Silentium von Wolf Haas

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2000 bei Rowohlt. 222 Seiten. ISBN-10: 3-499-23822-5, ISBN-13: 978-3-499-23822-2.
Ort & Zeit der Handlung: Österreich / Salzburg, 1990 - heute.

'Silentium' ist erschienen als TaschenbuchHörbuch

Deutscher Krimipreis 2000, national, 2. Platz

In Kürze:

Katholische Internatsschüler werden für ihre Sünden besonders böse bestraft: Die beiden Buben, die lieber Tischfußball spielen, als die heilige Sonntagsmesse zu besuchen, finden im Kickergerät prompt eine abgehackte Hand. Pikanterweise gehört sie einem Toten, an dem sich ein Bischofskandidat sexuell vergangen hat. Wen anders als den verstockten Privatdetektiv Brenner sollte der Salzburger Klerus mit der Aufklärung dieser Affäre betrauen? Zumal es nach einem zweiten unappetitlichen Todesfall plötzlich auch für die Salzburger Festspiele »Silentium!« heißen könnte.

Das meint Krimi-Couch.de: »Haas – geschätzt oder verabscheut, aber kalt lässt er niemanden«

Krimi-Rezension von odile

Privatdetektiv Brenner, Haas´ eher unsympathischer Antiheld wird nach Salzburg gerufen. Im dortigen katholischen Internat soll er Beweise für die lupenreine Vergangenheit eines früheren Lehrers und jetzigen Bischofskandidaten finden. Dieser wird von einem ehemaligen Internatszögling der sexuellen Übergriffe bezichtigt. Das darf natürlich nicht sein!

Brenners Auftragsgeber sind daher sehr erleichtert als die zerstückelte Leiche des Anklägers gefunden wird. In der Nähe des Fundorts hat sich »praktischerweise« gleich ein Landstreicher erhängt – damit scheint alles klar: Mörder von Gewissensbissen und Reue überwältigt, hat sich selbst gerichtet. Brenner, dessen hervorstechendste Eigenschaft seine unglaubliche Langsamkeit ist, glaubt nicht an diese Lösung. Dazu stösst er auf zu viele Ungereimtheiten. Und er behält recht. Der nächste, wenig appetitliche, Todesfall lässt nicht lange auf sich warten …

Österreich, Salzburg, ja auch die Kirche kriegen ihr Fett weg

Die Salzburger Festspiele spielen hier eine wichtige Nebenrolle. Der Autor ist mit Anspielungen (Fall Groer) und Seitenhieben nicht gerade sparsam. Weder Österreich, Salzburg oder die Kirche, noch die Festspiele bleiben verschont.

Haas´ Sprache und Stil sind ungewohnt. Mit Vorliebe lässt er die Verben weg und bedient sich einer derben Ausdrucksweise. Der Leser wird direkt angesprochen und nicht besonders höflich behandelt. Die Geschichte ist skurril bis verworren, aber trotzdem unterhaltsam. Haas liebt Andeutungen und Wortspiele, z. B. heisst der Kuppler in diesem Krimi Dr. Phil Guth in Anlehnung an den Slangbegriff Dr. Feelgood.

Der Autor scheut das Grauen und Geschmacklosigkeiten nicht, selten findet man seine Leichen in einem Stück. Haas ist bissig, boshaft und kultiviert seinen ungewöhnlichen Stil: »Umgekehrt für einen Detektiv Langeweile oft nicht das Schlechteste. Weil nur aus der Langeweile kommen die besten Gedanken.«

Brüder im Geister? Brenner und Wachtmeister Studer

Haas Krimis spielen bevorzugt in Österreich, im vorliegenden Fall in Salzburg. Man spürt, er kennt Land und Leute ganz genau. Der Autor spart Sozialkritik nicht aus, obwohl neben dem mörderischen Geschehen, Lokalkolorit und Situationskomik im Vordergrund stehen. Sein Detektiv Brenner erinnert mich ein bisschen an den Wachtmeister Studer von Friedrich Glauser.

Nach einer kurzen Einlesephase habe ich mich an Stil und Sprache gewöhnt. Mittlerweile bin ich ein Fan des Autors, der allerdings nichts für zartbesaitete Gemüter ist. Ich bin überzeugt, an Wolf Haas und seinen Krimis scheiden sich die Geister. Entweder man schätzt oder man verabscheut ihn, aber kalt lässt er niemanden!

