Komm, süßer Tod von Wolf Haas

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 1998 bei Rowohlt.
Ort & Zeit der Handlung: , 1990 - 2009.
Folge 3 der Simon-Brenner-Serie.

  • Reinbek bei Hamburg: Rowohlt, 1998. ISBN: 3-499-43287-0. 222 Seiten.
  • Reinbek bei Hamburg: Rowohlt, 2000. ISBN: 3-499-22814-9. 222 Seiten.
  • [Hörbuch] Köln: BMG Wort, 1999. Gesprochen von Gregor Seberg & Wolf Haas. ISBN: 3898300048. 2 CDs.

'Komm, süßer Tod' ist erschienen als TaschenbuchHörbuch

In Kürze:

Der Rettungsfahrer Hansi Munz kann es nicht fassen, wie gierig das Liebespaar vor dem Krankenhaus übereinander herfällt. Doch die Küssenden sinken nicht vor Leidenschaft zu Boden, sondern weil sie das Opfer eines wahren Kunstschusses geworden sind. Den neuen Kollegen bei den Kreuzrettern, Brenner, lässt dieser Mord kalt – er hat den Privatdetektiv an den Nagel gehängt. Doch sein Chef ist froh, dass er einen ehemaligen Schnüffler in seinen Reihen hat. Im erbitterten Kampf um die Nummer eins im Wiener Rettungswesen will er den üblen Machenschaften der Konkurrenz ein für allemal einen Riegel vorschieben …

Das meint Krimi-Couch.de: »Ärmel hoch und dings« 85°Treffer

Krimi-Rezension von Wolfgang Weninger

Wolf Haas mag man, oder man mag ihn nicht. Der Schreibstil von Wolf Haas ist ja eigentlich auch gar kein Schreibstil, sondern ein Redstil, weil er genau so artikuliert, wie man das in jedem Wiener Beisel zu hören bekommt, wenn einer groß zu erzählen anfängt. Da herrscht das Dings, du weißt schon, und dann kommst du vom Hundertsten ins Tausendste, aber bis die Geschichte endlich auf den Punkt kommt, falls überhaupt, schlafen die Zuhörer schon über ihren Bierkrügen. Weil Männer am Wirtshaustisch fast immer monologisieren und im Endeffekt aber trotzdem Rezension.

Rettungsfahrer bei den Kreuzrettern ist ein schöner Beruf, viel besser als Detektiv und der Brenner hat zusätzlich noch eine gesicherte Schlafstelle, auch wenn die Scheißhäuseltour nicht angenehm ist, aber so eine Spenderleber bei der Rosi wiegt das alles auf. Bloß, dass die Krankenschwester mitten im Schmusen voll eine Kugel in der Mundhöhle erwischt hat, die vorher schon durchs Genick vom Küsserkönig gefahren ist, da schaust aber. Und dann schnappen dir die Kerle vom Rettungsbund noch die Fuhren weg und jetzt reden alle drüber, vor allem die Männer. Und eine Frau, die Angelika, die Tochter vom alten Lanz und bei der möchte ohnehin jeder landen, aber sicher ist nur, dass der Bimbo mit ihr gevögelt hat und das macht eine Leiche mehr, also seine.

Einmal Detektiv, du das hängt dir nach. Weil es darf nichts an die Öffentlichkeit, aber der Brenner hört sowieso die Flöhe husten. Also Ärmel hoch und dings.

Alles verstanden? Wenn nicht, dann unbedingt Wolf Haas lesen. »Komm, süßer Tod«, 1999 mit dem Deutschen Krimi-Preis ausgezeichnet, zeigt Haas in Perfektion, wenn er die Umgangssprache zur Kunstform erhebt. Dabei verwendet er jenen morbiden Wiener Humor, der von Andeutungen und Abschweifungen lebt, und das »Goldene Wienerherz« zu Recht als Mittel zum Selbstzweck entlarvt.

