Die Akte Vaterland von Volker Kutscher

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2012 bei Kiepenheuer & Witsch.
Ort & Zeit der Handlung: Deutschland / Berlin, 1930 - 1949.
Folge 4 der Gereon-Rath-Serie.

  • Köln: Kiepenheuer & Witsch, 2012. ISBN: 978-3-462-04466-9. 500 Seiten.
  • [Hörbuch] Berlin: Argon, 2012. Gesprochen von David Nathan. ISBN: 3839811937.

'Die Akte Vaterland' ist erschienen als Hardcover Hörbuch

In Kürze:

Juli 1932, die Berliner Polizei steht vor einem Rätsel: Ein Mann liegt tot im Lastenaufzug von »Haus Vaterland«, dem legendären Vergnügungstempel am Potsdamer Platz, und alles deutet darauf hin, dass er dort ertrunken ist.Kommissar Gereon Rath ist wenig erfreut über den neuen Fall, denn er hat schon genug Ärger. Seine Ermittlungen gegen einen mysteriösen Auftragsmörder, der die Stadt in Atem hält, treten seit Wochen auf der Stelle, seine große Liebe Charlotte »Charly« Ritter kehrt von einem Studienjahr in Paris zurück und fängt als Kommissaranwärterin am Alex an – ausgerechnet in der Mordkommission, was die Dinge nicht einfacher macht. Der Tote vom Potsdamer Platz scheint Teil einer Mordserie zu sein, deren Spur weit nach Osten führt. Während Charly als Küchenhilfe ins Haus Vaterland eingeschleust wird, ermittelt Rath in einer masurischen Kleinstadt nahe der polnischen Grenze und gerät in ein fremde Welt. Er macht Bekanntschaft mit wortkargen Ostpreußen, schwarzgebranntem Schnaps und den Tücken der Natur. Die Widerstände gegen den Ermittler aus Berlin wachsen, als er ein lang gehütetes Geheimnis aufzudecken droht.

Das meint Krimi-Couch.de: »Moonshiner & Indianer in Berlin & Masuren« 94°Treffer

Krimi-Rezension von Matthias Kühn

Ich kam durch einen Kollegen, mit dem ich gelegentlich nach Feierabend Laufen ging, auf Volker Kutscher. Der war kein sehr großer Leser, aber er hatte den Anspruch, nur erstklassige, ernsthafte Sachen zu lesen: »Wenn ich mich unterhalten lassen will, gehe ich ins Kino.« Als er von einem guten Freund einen Krimi geschenkt bekam, und dann noch einen deutschen, wunderte er sich: Kennt der mich doch nicht so gut?

Und dann erzählte er mir beim Joggen von diesem unglaublich guten Krimi, der zwar vordergründig tatsächlich ein Krimi sei, sich aber lese wie ein vergessener Roman aus den Zwanzigern, der einfach nur zu modern ist. Dieser Volker Kutscher, sagte er sinngemäß, schafft es, ein Zeitgemälde hinzupinseln, das so dicht und klar ist wie bei Döblin. Mit dem Unterschied eben: Volker Kutscher ist Jahrgang 1962.

Natürlich war die Skepsis meines Kollegen alles andere als unbegründet: Gerade deutschsprachige Krimis sind meistens ähnlich empfehlenswert wie französisches Bier. Er überwand seine Skepsis – und machte mich zum Kutscher-Leser.

Volker Kutscher ist sicher nicht die einzige Ausnahme im zeitgenössischen deutschen Krimi, aber er ist ein ganz besonderer Autor – und das beweist er mit dem vierten Fall um Gereon Rath sehr beindruckend: Die Akte Vaterland ist wieder ein akribisch ausgearbeitetes Mammutwerk mit zum guten Teil altbekannten Figuren aus Kriminalsekretären, Kommissaranwärtern und anderen Gestalten rund um die Burg – wie das Polizeipräsidium am Alexanderplatz genannt wird. Da sind wieder die liebgewonnenen gefürchteten Unterweltfiguren; und da ist die Berliner Polizeilegende Ernst Gennat, der »Buddha«, der in der Metropole moderne Ermittlungsmethoden hat und Edgar Wallace und Charlie Chaplin beraten hat. Das berichtet Volker Kutscher auf der Website gereonrath.de, auf der ganz nebenbei auch zeitgenössische Fotos zu sehen sind. Um Ernst Gennat hat übrigens auch Regina Stürickow ihren Roman Habgier gewickelt.

