Seidenstadt-Leichen von Ulrike Renk

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2005 bei Leporello.
Ort & Zeit der Handlung: Deutschland / Niederrhein, 1990 - 2009.
Folge 1 der Jürgen-Fischer-Serie.

  • Krefeld: Leporello, 2005. ISBN: 3936783128. 211 Seiten.

'Seidenstadt-Leichen' ist erschienen als Taschenbuch

Das meint Krimi-Couch.de »Lebendige und spannende Unterhaltung vom Niederrhein« 70°

Krimi-Rezension von Eva Bergschneider

Die Autorin Ulrike Renk veröffentlichte bisher den Kurzgeschichten-Band »Mörderisch!«,  ein Buch mit 30 Krimi-Geschichten, die als kreativ, amüsant, leicht absurd, makaber und nachdenklich beschrieben werden. Die am Niederrhein lebende freie Lektorin und Mutter von vier Kindern scheint über ein sehr vielfältiges schriftstellerisches Repertoire zu verfügen. Mit »Seidenstadtleichen« liegt nun ihr erster Roman vor, ein Regionalkrimi mit dem Untertitel »Tatort Niederrhein«, herausgegeben vom Krefelder Leporello Verlag. Man darf gespannt sein, ob es der Autorin gelungen ist, sowohl das spezielle Flair ihrer Heimatstadt einzufangen, als auch einen schlüssigen und spannenden Krimi zu schreiben, der auch Leser außerhalb der Region begeistern kann.

Blutige kopflose Schaufensterpuppen und eine Leiche

In der sonst eher idyllischen Umgebung der niederrheinischen Stadt Krefeld werden kopflose Schaufensterpuppen gefunden. Aufgrund ihres sehr menschlichen Aussehens und einer Verzierung mit Kunstblut halten die fündigen Spaziergänger sie für Leichen. Die Polizei hält die Puppen für einen eher harmlosen Streich und untersucht die Angelegenheit nicht weiter – bis eine weibliche Leiche ohne Kopf gefunden wird, die genau so arrangiert wurde, wie die Puppen.

Hauptkommissar Jürgen Fischer wird an seinem ersten Arbeitstag bei der Krefelder Kripo mit dieser Leiche konfrontiert. Es stellt sich als enorm schwierig heraus, eine Tote ohne Kopf zu identifizieren. Scheinbar hat die junge Frau einige Zeit  in der Gefangenschaft ihres Killers verbracht. Wenig später wird Karin Steinbach von ihrem Ehemann als vermisst gemeldet. Ist sie die tote Frau oder hat hier ein Serienkiller bereits sein nächstes Opfer entführt?  Eine weitere Frau wird überfallen und kommt knapp mit dem Leben davon, sie wurde beim Joggen in der Nähe des Stadtwaldes überfallen und niedergestochen. Die Tote weist ebenfalls die ausgeprägte Wadenmuskulatur einer Läuferin auf und auch Karin Steinbach hielt sich auf diese Weise fit. Hat es der Mörder auf Joggerinnen abgesehen?

Karins Ehemann Daniel Steinbach gibt der Polizei Rätsel auf, denn er scheint nicht das beste Verhältnis zu seiner Ehefrau zu haben und bleibt einige Erklärungen schuldig. Herr Schink, der die Leiche gefunden hat, hat früher lebensecht aussehende Frauenpuppen gebaut. Der alte Mann macht einen weiteren grausig aussehenden Fund, bevor auch er spurlos verschwindet. Die örtliche Presse fällt über die Polizei her, die anscheinend kaum Fortschritte erzielt und trotz zahlreicher Verdächtiger keinen Täter überführen kann. Die Lage spitzt sich dramatisch zu, als wieder eine junge Frau, die in ihrer Freizeit gerne joggt, vermisst wird.

