduing von "denen" war, um das "gesunde Volksempfinden" anzuheizen.

Dieses Buch sollte Pflichtlektüre in der Oberstufe werden. Aber das ist mit Sicherheit Wunschdenken.
lenchen_196 zu »Wolfgang Schorlau: Das München-Komplott« 03.11.2010
Aktuell und realitätsnah

Georg Dengler, früher ein Polizeibeamter und heute ein Privatdetektiv, bekommt von dem Bundeskriminalamt einen Auftrag, den vor 30 Jahren am Oktoberfest verübten Bombenanschlag neu zu überprüfen. Damals wurden die Ermittlungen schnell abgeschlossen, es handelte sich angeblich um einen Einzeltäter und der wurde gleich am Tatort tot aufgefunden. Das größte Verbrechen in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland verschwand fast unbemerkt aus der öffentlichen Wahrnehmung und Erinnerung. Was ist der Grund, der Fall heute neu aufzurollen? Wie gefährlich kann die Nachforschung für Dengler und auch für seine Freunde sein?

Das ist schon der fünfte Fall des Privatermittlers Dengler, allerdings mein erster Fall von ihm. Der Autor Wolfgang Schorlau war mir bisher völlig unbekannt. Desto größer war mein Interesse, sein Buch „Das München-Komplott“ nach der Leseprobe vollständig zu lesen. Und meine Erwartungen wurden erfüllt.
Das ist ein spannender Polit-Thriller, der sich sehr kurzatmig lesen lässt. Die Handlung entwickelt sich rasch, die kurzen Abschnitte, die jeweils aus einer anderen Perspektive geschrieben sind, versprechen keine Langeweile und so ist es tatsächlich. Die Spannung hält bis zur letzten Seite. Der Stil ist flüssig, nicht trocken und trotzdem ohne Schönfärbereien, die Sprache eher einfach und nicht mit den Spezialbegriffen überlastet. Alle Personen sind sehr lebendig dargestellt, manche ganz humorvoll.

Die Fakten sprechen für sich. Alle Fäden ziehen sich nach oben. Alle werden von allen überwacht und verfolgt. Ob es wirklich so sein kann in unserem demokratischen Land? Dem Autor gelingt es, dem Leser klar zu machen, dass für die Geheimdienste nichts unmöglich ist. Dabei spielen die einzelnen Menschensschicksale keine Rolle, egal um wie viel es sich dabei handelt. Ob man daran glaubt oder nicht... Ich traue den Amerikanern alles zu. So könnten sie, ganz nach ihrem Plan, nicht nur die Neonazis zu der Niederschlagung der Unruhen von Arbeitslosen einbeziehen, sondern auch diese Unruhen selbst organisieren. Welcher Arbeitslose kämpft heute freiwillig und ohne Motivation auf den Barrikaden? Der verrückte NATO-Plan scheint die Motivationen für alle Fälle parat zu haben. Und die notwendigen, gut ausgebildeten Leute auch. Das im Anhang befindende Field Manual 30-31 lässt einen Schauer über den Rücken laufen. Ob es wirklich existiert?

„Finden und Erfinden“ – was ist wahr in der Geschichte und was nur der Fantasie des Autors entsprungen? Ob es als eine Vorwarnung nehmen muss? Und ob man etwas dagegen unternehmen kann? Das Buch lädt zum Nachdenken ein.
Mit der publizistischen Überzeugungskraft teilt uns der Autor seine Ansichten. Das macht das Buch noch aktueller. Die Finanzkrise, die Bundestagwahl 2009, Zitaten von heutigen Politikern oder deren skandalöse Entlarvungen, – der Roman spielt vor einem konkreten sozialpolitischen Hintergrund, gestützt auf reelle Fakten.

Etwas unglaubwürdig fand ich die Szene des „Kampfes“ zwischen Dengler und Leitner. Obwohl die nach Denglers Maß gefertigte Puppe schon früher nicht umsonst im Plot erwähnt wurde, konnte ich doch kaum glauben, dass dieser Sherlock Holmes’ Trick (mit der Wachspuppe in „Das leere Haus“) von einem modernen Autor für sein gegenwärtiges Werk auch ernst genommen wird. Für mich war es ein bisschen komisch.
Auch nicht besonders gut fand ich die Idee, diesen „gerechten“ Rächer Merkle in die Handlung einzubauen. Wieder ein Einzeltäter, seine (auch nicht guten) Taten wären aber nicht so leicht zu verwirklichen, weil er über keine NATO-Macht und keine NATO-Mittel verfügt. Diese gerade Linie fand ich ein wenig kindisch.

