Schlussblende von Val McDermid

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 1997 unter dem Titel The Wire in the Blood, deutsche Ausgabe erstmals 1999 bei Droemer-Knaur. ISBN-10: 3-426-62428-1, ISBN-13: 978-3-426-62428-9. Übersetzt von Klaus Fröba.
Ort & Zeit der Handlung: Großbritannien / England, 1990 - heute.

'Schlussblende' ist erschienen als Taschenbuch

In Kürze:

Es gibt nichts Schrecklicheres, als die Wahrheit zu kennen, und niemand hört zu. Shaz Bowman ist Mitglied eines Elite-Polizeiteams, das das Verschwinden von 30 Mädchen aufklären soll. Als sie einen berühmten TV-Star verdächtigt, wird sie ausgelacht – und wenig später ermordet aufgefunden …

Das meint Krimi-Couch.de: »Die Großspurigkeit eines Täters« 85°Treffer

Krimi-Rezension von Sabine Reiss

Tony Hill ist Profiler, d.h. er erarbeitet Täterprofile bei Serienstraftaten, wobei es sich meist um die schlimmste Form von Verbrechen handelt: Serienmord. Der Psychologe hat gerade eine Truppe von jungen Polizisten aus ganz England zusammengestellt, die er im Auftrag des Innenministeriums in der Erstellung dieser Täterprofile schult. Zur Übung erhalten die jungen Leute Informationen über 30 Mädchen, die im Laufe der Jahre verschwunden sind. Mit großer Akribie geht die ehrgeizige Shaz Bowman an die Sache heran. Obwohl es nur um eine Übungsaufgabe geht und die Polizei niemals einen Zusammenhang untersucht hat, arbeitet sie sich tief in die Fälle ein und findet bei 7 der Mädchen einige Gemeinsamkeiten: am Tage ihres Verschwindens nehmen sie ihre schönsten Kleidungsstücke mit, sie entsprechen einem bestimmten Typ und besonders interessant: sie waren kurz vorher noch auf einer Veranstaltung des Fernsehstars Jacko Vance.

Als Shaz vor ihrer Gruppe ihre Ergebnisse vorstellt, wird sie nicht ernstgenommen, ihre Kollegen machen sich teilweise sogar lustig über sie. Das bringt die Polizistin zur Weißglut und sie will es allen zeigen. Mit Hilfe einer ehemaligen Kollegin bei der Londoner Polizei verschafft sie sich die Adresse des Fernsehlieblings Jacko und arrangiert ein Treffen. Shaz ist plötzlich verschwunden, sie verpasst das Treffen mit ihren Kollegen aus der Profilergruppe und diese machen sich so langsam Sorgen, als sie nach dem Wochenende auch beim Unterricht fehlt. Als Tony Hill daraufhin zur Wohnung seiner Schülerin fährt, macht er einen grausigen Fund …

Nun hat er ein Problem: er sowie ein Mitglied der Gruppe stehen unter Verdacht und die Polizei hält die Aussage, dass ein bekannter Fernsehstar in einen Mord verwickelt sein könnte, für absoluten Humbug und glaubt an ein Ablenkungsmanöver. Wie soll es Tony Hill gelingen, die Ermittlungen zu beeinflussen?

Bei »Schlussblende« handelt es sich um den Nachfolger von Das Lied der Sirenen, jedoch bauen die Geschichten keineswegs aufeinander auf, so dass man diesen Krimi völlig unabhängig vom ersten Band lesen kann. Einzig ein paar Anspielungen auf die grausamen Geschehnisse der Vergangenheit tauchen auf und Carol Jordan (eine der Hauptpersonen im Vorgänger) darf bei den Ermittlungen helfen. Was die beiden Bücher unterscheidet: hier weiß der Leser von Anfang an, wer der Mörder ist. Nun, zunächst war ich ein wenig enttäuscht. Das soll schon alles gewesen sein? Es passte meines Erachtens so gar nicht zu Val McDermid, dass sie ihr Pulver gleich am Anfang verschießt. Doch das Wissen übt auch einen großen Reiz auf den Leser aus. Mit Spannung habe ich verfolgt, wie Tony Hill sich in dieser schier ausweglosen Situation abmüht, die Polizei zu überzeugen, teilweise verspürte ich selbst die Verzweiflung der Serienfigur.

Ebenfalls sehr gut beschrieben ist die Großspurigkeit, mit der sich der Täter bewegt. Seine Gedanken und Gefühle werden sehr plastisch dargestellt und man empfindet Abscheu, wenn man darüber nachdenkt, dass er vielleicht nicht überführt werden kann. Zum Ende bleibt wenig zu sagen, ohne etwas zu verraten. Ich hätte mir da etwas anderes erhofft, aber Val McDermid hat dem Buch einen roten Faden gegeben, der sich schlüssig durch die gesamte Handlung bis zu diesem Ende zieht, es passt …

Die Autorin hat mich schon im ersten Profiler-Roman mit der Bildhaftigkeit ihrer Sprache beeindruckt. Wo sich die Kate Brannigan-Serie fast durch Harmlosigkeit auszeichnet, wird hier mit Grausamkeit wahrlich nicht gespart, allerdings weitaus weniger brutal als bei Das Lied der Sirenen. Damals schrieb ich: ...nichts für empfindsame Gemüter. Diese Aussage gilt in geringem Maße auch für »Schlussblende«, die Dosierung ist hier bekömmlicher.

