Fünf von Ursula Poznanski

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2012 bei Wunderlich.
Ort & Zeit der Handlung: , 2010 - heute.
Folge 1 der Beatrice-Kaspary-und-Florin-Wenninger-Serie.

  • Reinbek bei Hamburg: Wunderlich, 2012. ISBN: 978-3805250313. 384 Seiten.
  • [Hörbuch] Berlin: Argon, 2012. Gesprochen von Nicole Engeln. ISBN: 3839811546.

'Fünf' ist erschienen als TaschenbuchHörbuch

In Kürze:

Thanks for the Hunt …Du bist fündig geworden. Rätselaufgaben, deren Lösung Koordinaten sind. In Plastikbehälter verpackte Leichenteile. Zeugen, die nach der Befragung sterben. Es ist eine blutige Version des Geocaching, eine grausige Jagd, auf die sich die Salzburger Ermittlerin Beatrice Kaspary einlassen muss. Der Fall scheint unlösbar. Und plötzlich wird sie selbst zur Beute …

Das meint Krimi-Couch.de: »Blutige Schatzsuche« 78°

Krimi-Rezension von Peter Kümmel

»Die Stelle, an der sich sein linkes Ohr befunden hatte, pochte im Rhythmus seines Herzschlags.«

Mit dem ersten Satz des Romans wird klar: hier schreibt eine Autorin, die den Leser von Anfang an fesseln möchte. Und es wird auch klar: das wird kein Landhaus-Krimi werden. Doch bevor der Leser verstehen wird, was es mit der ersten Szene des Prologs auf sich hat, geraten die Salzburger Kriminalbeamten Florin Wenninger und Beatrice Kaspary nicht nur in Stress, sondern auch gehörig unter Druck, denn der Serienmörder scheint nicht zu aufzuhalten …

Doch von Anfang an: Auf einer Kuhweide in der Nähe von Salzburg wird vor einer Felswand eine weibliche Leiche gefunden. Todesursache von Nora Papenberg scheint ein Sturz von eben dieser Felswand zu sein. Und dass die Frau nicht freiwillig aus dem Leben geschieden ist, zeigen die mit Kabelbinder hinter dem Rücken gefesselten Hände. Doch das ungewöhnlichste an der Leiche sind die frisch tätowierten Zahlenreihen an ihren Fußsohlen. Wie die Ermittler herausfinden, handelt es sich dabei um geographische Koordinaten.

Als die Kriminalbeamten diese Position aufsuchen, finden sie in der Nähe der Teufelsschlucht hinter einem Stein eine Frischhaltedose mit unappetitlichem Inhalt: eine menschliche Hand. Dazu ein handgeschriebener Zettel, dessen Text wie ein Rätsel klingt: Gesucht wird ein Sänger mit Vornamen Christoph, der blaue Augen und ein Muttermal auf der linken Hand hat. Aus dessen Geburtsjahr sollen sich wieder neue Koordinaten berechnen lassen. Treibt hier ein Mörder ein makabres Spiel mit seinen Jägern?

Von ihrem Kollegen Stefan wird Beatrice aufgeklärt: Diese Schnitzeljagd, die der Täter seinen Häschern aufdrängt, ähnelt dem Geocaching. Einer Freizeitbeschäftigung, bei der man mittels GPS-Daten versteckte Schätze sucht, sich in ein Logbuch einträgt und die Gegenstände des Inhalts austauschen darf.

Das Rätsel kann schließlich gelöst werden, doch führt es nur zum nächsten Leichenteil und zum nächsten Rätsel. Und bevor geklärt werden kann, ob der gefundene Sänger mit dem Fall zu tun hat, verschwindet dieser spurlos …

Konstruiert, aber mit einem originellen Clou

Nachdem die österreichische Autorin bislang für ein jüngeres Publikum geschrieben hat, ist man natürlich gespannt, ob sie auch im Erwachsenen-Bereich punkten kann. Von Anfang an legt sie ein flottes Tempo vor. Ihre Charaktere sind dem Leser sofort sympathisch, vor allem Beatrice mit ihren allzu menschlichen Problemen zwischen Beruf und Familie. Kollege Florin steht dagegen etwas im Hintergrund, da besteht noch Potential für eine Weiterentwicklung.

