Skin von Veit Etzold

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2016 bei Bastei Lübbe.

  • Köln: Bastei Lübbe, 2016. ISBN: 978-3-404-17375-4. 416 Seiten.
  • [Hörbuch] Köln: Lübbe Audio, 2016. Gesprochen von Michael-Che Koch . ISBN: 3-7857-5235-0.

'Skin' ist erschienen als TaschenbuchHörbuchE-Book

In Kürze:

Als Christian den Link zu dem Video anklickt, ist er entsetzt über das, was er sieht: einen bis zur Unkenntlichkeit entstellten menschlichen Körper, der regungslos auf dem Wasser eines Swimmingpools treibt. Das ist nur der Höhepunkt einer ganzen Reihe von seltsamen Ereig nissen, die sich in Christians sonst so geregeltem Leben plötzlich häufen. Doch als er sich der Polizei anvertraut, reagiert diese anders als erwartet. Christian hat das Gefühl, dass man ihm nicht glaubt. Als er weitere dieser grauenhaften Videos erhält, steht die Polizei plötzlich vor seiner Tür: Man hat herausgefunden, dass die E-Mails von seinem Account verschickt wurden.Und: Die Toten sind keine Fremden – Christian kannte sie alle …

Das meint Krimi-Couch.de: »Verstörendes Verwirrspiel« 75°

Krimi-Rezension von Jörg Kijanski

Christian König hat es geschafft. Der einstige Philosophiestudent lebt mit Freundin Nicole in Berlin, beide wollen demnächst heiraten und nun hat er auch noch einen Job bei ECC erhalten, einer der weltweit führenden Firmen im Bereich Unternehmungsberatung. Gemeinsam soll er sich dort mit zwei Kollegen um die BWG kümmern, eine Bank, die in der Finanzkrise in große finanzielle Schieflage und dadurch in das Blickfeld eines amerikanischen Großinvestors geraten ist. Der neue Job verspricht indes nicht nur große Annehmlichkeiten, sondern auch Arbeit bis tief in die Nacht, was die Beziehung zu Nicole zunehmend belastet. Dann erhält Christian eines Tages eine SMS, die ihn zu einem Postfach am Berliner Hauptbahnhof führt. Darin befinden sich Hautreste einer menschlichen Hand.

Christian ist schockiert, verdrängt den grausigen Fund jedoch. Kurz darauf erhält er eine weitere SMS, die einen Link zu einem Downloadportal enthält. Hier findet er das bizarre Video einer verwesten Wasserleiche. Christian wendet sich an die Polizei und gerät bei Hauptkommissar Frank Deckhard vom Berliner LKA schnell selber unter Verdacht, denn dieser findet die zum Video passende Leiche. Professor Werner Richter, Christians früherer Dozent, der einst seine eingereichte Doktorarbeit ablehnte. Kaum ist die Leiche Richters identifiziert, gibt es einen weiteren Toten. Und erneut führt eine Spur zu Christian …

Ausflug in die Welt der Hochfinanz

Der neue Thriller von Erfolgsautor Veit Etzold ist zunächst gewöhnungsbedürftig, denn auf den ersten rund hundert Seiten, werden Christian und vor allem dessen Arbeit bei der BWG sowie HK Deckhard vorgestellt. Die Gegensätze könnten größer kaum sein. Christian scheint es beruflich geschafft zu haben, ist angehender Unternehmensberater mit besten Perspektiven, wären da nur nicht die ausufernden Arbeitszeiten, die kaum Gelegenheit zum Schlaf bieten. Excel- und Powerpointpräsentationen wollen ständig angepasst und optimiert werden, um die Entscheidungsträger zu überzeugen.

»Powerpoint und Excel.«
»Macht beides keinen Spaß. Viel zu gewöhnlich. Tor-Server, Darknet, versteckte Proxys, so was macht Laune. Aber doch kein Power Point. Da gibt es coolere Programme, sich die Nacht um die Ohren zu schlagen. Oder gleich Call of Duty. Black Ops, versteht sich.«

Dies alles führt zunächst zu einem zu lange gearteten »Intro«, denn Autor Veit Etzold erklärt sehr ausführlich, wie eine (böse) Unternehmungsberatung arbeitet und die Instrumente auf den Finanzmärkten (noch böser) funktionieren. Die üblichen Klischees treffen hierbei auf das geschwurbelte Fachchinesisch.