Ein gordischer Knoten löst sich auf

Ulrike Renk gelingt eine lückenlose, jedoch nicht ganz schlüssige Auflösung des sehr komplexen Falles. Beinahe jeder scheint verdächtig, alles scheint auf mysteriöse Weise miteinander verbunden zu sein, bis sich am Ende alles aufklärt. Es ist nicht so richtig nachvollziehbar, wie alle entscheidenden Fakten bis zum Schluss so hartnäckig verborgen bleiben konnten. Die sonst sehr glaubwürdig geschilderte Polizeiarbeit wirkt dadurch etwas amateurhaft und die Auflösung ist auch nicht wirklich überraschend.

Trotz einiger Mängel in der Story macht es viel Spaß, diesen Niederrhein-Krimi zu lesen. Die Geschichte ist teilweise aus der Opferperspektive geschildert, ein in Krimis häufig verwendetes Stilmittel, dass von Ulrike Renk äußerst effektvoll eingesetzt wird und viel Spannung erzeugt. Sonst wird die Handlung aus der Perspektive einer der jeweils handelnden Personen erzählt, was sehr individuell gestaltet ist und dadurch erfrischend echt und lebendig wirkt.

Couragierte Menschen wie aus der Nachbarschaft

Hauptkomissar Jürgen Fischer gibt offen zu, dass die EDV nicht sein Gebiet ist und er sich noch etwas unsicher in seiner neuen Position fühlt. Die anscheinend beabsichtigte Trennung von seiner Familie bedrückt und beunruhigt ihn. Trotzdem kann er durch seine Erfahrung, seine Menschenkenntnis und seinen Instinkt die entscheidenden Aktionen zur Aufklärung des Falles beitragen. Die Kommissarin Sabine Thelen wirkt durch ihre Trauer um ihren im Dienst verstorbenen Lebensgefährten verletzlich und gebrochen, beweist aber auch Tatkraft und Entschlossenheit. Polizeichef Guido Ermter  sorgt sich um den Ruf der Krefelder Kripo, strukturiert die Gruppe und fordert Ergebnisse. Genauso stellt man sich ein Kripo-Team vor. Die Protagonisten in »Seidenstadtleichen« sind so authentisch beschrieben, das sie dem Leser wie gute Bekannte vorkommen. Man findet sich selbst in der einen oder anderen Person wieder und kann sich leicht mit ihnen identifizieren. Glücklicherweise wird es noch mehr Krimis mit der Krefelder Ermittlergruppe geben. Der Leser kann sich also darauf freuen, bereits vertraute Charaktere wieder zu treffen und sie durch ihren Alltag mit Tod und Leid zu begleiten. Ulrike Renks Niederrhein-Krimi macht auch dem Leser außerhalb der Region mehr Appetit auf spannende Unterhaltung aus Krefeld.

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Silberfee28 zu »Ulrike Renk: Seidenstadt-Leichen« 05.07.2012
In Krefeld werden sorgfältig arrangierte Schaufensterpuppen ohne Kopf gefunden.
Plötzlich wird aus den Schaufensterpuppen ernst und es findet sich eine Leiche ohne Kopf...
Wer hat hier Freude am Arrangement von Puppen/Menschen ?
Kann Kommisar Fischer, den es erst gerade nach Krefeld verschlagen hat gelingen das Rätsel zu lösen .?

Ulrike Renk beginnt mit ihrem Roman Seidenstadt-Leichen die neue Reihe von Kriminalgeschichten um die Stadt Krefeld.

Im Fokus steht dabei der Ermittler Fischer,welcher sich als verschrobener zugereister Kommisar entpuppt.
Unterstützt wird er dabei von seiner Kollegin , die aber ebenso wie Fischer selber in den Anfängen wenig Profil zeigt. An den Kultstatus eines Kluftingers oder an das Ermittlerduo von Leenders/Bay/Leenders um beim Lokalkrimi zu bleiben kommen dabei beide nicht heran.
Dafür fehlt beiden einfach noch zuviel was aber im Laufe der Reihe sicher noch kommmen kann.


Mit gut 200 Seiten eher ein spartanischer Niederrhein Krimi was die Länge angeht, dabei ist die Geschichte solide und der Plot sauber geführt.
Spannung ist durchaus schon vorhanden man will als Leser wissen was nun endlich Geschehen ist aber richtige Höhepunkte sind selten.