Wie bereits der einleitende Satz erwarten lässt, ist der Roman nichts für zartbesaitete Leser. In einigen Szenen serviert die Autorin recht anschaulich brutale und unappetitliche Details, mit denen sie Kolleginnen des amerikanischen oder englischen Thrillermarkts Konkurrenz machen könnte.

Die Handlung ist – natürlich – konstruiert. Doch sie ist – was bei einer solch verzwickten Konstruktion nicht unbedingt selbstverständlich ist – logisch und in sich schlüssig aufgebaut. Und dass diese Konstruktion nicht wirklich glaubhaft ist, sei aufgrund des originellen Plots verziehen. Der Leser bleibt auf einer Stufe mit den Ermittlern, kann den logischen Schlüssen ebenso folgen wie den falschen Fährten und seine eigenen Folgerungen daraus ziehen. Der Prolog dient dabei nicht wirklich als Wissensvorsprung.

Angesichts der recht überschaubaren Anzahl an handelnden Personen kann die Offenbarung des Täters an sich nicht wirklich überraschend sein, wohl aber Ursache und Wirkung des ausschlaggebenden Ereignisses. Den Clou des Ganzen finde ich überaus gelungen und in dieser Art und Weise relativ neu in einer Krimilandschaft, die an Ideen schon so gut wie alles kennt. Mehr dazu darf natürlich nicht verraten werden.

So neu und intelligent dieser Kniff ausgedacht wurde, so bieder und abgefahren ist es, den Ermittler schließlich in die Fänge des Täters geraten zu lassen. Das mag dem Krimi-Gelegenheitsleser noch mal einen Abschluss-Kick geben, dem alten Kirmi-Hasen lockt es jedoch nur ein müdes Gähnen hervor.

Von der Einheitskost des Thrillermarkts hebt sich Fünf vor allem durch den ungewöhnlichen Aufhänger ab. Da Geocaching zu den Hobbies der Autorin zählt, weiß sie natürlich, wovon sie schreibt und erklärt diese interessante Freizeitbeschäftigung sehr anschaulich. Möglicherweise kann sie dadurch den ein oder anderen Muggel – wie Nicht-Eingeweihte in Geocacher-Kreisen genannt werden – nicht nur spannend unterhalten, sondern ihm vielleicht zu einem neuen Hobby verhelfen.

Ursula Poznanski hat auf jeden Fall gezeigt, dass sie auch spannende und vor allem zeitgemäße Thriller schreiben kann. Fünf bietet nicht nur handwerklich solide Spannungskost, sondern auch intelligente Unterhaltung. Auf den nächsten Band mit Beatrice und Florin darf sich der Leser schon mal freuen.

Peter Kümmel, März 2012

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trafik zu »Ursula Poznanski: Fünf« 08.02.2016
Ich fand dieses Buch einfach nur Weltklasse!
Die Idee einen Thriller zu schreiben, wo die Ermittler Geocaching betreiben müssen ist schlichtweg genial.
Auch der Schreibstiel hat mich überzeugt. Spannend, fast das ganze Buch lang. Das Ermittlerduo kommt auch total nett herüber.
Ursula Poznanski kommt ja aus Österreich. Ich bin auch aus diesem Land und daher freue ich mich doppelt darüber. Vorallem, da es zwar viele Krimischreiber in Österreich gibt, aber fast keine Autoren, die gute Thriller schreiben können.
Weiter so!
wampy zu »Ursula Poznanski: Fünf« 02.08.2015
Buchmeinung zu Ursula Poznanski - Fünf

„Fünf“ ist ein Kriminalroman von Ursula Poznanski, der 2012 bei Wunderlich erschienen ist.