»Leichter ist es, ein Handy über SS7-Technologie zu knacken. Wenn das Handy ein Smartphone ist, kommt man auch an die Mails und kann sie vom Server ab manipulieren. Dann müsste man gar nicht auf deinen Rechner, sondern macht das übers Handy.«
»Verdammt! Mein Handy wurde mir vor zwei Wochen gestohlen. Kann jemand damit noch irgendwas anstellen?«
»Keine Bange, da kann nichts passieren. Du hast ja die Server-Passwörter geändert. Da kommt jetzt auch keiner mehr über die Cloud rein.«

Ist das erste Viertel überstanden, nimmt der Plot enorm an Fahrt zu und man liest in einem durch. So soll es sein. Weitere SMS und Leichen tauchen auf, die Spuren führen immer wieder zu Christian. Zwar bindet dieser die Polizei ein, offenbart aber nur das Nötigste und macht sich so noch verdächtiger. Hier sind vom Leser einige Zugeständnisse gefordert, denn Christians Verhalten wirkt »etwas seltsam« (sehr freundlich formuliert). Christian gerät in ein heilloses Durcheinander mit Folgen für seine Arbeit. Es folgen Trugbilder, Panikattacken und Psychosen. Eigentlich kann ihm da nur noch sein Vater helfen, der als erfolgreicher Anwalt eine Kanzlei betreibt. Dieser ist gewohnt mit harten Bandagen zu kämpfen, hat jedoch ebenfalls seine dunklen Geheimnisse.

Auf der anderen Seite steht HK Deckhard, ein Trübsal blasender Ermittler, der aufgrund seiner mürrischen Art und mitunter ätzenden Kommentare nicht gerade beliebt ist. Political correctness ist definitiv nicht sein Ding, dann schon lieber die Suche nach einem Mörder. Und wenn dieser ein gut verdienender Sohn aus höheren Kreisen ist umso besser.

»Ein vorbildlicher Bürger, der auf Wasserleichen steht. Ich finde, irgendwas stimmt da nicht.«
»Deckhard, hören Sie auf mit Ihren Mutmaßungen! Sie sind Beamter, kein Wahrsager! Wir wollen nicht glauben, wir wollen wissen.«

Vom verhaltenen Start abgesehen ist das Tempo sehr hoch, wenngleich die Zahl der Verdächtigen arg überschaubar ist. Der Hinweis auf die mögliche Auflösung der Vorkommnisse kommt dann auch arg überraschend. Alles in allem dennoch ein lesenswerter Thriller für Freunde ungewöhnlicher Plots. Sebastian Fitzek und Arno Strobel lassen grüßen. Allerdings sollte man sich unbedingt für die Welt der Hochfinanz interessieren, sonst dürfte einen der Arbeitsalltag bei ECC ebenso ermüden wie den Protagonisten.

Jörg Kijanski, Oktober 2016

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B.Fink zu »Veit Etzold: Skin« 26.01.2017
Also mein lieber Herr ETZOLD ich hatte deutlich mehr erwartet!
Liest man Herrn Etzolds Werdegang ist klar
warum er sich so hervorragend im Bank und Investmentwesen auskennt!
Stell ich mir nur die Frage interressiert das 90% der Krimi/Thrillerleser?
Eher nein!
Viel zu komplex,Figuren sehr schwach beschrieben,Materie für Ottonormalverbraucher
total uninterressant...lese ja auch nicht Freiwillig das WALLSTREET JOURNAL!!!
Nach deutlich über 100Seiten die erste Leiche.für mich total unspecktuklär...hab es nicht bis über Seite 200 hinaus geschafft.
War echt nicht fesselnd und selbst bei mehereren Seiten überblättern ,war ich NICHT raus aus der Story!
Schade ,schade das war schonmal deutlich,deutlich besser
Ballerina zu »Veit Etzold: Skin« 12.11.2016
Wie mein Vorposter schon sagte, es ist wirklich sehr langatmig und wenn man sich nicht für IT, das Bankwesen oder Beratertätigkeiten interessiert muss man sich schon sehr zusammenreißen um das Buch überhaupt durch zu lesen. Die Figuren werden kaum beschrieben so das man ein sehr ungenaues Bild im Kopf hat und dadurch keiner wirklich sympathisch oder unsympathisch werden kann. Die Handlungen sind teilweise völlig überzogen, unglaubwürdig und Weltfremd und so unrealistisch wie die Dialoge zwischen den beiden Polizisten waren musste ich schon manchmal lachen. Ich habe schon schlimmere Bücher gelesen aber das Geld hätte ich mir auch sparen können.
VortexSurfer zu »Veit Etzold: Skin« 19.08.2016
Langatmig ohne Ende; sehr stark schwankende Qualität des Schreibstils; Protagonisten, die einem ziemlich egal sind und ohne Profil daherkommen. Und ein Verbrechen, das dem Leser ebenfalls relativ egal bleibt; die Opfer bleiben belanglos und blass. Insofern besteht auch wenig Interesse an einer Aufklärung.
Nicht wirklich furchtbar schlecht, aber ein Buch, auf das man gut verzichten kann.
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