Ihre Meinung zu »Wolf Haas: Silentium«

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jo und alena zu »Wolf Haas: Silentium« 19.02.2009
Wolf Haas schreibt in einem besonderen Schreibstil, der von "normalen" Krimis abweicht, was das Buch "Silentium" unter anderem sehr interessant macht.
Er weicht oft von seinem eigentlichen Thema ab und wechselt zu banalen, amüsanten Eingebungen.
Die Personen werden durch bissige und direkte Beschreibung sehr treffend und nachvollziehbar definiert und charakterisiert.
Trotz anfänglichen Irritationen der etwas ungewöhnlichen Sprache, kommt man gut in die Geschichte, obwohl man sich sehr konzentrieren muss, um dem Erzähler zu folgen.
Wir empfehlen daher allen, die einen etwas anderen Krimi lesen wollen, sich auf Bücher von Wolf Haas einzulassen.
Julia und Ina zu »Wolf Haas: Silentium« 19.02.2009
Also wir finden dieses Buch einsame Klasse. Es ist spannend und äußerst witzig geschrieben. Vorallem den eigenen Schreibstil von Wolf Haas finden wir super. Sein Stil ist sehr umgangssprachlich, so einen findet man nicht oft. Jedoch würden wir es bevorzugen, dass dies so bleibt. Zur Abwechslung ist dieses Buch allererste Sahne, zu oft sollte man sich nicht so eines kaufen, denn auf die Dauer wird es anstrengend. Aber der Humor des Autors finden wir hervorragend... Die Charaktere werden sehr gut beschrieben und man kann sich gut in die Hauptperson Brenner hinein fühlen. Der Inhalt ist spannend und abwechslungsreich und das Buch liest sich bald wie von selbst...
Moritz zu »Wolf Haas: Silentium« 19.02.2009
Wolf Haas experimentiert wundervoll mit der Sprache, er benutzt Sprache die selten in Büchern verwendet wird, da er zeitweise in einem sehr starken Dialekt schreibt. Kaum ein Satz in dem Buch ist vollständig und doch macht genau das das Buch spannend. Dadurch, dass man so liest wie man im täglichen Gebrauch auch spricht wird der inhalt extrem spannend geschildert. Die Weise in der Haas Räume und Umgebungen beschreibt ist faszinierend, da er meistens ein bis zwei Seiten über ein völlig anderes Thema schreibt um dann auf die eigentliche Situation mit einem Seitenverweis fortfährt.
The magic mushrooms zu »Wolf Haas: Silentium« 19.02.2009
Unserer Meinung nach ist die Geschichte sehr spannend, in außergewöhnlicher Sprache geschrieben. Außerdem wird der sehr sarkastische Herr Brenner sehr humorvoll beschrieben. Man(n) muss des Öfteren beim Lesen laut lachen. Die Sprünge in die Vergangenheit sind manchmal etwas verwirrend, weil alles sehr plötzlich kommt.
DAD (Leli, Sarah und Jul) zu »Wolf Haas: Silentium« 19.02.2009
Uns gefiel vorallem der Inhalt des Buches sehr gut, doch am Anfang war der Schreibstil sehr gewöhnungsbedürftig.
Wörtspiele und ein ungewöhnlicher Schreibstil lockern den Text und erschaffen neue Lesequalitäten. Die vielen verschiedenen Erzählstränge sorgen für abwechslung und einen ganz besonderen flair

Wir empfehlen dieses Buch auf jeden Fall weiter.
Sophia&Isabel zu »Wolf Haas: Silentium« 19.02.2009
Das Buch "Silentium" ist ein wirklich spannender Krimi, der sich durch den charakteristischen Schreibstil von Wolf Haas eindeutig positiv auszeichnet. "Silentium" ist spannend bis zum Schluss und immer wieder mit schwarzem Humor verbunden. Die Geschichte selbst ist auch sehr amüsant, es spielt in einem Stiftsinternat, in dem nicht alles mit rechten Dingen zugeht. Auch für Nicht-Krimi-Fans interessant, Krimi einmal anders!!!
Annika und Jana zu »Wolf Haas: Silentium« 19.02.2009
Haas schreibt in einem sehr amüsanten Stil, aber das Verständnis des Inhalts wird durch Abschweifungen erschwärt.
Idee der Handlung passend, die vielen Handlungsstränge jedoch lassen die Geschichte trüb erscheinen.
Wir empfehlen dieses Buch nur denjenigen die Wert auf ein sarkastisches und ironisches Werk legen.
Peter zu »Wolf Haas: Silentium« 18.02.2009
Mit Silentium fasst Wolf Haas eine Spannende Kriminalgeschichte in Alltagssprache.

Der Inhalt, die verworrene Geschichte, gefällt mir sehr gut und hat auch einen kritischen Hintergrund

Doch liegt mir die Ausdrucksweise von Wolf Haas nicht. Ich empfinde eine solche Alltagssprache als Vergewaltigung der Deutschen Sprache und finde nicht, dass diese etwas in einem Buch verloren hat.

Mein Fazit also: Lieber Film ansehen!
Kathi und Jojo zu »Wolf Haas: Silentium« 18.02.2009
Wir lesen diese Buch gerade im Deutschunterricht und uns ist es ähnlich ergangen wie Jeannine und Corina. Am anfang hatten wir Schwierigkeiten mit dem Sprachstil, aber mit der Zeit gefiel er uns sogar sehr gut. Das Buch ist sehr spannend und wir lasen es gerne!
Die Erzählung ist oft sehr humorvoll aufgebaut.
Jeannine, Corina zu »Wolf Haas: Silentium« 18.02.2009
Wir lesen dieses Buch ebenfalls gerade im Unterricht und hatten mit der umgänglichrn Sprache des Autors zuerst sehr zu kämpfen.Nach dem wir einige Zeit darin gelesen hatten, fiel es uns aber immer leichter, die Ausdrucksweise des Autors zu verstehen. Auch die vielen sarkastischen und zynischen Bemerkungen, des Detektivs Brenner haben uns immer wieder zum Lachen gebracht.
Die Handlung ist sehr spannend und wenn man erst einmal drin ist, liest sich das Buch wie von selbst.Auch die Verbindung zu Salzburg ist sehr authentisch.
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