Klappentext:
Thanks for the Hunt …Du bist fündig geworden. Rätselaufgaben, deren Lösung Koordinaten sind. In Plastikbehälter verpackte Leichenteile. Zeugen, die nach der Befragung sterben. Es ist eine blutige Version des Geocaching, eine grausige Jagd, auf die sich die Salzburger Ermittlerin Beatrice Kaspary einlassen muss. Der Fall scheint unlösbar. Und plötzlich wird sie selbst zur Beute …


Meine Meinung:
Ein dickes Plus für die Grundidee des Buches. Auch das Thema Geocaching war für mich neu und wurde im Buch fast schon liebevoll erläutert. Meine Lieblingsfigur ist der zweite Ermittler Florin Wenninger geworden – einfach weil er „nur“ normal war. Beatrice Kaspary, die eigentliche Hauptfigur, befindet sich im Kampf mit ihrem Exmann um die beiden gemeinsamen Kinder. Sie wird von ihrem Mann mit nächtlichen Anrufen terrorisiert und ist nicht in der Lage, etwas dagegen zu tun. Zusätzlich weckt der Fall in ihr traumatische Erinnerungen an eine Begebenheit aus ihrer Zeit als junge Erwachsene. Daneben tritt sie noch in Kontakt mit dem Owner, wie der Täter bei den LKA-Beamten genannt wird. Dieses belastende Umfeld ging mir zunehmend auf den Keks und trübte mein Lesevergnügen erheblich. Ein weiterer Kritikpunkt ist die ausführliche Beschreibung blutrünstiger Situationen, derer es nicht bedurft hätte. Dabei kann die Autorin einiges positive in die Waagschale werfen. Sie erzählt die Geschichte aus wechselnden Perspektiven, hat einen guten Spannungsbogen und hat ein gutes Gespür für die Sprache. Das Hauptplus ist aber die Grundidee, die ich aber aus Spoilergründen nicht näher erläutern will.

Fazit:
Ursula Poznanski hat Potential, kann es aber bei diesem Buch, ihrem ersten, noch nicht komplett abrufen. Bei mir trübte die dominante Darstellung ihrer privaten Probleme das Lesevergnügen doch erheblich. So kann ich nur drei von fünf Sternen vergeben.
Alexandra zu »Ursula Poznanski: Fünf« 04.06.2014
Ich habe zuvor,nur gutes von dieser Autorin gehöhrt,und hab mich einfach mal an dieses Buch rangetraut.Ich muss sagen,das es viel zu bieten hat,und sehr spannend aufgebaut ist.Normalerweise bin ich nicht so ein Thriller Leser aber dieses Buch hat mich echt überzeugt.Ich habe dieses Buch geliebt,und kann nicht abwarten den 2.Band zu lesen.
Hupfdidue zu »Ursula Poznanski: Fünf« 04.03.2014
Meine beiden Leidenschaften vereint: Thriller & Geocaching!

Ich empfand den Anfang als durchaus sehr, sehr spannend, fühlte mich jedoch etwas gestört dadurch, dass der Mörder als Owner bezeichnet wurde. Die Tatsache, dass die Autorin selbst Cacherin ist, machte diese Tatsache auch nicht besser...

Ich fand die Geschichte teilweise etwas holprig und nicht ganz stimmig, alles in allem aber schon spannend und blutig. Ein wenig vorhersehbar, aber Abgründe für das Motiv etwas weit her geholt.

