Schutzpatron von Volker Klüpfel & Michael Kobr

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2011 bei Piper.
Ort & Zeit der Handlung: Deutschland / Allgäu, 1990 - 2009.
Folge 6 der Kommissar-Kluftinger-Serie.

  • München: Piper, 2011. ISBN: 978-3-492-05205-4. 368 Seiten.
  • [Hörbuch] Hamburg: Osterwold Audio bei Hörbuch Hamburg, 2011. Gesprochen von Volker Klüpfel & Michael Kobr. ISBN: 3869520752. 6 CDs.

'Schutzpatron' ist erschienen als Hardcover Hörbuch

In Kürze:

Endlich kehrt der prachtvolle Burgschatz mit der Reliquie von St. Magnus, dem Schutzpatron des Allgäus, nach Altusried zurück. Vor Jahrzehnten wurde unter der Burgruine Kalden der sagenhafte Schatz gefunden und ging auf weltweite Ausstellungsreise. Nun muss Kluftinger an einer Arbeitsgruppe teilnehmen, die eigens für die Sicherung der Kostbarkeiten gegründet wurde. Priml! Dabei hat er doch ganz andere Probleme: Er hat den Mord an einer alten Frau aufzuklären, der zunächst als natürlicher Tod eingestuft wurde. Oder hat das eine gar mit dem anderen zu tun? Kluftingers Nachforschungen werden dadurch erheblich erschwert, dass sein Auto gestohlen wird, was er aus Scham allerdings allen verschweigt – den Kollegen und sogar seiner Frau Erika. Das bringt ihn mehr als einmal in Bedrängnis. Vor allem natürlich, wenn Dr. Langhammer mit von der Partie ist.

Das meint Krimi-Couch.de: »Krimi-Comedy (fast) vom Feinsten.« 75°

Krimi-Rezension von Jörg Kijanski

Gerichtsmediziner Böhm bittet Kriminalhauptkommissar Kluftinger von der Kripo Kempten sich eine Leiche anzusehen. Es handelt sich um die 82-jährige Maria Zahn, die als natürlicher Todesfall eingeliefert wurde. Doch Böhm hat aufschlussreiche Würgemale am Hals der Toten entdeckt, so dass Kluftinger unerwartet in einem Mordfall ermitteln muss. Dabei findet er schnell heraus, dass die Ermordete alles andere als beliebt war und ihr die Nachbarn den Spitznamen »Giftzahn« gaben. Als wäre dies nicht schon Arbeit genug, erfreut ihn sein Chef, Polizeipräsident Lodenbacher, mit einer Sonderaufgabe. Ein seit einigen Jahren auf »Tournee« befindlicher Burgschatz soll in einem neuen Museum in Altusried fortan zu sehen sein. Teil des Schatzes ist eine hochwertvolle Reliquienmonstranz mit den sterblichen Überresten des heiligen Magnus, des Schutzpatrons des Allgäus.

Kluftinger und sein Team ermitteln nach Kräften und entdecken in besagtem Mordfall bald eine erste Spur in der stillgelegten Autowerkstatt von Zahns Ehemann, wo auch deren Leichnam entdeckt wurde. Ein »geheimer Raum« ist mit einem seltsamen Gebilde ausgestattet, welches Kluftinger als Nachbildung jenes Museumsraumes erkennt, in dem in Kürze die berühmte Monstranz untergebracht werden soll. Offenbar scheinen die beiden Fälle zusammen zu hängen…