Für Anfänger dauert es eine Weile, bis sie hinter die Syntax seiner Sätze kommen, falls Haas nicht ohnehin bestreitet, dass es eine solche gibt. Der studierte Linguist schreibt, wie dem Volk der Schnabel gewachsen ist und das kann für Unkundige zum gewöhnungsbedürftigen Idiom werden. Es ist eigentlich völlig egal, dass es sich bei dieser Geschichte um einen Kriminalfall handelt. Der Fall an und für sich ist nicht gerade ein Highlight am österreichischen Krimihimmel, aber wie sich Haas in unzähligen Gedankensplittern mit Gott und der Welt durchwurschtelt, gehört zum Witzigsten und Eigenständigsten, was das deutschsprachige Verlagswesen in den letzten Jahren unters Volk gebracht hat. Die ganze Story erinnert an eine Spickzettelsammlung voller Ideen, die durch den Autor mit einer Rahmenhandlung versehen wurde.

Auch die Reaktionen der Leser auf der Krimi-Couch zeigen deutlich, dass hier sämtliche Prädikate von sprachlicher Erstklassigkeit bis zum totalen Unverständnis gleichmäßig verteilt sind. Von mir bekommt Haas eine absolute Höchstnote und ich kann »Komm, süßer Tod« nur jedem ans Herz legen. Aber ich bin mir bewusst, dass die sprachliche Akzeptanz hier in jedem Fall kontroverse Beurteilungen hervor rufen muss.

Ihre Meinung zu »Wolf Haas: Komm, süßer Tod«

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Jossele zu »Wolf Haas: Komm, süßer Tod« 04.06.2014
Ganz wunderbar geschriebenes Buch von Wolf Haas. Ich mußte teilweise laut lachen wegen der Formulierungen. Und endlich, endlich schafft es Haas auch mal, die Krimistory, die zwar in seinen Büchern naturgemäß eine Nebenrolle spielt zu einem logischen Ende zu bringen. Tolles Buch, das ich absolut empfehlen kann. Man muss allerdings bereit sein, sich auf die Fabulierkunst von Haas einzulassen, was dem ein oder anderen schwer fallen könnte. 90° von mir.
Anna zu »Wolf Haas: Komm, süßer Tod« 13.11.2013
Ich musste dieses Buch von der Schule aus lesen und da ich normalerweise sehr gerne Bücher und Krimis lese, habe ich mich sehr auf dieses Buch gefreut. Als ich zu lesen begann kam die große Enttäuschung: Das Buch war bereits von Anfang an extrem langweilig, man konnte die Handlung nicht richtig mitverfolgen, die einzelnen Charaktere waren unklar und der Schreibstil vom Haas gefiel und gefällt mir noch immer überhaupt nicht. Schließlich zwang ich mich selbst (zum ersten Mal in meinem Leben (!)) ein Buch zu lesen. Bis zur Seite 80 kam ich, bis ich das Buch in die Ecke legte und aufgab. Schließlich wollte ich mir eine Zusammenfassung im Internet durchlesen um nicht ganz ohne Wissen dazustehen und auch Wikipedia und Co. zwangen mich mehrere Stunden am Computer zu sitzen, bis ich das Buch einigermaßen verstand.Ich möchte nun niemanden davon abbringen das Buch zu lesen, aber ich denke, dass man dieses Buch entweder sehr mag, oder es überhaupt nicht leiden kann.Mir hat das Buch auf alle Fälle nicht gut gefallen.
Sepp zu »Wolf Haas: Komm, süßer Tod« 17.10.2013
Also, Haas bzw. seine Brennergeschichten mag man oder nicht. Punkt. Ich mag sie sehr. Und auch die Verfilmungen der Brennerromane sind überwiegend - dank der schauspielerischen Leistungen der sensationellen Rollenbesetzungen - super gelungen. Der Roman "komm süßer Tod" ist mir als einer der besten in Erinnerung. Gerade weil er das Milieu des österreichischen Rettungswesens gut - bis zur Kenntlichkeit - karrikiert (ich war selbst einmal Freiwilliger).Natürlich ist die Geschichte eine erfundene (weil mein Vorschreiber alte Leute verunglimpft sieht) aber die Handlung an sich ist vorstellbar und nachvollziehbar.
Michi zu »Wolf Haas: Komm, süßer Tod« 12.02.2013
Das Buch ist mit Abstand das schlechteste, das ich je gelesen hab. Wolf Haas beleidigt ältere Menschen (Scheißhäusltour) und zieht den Ruf der REttungsfahrer in den Dreck!
Sorry, aber ABSOLUT NICHT LESENSWERT!!!

