Das Haus in den Dünen von Ulrich Hefner

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2008 bei Leda.
Folge 4 der Martin-Trevisan-Serie.

  • Leer: Leda, 2008. ISBN: 978-3939689072. 400 Seiten.

'Das Haus in den Dünen' ist erschienen als Taschenbuch

In Kürze:

Ein Brandstifter treibt sein Unwesen in Wilhelmshaven. Schon elf Gebäude, meist leerstehende Schuppen, Häuser oder ungenutzte Industrieanlagen, gingen diesen Sommer in Flammen auf. Und immer ließ der Täter seine Visitenkarte zurück: Bibelzitate, in denen es um das göttliche Feuer der Reinheit geht. Als unweit der Kaiser-Wilhelm-Brücke am Nordufer des Großen Hafens ein altes Lagergebäude abbrennt, finden die Feuerwehrmänner eine Leiche. Als Trevisan und das 1. Fachkommissariat die Ermittlungen übernehmen, stehen sie vor einer schier unlösbaren Aufgabe, denn der Täter hinterlässt außer den Bibelzitaten keine Spuren. Nur eines ist gewiss: Der Täter wird wieder zuschlagen. Wird es weitere Todesopfer geben? War der Tote beim Brand im Großen Hafen nur Zufall oder genügt es dem Täter nicht mehr, nur Sachschaden anzurichten? Dann wird eine weitere Leiche in der Nähe von Wilhelmshaven aufgefunden. Der Fahrer eines Lastwagens wurde auf dem Betriebgelände erschossen. Die Tat gleicht einer Hinrichtung. Trevisan ist der Verzweiflung nahe. Offenbar treiben ein Pyromane und ein Todesschütze gleichzeitig ihr Unwesen im Wangerland und er steht machtlos daneben. Bald jedoch bald muss er erkennen, dass die beiden Fälle nicht so zusammenhangslos sind, wie er zuerst glaubte. Als ein weiteres Mordopfer unweit des Ölhafens aufgefunden wird, getötet durch einen gezielten Kopfschuss, wird Trevisan klar: Er befindet sich auf der Jagd nach den entfesselten Schatten einer dunklen Vergangenheit.

Das meint Krimi-Couch.de: »Detailverliebte Ermittlungen, aber dennoch kurzweilige Unterhaltung« 75°

Krimi-Rezension von Jörg Kijanski

Wilhelmshaven, August 2000. Das Wangerland kommt nicht zur Ruhe. Erst vor einigen Wochen stand die Kriminalpolizei mächtig unter Druck, da es ihr zunächst nicht gelingen wollte, den sog. »Wangerlandmörder« zu fassen. Nach dessen Festnahme war Kommissar Trevisan erst einmal urlaubsreif und flog nach Griechenland, doch kaum ist er zurück, wartet schon der nächste Serientäter, dem die Presse bereits den Namen »Feuerteufel von Wangerland« verpasst hat. Immer wieder brennen abgelegene Gebäude bis auf ihre Grundmauern nieder und nie hinterlässt der Täter eine Spur. Lediglich ein Bibelzitat finden die Ermittler an den Tatorten.

Nun soll also Trevisan mit seinem Team den Feuerteufel jagen, denn bei seinem jüngsten Brandanschlag auf ein Lagergebäude im Hafen gab es einen Toten. Ein der Polizei bekannter Obdachloser hatte sich offenbar den falschen Platz für seine Nachtruhe ausgesucht. Oder sollte es sich um einen gezielten Mordanschlag handeln? Womöglich ein Streit aus dem Obdachlosenmilieu in dem das Brandopfer höchst unbeliebt war?

Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren, drehen sich aber im Kreis. Da wird nachts nach seiner Rückkehr aus Spanien der Fernfahrer Hans Kropp beim Abstellen seines LKW förmlich hingerichtet. Ein Schuss in den Oberschenkel, ein Schuss in die Nierengegend und zum Abschluss ein gezielter Kopfschuss aus unmittelbarer Nähe. Notgedrungen teilt Trevisan seine Mannschaft auf, denn zunächst geht die Suche nach dem Serienbrandstifter vor. Dies ändert sich jedoch, als ein weiterer LKW-Fahrer auf ähnliche Weise erschossen wird …

Zwei (Ermittlugns-)Schritte vor, drei zurück.

