Ein harmloser Mord von Vanda Symon

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2007 unter dem Titel Overkill, deutsche Ausgabe erstmals 2008 bei Blanvalet.
Ort & Zeit der Handlung: Neuseeland, 1990 - 2009.
Folge 1 der Sam-Shepard-Serie.

  • North Shore: Penguin, 2007 unter dem Titel Overkill. 352 Seiten.
  • München: Blanvalet, 2008. Übersetzt von Andrea Stumpf, Gabriele Werbeck. 352 Seiten.

'Ein harmloser Mord' ist erschienen als

In Kürze:

Als die Leiche einer jungen Frau gefunden wird, ist die kleine neuseeländische Gemeinde von Mataura geschockt: Alles weist auf Selbstmord hin. Doch bei ihren Ermittlungen entdeckt die Polizistin Sam Shephard, dass es sich keineswegs um Selbstmord, sondern um einen perfide geplanten Mord handelt. Und Sam gerät selbst unter Verdacht, denn der Ehemann der Getöteten ist ihr Exfreund. Sie schiebt ihre Gefühle beiseite, begibt sich auf die Suche nach dem Killer – und findet sich bald selbst auf dessen Abschussliste wieder …

Das meint Krimi-Couch.de: »Kiwi-Variante des Landhauskrimis« 42°

Krimi-Rezension von Eva Bergschneider

Ein harmloser Mord ist der Auftakt einer Krimireihe, deren Schauplatz die Autorin Vanda Symon in ihrer Heimat angesiedelt hat; dem äußersten Süden Neuseelands. Die Kleinstadt Mataura, idyllisch am gleichnamigen Fluss gelegen, ist kein Ort an dem man Verbrechen erwartet. Die Bevölkerung besteht überwiegend aus Farmern und das Revier wird von einer einzigen Polizistin Constable Samantha Shephard betrieben.

Baby Angel ist der einzige Zeuge

Der Tod zeigte höflich seinen Ausweis vor und erklärte, das es in der Gegend ein Problem mit den Telefonleitungen gäbe.

Gaby Knowes sperrt ihren Hund Radar in das Schlafzimmer, damit der Telefontechniker in Ruhe seine Arbeit tun kann. Doch statt die Leitung zu prüfen, bedroht er Gabies kleine Tochter mit einem Messer. Er zwingt die junge Mutter dazu, ihrem Ehemann einen Abschiedbrief zu schreiben und eine Überdosis Schlaftabletten zu nehmen. Als Lockie Knowes von der Arbeit heim kommt ist seine Ehefrau spurlos verschwunden.

Selbstmord oder Mord?

Die Polizistin Sam Shephard lässt das Ufer des nah am Haus gelegenen Flusses nach der Vermissten absuchen. Gabies Leiche wird an einer seichten Stelle gefunden, ein Selbstmord scheint auf der Hand zu liegen. Dennoch hat Sam Zweifel. Sie hat keine Fußspuren auf der Uferböschung gefunden und der Abschiedbrief klingt seltsam förmlich. Die Polizistin besucht den Hausarzt der Toten und erfährt von dem Gerücht, dass Dr. Walden seine Patientin zu einer Affäre gezwungen haben soll. Bevor Sam diese Spur weiter verfolgen kann, wird sie von ihrem Chef als Verdächtige verhört und vom Dienst suspendiert. Vor Gaby ist sie die Frau an Lockie Knowes Seite gewesen. Nach Beendigung der Beziehung hat Sam aus ihrer Eifersucht keinen Hehl gemacht.

Nach verheißungsvollem Auftakt flaut die Story ab

Ein harmloser Mord startet alles andere als harmlos. Ein Profikiller begeht den scheinbar perfekt getarnten Mord an einer jungen Mutter, die sich tapfer wehrt, aber angesichts eines Messers an der Kehle ihres Babies nachgibt. Die Polizei geht angesichts einer geleerten Packung Schlaftabletten und dem Leichenfund am Fluss zunächst von einer Selbsttötung aus. Das Rezept für die Tabletten stelt sich als Fälschung heraus. Daraufhin beginnt die junge Polizistin mit Herz und Schnauze mit ihrer Mordermittlung. Leider werden dabei entscheidende Hinweise nicht bis zum Ende verfolgt und einige logische Fehler gemacht. Den endgültigen Hinweis auf einen Mord erhält die Polizei durch den klassischen Trick, mit Bleistift einen Schriftzug auf dem Notizblock des Opfers nachzuzeichnen. Was läge also näher, als den Tatort akribisch nach dem entsprechenden Beweisstück, der Notiz abzusuchen? Auf diese Idee kommt auch Constable Shephard:

Vielleicht nehmen sie dann endlich mal den Müll unter die Lupe

Zugunsten der Dramaturgie passiert allerdings nichts dergleichen. Dadurch hätte sich die durch Sams Suspendierung erzwungene Undercover-Arbeit, mit der sich die Hauptprotagonistin zu profilieren versucht, erübrigt.

Southland-Flair

Ein aufsehenerregendes Finale und die treffende Charakterisierung von Land und Leuten entschädigen ein wenig für aktionsarme Längen im Mittelteil und die zufallsgesteuerte Ermittlung.

Vanda Symons Schauplatzbeschreibungen und ihre bodenständigen Protagonisten kreieren die Kiwi-Variante eines Landhauskrimis in einer etwas derberen Atmosphäre, als man sie von ihren britischen Kollegen kennt. Eine direkte und schnörkellose Erzählweise, die sich flüssig liest, unterstreicht die rustikale Umgebung. Hier passt sogar ein derartig abstruser Schluss, das Resultat einer verbohrten Gesinnung, die um jeden Preis den Status Quo erhalten will.

Es wird weitere Krimis mit dieser streitbaren und sympathischen Ermittlerin geben. Die Autorin wird die Reihe allerdings an einen etwas urbaneren Schauplatz, der gut 100.000 Einwohner zählenden Stadt Dunedin verlegen. Man darf hoffen, dass Sam Shephard während ihrer Ausbildung zur Kriminalbeamtin etwas fundiertere Ermittlungsmethoden lernt, die ihrer Arbeit am nächsten Fall mehr Glaubwürdigkeit verleihen könnten.

Eva Bergschneider, Januar 2009

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sladjana zu »Vanda Symon: Ein harmloser Mord« 02.04.2009
Ich lese oft Thriller, Romane etc... Aber solch was spannendes von der ersten Seite an, hammer. Dieses Buch beginnt schon so dramatisch spannend das man nicht aufhören kann zu lesen. (Herzklopfen beim lesen) Ich kann es tagsüber kaum abwarten nach Hause zu kommen und weiter zu lesen. Echt toll, sollte man unbedingt lesen!
Ralf Oeser zu »Vanda Symon: Ein harmloser Mord« 17.02.2009
Die ersten drei, vier Seiten Hochspannung pur! Wow, der rote Punkt mit der Aufschrift: "Thriller des Monats, spannender gehts nicht" hält wohl, was er verspricht. Ende des Prologs, erstes Kapitel: Ab jetzt wirds ernst: Na, irgendwann muss es doch soweit sein, die tolle ach so attraktive Heldin Sam MUSS doch jetzt mal in irgendeiner Phase von irgendetwas Bösem bedroht werden, wann, wann, ja wann denn nun? Wer um alles in der Welt ist Autor des roten Punktes? Etwas viel Faderes, Langweiligeres, sich künstlich in die Länge ziehendes und von haarsträubenden Zufälligkeiten gespickten "Ermittlungserfolgen" geprägteren Plot habe ich selten gelesen. Als Leser von unzähligen Thrillern ist es mir vollkommen schleierhaft, wie man einem solchen Roman oben erwähnte Attribute andichten kann, ja überhaupt von einem Thriller reden kann. Nirgends und in keiner Phase nach dem Prolog entsteht irgendwo Spannung, geschweige denn Thrill. 12 Seiten im Prolog, ansonsten bietet nicht einmal die stumpfsinnige Aufklärung am Ende nur ansatzweise Spannung. Also von welchem aufsehenerregenden Finale spricht Frau Bergschneider? Gähnende Tristesse auf 344 minus Prolog, einfach unglaublich: Finger weg von diesem wirklich extrem "harmlosen Mord"!
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