Der Wind des Bösen von
Buchvorstellung und Rezension
Bibliographische Angaben
Originalausgabe erschienen 1982
unter dem Titel The dark wind,
deutsche Ausgabe erstmals 1984
bei Goldmann.
Ort & Zeit der Handlung: USA / Südwesten, 1970 - 1989.
- New York: Harper & Row, 1982 unter dem Titel The dark wind. 214 Seiten.
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München: Goldmann, 1984 Karo Drei.
Übersetzt von Friedrich A. Hofschuster.
ISBN:
3-442-05462-1. 187 Seiten. -
Reinbek bei Hamburg: Rowohlt, 1989.
Übersetzt von Klaus Fröba.
ISBN:
3-499-42849-0. 204 Seiten. -
München: Goldmann, 1996.
Übersetzt von Klaus Fröba.
ISBN:
3-442-42758-4. 250 Seiten. -
Reinbek bei Hamburg: Rowohlt, 2000.
Übersetzt von Klaus Fröba.
ISBN:
3-499-22864-5. 254 Seiten.
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[Hörbuch] Frechen: Delta Music, 2007.
Gesprochen von Karlheinz Tafel.
ISBN:
3865386768. 5 CDs.
'Der Wind des Bösen' ist erschienen als
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In Kürze:
Jim Chee, Officer der Navajo Tribal Police, bekommt es mit einigen heiklen Problemen zu tun. Zunächst ist da eine Leiche, die in der Nähe einer heiligen Quelle verwest und die Stätte zu entweihen droht. Dann haben es Vandalen auf die Windmühlen der Wasserversorgung abgesehen. Schließlich stürzt noch eine Cessna in einem gewaltigen Feuerball ab. Chee hat bei all diesem geballten Unheil das Gefühl, dass böse Geister ihre finger im Spiel haben müssen. Vielleicht hilft es da, die Riten der indianischen Ahnen zu erforschen …
Das meint Krimi-Couch.de: »Bitte lesen!«
Im Bezirk der Navaja Tribal Police gibt es einige Vorfälle, die Officer Jim Chee untersuchen soll. Zunächst ist da die Sabotage der Windmühle, die das Land der Hopis mit Wasser versorgen soll. Die Navajos, die vorher dort lebten und umgesiedelt wurden, hätten allen Grund für so eine Tat. Dann wird ein Toter auf einem heiligen Pfad gefunden, dessen Haut an Händen und Füßen abgezogen wurde. Da ihn jedoch ein Hopi während des rituellen Wasserholens entdeckte, meldete er seinen Fund nicht sofort, da sonst die Feierlichkeiten gestört würden. Aufgrund der vorangeschrittenen Verwesung der Leiche ist jedoch die Identifizierung sehr schwer. Für die Tat wird allgemein ein Hexer verantwortlich gemacht. Und auch einen Schmuckdiebstahl gilt es aufzuklären: John Musket, der im Versorgungsstützpunkt angestellt war, steht unter Verdacht, wertvollen Silberschmuck gestohlen zu haben. Seit seiner Entlassung kurz vor dem Verschwinden des Schmucks ist er wie vom Erdboden verschluckt.
Für die Untersuchung all dieser Fälle ist Jim Chee verantwortlich, aber es zieht in immer wieder zu dem Fall, in den er sich absolut nicht einmischen soll. Als er nämlich die Windmühle bewachte, stürzte in der Wüste ganz in der Nähe seines Beobachtungspostens ein Flugzeug ab, das augenscheinlich mit Drogen beladen war. Nachdem er zum Absturzort eilte, fand er eine Leiche neben dem Flugzeug sitzen (offensichtlich ein Helfershelfer) und die Drogen waren verschwunden. Die Drug Enforcement Agency, die den Flugzeugabsturz untersucht, verdächtigt Jim Chee, die wertvolle Ladung beiseite geschafft zu haben. Jim nimmt die Spuren am Wrack unter die Lupe und stellt fest, dass das Flugzeug nicht zufällig abgestürzt ist. Die Hilfs-Landelampen waren so angebracht, dass der Flug unweigerlich an einem Felsen enden musste. Er vermutet einen Zusammenhang zwischen der Sabotage der Landung und dem Verschwinden von John Musket.