Die Story möchte ich nur anreißen, denn Kutscher erzählt langsam und ausführlich und kommt mit der vielschichtigen Handlung entsprechend behutsam in die Gänge. Volker Kutscher lesen heißt: sich Zeit nehmen und sich wirklich entführen lassen in eine untergegangene Welt – die von ihrem Untergang noch nichts ahnt. Hier und da tauchen Nazis auf, die im Laufe des Buches immer mächtiger werden und uns zeigen, dass es dem Ende einer Epoche entgegengeht. Uns – nicht den Figuren, ob erfunden oder historisch; denn natürlich unterschätzen die Leute fast durch die Bank die Entwicklung.

Das behutsame Erzählen schafft großes Vertrauen, und das wird zu keiner Zeit enttäuscht. Mit seinen Perspektivenwechseln, die nie mit einer trivial erzeugten Spannung kokettieren, baut der Autor in exakt hundert Kapiteln ein rundum gelungenes Kunstwerk auf. So entsteht ein raffinierter Sog, und ich ertappte mich mehrmals dabei, dass ich die nächste Seite schon mal im Voraus überflog. Denn spannend ist der Roman trotz seiner Langsamkeit.

Dieser Roman hier spielt im Sommer 1932, Kutscher erreicht also schon bald die Zeit der Nazidiktatur. Obwohl – bei dieser Vorgehensweise passen ins nun fehlende Halbjahr locker noch zwei Krimis. Charly kommt aus Paris zurück, und Rath ignoriert seine Pflicht zur Bereitschaft und holt sie vom Bahnhof ab. Mit mehrschichtigen Folgen: Sein Fehlen am Tatort kommt nicht gut an, sein gut vorbereiteter, dennoch überhastetes Heiratsantrag ebenfalls nicht.

Der Tatort ist das Haus Vaterland, laut Wikipedia »von 1928 bis 1943 ein großer Gaststättenbetrieb und Vergnügungspalast am Potsdamer Platz in Berlin mit rund einer Million Besuchern im Jahr, der als Vorläufer der heutigen Erlebnisgastronomie angesehen werden kann.« Dort gibt es einen Toten im Fahrstuhl, der komischerweise ertrunken zu sein scheint. Es bleibt bei weitem nicht die einzige Leiche in diesem Buch. Dazu kommen organisierte Schnapsbrenner, ein in die Wälder gegangener Ostpreuße, der sich Tokala nennt, was in der Sprache der Lakota »Kleiner Fuchs« bedeutet – und sonst noch so manche Figuren, die Die Akte Vaterland bereichern.

Was schon oft über Kutschers Bücher gesagt wurde, stimmt auch hier: Berlin kann zumindest für deutsche Leser durch das direkte Angehen sogar spannender als Los Angeles oder New York sein. Der Autor bringt es auf seiner Homepage selbst auf den Punkt:

Ich mag die amerikanischen Gangstergeschichten aus den 20er und 30er Jahren, Hammett und Chandler beispielsweise. Und das Berlin dieser Zeit ist eine ebenso spannende Kulisse für solche Geschichten wie die amerikanischen Städte – spannender noch, weil in Berlin die gesellschaftlichen Umbrüche der Zeit hinzukommen, Straßenschlachten zwischen Kommunisten und Nazis zum Beispiel und der – leider vergebliche – Kampf der Demokratie gegen die drohende Diktatur. Und in diese Welt schicke ich Kommissar Rath.

Nicht nur die Schnitttechnik in diesem Buch ist raffiniert; souverän legt Volker Kutscher bereits im Prolog Fährten, auf die man immer wieder stößt. Und auch sprachlich geht Kutscher sehr clever vor: Es ist zu keiner Zeit eine abgeschmackte, abgestandene Prosa, die so tut, als wäre sie zur erzählten Zeit entstanden. Aber Kutscher benutzt einerseits Wörter, die sich heute nur noch im Vokabular drittklassiger Journalisten und von Autoren hingeworfener Regiokrimis finden: Drahtesel, Katzensprung, Schnapsidee – das würde ich keinem anderen Schriftsteller so einfach durchgehen lassen. Hier passt es. Dazu kommen Wörter, die nahezu vergessen sind oder einfach nicht mehr gebräuchlich: Sommerfrische, Backfisch, großjährig – und: Neger.

