Beifang von Ulrich Ritzel

Buchvorstellung

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2009 bei btb.
Ort & Zeit der Handlung: Deutschland, 1990 - 2009.
Folge 5 der Berndorf-Serie.

  • München: btb, 2009. ISBN: 978-3-442-75181-5. 464 Seiten.
  • München: btb, 2011. ISBN: 978-3-442-74162-5. 464 Seiten.

'Beifang' ist erschienen als HardcoverTaschenbuch E-Book

In Kürze:

Der ausgediente Kriminalbeamte Hans Berndorf bekommt den Auftrag, private Ermittlungen zu dem Mord an einer jungen Frau zu führen, deren Ehemann als anscheinend bereits überführter Täter in Ulm vor Gericht steht. Doch als Berndorf eintrifft, ist sein Auftraggeber – der Verteidiger des Angeklagten – tot, auf dem Hauptbahnhof von einem Güterzug überrollt. Hat er Selbstmord begangen oder ist er vor den Zug gestoßen worden? Das ist nicht die einzige Frage, vor der Berndorf steht. Vor seinem Tod war der Anwalt wiederholt in heftige Auseinandersetzungen mit dem Vorsitzenden Richter geraten, weil ein seiner Ansicht nach für das Verfahren entscheidendes Beweisstück spurlos verschwunden ist: ein Schmuck, den die ermordete junge Frau getragen hatte. Dieser Schmuck – eine Goldkette mit einem breiten Ring, auf dem in Miniatur das biblische Motiv des Sündenfalls eingearbeitet war – führt Berndorf weit über seinen ursprünglichen Auftrag hinaus. Er stößt auf allerhand Merkwürdigkeiten – eine davon ist, dass der tote Anwalt und der Vorsitzende Richter entgegen dem Anschein, den sie in der Verhandlung geweckt hatten, seit vielen Jahren gute Bekannte waren. In dem Dickicht von alltäglichen Verstrickungen, von Lügen und Niedertracht, das Berndorf freizulegen versucht, stößt er schließlich auf das Verbrechen, das vor Jahrzehnten am Anfang von allem stand.

Ihre Meinung zu »Ulrich Ritzel: Beifang«

Helfen Sie anderen Lesern, indem Sie einen Kommentar zu diesem Buch schreiben und den Krimi mit einem Klick auf die Säule des Thermometers bewerten. Und bitte nehmen Sie anderen Lesern nicht die Spannung, indem Sie den Täter bzw. die Auflösung verraten. Danke!

vifu zu »Ulrich Ritzel: Beifang« 11.04.2014
Soeben hab ich den Berndorf-Roman ausgelesen. Spannend bis zur letzten Seite.
Die nicht aufgearbeiteten deutschen Abgründe fazinieren mich immer wieder.
Das Vorkriegsleben in der Provinz ist ein guter Start für den "Beifang" und hat mich sofort gefangen.
Hoffentlich wird der nächste Ritzel genauso spannend. Von mir 85°
Berlin-Krimi zu »Ulrich Ritzel: Beifang« 10.04.2012
Dieses Buch hat alles, was ich von einem Krimi erwarte: Eine ordentliche Leiche (möglichst zu Anfang), einen Kommissar, einen Detektiv, einen ordentlichen juristischen Hintergrund, ein bisschen Lokalkolorit (hier: Ulm und Stuttgart), ein bisschen anekdotenhaft dargestellte Lebensphilosophie.

Und dem Krimi fehlt etwas: Der Krimi hat keinen Sympathieträger. Was mir ebenfalls als Manko erscheint: Der Krimi hat nicht für jede Ermittlung eine Auflösung und ein Finale, wo der Mörder bestraft wird. Und die schöne historische Geschichte mit dem Ring kommt in meinen Augen nur mit etwas Mühe ins Finale und seine Rolle bei der Tat wird offengelassen.

Richtig gut finde ich, dass das Juristische höchst nachvollziehbar und fachlich richtig dargestellt wurde. Und insgesamt ist die sprachliche Seite super gelungen. Spannung? Oh ja, Spannung von Anfang bis zur letzten Seite, top!

Also: Ein toller Krimi! Ich empfinde dafür "sehr gut" als korrekte Bezeichnung (91°).
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
b.vat zu »Ulrich Ritzel: Beifang« 08.08.2011
Ein sehr gelungener Kommentar von Hans-Hermann Lorig, DANKE, und ich erlaube mir, mich ihm anzuschliessen. Schon lange habe ich kein Buch mehr zu Ende gelesen, aber 'Beifang' war's wert! Respekt vor Ritzels Allgemeinwissen und Lokalkenntnissen und Kompliment für die versteckten Polit- und Sozialkritiken! Grandios verwobene und von vielen Seiten beleuchtete Geschichte, dargestellt von fein und genau gezeichneten Charakteren. Ja, und auch mir hat Walleter gut gefallen!
Sehr speziell auch, wie Ritzel mit dem Thema 'Wahrheit' fast spielt. Der Anfang ist auch das Ende ist wieder Anfang der Geschichte.
EMPFEHLENSWERT!
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
hans-hermann lorig zu »Ulrich Ritzel: Beifang« 02.05.2011
Den Autor Ulrich Ritzel habe ich erst in diesem Frühjahr entdeckt und gleich schätzen gelernt. "Beifang" ist ein gelungenes Werk mit einer ausgewogenen
Mischung aus glaubwürdigen Charakterisie-
rungen der Hauptpersonen und einer kunstvoll erzählten Geschichte. Der Verfasser skizziert meisterhaft in kleinen, oft unscheinbaren Reflexionen die innere Bewegung der Beteiligten; er scheint überzeugt, daß trotz vieler Sackgassen und Irrwege (nicht nur in der Arbeit der Ermitt- ler) am Ende die Dinge sich fügen und zumindest soweit plausibel werden, daß
der Leser eine Ganzheit empfindet, wo sich eigentlich nur Lebensfragment an Lebensfragment reiht. Der goldene Ring mit der bewegten Geschichte steht dabei für das Schicksal von Menschen,
das vielleicht nie mehr ganz zu klären sein wird. Großer Respekt für den sehr differenzierten Umgang mit einem heiklen historischen Sujet. Und ein besonderer, vielleicht ein klein wenig manierierter Leckerbissen ist das "wandelnde Alte Testament" in Gestalt des Ex-Fernfahrers Walleter.
Ihr Kommentar zu Beifang

Hinweis: Fragen nach einem fertigen Referat, einer Inhaltsangabe oder Zusammenfassung werden gelöscht.

Seiten-Funktionen: