Ein kalter Strom von Val McDermid

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2002 unter dem Titel The Last Temptation, deutsche Ausgabe erstmals 2003 bei Droemer Knaur.
Ort & Zeit der Handlung: Deutschland / Berlin, 1990 - 2009.
Folge 3 der Tony-Hill-und-Carol-Jordan-Serie.

  • London: HarperCollins, 2002 unter dem Titel The Last Temptation. 530 Seiten.
  • München: Droemer Knaur, 2003. Übersetzt von Doris Styron. ISBN: 3-426-62740-X. 619 Seiten.
  • Augsburg: Weltbild, 2003. Übersetzt von Doris Styron. ISBN: 382897290X. 619 Seiten.
  • München: Knaur, 2004. Übersetzt von Doris Styron. ISBN: 3-426-62740-X. 619 Seiten.
  • München: Knaur, 2006. Übersetzt von Doris Styron. ISBN: 978-3-426-63425-7. 619 Seiten.
  • München: Knaur, 2008. Übersetzt von Doris Styron. ISBN: 978-3-426-50249-5. 619 Seiten.
  • [Hörbuch] Berg: AME hören, 2007. Gesprochen von Elke Schützhold. gekürzt. ISBN: 978-3938046722. 6 CDs.

'Ein kalter Strom' ist erschienen als HardcoverTaschenbuchHörbuch

In Kürze:

Ein Psychopath, der als Kind von seinem Großvater schwer misshandelt und gedemütigt wurde, quält aus Rache seine Opfer und ertränkt sie anschließend. Mit Vorliebe bestraft er Psychologen dafür, dass sie in anderer Leute Seele herumpfuschen. Der Profiler Tony Hill soll den Wahnsinnigen aufspüren und gerät ins Visier des Serienkillers. Zur gleichen Zeit ist Detective Inspector Carol Jordan einem internationalen Dealerring auf den Fersen – und wird von einem Drogenbaron gejagt, dessen toter Geliebten sie zum Verwechseln ähnlich sieht. Das Ermittlerduo stößt in ein Wespennest aus Korruption, Grausamkeit und Gewalt.

Leseprobe

Das meint Krimi-Couch.de: »Enttäuschende Fortsetzung« 65°

Krimi-Rezension von Sabine Reiss

Ein Psychologe wird in den Niederlanden ermordet aufgefunden. Marijke, eine Polizistin, die in diesem Fall ermittelt, teilt ihre Sorgen Petra Becker mit, die sie in einem Chat-Room für Lesben kennen gelernt hat. Petra ist bei der Polizei in Berlin, Abteilung für organisiertes Verbrechen. Solche Fälle gehören zwar nicht zu ihrem Zuständigkeitsbereich, doch da sie Meldungen von Europol aufmerksam verfolgt, ist sie sich sicher, dass ein ähnlicher Fall auch schon in Deutschland aufgetreten ist. Abgesehen davon wittert sie eine Chance sich zu profilieren.

Parallel dazu wird die englische Polizistin Carol Jordan für eine spezielle Aufgabe verpflichtet. Eigentlich hatte sie sich bei Europol beworben, doch zunächst soll sie in Berlin den Lockvogel für eine große Nummer im organisierten Verbrechen spielen. Dabei macht man sich zunutze, dass sie der Geliebten von Tadeusz Radecki ähnlich sieht, die bei einem Unfall ums Leben kam. Aus Carol Jordan wird Caroline Jackson, eine Frau, die die von Radecki aus osteuropäischen Ländern geschmuggelten Menschen in ihren Fabriken einsetzen und mit gefälschten Papieren versorgen will. Bei ihrem Einsatz wird sie von Petra Becker unterstützt und diese bittet Carol, doch ihre Verbindung zu Tony Hill spielen zu lassen, damit dieser inoffiziell die Suche nach dem Serienmörder unterstützt. Carol hat schon in zwei Fällen von Serienmord mit dem Psychologen zusammengearbeitet und kann ihn überreden, ebenfalls nach Berlin zu kommen. Während sie sich das Vertrauen von Radecki erarbeitet, geschieht ein weiterer Mord …