Der »Neger« in Die Akte Vaterland ist eine besonders interessante historische Gestalt: Bayume Mohamed Husen arbeitete tatsächlich in der beschriebenen Funktion im Haus Vaterland. Leider lässt sich nicht allzu viel Biographisches über ihn im Internet finden; aber Nachlesen empfehle ich ausdrücklich. Nachschauen lohnt sich auch in anderen Belangen, beispielsweise was die geographischen Gegebenheiten dieser Zeit angeht. Der Roman spielt in Berlin und der Gegend um Treuburg, jenseits des preußischen Korridors: Ein historischer Atlas auf dem Tisch kann beim Lesen nie schaden, dazu der alte Berliner Stadtplan auf dem Bildschirm, zu dem Kutscher unter der genannten Adresse verlinkt – viel Vergnügen.

Ach, das muss noch sein: Der Roman ist nicht zu Ende, wenn die letzte Seite gelesen ist. Die Akte Vaterland ist zwar geschlossen; andere Akten aber warten noch auf Bearbeitung. Ein paar Fährten fürs nächste Buch sind schon gelegt. Das ist kein billiger Trick, um Leser für den nächsten Band zu generieren. Es ist, so könnte man sagen, die rundum gelungene Sopranisierung des deutschen Kriminalromans.

Matthias Kühn, November 2012

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Walter Frowein zu »Volker Kutscher: Die Akte Vaterland« 15.04.2017
Ich habe gerade "Die Akte Haus Vaterland" angefangen zu lesen. Mein Eindruck: Zeitumstände hervorragend recherchiert. Allerdings fährt auf Seite 17 die Mordkommission in einem Maybach vor. Angesichts des Preisniveaus dieser Marke völlig unrealistisch. Bei einer Neuauflage des Buches würde ich ein anderes Fabrikat vorschlagen. Ich kann die politischen Kriminalromane von Volker Kutscher nur wärmstens empfehlen.
Hanspeter Völlmi zu »Volker Kutscher: Die Akte Vaterland« 19.10.2016
Deutsche scheinen aktuell einfach alles zu lesen, was irgendwie mit dem Dritten Reich zu tun hat.
Manche, wie Cay Rademacher schreiben mit Verantwortungsbewusstsein und eingedenk deutscher Erbschuld gute Bücher. Autor Kutscher springt einfach auf den kommerziellen Zug "3. Reich" auf, indem er seine Geschichtchen in die Jahre 1933- 45 einpflanzt. Das ist nicht nur dumm, sondern auch unverantwortlich: Ein Kommissar, eine Liebesgeschichte, verwirrt mit dem Grenzkonflikt in Masuren, innerpolizeiliche Intrigen, dahinter ein Serienmörder, der ab und zu dann wieder zuschlägt, wenn man schon wieder halb den eigentlichen Krimiplot vor lauter anderen Schauplätzen vergessen hat.

Das alles spielt zudem wie erwähnt 1932, kurz vor der so genannten Machtergreifung. Doch gerade dieser historische Hintergrund ist erschreckend verharmlosend und nebensächlich thematisiert - Kutscher ist immerhin deutscher Historiker! Wen das alles kalt lässt: Spannung komm raus! Aber wann? Bis auf die Stelle, wo der Herr Kommissar im Masurischen Sumpf beinahe erfriert, hatte ich durchgehend Ruhepuls..
R.Schewietzek zu »Volker Kutscher: Die Akte Vaterland« 18.09.2016
Ich habe die Bücher gelesen und kann sie nur jedem empfehlen. Neben einer spannenden Krimihandlung wird ein Zeit- und Sittengemälde der damaligen Zeit geliefert, was mindestens ebenso fesselnd ist wie die Suche nach dem Verbrecher.
Schon allein deshalb sind die Bücher fesselnd - man kann sich Berlin in der Weimarer Republik mit seinen Höhepunkten, aber auch den Abgründen vor Augen führen.
Frank Jander zu »Volker Kutscher: Die Akte Vaterland« 30.09.2014
Auch ich habe als "Quereinsteiger" mit dem vierten Fall des Gereon Rath begonnen - und mir dann die ersten drei Bände zusammen gekauft. Gerade als Berliner, Jahrgang 1963 und damit praktisch mit dem Autor gleichaltrig, bin ich begeistert über die Zeitreise in die jüngere und doch sehr fernliegende Geschichte meiner Heimatstadt. Beinahe noch interessanter war für mich der in Ostpreußen angesiedelte Teil der Geschichte. Ob es nur purer Zufall war, dass ich meinen diesjährigen Sommerurlaub ebendort verbracht habe? Wobei der Besuch in Olecko (Treuburg) dann doch eher enttäuschend war, obgleich die eine oder andere im Roman geschilderte Stätte dort tatsächlich noch existiert.
Meinem Empfinden nach ist es dem Autor hervorragend gelungen, eine spannende, aber fiktive Kriminalgeschichte in eine historisch perfekt recherchierte reale Umgebung einzubauen. Gerade diese Kombination macht die Gereon-Rath-Serie so besonders lesenswert und man darf sich auf den nächsten Titel schon jetzt freuen.
DaBaer zu »Volker Kutscher: Die Akte Vaterland« 23.07.2014
Ein tolles und lesenswertes Buch. Einzig das ich den Aufbau der Figuren von hinten aufgezäumt habe, denn es ist mein erstes Buch aus dieser Reihe. Aber ich bin ja selbst Schuld! Es steht groß und breit auf dem Umschlag "Gereon Raths vierter Fall" Wer lesen kann. Werde mir auf jeden Fall die drei Vorgänger auch noch zulegen, und dann fange ich mit dem ersten Fall an.
OmaInge zu »Volker Kutscher: Die Akte Vaterland« 29.04.2014
Mein erstes Buch von Volker Kutscher und es war dann so gut, dass ich mir das Nächste gleich im Anschluss gekauft habe.