Von mir bekommt das Buch 75 Punkte.
Andrea zu »Ursula Poznanski: Fünf« 05.01.2014
Habe das Buch in der Bücherei ausgeliehen, Abteilung Jugend für meinen 13 jährigen Sohn, ihm werde ich es nicht geben. Ich habe es an einem Tag verschlungen, ja , natürlich ist das Buch konstruiert, welcher Thriller entspricht schon der Wirklichkeit, mit Geocaching bin ich bisher erst auf einem Kindergeburtstag für 10-jährige in Berührung gekommen. Ich freue mich darauf was Ursula Poznanski in der Zukunft noch für uns bereithält!
Andrea zu »Ursula Poznanski: Fünf« 25.08.2013
Für mich ist "Fünf" der beste Thriller seit langem! Die Idee, die Ermittler auf eine Geocaching-Jagd zu schicken, fand ich an sich schon genial. Aber wirklich getoppt wurde das Ganze noch durch die "Auflösung". Wer der "Owner" ist, war mir recht schnell klar, aber warum die Jagd, warum der ganze Aufwand? Das hat die Autorin meiner Meinung nach brillant inszeniert. Dass die ganze geschichte konstruiert ist, dass eine Menge Klischees vorkommen und dass die Ermittlerin am Ende in die Fänge des Bösen gerät, empfinde ich nicht als Nachteil Wenn Autoren nur die Geschichten nachschrieben, die das Leben vorschreibt, wäre die Bücherwelt eine sehr langweilige.
carolina zu »Ursula Poznanski: Fünf« 08.08.2013
Ich habe beim Schmökern im Buchladen auf der Umschlagseite gelesen, dass der Krimi in Salzburg spielt. Die Autorin war mir nicht bekannt, aber den Handlungsort kenne ich als Stadtsalzburgerin sehr sehr gut. Deshalb habe ich das Buch gekauft und das nicht bereut. Seit 50 Jahren lese ich Krimis und da waren schon viel schlechtere dabei, allerdings auch mitreissendere.
Der Plot ist neu und originell. Der Schreibstil und die Sprache ausgezeichnet. Und die Wege in Salzburg stimmen - fast immer. Das Mozarteum ist am Mirabellplatz, man muss nicht in die Paris Lodron Straße einbiegen. Zum Wolfgangsee gehts über Guggenthal und nicht den Heuberg. Und über die Autobahn zum Wallersee ist von der Poldion aus eher ein Umweg. Besser wäre gleich die Bundesstraße 1. Das sind natürlich für andere Leser Peanuts, aber wenn man die Gegend gut kennt.Die Beschreibung der Person der Ermittlerin (die Autorin vermeidet konsequent die Verwendung von Dienstgraden!) ähnelt sehr der Laura Gottberg von F. Mayall in bezug auf geschieden alleinerziehend 2 Kinder, nerviger Ehemann, "böser" Chef. Und dass sie am Schluss vom Täter geschnappt wird ist banal. Schade, ohne das wäre der Krimi richtig Spitze!
Den Folgeband hab ich schon bestellt. Meine Empfehlung: lesen!
Sylvia Krüger zu »Ursula Poznanski: Fünf« 29.07.2013
Ich habe "Fünf" auf einer neunstündigen Bahnfahrt gelesen und fühlte mich bestens unterhalten. Das will schon etwas heißen, denn ich habe schon soo viele Krimis gelsen.
Das ist genau die richtige Mischung aus Spannung und Persönlichem und nicht allzu brutal, den sie geht nicht zu sehr ins Detail und spart sich die sadistischen Folterungen einer Val Mc Dermid.
Ich freue mich, dass es auch Autorinnen im deutschsprachigen Raum gibt und wir nicht immer nur übersetzte Kost lesen müssen.
Weiter so!
Lesestunde zu »Ursula Poznanski: Fünf« 14.06.2013
Der Roman ist bis auf das Zurückgreifen auf immer wiederkehrende Klischees recht gut gelungen. Das die Ermittler wie bei jedem anderen Roman immer von Ihren privaten Problemen gestresst sind, ist Standard. Je mehr der Ermittler im Privaten zu Kämpfen hat desto besser ist er anscheinend im Beruf ( siehe Wallander). Eine unbewältigtes Trauma kommt hier in der Rezeptur hinzu. Das wird irgendwann langweilig. Ich wünschte mir andere Profile. Der problembehaftete Kommissar steht wie immer im Kontrast zu einem fast übernatürlich intelligenten Täter, der leider in diesem Fall als ehemaliger Tierarzt, unglaubwürdig erscheint. Ich habe den Roman trotzdem gerne gelesen, auch wenn dieser im altbewährten Muster gestrickt wurde.
Alissa Kischler zu »Ursula Poznanski: Fünf« 16.03.2013
Ich finde das Buch sehr Toll und Spannend! Ich halte jetzt auch eine Buchvorstellung darüber. Kaum hab ich eine Seite gelesen konnte ich nicht mehr aufhören denn ich hab mich sehr darin vertieft, wenn ich dann endlich schlafen wollte konnte ich nicht denn ich wollte unbedingt wissen wie es weiter geht. Ich empfehle dieses Buch!

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