Ulrich Hefners neuer Roman aus der Martin-Trevisan-Reihe Das Haus in den Dünen bietet einen ebenso hervorragenden wie detailverliebten Einblick in den Arbeitsalltag der Polizei. Hefner, selbst Polizeibeamter, weis wovon er schreibt und der Leser bzw. die Leserin merkt dies auf jeder Seite. Fast könnte man meinen, den Ermittlungen in Echtzeit beizuwohnen. Wen derartiges Klein-Klein bei den Routineüberprüfungen stört, ist womöglich mit anderen Romanen besser beraten, dennoch gelingt es Hefner mit erfrischender Leichtigkeit nie langatmig oder gar langweilig zu werden. Es ist schon spannend zu beobachten, wie sich Polizeiermittlungen immer wieder ein paar Zentimeter vorwärts bewegen, um dann plötzlich wieder einen empfindlichen Rückschlag zu erleben.

Angenehmes Verhältnis zwischen Krimiplot und Privatleben des Protagonisten.

Dass man der Handlung gerne folgt und kaum geneigt ist, das Buch aus der Hand zu legen, liegt aber auch daran, dass trotz allem einiges passiert. Mehrere Brandanschläge werden verübt und auch die Mordserie nimmt immer größere Ausmaße an. Dass dies an den Ermittlern nicht spurlos vorüber geht ist verständlich und so erscheinen einige Probleme im privaten Bereich vorprogrammiert. Dies betrifft auch Trevisan, der nach der Trennung von seiner Frau mit seiner neuen Bekannten Angela einen Neuanfang plant. Gemeinsam mit seiner in der Pubertät befindlichen Tochter Paula soll so etwas wie intaktes Familienleben entstehen. Doch leider hat Angela ganz andere Pläne, denn sie setzt ihren Lebensschwerpunkt nicht im familiären Bereich, sondern in ihrem Beruf. Unvorstellbar für Trevisan, dass Angela wegen eines neuen Jobs ausgerechnet nach München ziehen will, also ans andere Ende von Deutschland.

Einige ordentlich gestrickte Blindspuren führen nicht nur die Ermittler in die Irre, so dass erst gegen Ende des Romans ein Gesamtgefüge ersichtlich wird. Dieses ist ordentlich geplottet einschließlich der auf dem Buchrücken bereits vorweggenommenen Zusammenführung der beiden Ermittlungsstränge. Bliebe einzig die Frage, warum ein Buch, welches 2008 auf den Markt kommt, im Jahr 2000 spielt?

Jörg Kijanski, Mai 2008

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Peter Prüfer zu »Ulrich Hefner: Das Haus in den Dünen« 02.07.2010
Dies war mein dritter Krimi von Hefner: es gibt weit Bessere!! aber auch erheblich Schlechtere!
Hefner kommt an einen "Eifelkrimi" von Berndorf nicht heran und der Witz (der einen Krimi auch zum Lesevergnügen macht) eines "Kluftinger" fehlt ganz. Außerdem wurde das Buch zum Schluss etwas oberflächlich und auf der Suche nach dem Ende schlichen sich sachliche Fehler ein. So hat ein vor neunzehn Jahren Fünfzehnjähriger (also zur Zeit der Handlung 34 Jahre alt) einen Sohn, der in Marburg Jura studiert. Kann ja wohl nicht sein!!!
Als Krimi-Unterhaltung ohne besondere Ansprüche geht der Roman gerade so durch!
Jarom zu »Ulrich Hefner: Das Haus in den Dünen« 11.03.2009
Das Haus in den Dünen ist ein spannender und unterhaltsamer Kriminalroman und hat nur wenig mit den eher langweiligen und spröden Heimatkrimis zu tun, die es sonst noch auf dem Markt gibt.
Insgesamt hat mich das Buch sehr gut und auch kurzweilig unterhalten und ich werde bei Gelegenheit wieder zu einm Hefner greifen.
benchen02 zu »Ulrich Hefner: Das Haus in den Dünen« 23.12.2008
DAS HAUS IN DEN DÜNEN!! Nett zu lesen, aber manchmal schon recht langweilig und sehr konstruiert!! Herrn Hefner mit Mankell zu vergleichen-da fehlen mir die Worte!!! Ich lese sehr gerne deutsche Krimis und Thriller, also daran liegt es in keiner Weise!!! Es gibt einige sehr gute deutsche Autoren die können ihr Werk wesentlich spannender, logischer und fesselnder "rüber bringen"!! Schade, habe nach dem Grad der Bewertungen, sowie den Kommentaren wesentlich mehr erwartet!!
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Andi zu »Ulrich Hefner: Das Haus in den Dünen« 25.07.2008
In gewohnter Manier lässt Ulrich Hefner seinen friesischen Polizeikommissar in Wilhelmshaven und der Umgebung ermitteln. Mord und Brandstiftung ist das Thema und plötzlich entdeckt man aus scheinbar zusammenhanglosen doch die schwachen Konturen einer Verbindung werden dennoch offenbar. Ich finde, ein durchaus gelungenes und unterhaltsames Plot. Durchaus lesenswert und spannend
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william zu »Ulrich Hefner: Das Haus in den Dünen« 02.06.2008
Wenn die Sprache nur einigermassen mit der Story mithalten könnte, dann wären Hefner's Romane sehr ansprechend, aber sie sind halt sprachlich ziemlich mager. Hefner mit Mankell zu vergleichen ist schon recht dreist und für mich nicht nachvollziehbar.

