Die Sirius-Verschwörung von Uwe Schomburg

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2006 bei Lübbe.

  • Bergisch Gladbach: Lübbe, 2006. ISBN: 978-3-404-15536-1. 539 Seiten.

'Die Sirius-Verschwörung' ist erschienen als Taschenbuch E-Book

In Kürze:

Präsident Clintons letzte Europa-Reise im Jahr 2000: ein toter Präsidentenberater, die Erprobung von Strahlenwaffen in Alaska, ein geheimnisvolles Air Force Space Bureau. Was hat das alles mit dem geheimnisvollen Fund in einer Pyramide der Mayas zu tun? Und was steht im White letter, dem Brief, den jeder scheidende Präsident an seinen Nachfolger schreibt und ihm persönlich übergibt? Der Journalist Alexander Cromwell kommt einer unglaublichen Verschwörung auf die Spur, kämpft schon bald nicht mehr um sein eigenes Überleben. Denn nicht nur nach dem Kalender der Mayas endet der nächste Zyklus der Menschheit in naher Zukunft …

Das meint Krimi-Couch.de: »Es gibt sie doch!« 69°

Krimi-Rezension von Frank A. Dudley

Alexander Cromwell ist Reporter einer Berliner Tageszeitung und auf dem absteigenden Ast. Sein Chefredakteur droht ihm mit dem Rauswurf, falls er nicht bald wieder eine Top-Story abliefert, die die Auflage steigert. Früher hat Cromwell Aufmacher geliefert, die er nur schreiben konnte, weil er Informationen aus seiner freien Tätigkeit für den US-Geheimdienst NSA benutzte. Während er noch über eine neue Enthüllungs-Story nachdenkt, erreicht ihn sein Bruder mit der Nachricht, einen toten Amerikaner im Wohnzimmer zu haben. Darüber will Cromwell allerdings nicht schreiben, denn der kleine Bruder verdient seinen Lebensunterhalt mit verkäuflichem Sex. Die Situation gewinnt an inhaltlicher Schärfe, als beide entdecken, dass der Tote General der US Air Force war und eine Code geschützte CD-ROM in der Aktentasche hat. Nachdem sie die Leiche entsorgt haben, glauben die beiden Cromwells, dass die Sache ausgestanden ist. Doch die Probleme, die nun folgen, sind weitaus größer und beinahe unglaublich.

Ganz investigativer Journalist, engagiert Alexander Cromwell zwei Hacker, die die CD-ROM knacken. Was sich darauf befindet, liest sich etwas kryptisch, aber die Botschaft ist eindeutig: Es gibt Außerirdische, sie besuchen seit Jahrzehnten die mit ihren Raumschiffen die Erde. Und es gibt eine Zusammenarbeit von Russen und Amerikanern, um die Erde vor den Aliens zu schützen und alle Fakten zu verschleiern. Cromwell bleibt der Atem weg: Das ist die Story, die er braucht!

Schneller, als er eine Headline tippen kann, scheinen er und die Menschen in seiner Umgebung allerdings auf der Abschussliste zu stehen. Cromwell und sein Bruder werden entführt, er wird gefoltert und kann entkommen, seinen Bruder bringen die Entführer um. Auch die Hacker sind Ziel der Anschläge, Cromwell flieht in letzter Sekunde mit Katrina, einer der beiden Computerprofis. In Ihrem Versteck spürt man sie auf, Cromwell überlistet den Verfolger und versucht, ihn mit Gewalt zum Reden zu bringen, allerdings mit tödlichen Folgen.

Cromwell und Katrina beginnen ihre Odyssee durch halb Europa und die USA, in deren Verlauf sie mehr als einmal um ihr Leben bangen müssen. Sie kommen dabei jedoch hinter einen Teil der Alien-Wahrheit: Parallel zu den geheimen Forschungen und Vereinbarungen Russlands und der USA arbeitet eine private Gesellschaft an einem Schutzschirm, der Partikel in einer bestimmten Schicht der Atmosphäre derart auflädt, dass sie undurchdringlich wird und alles zum Absturz bringt – auch UFOs. Doch diese Machenschaften bedrohen den Weltfrieden, und während Cromwell und Kristina sich langsam an den Kern der Verschwörung herantasten, schickt auch Präsident Clinton seine geheimsten aller geheimen Truppen los, um die Sache aus der Welt zu schaffen. Ort des furiosen Showdowns schließlich ist Area 51, jenes militärische Forschungs- und Versuchsgelände in Nevada, das schon seit Jahrzehnten Gegenstand von UFO-Spekulationen ist.

Solides Debüt

»Amerika, Du hast es besser!« Ein ironisches Zitat Goethes, das heutzutage mit Sicherheit auf einen Umstand angewendet werden kann: Verschwörungstheorien, denn davon gibt es in Amerika mehr als im Rest der Welt. Uwe Schomburg hat sich für seinen ordentlichen Erstling die neben der Kennedy-Ermordung wohl populärste herausgegriffen und aus Es-gibt-Aliens-und-die-da-oben-wissen-es einen soliden und gut konstruierten Mystery Thriller gemacht: Akte X trifft Len Deighton trifft Erich von Däniken.

Protagonist Alexander Cromwell, seine Mit- und Gegenspieler leiden bisweilen an leichter Selbstreflexions- und Konturschwäche, aber das tut der flott vorangetriebenen und spannenden Handlung keinen Abbruch. Die ausgeprägte Detailtreue hinsichtlich korrekter Bezeichnungen verschiedener Flug- und Schießgeräte ist da schon störender, sie wirkt oft aufgesetzt und lenkt unnötig ab.

Die Handlung der »Sirius-Verschwörung« ist so angelegt, dass Alexander Cromwell nicht zum Serienheld wird. Vielleicht entwickelt Uwe Schomburg jedoch einen neuen Schnüffler, der seine Nase in geheimnisvolle Vorgänge hierzulande steckt. Auch aus deutsch-deutscher Erde dürften Verschwörungstheorien kräftige Blüten treiben. Setzlinge gibt es Gewächshaus der Geschichte mehr als genug.

Ihre Meinung zu »Uwe Schomburg: Die Sirius-Verschwörung«

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thommy the cat zu »Uwe Schomburg: Die Sirius-Verschwörung« 30.08.2010
interessant wie paranoied die meisten menschen sind und hinter jeder ecke eine verschwörung wittern. sie werfen den massenmedien vor, dass sie nicht tief genug in die materie eindringen und glauben dann ohne zu zögern ein paar infos aus filmen wie zeitgeist, die kaum ernstzunehmende quellen angeben. hier eine witzige parodie:

http://www.youtube.com/watch?v=jD8YaSr9BfE

gruß,
thomas
ABaum71 zu »Uwe Schomburg: Die Sirius-Verschwörung« 22.03.2008
Es gibt Sie doch! Das ist der Fakt um den es sich in diesem Buch dreht, egal welche Randgeschichten auch erzählt werden. Die Story ist dehr spannend aufgebaut und könnte auch einen guten Stoff für einen Film abgeben. Die Akteure bleiben vielfach blass aber dafür verliert der Autor sich in detailgenaue Beschreibungen aller möglichen technischen Details, was sich manchmal als störend erweist. 100 Seiten weniger würden der Spannung keinen Abbruch tun. Der Mix aus Fakten und Phantasie trägt sehr dazu bei, eine gewisse Realitätsnähe aufzubauen, wie zum Beispiel der "Showdown" in der legendären Area 51 und die Einflechtung von Personen die es wirklich gibt ( Clinton, Putin).
Ein durchaus lesenswertes Buch vor allem für diejenigen die an das übernatürliche glauben möchten.
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Schuberth zu »Uwe Schomburg: Die Sirius-Verschwörung« 06.11.2007
Gelungenes Buch. Zuviel technische Details. Bremsen die Spannung aus. Super Action-Choreografie. Insgesamt gute Unterhalung. Viel Liebe zum Detail. Jede Kleinigkeit wird ausführlich beschrieben.
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Tim zu »Uwe Schomburg: Die Sirius-Verschwörung« 25.09.2007
Spannendes Buch im amerikanischen Stil, dessen Schluß mich leider sehr enttäuscht hat. Außerirdische rasen Milliarden Lichtjahre durchs Universum, um uns eine Botschaft auf Dorfpfarrer-Niveau mitzuteilen? Na, na.
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DrWatson zu »Uwe Schomburg: Die Sirius-Verschwörung« 30.04.2007
Die gute Nachricht ist zugleich auch die schlechte: dieses Buch eines deutschen Schriftstellers liest sich wie das Werk eines US-Amerikaners.
Ansonsten ist es ein gelungener Thriller mit Mystery-Hintergrund, den man so schnell nicht aus der Hand legen mag. Die Fakten wirken sehr gut recherchiert, der Plot ist stimmig, die Personen agieren nachvollziehbar und das Ende ist mehr oder weniger erwartungsgemäß, wenn auch nicht mit vollem Happy end. Ein gutes Buch für ein paar unbeschwerte Urlaubstage, nicht mehr - aber auch nicht weniger!
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Steffen Kaiser zu »Uwe Schomburg: Die Sirius-Verschwörung« 11.09.2006
Für einen Debütroman sehr spannend und interessant aufgebaut. Die Handlung rast und man möchte nicht aufhören zu lesen. Auch der Plot und die Recherchen lassen nichts zu wünschen übrig. Aber das Ende ist zu fiktional und banal. Däniken lässt grüssen und die Kristallschädel lassen uns die Zukunft sehen, mit einem kurzen Schuss Vergangen-heitsreflexion. Diese Botschaft: Sie waren schon da, sie sind unter uns etc. ist etwas zu stark abgegriffen und lässt am Ende etwas enttäuschen.
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