Hier verbindet Val McDermid zwei Handlungsstränge, die absolut unabhängig voneinander sind. Sie erzählt einfühlsam und packend aus der Sicht des Mörders, was ihn zu den Taten getrieben hat: Sein Großvater war in der Nazizeit Opfer schrecklicher Experimente, die Psychologen unter dem Deckmantel der Forschung begangen haben, und misshandelte seinen Enkel. Dieser rächt sich nun an der Zunft, die er für seine schlimme Kindheit verantwortlicht macht. Doch abgesehen davon ist das Gerüst der Story sehr dünn. Insbesondere sind es zwei Dinge, die mich immens gestört haben. Kaum hat sich Tony eingearbeitet, erstellt er schon ein Täterprofil, das genau in die richtige Richtung weist, was ich schon für einen großen Zufall halte. Außerdem begeht die kluge Carol, die die ganze Zeit sehr umsichtig handelt und besser klarkommt, als man sich das vorstellen kann, einen Fehler, der äußerst unprofessionell ist und zu einer gefährlichen Situation führt. Dass die Geschichte nicht ohne Nervenkitzel funktionieren kann, ist verständlich, doch dies war so offensichtlich, dass es einem sofort ins Auge sprang.

Nach der Lektüre der beiden Carol Jordon/Tony Hill-Krimis, der Kate Brannigan Bücher sowie meinem Favoriten "Ein Ort für die Ewigkeit" war es für mich ein Muss, das neueste Buch von Val McDermid zu lesen, doch ich war enttäuscht. Ein Handlungsstrang allein hätte wohl nicht gereicht, ein ganzes Buch zu füllen. Beide Geschehen waren zwar nicht zu konstruiert, doch es fehlte ein stimmiges Gesamtbild. Insgesamt hat sich das Lesen als sehr zäh gestaltet, es fehlte die Spannung, die den Leser in ihren anderen Profiler-Krimis bei der Stange hielt. Obwohl die Bücher von der preisgekrönten Autorin sehr unterschiedlich sind, geht man mit einer bestimmten Erwartungshaltung an die Lektüre heran, doch selbst einfallsreiche Szenen, die man aus ihren Brannigan-Büchern kennt, musste man vermissen. Da kann selbst die interessante und berührende Thematik über die psychologischen Experimente in der Nazizeit nicht versöhnen.

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Biggi zu »Val McDermid: Ein kalter Strom« 19.02.2015
Ich ganz die überwiegend negativen Rezensionen nicht wirklich verstehen. Klar, anfangs ist es nicht wirklich spannend. Aber mir gefällt es auch zu lesen, wie sich Carol und Tony unabhängig voneinander weiterentwickelt haben und dennoch immerzu aneinander denken müssen. Im letzten Drittel des Buches finde ich die Spannung sehr gut und mitreissend. Ich finde, Val McDermid versteht es wunderbar, auch ruhigere (von mir aus auch spannungsfreie) Szenen tiefgründig darzustellen. Für mich werden Carol und Tony so langsam zu Freunden, an deren Entwicklung ich gern teilhabe. Und wenn man einige Werke gelesen hat, weiß man dass nach ruhigem Fahrwasser irgendwann etwas kommt, dass das Buch den Titel "Thriller" rechtfertigt. So auch bei "Ein kalter Strom".
kianan zu »Val McDermid: Ein kalter Strom« 21.11.2012
Eine enttäuschende Fortsetzung der sehr spannenden Bücher von Val McDermid.
Als sehr positiv empfand ich wie immer bei ihr den Hintergrund der Geschichte(n). Geschichten, da sie zwei Handlungsstränge in diesem Buch verknüpft. Die Themen sind erfrischend (Zum einen der Schmuggel von Drogen und Einwanderern über unsere europäischen Flüsse und zum anderen einen Serienmörder, den unbekannte Greueltaten der Nazis zum Morden bewegt).
Darüber hinaus schafft Val McDermid es, dass man mit den Hauptfiguren und deren Erlebnisse mitfiebert.
Jedoch ist dieses Buch geprägt von Zufällen - von zu vielen Zufällen. Es wirkt dadurch zu konstruiert. Es treffen immer zufällig die richtigen Leute zur Lösung der Fälle aufeinander, der Profiler trifft mit einer Sicherheit aufgrund wenig vorliegender Informationen die richtigen Schlüsse. Andererseits begehen die Hauptfiguren einen Fehler, der so blöd ist, das es ziemlich konstruiert wirkt und mir richtig weh tat.
Insgesamt zu langatmig und gespickt mit Zufällen, aber nicht ganz ohne Spannung.
Frankie zu »Val McDermid: Ein kalter Strom« 27.02.2011
Nachdem ich das Lied der Sirenen gelesen hatte,musste ich mir den nächsten Roman holen. Ich muss aber sagen,dass Schlussblende und auch dieser Krimi nicht annähernd die Erwartungen erfüllen konnten. Die Story ist sehr langatmig und hat mich nicht wirklich gefesselt. Alles in allem ist "ein kalter Strom" eine Enttäuschung. Mc Dermid kanns viel besser.
hapesu zu »Val McDermid: Ein kalter Strom« 05.05.2010
Also, ich kann überhaupt nicht nachvollziehen, warum dieses Buch in der Rezension von Sabine Reiss so schlecht wegkommt. Natürlich hat die Autorin auch schon packendere, damit aber auch gruseligere Romane geschrieben. Aber ist es denn unbedingt ein Axiom "je schauriger, desto besser" ? Und dass es am Ende nur wegen eines völlig idiotischen Fehlers zweier Hauptpersonen unerwartet so ausgeht - darüber kann man sich sicherlich streiten.
Andererseits aber ist es einfach grandios, wie sich Val McDermid im deutschen Milieu eingefügt hat. Ich hatte nicht einen Moment lang das Gefühl, dass hier jemand am Werke ist, der nicht hier geboren ist. Man zeige mir den deutschstämmigen Krimiautor, der sich ebenso im nordenglischen oder schottischen Milieu auskennt !
rolandreis zu »Val McDermid: Ein kalter Strom« 18.03.2010
McDermid erzählt in diesem Buch zwei unabhängige Kriminalfälle. In beiden Strängen gelang es ihr mich zu interessieren, wobei ich dachte das diese Stränge irgendwann verschmelzen (was aber nicht so ist). Die Enden der beiden Fälle fand ich dann etwas sehr schnelll konstruiert, da hätte man sichermehr daraus machen können. In Summe ein grundsolider Krimi, aber mann kennt von McDermid auch schon besseres.
WelpeMax zu »Val McDermid: Ein kalter Strom« 25.07.2008
Also spannend ist es auch diesmal, nur etwas sehr langatmig, im Vergleich zum Vorgänger wieder schlechter aber dennoch bleibt es eine schöne und lesbare Serie 75°
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lieschen1 zu »Val McDermid: Ein kalter Strom« 13.07.2008
Habe bereits viel von McDermid gelesen - waren alle super spannend!!
Bei diesem fand ich das erste Drittel sehr langatmig, wollte es schon weg legen, aber dann wurde es doch noch spannend.
Sicher nicht eines ihrer besten Bücher. 70 °
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Heaven23 zu »Val McDermid: Ein kalter Strom« 07.03.2008
das war mein zweites Buch von McDermid und leider hat es mich nicht wirklich überzeugt. es kam keine richtige Spannung auf und alles in allem waren die Geschehnisse vorausschaubar. Ihr schreibstil ansich ist zwar super, aber aus diesem Buch hätte sie mehr machen können !
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Silke zu »Val McDermid: Ein kalter Strom« 22.02.2008
Ich war enttäuscht von diesem Buch. Ich habe Ewigkeiten gebraucht um damit durch zu sein. Leider war die Geschicht um Carol Jordan sehr vorhersehbar und daher nicht wirklich spannend. Selbst das erstellen des Profils wurde sehr kurz gehalten und nciht so schon aufgezeigt wie bei den letzten beiden Büchern. Schade...
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Karl-Georg zu »Val McDermid: Ein kalter Strom« 17.12.2007
Insgesamt hat mir dieses Buch sehr gut gefallen. Es war - von den letzten hundert Seiten einmal angesehen - nicht übermäßig spannend, jedoch stets interessant und kurzweilig zu lesen.
Etwas enttäuschend empfand ich das allzu abrupte Ende in Bezug auf den Serienmörder. Das hätte ich mir etwas ausführlicher gewünscht. Na ja, vielleicht hatte Mrs. McDermid keine Zeit mehr.
Empfehlenswert!
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