FAZIT: Mit gut 200 Seiten das kriminale Häppchen für zwischendurch für alle die sich für soliden Lokalkrimi interessieren.
Happy2011 zu »Ulrike Renk: Seidenstadt-Leichen« 22.11.2011
Ich fand dieses Buch super und habe es praktisch verschlungen! Die Verwirrungen machen das Buch eben gerade richtig spannend! Solche Geschichten machen auch die langweiligsten Orte zu etwas besonderen! Auch wenn Krefeld - ab der vielen Meinungen - bei genauen Hinsehen wirklich mehr zu bieten hat!
Ich kann dieses Buch und auch seine Nachfolger nur empfehlen! Langweilig wird einem dabei bestimmt nicht! ;-)
RolfWamers zu »Ulrike Renk: Seidenstadt-Leichen« 14.07.2007
Krefeld ist keine schöne Stadt, aber Frau Renk als "Stadtkrimi"- Autorin hat sie nicht verdient.Eine wirre Geschichte, hölzern und mit sprachlichen Hubbeln erzählt. Nein danke !!
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Alexander zu »Ulrike Renk: Seidenstadt-Leichen« 14.07.2007
Immerhin war mir das Buch so spannend, das ich es in einem Tag verschlungen hatte. Insgesamt fand ich die Story gerade am Ende sehr Konfus. Ich hab mir das Buch für 50Cent auf dem Trödel gekauft, dafür war es Okay.
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Katrin zu »Ulrike Renk: Seidenstadt-Leichen« 14.04.2006
Ein langweiliges Buch, das am Ende nur noch verwirrend ist. Durch die Auflösung blickt kein Mensch mehr durch, etwas unlogisch alles.
Wirkt ziemlich lieblos zusammen geschrieben. Grottenschlechter Stil.
3 von 3 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Kathi zu »Ulrike Renk: Seidenstadt-Leichen« 03.03.2006
Da ich ursprünglich aus dem Niederrhein-Gebiet stamme, lese ich gern hin und wieder Bücher, die in dieser Region spielen.
So fielen mir auch "Die Seidenstadtleichen" in die Hand. Ich muss sagen, ich habe sie mit viel Spaß und hohem Wiedererkennungswert gelesen. Der Roman ist aber aus meiner Sicht nicht nur als Regionalkrimi interessant, sondern generell gut zu lesen.
Ich bin gespannt, ob und wann es einen Nachfolgekrimi geben wird, weil der Plot durchaus noch ausbaufähig wäre.
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Karen zu »Ulrike Renk: Seidenstadt-Leichen« 27.02.2006
Mir hat es keinerlei Spaß gemacht, dieses Buch zu lesen, weil mir die Ausdrucksweise zu hölzern war. Der Vergleich mit dem Schüleraufsatz trifft es schon sehr gut. Dadurch kann man natürlich überhaupt nicht in die Geschichte eintauchen. Die Story an sich ist ebenfalls hanebüchend, das Ende hat mich dann ehrlich gesagt auch gar nicht mehr interessiert.
3 von 4 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Gero zu »Ulrike Renk: Seidenstadt-Leichen« 11.02.2006
Unglaublich, was für Bücher veröffentlicht werden. Dieses ist langweilig und hölzern geschrieben. Es wirkt auf mich völlig lieblos und auf die Schnelle zusammengeschustert, die Figuren sind überhaupt nicht lebendig usw., usw. Man fragt sich, ob es vorher beim Verlag niemand gelesen hat.
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Edith Nebel zu »Ulrike Renk: Seidenstadt-Leichen« 08.02.2006
Gerade hat Hauptkommissar Jürgen Fischer seine neue Arbeitsstelle in Krefeld angetreten, da geht es auch schon rund bei der Mordkommission: Eine weibliche Leiche ohne Kopf wurde gefunden, ähnlich drapiert wie zuvor diverse Schaufensterpuppen.

