Das finstere Tal von Thomas Willmann

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2010 bei Liebeskind.
Ort & Zeit der Handlung: Alpen, 1800 - 1869.

  • München: Liebeskind, 2010. ISBN: 978-3935890717. 314 Seiten.
  • Berlin: Ullstein, 2011. ISBN: 978-3-548-28368-5. 315 Seiten.

'Das finstere Tal' ist erschienen als HardcoverTaschenbuch

In Kürze:

Die Alpen, Ende des 19. Jahrhunderts. In einem abgelegenen Tal, eingekesselt von mächtigen Bergen, lebt eine verschworene Dorfgemeinde. Eines Tages kommt ein Fremder namens Greider in die Ebene. Er gibt sich als Maler aus und bittet um Quartier für den Winter. Nach langem Zögern weisen ihm die Dorfbewohner eine Unterkunft im Haus der Witwe Gader zu. Bald schon nach Greiders Erkundungszügen durchs Tal kommt der erste große Schnee und schneidet ihm den Rückweg ab. Das Leben im Dorf kommt langsam zur Ruhe, bis eine mysteriöse Todesserie die Leute aufschreckt. Erst verunglückt der jüngste Sohn vom Brenner Bauern, dem heimlichen Herrscher des Tals, beim Holzmachen. Dann wird einer seiner Brüder tot im Mühlbach gefunden.

Das meint Krimi-Couch.de: »Alpen-Django« 88°Treffer

Krimi-Rezension von Jochen König

So beginnen Klassiker: ein Fremder in einem langen Mantel reitet mit seinem Muli in ein gottverlassenes Kaff. Noch vor dem Ortseingang empfängt in eine Bande großmäuliger Kerle, die ihn gleich zur Umkehr bewegen wollen. Die fürchterlichen Fünf sind natürlich die Söhne des örtlichen Großgrundbesitzers, und sie wollen ihren Machtbereich, jenes namenlose Dorf im titelgebeneden finsteren Tal, geschützt wissen.

Was macht der Fremde? Packt er sein Maschinengewehr aus und mäht sie alle nieder, kickboxt er sie ohne Umschweife bis zum anderen Ende der Ortschaft? Gott bewahre, er ist das Zuvorkommen in Person, lockt mit Geld und guten Worten und wird natürlich eingelassen. Nicht höflich, aber mit gebührendem Respekt. Greider heißt er, Maler sei er, behauptet der Fremde und wird im Hof einer verwitweten Bäuerin samt Tochter untergebracht.

Fortan malt er, beobachtet und wartet ab. Fast einen Winter lang betrachtet er genau die Geschicke des Dorfes, das keine Musik und nur wenig Freude kennt. Greider wird Zeuge rätselhafter Todesfälle, begutachtet den Gift und Galle spuckenden Pfarrer Breiser und erlebt die wachsende Liebe der Tochter seiner Gastwirtin zu einem jungen Bauernsohn mit. Am Tag der Hochzeit schließlich fällt die Maske des freundlichen Malers und unauffälligen Chronisten. Die Sippschaft des Großbauern Brenner sieht sich einem ebenso finsteren wie konsequenten Racheengel gegenüber. Showdown.

Ein wenig einfach macht es Thomas Willmann seinen Lesern, wenn er Das finstere Tal ausdrücklich den »Schutzheiligen« Sergio Leone und Ludwig Ganghofer anempfiehlt. Denn er nimmt den vergnüglichen Schluss, den man der Lektüre seines Romans selbst gerne entnehmen möchte, vorweg.

Vergisst dabei aber Sergio Corbucci, dessen Django eine weiterer Patron ist, der über dem Roman schwebt, ebenso wie dass Setting an den im Schneeweiß spielenden, nachtschwarzen »Leichen pflastern seinen Weg« ( »Il grande silenzio«) erinnert.