so, und jetzt muss ich noch die 300 Zeichen schaffen:
langweilig, langweilig, langweilig
0 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Karin Biener zu »Wolf Haas: Komm, süßer Tod« 15.01.2012
Ich habe dieses Buch angefangen, ohne vorher auch nur eine Kritik gelesen zu haben.
Nach den ersten Seiten war ich drauf und dran, wieder aufzuhören. Diese ständigen Abschweifungen, das vom Hölzchen – auf – Stöckchen – kommen, das einem sehr schnell den roten Faden verlieren lässt, sehr irritierend!
Dabei werden aber gleichzeitig halbe Sätze verwendet, in denen dann auch noch die wichtigen Sachen stehen!Aber dann hatte ich den Dreh raus! Als ich mir das Buch innerlich selbst vorgelesen habe und mir dabei den Wiener Dialekt vorgestellt habe, wurden plötzlich die Figuren lebendig. Der ganze Wiener Schmäh, die Morbidität, der Sarkasmus des Szenarios traten hervor.Großes Aha- Erlebnis!
Der Autor benützt hier nicht den Dialekt, um seine Figuren zu kennzeichnen sondern deren Art zu denken: also das habe ich so noch nie gelesen!
Das Milieu der Rettungssanitäter ist sehr gut gekennzeichnet. Sollte ich mal in die Verlegenheit kommen, ihre Dienste in Anspruch nehmen zu müssen, werde ich mit Sicherheit an das Buch denken, sollte ich dann noch dazu in der Lage sein.
Fazit: Für mich war das mal etwas echt Neues und ich bin froh, dass ich das Buch mit gut 14 Jahren Verspätung überhaupt noch entdeckt habe- ich freue mich schon auf die anderen Brenner – Krimis!
vifu zu »Wolf Haas: Komm, süßer Tod« 02.08.2010
Das Schöne am Haas ist: man/frau kann ihn so schön auf Hochdeutsch lesen! Kein Problem mit fehlenden Untertiteln wegen des Dings (Slang)!
Dieser Band ist mal wieder Spitze, entweder lautes oder leises Lachen, aber mindestens ein leichtes Grinsen in dem verqueren Plot! Einfach mal Pause machen und Lesen!
vifu zu »Wolf Haas: Komm, süßer Tod« 02.08.2010
Das Schöne am Haas ist: man/frau kann ihn so schön auf Hochdeutsch lesen! Kein Problem mit fehlenden Untertiteln wegen des Dings (Slang)!
Dieser Band ist mal wieder Spitze, entweder lautes oder leises Lachen, aber mindestens ein leichtes Grinsen in dem verqueren Plot! Einfach mal Pause machen und Lesen!
Bums zu »Wolf Haas: Komm, süßer Tod« 12.07.2010
Ich finde alle Bücher fantastisch. Eigentlich total banal und doch andauernd zum Grinsen und Kopfschütteln zwingend. Genau mein Stil und jetzt darf ich auch noch eine Hausarbeit darüber schreiben - was eine Freude.

Nur dass hier jeder dauernd dieses Dings mehr oder weniger passend verwendet verleitet zum Fremdschämen. Ups.
Bums zu »Wolf Haas: Komm, süßer Tod« 12.07.2010
Ich finde alle Bücher fantastisch. Eigentlich total banal und doch andauernd zum Grinsen und Kopfschütteln zwingend. Genau mein Stil und jetzt darf ich auch noch eine Hausarbeit darüber schreiben - was eine Freude.

Nur dass hier jeder dauernd dieses Dings mehr oder weniger passend verwendet verleitet zum Fremdschämen. Ups.
Leni zu »Wolf Haas: Komm, süßer Tod« 26.05.2010
Also ich muss sagen, dass ich das Buch wirklich super finde. Ich habe es auf meiner Matura-Leseliste stehen und habe es so eigentlich gezwungernermaße lesen müssen. Zuerst war ich etwas skeptisch, da mich der Stil stark an Christine Nöstlinger erinnert. Doch jetzt, wo ich fertig bin, kann ich sagen, dass dieses Buch zu einem meiner Lieblingbücer geworden ist.

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