Fazit: Für mich nicht das beste Buch von Val McDermid, aber spannende und kurzweilige Unterhaltung ohne große Mängel, Prädikat lesenswert.

Ihre Meinung zu »Val McDermid: Schlussblende«

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koepper zu »Val McDermid: Schlussblende« 23.11.2009
Einen guten Krimi hat Val McDermid mit "Schlussblende" geschrieben, mein erstes Buch von diesem Autor. Das Buch ist spannend obwohl von Anfang an klar ist, wer der Mörder ist. Spannend ist der Kampf von Tony Hill mit seinem Team gegen ignorante Ermittler, das Zusammentagen der Indizien, die sich immer enger schließende Schlinge um den Mörder. Mc Dermids Schreibstil ist schnörkellos und leicht zu konsumieren. er schreibt bildhaft und bis auf einen sprachlichen Schnitzer ("sein Magen gefror zu Eis") - der ein Mangel des Übersetzers ist - sehr bildhaft und klar. Es ist einfach der Handlung zu folgen.
Ich werde wohl noch weitere Bücher von MCDermid lesen. Empfehlung.
Vince-Garron zu »Val McDermid: Schlussblende« 22.10.2009
Der Roman war toll zu lesen.Den Fall den das Team um Dr.Hill und Carol Jordan zu lösen hatten,so fand ich, war richtig Klasse.Auch die vielen Perspektiven die man in diesen Roman von den Figuren bekommt macht Spass diesen Roman zu lesen.Leider hatte ich mich vergriffen und habe statt den ersten Teil ,den zweiten gekauft und so erstmal den zweiten gelesen.Freue mich schon auf den nächsten Fall
Daniel zu »Val McDermid: Schlussblende« 06.01.2009
Ähnlich wie im ersten Teil wechselt die Perspektive zwischen Ermittlung und Sicht des Täters hin und her, doch finde ich es besonders gelungen das sich die Perspektive nicht nur auf Dr. Hill und Carol Jordan beschränkt, sondern auch weitere Profiler etc. zeigt.

Die Spannungskurve bleibt meiner Meinung nach auf demselben Level, wie beim ersten Band und dazu trägt auch die Beziehung zwischen Dr. Hill und Jordan sowie die Vergangenheit einen kleinen Teil bei.

Auf gehts zum Buch Nr 3.
WelpeMax zu »Val McDermid: Schlussblende« 25.07.2008
Spannend weiterhin, aber im Vergleich zum ersten deutlich schlechter! Die Serie an sich ist aber interessant zu lesen und auch die Charaktere entwickeln sich weiter, dies auf alle Fälle ein Pluspunkt! Man sollte sie also in Reihenfolge lesen!
0 von 3 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
dufftown zu »Val McDermid: Schlussblende« 14.05.2008
Dieses Buch ist toll. Obwohl der Krimi so aufgebaut ist, wie ich ihn normalerweise nicht mag, hat Val Mcdermid es doch geschafft die Spannung zu halten. Das Buch habe ich nicht aus der Hand gelegt. Toll. Die Charactere haben sich auch gut weiterentwickelt. Ich kann dieses Buch auf jedenfall weiterempfehlen.
Heaven23 zu »Val McDermid: Schlussblende« 07.03.2008
Auf jeden Fall war das Buch sein Geld wert! Vor längerer Zeit als Remittende erstanden und vor kurzem verschlungen ! Wirklich sehr spannend aufgemacht. McDermid hat eine einzigartige Art zu schreiben, die man sich nicht entgehen lassen sollte
Silke zu »Val McDermid: Schlussblende« 16.02.2008
Ausgezeichnete Geschichte.Konnte das Buch gar nicht mehr weglegen und das kommt nicht oft vor.

Obwohl man schon früh weiß, wer der Täter ist, war es doch spannend zu sehen, wie ein Profil vom Täter angefertigt wird und dieses dann auch mit der wirklichen Figur übereinstimmte.

Auf jeden Fall weiter zu empfehlen.
Rolf.P zu »Val McDermid: Schlussblende« 09.02.2008
Val McDermid ist es wieder gelungen, einen absolut spannenden und fesselnden Psychothriller zu schreiben.
McDermids Fähigkeit, in die gestörte Psyche eines Kriminellen einzudringen, ist furchterregend, mehr muss man dazu eigentlich nicht sagen. McDermid hat ein unglaubliches Talent Charaktere zu beschreiben und diese in die Geschichte einzubetten das man völlig in dem Roman versinkt.
Klasse Thriller, sehr spannend von Anfang bis zum Schluss!
Karl-Georg zu »Val McDermid: Schlussblende« 19.11.2007
Schlussblende war das erste (und sicher nicht das letzte) Buch von Val McDermid, das ich gelesen hab - und ich war begeistert von der Geschichte, den Charakteren und den Verwicklungen.
Der Schluss war für meinen Geschmack zu vage gehalten, was mich vermuten lässt, dass die Autorin mit dem Feindbild Jacko Vance in ihren folgenden Werken noch so einiges vor hat.
NessySheep zu »Val McDermid: Schlussblende« 18.10.2007
Wieder ein klasse Buch, ohne Frage !
Ich war zwar enttäuscht das Tony und Carol am Anfang nicht zusammen arbeiten, dafür entschädigt aber der Schluss mit der gemeinsamen jagt nach dem Killer.
Das einzige was man verbieten sollte war Carols geschwafel am Ende von wegen "Freundschaft kann zwei Menschen mehr verbinden als Liebe", die kann sich echt nicht entscheiden...;)

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