Ein spannender Krimi mit mehreren Handlungssträngen.Wie der Prolog in's Bild passt, das wird erst später Stück für Stück erkennbar.

Die politische Situation in dieser Zeit wird geschickt mit eingebunden.

Meine Bewertung: 92 Grad
Annette Traks zu »Volker Kutscher: Die Akte Vaterland« 02.11.2013
Dieser Krimi spielt im Sommer des Jahres 1932 vor dem Hintergrund der historisch belegten politischen Ereignisse: Ein Jahr
vor Hitlers Machtergreifung steht die Weimarer Republik vor ihrem Ende, Nazis und Kommunisten liefern sich heftige Straßenschlachten und Reichskanzler von Papen putscht die demokratische preußische Regierung incl. Berliner Polizeispitze aus dem Amt.
Im Prolog erfährt der Leser zunächst von dem Mord an einer jungen Frau, der bereits 1920 stattgefunden hat. Der Epilog aus dem Jahr 1945 greift dieses Geschehen noch einmal auf. Schauplätze des 3-teiligen Hauptteils sind Berlin, Masuren und Preußen. Die Handlung beginnt im „Haus Vaterland“, einem zu damaliger Zeit weltbekannten, riesigen Vergnügungspalast am Potsdamer Platz in Berlin unter Leitung der Firma Kempinski. Hier wird der Chef einer Spirituosen-Handlung während einer Lieferung ermordet – man findet seine Leiche im Lastenaufzug. Kurioserweise sprechen alle Anzeichen dafür, dass er dort ertrunken ist. Zusätzlich weist sein Körper eine Einstichstelle auf, und die pathologische Untersuchung ergibt, dass das Opfer zunächst mit dem indianischen Pfeilgift Tubocurarin außer Gefecht gesetzt wurde. Da es mehrere auf die gleiche seltsame Weise ermordete Tote gibt, suchen die Ermittler – unter ihnen Kommissar Gereon Rath und seine Verlobte, Kommissar-Anwärterin Charlotte „Charly“ Ritter – nach einem Serientäter. Dabei geht es nicht nur um die Frage, warum und von wem die betreffenden Personen ermordet wurden, sondern auch darum, weshalb der Täter diese sehr spezielle Methode wählte.
Während Charly undercover als Küchenhilfe im „Haus Vaterland“ versucht, an Informationen zu gelangen, begibt sich Rath zwecks Nachforschungen nach Masuren. Dort stößt er jedoch auf zahlreiche Widerstände und gerät in Lebensgefahr, als er vertuschten Verbrechen, Machenschaften und bislang gut gehüteten Geheimnissen auf die Spur kommt.
Der Beziehung zwischen dem eigensinnigen Gereon Rath und der emanzipierten Charly Ritter tut dieser Fall nicht unbedingt gut. Sie versuchen zwar, ihren jeweiligen dienstlichen Belangen und privaten Interessen gerecht zu werden, was jedoch oft nur mehr schlecht als recht gelingt.