Dabei bedient sich Willmann einer Sprache, die sich dem archaischen Sujet bestens anpasst. Kräftig, bildreich, gelegentlich ins Mundartliche abgleitend, umreißt er gerade im gemächlichen Anfangsteil die klaustrophobische, lebensfeindliche Stimmung, die in dem abgeschiedenen Alpendorf herrscht. »Ein Dorf ohne Musik« heißt es an einer Stelle, und damit fasst Greider präzise zusammen, was falsch läuft. Menschen fügen sich in ihr karges Dasein ohne Lebensfreude, weil es die Kirche – in Gestalt des unnachgiebigen und unerfreulich sadomasochistischen Pfarrers Breiser – so will, weil der Status Quo – der Brenner-Bauer herrscht mit ehernen Gesetzen übers Tal – es seit Jahr und Tag vorschreibt.

Da braucht es einen wie Greider, der vom stillen und genauen Beobachter zum Handelnden wird, der sich über eherne Gesetze und Richtlinien hinwegsetzt, um den Weg für einen Hauch von Glück und Freiheit vorzubereiten.

Dass dieser Akt nicht ohne Gewalt, und gelegentlichem Abscheu vor dem eigenen Selbst, vonstatten gehen kann, daran lässt Das finstere Tal keinen Zweifel. Gnadenlos, schlau und mit ein bisschen Glück verfolgt Greider seine Mission, ein kleiner Bruder des »Fremden ohne Namen« (»High Plains Drifter«), dem Clint Eastwood in seiner bitterbösen Fußnote zum Wesen des Italo-Westerns ein Denkmal setzte.

Dabei lässt Willmann sich Zeit, bevor seine Rachegeschichte ins Rollen kommt. Mit seinem Protagonisten streift er durch einen freudlosen Ort vor atemberaubender Kulisse. Entgegen gängigen Standards des Heimatromans kommen keine amtlichen Jäger vor und keine Wilderer. Wie auch?

Die Brenner-Sippe ist das Maß der Dinge, und niemand würde sich einem Brenner in den Weg stellen, der ein Wild seiner Wahl erlegen möchte. Wer es doch tut, muss mit mehr als lindem Ungemach rechnen. Doch wie das manchmal ist mit bösen Taten – sie können einen Fluch besitzen. Und der heißt: Rache.

Thomas Willmann führt die Auswirkungen dieses Fluchs plastisch und drastisch vor. Sein Greider entfesselt einen Sturm, der umso nachhaltiger wirkt, da er aus der Ruhe davor entsteht, und selbst während seines Wütens von einem planvollen Kalkül bestimmt ist, das dem Leser neben einiger Befriedigung, durchaus Magengrimmen bescheren kann. Denn Greider handelt nicht aus der Not des Augenblicks, sondern geht derart planvoll vor, dass er unweigerlich zum Spiegel für das Versagen einer Gemeinschaft wird, die sich ihrem Unterdrücker ohne ernsthafte Gegenwehr unterworfen hat. Selbst die wenigen Menschen reinen Herzens lässt Greider in Angst und Schrecken ausharren, bevor er zum Befreiungsschlag ausholt.

Bezeichnenderweise ist der Dank dafür Verlegenheit und einmal mehr das Gefühl ein Ausgestoßener zu sein. Niemand möchte sein eigenes Versagen derart exemplarisch vorgeführt bekommen.

Wer nach all den großen Stadtromanen der letzten Zeit die Sehnsucht nach einem ländlichen literarischen Umfeld hat, das nicht nach »echt regional« bestempeltem Instantgericht riecht, dem sei Das finstere Tal wärmstens ans schwarze Herz gelegt. Derart kräftig angerührt, zubereitet und mit Wonne und Können serviert, wird der ländliche Eintopf, der sich seine Zutaten aus aller Welt holt, zur Gourmet-Küche.

Dass der Roman im 19. Jahrhundert spielt, ist eher eine Hommage an seine geistigen Väter als zwingende Notwendigkeit. Das finstere Tal ist im besten Sinne zeitlos.