Schutzpatron ist bereits der sechste Fall für den »Kommissar ohne Vornamen« des deutschen Autorenduos Volker Klüpfel und Michael Kobr. Die beiden in Kempten geborenen Autoren sind seit ihrem ersten Fall auf der Überholspur und dies mit einem Protagonisten, der kein Fettnäpfchen auslässt, ja den man in der Realität aus lauter Fürsorgepflicht sogar umgehend in einer Fachklinik einliefern würde. »Klufti« ist eine geniale Mischung aus (nun ja) cleverem Ermittler und dem typisch deutschen Spießer, der zwar von Nichts eine Ahnung hat, aber immer fleißig mitredet. Dass da der erste Flug des Kommissars nicht in einem wahren Fiasko endet, ist vor allem seinem Mitarbeiter Maier zu verdanken, der auf seine Weise natürlich auch ordentlich einen an der Klatsche hat. Schutzpatron ist, um es klar zu sagen, falls es jemand noch nicht wissen sollte, kein Kriminalroman im üblichen Sinn, sondern vielmehr eine recht überdrehte Kriminalkomödie. Der Spruch »Dümmer als die Polizei erlaubt« schwirrt einem ständig im Hinterkopf. Natürlich gibt es Verbrechen und es wird tatsächlich ermittelt, aber in erster Linie scheint es dem Autorenduo darum zu gehen, ihre Leser mit aller Gewalt zum Lachen zu bringen. So zum Beispiel als Kluftinger von seinem Sohn Markus erfährt, dass dieser die Japanerin Yumiko heiraten möchte.

»Wo wollt ihr feiern? Beim Mondwirt oder im Stiefel?« »Das kommt jetzt halt drauf an, ob wir hier oder drüben heiraten«, erklärte Markus. Kluftinger blickte ihn entgeistert an: »In der DDR?« Sein Sohn verdreht die Augen: »In Japan natürlich.«

Da die Wiedervereinigung schon einige Jahre her ist, dürfte ein solch schaler Kalauer nicht allen gefallen. Überhaupt schießen die Autoren im vorliegenden Fall ein klein wenig über das Ziel hinaus. Kurz vor dem vermeintlichen Zugriff auf den oder die Täter heißt es

»Hör mal zu, ich hab eine verdächtige Person auf dem Schirm. Elf Uhr.« Kluftinger blickte auf seine Armbanduhr: Ich hab’s erst zehne.» «Wie?» «Nach meiner Uhr ist es erst zehn.» «Ach so, ja, nein, ich meine die Richtung. Elf Uhr. Südost, wenn dir das besser gefällt.» Kluftinger seufzte: «Probier’s mal mit rechts oder links."

Soll ein derartiger Ermittler wirklich weitere Fälle lösen oder lieber in einem Sanatorium seiner baldigen geistigen Genesung entgegen fiebern? Eine kleine Verneigung der Autoren vor der österreichischen Kultfigur Kottan kommt daher nicht von ungefähr. Man kann sich mit dem Schutzpatron dennoch großartig amüsieren und so freuen sich die Fans der Serie schon jetzt auf den nächsten Fall. Priml.

Jörg Kijanski, August 2011

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Ticva zu »Volker Klüpfel & Michael Kobr: Schutzpatron« 27.11.2011
Das Cover ist schon humorvoll gestaltet.
Im Vordergrund ist ein Verkehrsschild mit zwei Wanderern abgebildet, die jeweils einen Heiligenschein über dem Kopf haben. Im Hintergrund des Schildes ist auf einem Berg eine Burgruine zu sehen.
Der Titel "Schutzpatron" erweist sich als äußerst treffend, wenn man die Geschichte liest, und das nicht nur auf eine Weise.

Schatzräuber der modernen Art haben es dieses Mal auf einen Burgschatz abgesehen, der in sein Zuhause bei Altusried zurückgebracht werden soll.
Während Kluftinger sich mit gestohlenen Autos und dem neugewonnenen Interesse am Golfsport beschäftigt, knüpft ein Ganove zusammen mit einer kleinen Gruppe von fähigen Dieben einen sicheren Plan, um die Artefakte zu stehlen.
Es sieht sehr lange so aus, als ob der Drahtzieher der Diebesbande Kluftinger und seine Kollegen an der Nase herumführen kann, da der Kommissar zudem auch noch mit einem Mord beschäftigt ist.
Aber all das ändert sich, als Kluftinger etwas auffällt, was dem Rest des Teams wie moderne Kunst vorkommt ...