Der Autor präsentiert mit Jim Chee eine sympathische Figur, ungewöhnlich sicherlich dahingehend, dass sich nicht allzu viele Indianer als Ermittler im Krimi-Sektor betätigen. Dabei kann man noch eine ganze Menge über die Riten und Gewohnheiten und auch die Denkweise von Indianern lernen. Wobei die letzte Aussage vom Autor sicherlich abgelehnt würde, denn Jim Chee beklagt sich an einer Stelle auch über die Verallgemeinerungen wie: Indianer sind gute Spurensucher etc. »Ich bin ein Navajo. Wir kennen in unserer Sprache das Wort Indianer nicht.« (S. 68) Ganz deutlich wird von Hillerman herausgearbeitet, dass es nicht »die Indianer« gibt. Jim ist Navajo und er muss bei seinen Ermittlungen nicht nur die Riten anderer Stämme respektieren, sondern er muss erst die Hintergründe in Erfahrung bringen, was manchmal auch recht mühsam für ihn ist. Jim selbst lässt sich von seinem Onkel unterrichten, um Medizinmann zu werden.
Ungewöhnlich sind auch die Ermittlungsmethoden, mit denen die Hauptfigur arbeitet. Da kann es schon sein, dass Jim das Gebiet absucht, das von der Drogenpolizei schon minutiös untersucht wurde, allerdings bei ihm mit ganz anderen Hintergedanken. Seine Spurensuche ist nicht abgeschlossen, indem er nur einen kleinen Umkreis um das Wrack unter die Lupe nimmt. Es könnte jemand die Spuren verwischt haben, z.B. mit einem Strauch, und so verfolgt er mehrere Wege und verfolgt diese weit zurück, da der Täter die Spurentilgung sicherlich irgendwann aufgegeben hat. Interessant ist auch, dass ihm als »Indianer« ein Gefühl wie Rache völlig fremd ist. Die Auslegung von Anordnungen ist bei ihm zugegebenermaßen ein wenig willkürlich, was ihn noch sympathischer macht. Außerdem ist er ein kleines Schlitzohr …
»Also«, fuhr er [sein Chef] dann fort, »du hast mich verstanden, ja? Sobald ich aufgehängt habe, werde ich einen Aktenvermerk schreiben. In dem steht, dass Officer Jim Chee zum dritten und letzten Mal offiziell und in aller Form verwarnt wurde, dass jegliche Einmischung in die Arbeit der Drogenfahndung seine sofortige Entlassung zur Folge hat …Hast du das alles kapiert?« »Hab ich«, sagte Chee. »Trotzdem, eins noch …Würden sie bitte in den Vermerk schreiben, worum ich mich dienstlich zu kümmern habe? Die Windmühlensache, den Einbruch in Burnt Water …Schreiben sie das bitte ausdrücklich dazu?« (S. 218)
Alles in allem ist die Story nicht besonders actionbeladen, eher ruhig und gemächlich, aber dennoch spannend. Die Handlungsstränge werden von Hillerman so hintergründig in Verbindung gebracht, dass es wahre Freude bereitet, die Geschichte zu verfolgen. »Der Wind des Bösen« ist absolut flüssig lesbar und die Sprache ist klar. Niemand würde diesen Krimi als anspruchsvoll bezeichnen und doch kann man ihm ein gewisses Niveau bescheinigen, weil der Leser zum Nachdenken angeregt wird. Als positiv empfinde ich es zudem, dass Tony Hillerman für mich die richtige Länge des Romans gewählt hat. Ein Mehr an Seiten wäre meines Erachtens nicht förderlich für die Qualität des Krimis gewesen. Bitte lesen! Der »Wind des Bösen« macht eindeutig Lust auf mehr …
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| tassieteufel zu »Tony Hillerman: Der Wind des Bösen« | 01.03.2009 |
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