Immerhin kann so ein Krimi einem die Zeit vertreiben, aber KEIN Krimi zum 2mal lesen.
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william zu »Ulrich Hefner: Das Haus in den Dünen« 02.06.2008
Wenn die Sprache nur einigermassen mit der Story mithalten könnte, dann wären Hefner's Romane sehr ansprechend, aber sie sind halt sprachlich ziemlich mager. Hefner mit Mankell zu vergleichen ist schon recht dreist und für mich nicht nachvollziehbar.

Immerhin kann so ein Krimi einem die Zeit vertreiben, aber ein Krimi zum 2mal lesen.
Pumsmogul zu »Ulrich Hefner: Das Haus in den Dünen« 30.05.2008
Ich kann Lissi Stegner nur voll zustimmen: Bei Hefners Romanen handelt es sich durchgängig um Altpapier. Fade Sprache, langweilige Handlung, öde Dramaturgie. Dieses Werk hat alles, was man für einen Flop braucht - weg damit ins Krematorium. Apropo Lobhuddeleien: Da gab es doch hochrangige Bewertungen eines Autors namens Ulrich Hefner, die auf unkorrekte Weise bei der Krimi-Couch plaziert worden war und die dann von Krimi-Couch zurückgenommen wurde. Ein Schelm wer Böses dabei denkt...
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Jan zu »Ulrich Hefner: Das Haus in den Dünen« 08.05.2008
Ich finde. dass es nur ganz wenige Kriminalromane gibt, die so dicht an der Wirklichkeit geschrieben sind, wie die meines Kollegen Ulrich Hefner.

Ich habe nun schon alle Bücher von ihm gelesen und kann deswegen behaupten, dass sie tatsächlich sehr unterhaltsam und spannend geschrieben sind. Ich finde auch die Sprache für diese Krimis passend.

Für mich ist jedenfalls wichtig, dass man die Schritte der Polizei auch nachvollziehen kann. Es gibt genügend Krimis, auch im Fernsehen, da tappt der Kommissar lange im Dunkeln, bi ihm dann schließlich irgendwie eine Erleuchtung kommt. Bei Trevisan ist dies jedenfalls nicht der Fall.
Lissi Steger zu »Ulrich Hefner: Das Haus in den Dünen« 29.04.2008
Also, ich werde das Gefühl nicht los, dass sich einige Autoren eigene "Lobdudler" unterhalten, die ihre Werke hochloben. Denn anders ist es nicht zu erklären, dass ein Roman, so grottenschlecht wie der von Hefner, so in den Himmel gehoben wird.
Mein Fazit: Geschrieben in der Sprache eines Hauptschülers, "schiefe Bilder", Klischees - Altpapier.
Anny zu »Ulrich Hefner: Das Haus in den Dünen« 19.04.2008
Super, wirklich mal wieder eine spannende und runde Sache an diesen tristen und verregneten Frühjahrstagen. Hat mir wieder mal sehr gut gefallen, der dritte Roman von Hefner.

Für alle, die was spannendes suchen, ist das buch zu empfehlen

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