Die Thematik des Krimis wird durch die humorvollen Einlagen von Kluftinger & Co. regelmäßig in den Hintergrund geschoben.
Spannung, welche für einen Krimi eigentlich normal ist, gab es in diesem Roman auf dramatische Weise erst zum Schluss ohne Unterbrechung. Zwischendurch blitzte sie nur auf, wenn es um die Ganoven ging.
Dafür war der Krimi äußerst humorvoll und ich musste sehr oft schmunzeln, manchmal sogar laut lachen.
Die Nebensächlichkeiten im Privatleben und im Job des Kommissars waren immer viel interessanter, als der aktuelle Kriminalfall, den er gerade löste.
Und das ist auch der Grund, weshalb ich Kluftinger nun schon bis zum sechsten Fall treu geblieben bin!
Wie bisher in jedem Band wusste ich nicht, ob ich Klufti mögen oder ihn für nicht ganz voll nehmen sollte.
Er hat so eine geniale Mischung aus beidem, was ihn sehr sympathisch macht. Seine Art an Situationen heranzugehen ist jedes Mal aufs Neue ein Abenteuer für mich. Eine Frage ging dabei jeder Situation voraus: Wie handelt Klufti nun wieder und welche Folgen wird es haben?

Fazit:
Die Autoren Volker Klüpfel und Michael Kobr knüpfen gekonnt Kriminalistisches mit einem äußerst tollpatschigen Ermittler und seinem witzigen Privatleben zusammen. Das Ergebnis ist ein sehr unterhaltsamer und lustiger Krimi aus dem Allgäu.
fridolinie zu »Volker Klüpfel & Michael Kobr: Schutzpatron« 17.10.2011
Bin auf Seite 30 (oder so) und kämpfe mich so durch, weil ich meine, das Buch gelesen haben zu müssen. Nur frage ich mich auf jeder Seite, warum ich mir das antue? Wird das noch besser?
Wann kommt denn bitte die Komik, von der der Rezensent so schwärmt? Weder sind die Dialoge witzig noch kann ich an den geschilderten Situationen etwas amüsant finden. "Peinlich" trifft es eher.
Ich kann den "Vor-Kritikern" nur Recht geben: die Bücher werden von Mal zu Mal ärgerlicher.
Gekauft habe ich mir schon Rauhnacht nicht mehr, falls es einen Folgeband gibt, werde ich auch in der Leihbücherei einen Bogen drum machen.
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Werni zu »Volker Klüpfel & Michael Kobr: Schutzpatron« 06.10.2011
Der beste Klufti! Habe mich selten so amüsiert und gelacht bei einem Krimi. Macht weiter so und schickt Klufti noch lange nicht in den Ruhestand. Bin gespannt was Volker Klüpfel und Michael Kobr noch so alles um Klufti einfällt. Nur schon was im wegen dem rosa Smart einfällt und ob er sich wieder ins Flugzeug setzt. Z.B. nach japan.
0 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Paula Eva zu »Volker Klüpfel & Michael Kobr: Schutzpatron« 02.10.2011
Es gibt einen guten Satz im Schutzpatron. "Dass so einer wie Sie eine Pistole tragen darf, finde ich unverantwortlich." Die Unbedarftheit, in der Kluftinger dargestellt wird, ist nicht mehr zeitgemäß. Die daraus entstehende Situationskomik wird einfach zu langatmig. Verschroben ist teilweise witzig, aber Kluftinger ist nur noch peinlich. Diese Darstellung wird von Krimi zu Krimi schlimmer. Ich lese nun wirklich keinen mehr.

Das ist schade, denn die Plots der Krimis sind interessant und gut recheriert. Als Grundlage für Drehbücher eher geeignet.
Vielleicht werden sie ja verfilmt. Erntedank war ja eine brauchbare Umsetzung.