Der Autor ist sicherlich und sichtlich gut befreundet mit:

Django
Dem Fremden ohne Namen
Nevada Smith
Chato
Yojimbo
Dem Neuen Testament
Dem Alten
Dem Schweigen im Walde
Sowie der naheliegendsten Inspirationsquelle:
Terence Hill, der als Mario Girotti den »Ruf der Wälder« hörte. Zwar keine reine Rachegeschichte, aber vermutlich das erste Mal, dass sich Django mit einem Gewehr in den Alpen wiederfand.

Willmann baut all diese Einflüsse (und noch mehr) stimmig ein, ohne dass sein Roman zur bloßen Zitatenschau zerfließt. Eine gelungene Gratwanderung zwischen Eklektizismus und Innovation. Tiefe Verbeugung dafür und gleichzeitig den langen Mantel zurückgeschlagen, damit der Colt immer griffbereit ist. Von irgendwoher erklingt eine Mundharmonika …oder doch ein Alphorn?

Jochen König, Oktober 2010

Ihre Meinung zu »Thomas Willmann: Das finstere Tal«

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Gabriele Budiman zu »Thomas Willmann: Das finstere Tal« 14.03.2012
Bin gerade in Miami auf Urlaub und hab durch reinen Zufall das Finstere Tal im Lesegepäck.Zum Glück! Auch für mich als Vielleserin ist dieses Erstlingswerk eine ganz grosse Überraschung undvor allem eine sehr beeindruckende. Die Geschichte ist unglaublich spannend und atmosphärisch erzählt, so gut dass man sogar hier in der Sonne den Hauch des Winters in diesem Tal gespürt hat.
Werde genau Ausschau nach dem nächsten Werk halten!
heike strate zu »Thomas Willmann: Das finstere Tal« 22.02.2012
Die eigentliche Story des Erstlingswerks von Thomas Willmann mit dem Titel „Das finstere Tal“ ist schnell erzählt: Die Bewohner eines nur mit größten Mühen zugänglichen Fleckchens Erde haben es eigentlich gut getroffen. Während der Rest der Welt hungert und unter bitterer Armut leidet, muss man hier aufgrund der von der Natur gesegneten Erde nicht darben. Einzig: Der ungekrönte König fordert grausamen Tribut von seinen Untertanen, hat er doch dieses Tal entdeckt. Wer hier leben will, muss unbedingten Gehorsam leisten. Doch eines Tages erscheint ein „Messias“, der die Geknechteten befreien und die Geschundenen rächen will. In der Tat erinnert dieser Plot nicht nur an uralte Mythen, wo tyrannischen Herrschern holde Jungfrauen geopfert werden, sondern auch irgendwie an Wildwest-Filme, in denen einsame Rächer Goldgräberstädte von üblen Familienclans befreien. Es gibt klar erkennbar die Guten und die Bösen, und man darf sich ohne Gewissensbisse daran erfreuen, wenn durchaus blutig den Unterdrückten und Gequälten endlich Recht widerfährt. Kurzum: Inhalte, die seit der Antike unterhalten, sind, sofern gut erzählt, auch heute noch spannend und interessant. Schließlich gibt es durchaus Parallelen zu den aktuellen Revolutionen in Nordafrika, den gefürchteten Diktatoren und mutmaßlichen Befreiern mit ihren tagesaktuellen Problemen („Erlöser, die nicht entschwinden, werden zur Peinlichkeit und sind für viele insgeheim bloß Zerstörer einer Ordnung, die fragwürdig und grausam, aber auch immerhin eines war: Vertraut.“). Dennoch: „Das finstere Tal“ ist keinesfalls ein politisches Buch. Es ist vielmehr ein bisher noch nicht dagewesener, wilder Mix aus der Alpenromantik eines Ganghofer-Romans, der Düsternis von Knittels „Via Mala“ und der selbstironischen Spannung eines Italo-Westerns. Keuchend erklimmt der Leser auf den ersten 120 der insgesamt 315 Seiten den Gipfel der dunklen Vorahnung, um sich dann, wie beim Paragliding, lustvoll und atemlos in die Tiefen der Auf- und Erlösung zu stürzen – und, soviel sei verraten, perfekt zu landen. „Das finstere Tal“, jetzt endlich als Taschenbuch erschienen, ist erhellende Unterhaltung für dunkle Winterabende.