Resümee:
Der historische Hintergrund des Sommers 1932 bildet die Kulisse der fiktiven Handlung; anerkennenswert ist dabei die große politische Fakten- und Detailkenntnis des Autors. Gefreut habe ich mich auch, dass er Schreib- und Redestil sowie Wortwahl der damaligen Zeit angeglichen hat. Ermittelt wird natürlich ohne die heute üblichen Möglichkeiten und technischen Mittel, dafür tauchen etliche „alte“ Accessoires auf: Zigaretten der Marken „Overstolz“ und „Juno“; die „Sinalco“-Limonade; Stenotypistinnen mit ihren ständig klappernden Schreibmaschinen; Polizisten, die an belebten Kreuzungen von einem Verkehrsturm aus den Verkehr regeln usw.
Das alles macht die Handlung authentisch.
Schade, dass sie so viele (Über-) Längen enthält, an denen das Geschehen nicht voran- und die Spannung abhanden kommt. Das gilt nicht nur, aber ganz besonders für die Stellen, an denen Gereon Rath allabendlich „versackt“ und für jene, an denen man sich schwer beherrschen muss, um nicht mitzuzählen, wie viele „Overstolz“ er sich auf einer Seite anzündet. Das avancierte mit zunehmender Lesedauer zum Nervfaktor, vor allem, wenn Charly sich parallel dazu eine „Juno“ ansteckt!
Und für meinen Geschmack bezeichnet seine Verlobte ihn ein paarmal zu oft als „Scheißkerl“ - leicht variiert durch „Mistkerl“ - es muss ja nicht zig-mal auf einer Seite erwähnt werden.
Für mich war dies der erste Roman der Serie um Gereon Rath, und ich bin mir nicht sicher, ob ich weitere folgen lassen werde.
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wendelin zu »Volker Kutscher: Die Akte Vaterland« 15.03.2013
*Mord verjährt nicht*

Eine Reihe seltsamer Morde, bei der die Opfer scheinbar auf dem Trockenen ertrinken, erschüttert Berlin.
Gerade frisch verlobt muss Kommissar Gereon Rath einer Spur nach Masuren folgen und stößt dort, trotz einer Mauer aus Stillschweigen, auf ein altes Verbrechen …
Seine Verlobte, Kommissaranwärterin Charly Ritter ermittelt derweil undercover als Küchenhilfe im Haus Vaterland in Berlin und muss feststellen, wie schwer es 1932 für eine Frau im Polizeidienst ist.

Die Story ist nicht atemberaubend spannend. Relativ schnell durchschaut man, auch dank des Prologes, wie die Geschichten zusammenhängen. Anschaulich wird die schwierige Ermittlungsarbeit beschrieben und lebendig wirken die Charaktere. Besonders besticht der Roman durch seine dichte Atmosphäre und die hautnahe Schilderung der politischen Geschehnisse in einer brisanten Zeit der deutschen Geschichte.


Fazit: Ein lesenswerter Kriminalroman mit Tiefgang.
Joachim Mangold zu »Volker Kutscher: Die Akte Vaterland« 16.01.2013
Die Akte Vaterland - Titel eines spannenden Krimis und gleichzeitig ein spanndes Bild wie die Weimarer Republik immer mehr zu den Akten gelegt wird. Dreistigkeit wird nicht begegnet sondern ignoriert und verdrängt. Die Faust bleibt in der Tasche, die eigentlich ins Gesicht gehört.
Nach vier langen Lesenächten kann ich eigentlich gar nicht abwarten, wie es mit den dem Kommisar Rath weitergeht.
Für mich auch interessant, dass Kutscher zeigt, dass eben icht alle Nazis waren oder auf dem Weg dorthin. Nett natürlich die Entwicklungen von Rath und seinem Umfeld mit erleben zu können.

Meine Empfehlung unbedingt alle 4 Bücher lesen. Auch wenn die Fälle 2 und 3 nicht gar so spannend sind.
andkra67 zu »Volker Kutscher: Die Akte Vaterland« 24.10.2012
Immer besser wird die Krimi-Reihe um den eigenwilligen Kommissar Gereon Rath, der sich in der in den letzten Zügen liegenden Weimarer Republik mit der Lösung komplexer Krimalfälle beschäftigt. Die Charakterzeichnungen der Reihe werden immer intensiver, damit vielschichtiger und differenzierter. Dies kommt dem komplexen Stil von Kutscher entgegen und bietet diesem die Möglichkeit mit den Charakteren und deren Eigenheiten zu spielen und damit auch die anspruchsvolle Fallgestaltung nach vorne zu treiben. Das Rath diesmal auf Reisen geht und in Berlin parallel ermittelt wird, macht die Story abwechslungs-und wendungsreich, auch weil die Protagonisten dieses Falles realistisch geschildert sind. Im Hintergrund der Reihe baut Kutscher immer wieder geschickt die politischen Entwicklungen der Endphase der Weimarer Republik ein. Das macht Spaß und Freude auf den nächsten Band.
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