Ist ein Serientäter am Werk? Gehören die verschwundene Innenarchitektin Karin Steinbach und die schwer verletzt aufgefundene Bankangestellte Renate Brandt auch zu seinen Opfern? Die Frauen hatten eines gemeinsam: Sie waren passionierte Joggerinnen.

Verdächtige gibt es, wie es sich für einen guten Krimi gehört, eine ganze Reihe: Da ist der Ehemann der verschwundenen Karin Steinbach, der offenbar einiges zu verbergen hat. Und was ist mit Jakob Schink, dem alten Herrn, der die kopflose Leiche fand? Auf einmal ist auch er verschwunden. Aus eigenem Antrieb? Oder hat jemand nachgeholfen? Auch der Freund von Jakob Schinks Enkelin macht keinen ganz koscheren Eindruck. Was treibt er, was sie nicht wissen darf?

Fragen über Fragen für Hauptkommissar Fischer und seine Kollegen: Wo ist Karin Steinbachs Freundin Irene? Ist der Täter tatsächlich im familiären Umfeld des Mordopfers zu suchen? Und welche Rolle spielt die resolute Anwältin Andrea Roth in dem Fall?

Schritt für Schritt kommt Fischer der Lösung näher. Dass er sich in Krefeld auf fremdem Terrain befindet, seine Kollegen und sein neues berufliches Umfeld erst noch kennen lernen muss und ihn zudem familiäre Schwierigkeiten drücken, das alles erschwert natürlich seine Ermittlungen.

Die Wahrheit kommt schließlich doch ans Licht – und der Leser ist mindestens so perplex wie das letzte Opfer ...

Die Personen wirken so authentisch, dass man sie aus dem realen Leben zu kennen meint. Und hat je ein Autor so mit der Beschreibung von Gerüchen gearbeitet wie Ulrike Renk? Ob es das Haus des alten Jakob ist, der Keller der Eheleute Steinbach oder die Party-Überreste in Jutta Schinks Wohnung, man kann das alles förmlich riechen – was die Schauplätze geradezu erschreckend real werden lässt.

Die Charaktere überzeugen. Die packende Handlung nimmt verblüffende Wendungen und spitzt sich zum Schluss dramatisch zu. Die Auflösung überrascht. Was will der Krimifreund mehr? Ganz klar, Herr Kommissar – eine Fortsetzung!
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Roman U. zu »Ulrike Renk: Seidenstadt-Leichen« 07.02.2006
Als ich vor vielen Jahren Krefeld aus beruflichen Gründen verlassen musste, tat ich das mit einem weinendenen Auge. Am Niederrhein aufgewachsen zu sein, Krefeld als Abenteuerspielplatz erlebt zu haben, der erste Kuss, die erste Liebe, so vieles ist mit dieser Stadt verbunden. Viele meiner alten Freunde leben noch immer in Krefeld, so ist der Kontakt nie ganz abgerissen, auch wenn ich schon viele Jahre nicht mehr dort war.
Als ich "Seidenstadt-Leichen" geschenkt bekam und gleich auf der Rückseite von der Mühle auf dem Egelsberg las, mein "altes Revier" musste ich sofort mit dem Lesen beginnen.
Um es vorweg zu nehmen, es war ein Erlebnis der besonderen Art. Eine Rückkehr in meine Jugendzeit und das spannend und mit einem gewissen Nervenkitzel gewürzt. Ich bin ein hungriger Leser von Kriminalromanen und habe in diesem Genre schon so manche guten und schlechten Bücher gelesen. Seidenstadt-Leichen gehört für mich zu den positiven Erfahrungen und ich wünschte mir, es gäbe schon bald etwas Neues von Frau Renk zu lesen.
Auch für Leser, die Krefeld nicht kennen, ist dieser Krimi unterhaltsam und kurzweilig, denn letztendlich hätte diese Handlung überall passieren können. Ich liebe Krimis, bei denen der Mörder sozusagen auf der letzen Seite entlarvt wird. Wenn es dann auch noch so logisch und nachvollziehbar geschieht, hat es sich doppelt gelohnt.

Ein wundervolles Buch, dass ich gern weiter verschenke und empfehlen kann.

Roman
3 von 4 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.

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