Die Überschriften zu jedem kurzen Kapitel kommen mir einerseits überflüssig vor, andererseits sind sie zu simpel, wie z.B. „Dengler verzweifelt“, „Dengler stirbt“ oder „Charlotte sucht Jan“.
Im Ganzen hat mir jedoch das Buch sehr gut gefallen. Ich werde bestimmt alle vier frühere Denglers Fälle lesen und freue mich, wenn der Autor Wolfgang Schorlau ihn mit weiteren Ermittlungen beauftragt.
Das Buch ist fesselnd und glaubhaft, aktuell und realitätsnah. Empfehlenswert für alle, die sich für Polit-Krimi interessieren.
Michael rentsch zu »Wolfgang Schorlau: Das München-Komplott« 24.08.2010
Ein wirklich spannendes Buch. Und wahrscheinlich auch viele wahre Dinge, die eigentlich erschreckend sind, wenn es der Wahrheit entspricht. Ich auf jedenfalls habe mein eigenes Bild nach dem Buch über die Politik mit diversen Politikern etc...
ich kann dieses Buch nur jeden empfehlen, nicht nur Leuten, die in München wohnen.
Danke an den Autor Wolfgang Schorlau
hapesu zu »Wolfgang Schorlau: Das München-Komplott« 27.03.2010
Auch hier hat der Autor gekonnt in seinem neuen Buch eine deutsche "Schmuddelecke" in das Licht der Öffentlichkeit gebracht. Wenn nur 10 % von dem, was er über die Methoden der Geheimdienste schreibt, zutreffend ist, so ist das schon Horror genug. Ich habe die im Anhang präsentierten Dokumente über das Field-Manual ganz bewußt nicht gelesen, weil ich gar nicht wissen will, was da - in schönem Amtsdeutsch - geschrieben steht.

Eine kritische Anmerkung muss ich aber dennoch loswerden: der "Deus ex machina" hat wieder einmal gehörig hingelangt ! Im letzten Roman war es Olga mit ihrer wodkagetränkten Melone, die dafür sorgte, dass der Held nicht starb und das Gute siegte - dieses Mal ist es Mario, der mit einer künstlerischen Aktion den selben Zweck verfolgt. Soll der Leser wirklich glauben, dass sich ein ausgebuffter Geheimdienstler damit hereinlegen läßt ?
hapesu zu »Wolfgang Schorlau: Das München-Komplott« 27.03.2010
Auch hier hat der Autor gekonnt in seinem neuen Buch eine deutsche "Schmuddelecke" in das Licht der Öffentlichkeit gebracht. Wenn nur 10 % von dem, was er über die Methoden der Geheimdienste schreibt, zutreffend ist, so ist das schon Horror genug. Ich habe die im Anhang präsentierten Dokumente über das Field-Manual ganz bewußt nicht gelesen, weil ich gar nicht wissen will, was da - in schönem Amtsdeutsch - geschrieben steht.

Eine kritische Anmerkung muss ich aber dennoch loswerden: der "Deus ex machina" hat wieder einmal gehörig hingelangt ! Im letzten Roman war es Olga mit ihrer wodkagetränkten Melone, die dafür sorgte, dass der Held nicht starb und das Gute siegte - dieses Mal ist es Mario, der mit einer künstlerischen Aktion den selben Zweck verfolgt. Soll der Leser wirklich glauben, dass sich ein ausgebuffter Geheimdienstler damit hereinlegen läßt ?
hapesu zu »Wolfgang Schorlau: Das München-Komplott« 27.03.2010
Auch hier hat der Autor gekonnt in seinem neuen Buch eine deutsche "Schmuddelecke" in das Licht der Öffentlichkeit gebracht. Wenn nur 10 % von dem, was er über die Methoden der Geheimdienste schreibt, zutreffend ist, so ist das schon Horror genug. Ich habe die im Anhang präsentierten Dokumente über das Field-Manual ganz bewußt nicht gelesen, weil ich gar nicht wissen will, was da - in schönem Amtsdeutsch - geschrieben steht.