Das Schlimmste an diesem Krimi war die ständige Verwendung von grinsen. Hat das WORD-Programm denn gar keine Synonyme dafür.
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
helene pauli zu »Volker Klüpfel & Michael Kobr: Schutzpatron« 02.10.2011
Diese Mischung von Komödienstadl und Topkapi funktioniert einfach nicht. Kluftinger wird über weite Strecken zur Karikatur, da wirkt es dann vollkommen unglaubwürdig, dass dieser bayrische Einfaltspinsel den Fall scharfsinnig löst.
Ein über weite Strecken langweiliger Krimi: schlechte Dialoge, holprige Handlung, ärgerliche Überzeichnung der Protagonisten. Im Gegensatz zu den vorherigen Kluftinger-Krimis ein echter Flop!
1 von 2 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Elisabeth Vollenweider zu »Volker Klüpfel & Michael Kobr: Schutzpatron« 13.09.2011
Ich habe bis jetzt alle Kluftinger-Krimis gelesen, aber ,Schutzpatron, ist nur noch ärgerlich und seitenweise peinlich! Mir tut der Klufti leid! Was soll das? Ich möchte gerne einen guten Krimi lesen und nicht, wie ein nicht so weltgewandter Mann lächerlich gemacht wird! Was denken sich die Autoren dabei?
ballaudo zu »Volker Klüpfel & Michael Kobr: Schutzpatron« 29.08.2011
Warum die Autoren ihre Kultfigur Kluftinger bis ins Klo verfolgen, um ihn lächerlich zu machen, ist mir ein Rätsel. Selbst seine Ehefrau Erika lässt nichts aus, um ihn bloß zu stellen. Das nervt nur noch! Seit "Rauhnacht" ist er von seinen Erfindern um des billigen Klamauks wegen zum Deppen degeneriert, dem man am allerwenigsten zutraut, einen kleinen Diebstahl, geschweige denn einen Mord aufzuklären. Schade um ihn, jetzt ist er für micht als humoristische Figur tot. Aber inzwischen gibt es ja reichlich Alternativen auf diesem Sektor.
Kobr und Klüpfl kann man nur empfehlen, mit einer anderen Haupt-Figur von vorne zu beginnen.
Christl Ott-Allgeyer zu »Volker Klüpfel & Michael Kobr: Schutzpatron« 26.08.2011
Noch selten habe ich einen derart ärgerlichen Krimi gelesen! Der anfangs sympatische Grantler Kluftinger degradiert zur unglaubwürdigen Witzfigur. Jeder einzelne "Gag" ist vorhersehbar. Peinlich auch die Schilderung des Wiener Kollegen, nein danke, so was braucht die Welt nicht. Schade um das Geld, das meine Freundin dafür ausgegeben hat, um mir eine Freude zu machen.
Edelbert61 zu »Volker Klüpfel & Michael Kobr: Schutzpatron« 15.08.2011
Warum wird Schutzpatron eigentlich auf der Krimi-Couch vorgestellt und nicht auf der Bauerntheater-Couch? Als ehemaliger Klufti-Fan war die Rauhnacht schon schwer verdaulich, aber Schutzpatron ist für mich persönlich das Ende dieser Buchserie. Krimi? Spannung? Fehlanzeige! Dafür billiges Kasperltheater mit einem Klufti, der einem leid tun kann und für den ich mich als Leser nur noch fremdschäme. Schade.
Peter55 zu »Volker Klüpfel & Michael Kobr: Schutzpatron« 29.07.2011
Leider kann das Buch an die erstklassigen, humorvollen Vorgängerbücher nicht anknüpfen. Die Figur Kluftinger hat sich zu sehr zum negativen verändert. Keine "Kasspatzen" und keine überraschenden Geistesblitze, ein Kluftinger als Dorfdepp - nein danke! Die Handlung des "Krimis" ist sehr durchsichtig und vorhersehbar, die Aufteilung der Handlung in zwei verschiedene Sichtweisen sehr gewöhnungsbedürftig. Alles in Allem der bisher mit Abstand schwächste Kluftinger, aber die Hoffnung stirbt zuletzt .!

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