Eine kritische Anmerkung muss ich aber dennoch loswerden: der "Deus ex machina" hat wieder einmal gehörig hingelangt ! Im letzten Roman war es Olga mit ihrer wodkagetränkten Melone, die dafür sorgte, dass der Held nicht starb und das Gute siegte - dieses Mal ist es Mario, der mit einer künstlerischen Aktion den selben Zweck verfolgt. Soll der Leser wirklich glauben, dass sich ein ausgebuffter Geheimdienstler damit hereinlegen läßt ?
anyways zu »Wolfgang Schorlau: Das München-Komplott« 19.02.2010
Manipulation auf höchstem Niveau



Georg Dengler betreibt nach seinem Abschied vom Bundeskriminalamt erfolgreich eine Ein-Mann-Detektei in Stuttgart. Er hat ein gut funktionierendes Sozialnetz bestehend aus seinen drei besten Freunden, dem Journalisten Leopold, dem Künstler Mario und dem Horoskop-Verfasser Martin und seiner Freundin Olga, die aber z. Zt. in Rumänien weilt.
Seine Aufträge sind mitunter wenig spektakulär, halt das übliche wie eine verschwundene Ehefrau oder den untreuen Gatten ausfindig machen.
Nur sein neuer Fall hat es in sich. Der neue BKA Präsident tritt an ihn heran und bittet Dengler die Fall- Akten zu dem fast 30 Jahre zurückliegenden Anschlag auf das Münchner Oktoberfest zu prüfen. Er beratschlagt diesen neuen Auftrag mit seinen Freunden und sagt nach einer gewissen Bedenkzeit zu.
Das BKA stellt ihm daraufhin alle Akten zur Verfügung und Dengler begibt sich auf eine gefährliche und blutige Vergangenheit. Schnell fallen ihm Ungereimtheiten auf, die die These des Einzeltäters widerlegen. Er fischt in trüben Gewässern und scheucht Leute in den höchsten politischen und geheimdienstlich aktiven Kreisen auf, als dann auch noch Anschläge auf seinen Freund Martin verübt werden, steht er sich einem Albtraum aus Spionage, Vertuschung und Verleumdung von Mächten gegenüber die auch heute noch die Finger am Knopf der Macht haben.


Wie leicht sind wir Menschen eigentlich zu manipulieren?
Das Attentat auf das Oktoberfest 1980 nimmt in der kollektiven Erinnerung der BRD keinen angemessenen Platz ein, weil daran weder häufig durch die Medien erinnert wird, noch das es zu einer vollständigen Aufklärung eines der größten Terrorakte in der westdeutschen Nachkriegsgeschichte gekommen ist.
Ich persönlich bin erst durch dieses Buch damit konfrontiert worden.
Was muss diese Tatsache für all die Hinterbliebenen bedeuten?

Wolfgang Schorlau liefert uns mit seinem 5. Fall um die Figur Georg Dengler einen packenden Krimi, der den Blick für diesen Akt der sinnlosen Gewalt wieder schärft.
Ein Buch das vergangene und aktuelle politische Ereignisse miteinander verknüpft und in einer scharfsinnigen Weise interpretiert. Ebenfalls kommt die Anmerkung, das nach dem Untergang der Stasi immer noch Geheimdienste weltweit operieren, die die Fäden der Macht in der Hand halten und Regierungen wie Marionetten tanzen lassen.

Selten hat mich ein deutscher Krimi so fasziniert, mitgerissen und aufgewühlt.
vmoeckel@yahoo.de zu »Wolfgang Schorlau: Das München-Komplott« 18.02.2010
Puh, den neue Schorlau hat mich richtig umgehauen. Man glaubt nicht, was man liest, muß dann jedoch einsehen, dass Schorlau hervorragend recherchiert hat (einschließlich des angehängten Dokumentes, bei dem man große Augen bekommt). Ich bin immer wieder verblüfft, wie er an die interessanten Themen für seine Romane kommt.
Für mich bisher der beste Schorlau!!
charlotte_30 zu »Wolfgang Schorlau: Das München-Komplott« 03.01.2010
Das München-Komplott ist ein Krimi der besonderen Art, denn Dengler ermittelt für das BKA um einen Fall zulösen der 30ig Jahre zurückliegt und aus dem kulturellen Gedächtnis der Deutschen verschwunden ist.
Die Ermittlung selbst ist klassisch, doch Schorlau beschreibt daneben das kulturelle und politische Leben in Deutschland. Der Leser blickt durch den Roman in einen Spiegel, der das eigene Leben wiederspiegelt und so Gesellschaftskritik übt.
Es gibt zwei Handlungsstränge, die Aufklärung des Terroranschlags, womit Dengler beschäftigt ist, der zweite Plot ist erst nach und nach erkennbar und beschreibt die Ermordung von drei Männern, die Lösung der drei Morde klärt sich am Ende und ist mit Denglers Fall eng verbunden.
Der Schreibstil ist fantastisch, durch kurze Kapitel, die anfangs nicht in Zusammenhang stehen baut sich der Roman auf, jede Geschichte ist ein Puzzelteil, welches in die Geschichte eingefügt wird. Detektiv Dengler ist von Anfang sympathisch, er führt ein Leben des Genusses und macht seine Arbeit, die den „aufrichtigen Bullen“ gewidmet ist.

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