Heike Strate
„Das finstere Tal“ von Thomas Willmann, erschienen bei Ullstein, ISBN 978-3-548-28368-5, € 9,99.
WUHMR zu »Thomas Willmann: Das finstere Tal« 09.11.2011
Ich spare mir zunächst einmal eine Zusammenfassung des Buches. Stattdessen liegt es mir näher, meinen Eindruck von diesem Werk wiederzugeben.
"Das finstere Tal" ist ein Hammer! Die Story ist absolut gelungen, vielleicht ein wenig überzeichnet, aber nie übertrieben. Dadurch aber können sich die Leser ein Bild machen vom Ort des Geschehens, den Menschen und Charakteren. Willmann versteht es, durch seine Worte ein Tal heraufzubeschwören, das abgeschieden von der Welt seine Entwicklung nimmt. Alles ist bedrohlich. Bis hierher ist es ein "Heimatroman", denn er nimmt uns mit in eine vergessene Alpenwelt (N.B. es gibt tatsächlich noch Orte in den Alpen, die sind nur durch einen 1 - 2-stündigen Fußweg zu erreichen). Nach den ersten Toten bekommt das Buch eine andere Dynamik: War der erste Teil eine Schulderung, die uns in die Szenerie hineinnimmt, zieht das Tempo deutlich an. Hier endet der "Krimi" und steigert das Tempo, dass es dem leser den Atem verschlägt (und spätestens hier möchte man das Buch nicht mehr weglegen). Es wird deutlich, weshalb die Morde geschehen, wer dahinter steckt und wie alles zum großen Showdown führt. Den "Western" leitet die Geschichte der Mutter Greiders ein. Wie durch Überblendung im Film werden wir als Leser in einem Kapitel durch 3 Erzählstränge geführt.
Willmann hat einen wuchtigen Schreibstil, nicht ganz einfach, aber sprachlich mächtig.
Für mich war "Das finstere Tal" einer der besten Romane überhaupt, den ich jedem ohne Zögern ans Herz legen möchte. Ich bin gespannt, ob dem Autor . wenn er es wagt - noch einmal ein solches Meisterwerk gelingt.
tassieteufel zu »Thomas Willmann: Das finstere Tal« 05.08.2011
Gegen Ende des 19. Jh. kommt ein Fremder in ein abgelegens Alpental und wird zunächst nur unwillig von den Einwohnern des kleinen Dorfes geduldet. Greider, der Fremde gibt sich als Maler aus und erhält eher wiederstrebend Quartier bei der Witwe Gader. Den Winter über ist das Dorf vollkommen von der Außenwelt abgeschnitten und so ist auch Greider in dem Dorf gefangen, in dem der Winter diesmal nicht die übliche Ruhe bringt, denn es geschehen seltsame
Unglücksfälle.
Das Buch einem bestimmten Genre zuzuordnen fällt schwer, Heimatroman, historisches Sittengemälde oder Krimi? Auch Züge eines Westerns lassen sich finden und der Autor selbst verweist auf Sergio Leone. Aber egal welcher Kategorie man das Buch zuorden mag, es ist auf
jeden Fall ein ungewöhnliches Buch, abseits herkömmlicher Pfade. Obwohl am Anfang nicht wirklich viel passiert, baut sich von Anfang an eine düstere Atmopshäre auf, als Leser spürt man
geradezu, das mit diesem Ort etwas nicht stimmt. Vordergründig ein normales Dorf mit schwer arbeitenden Menschen, lauert etwas unfaßbares unter der Oberfläche, das von Greider genau beobachtet wird und als Leser ahnt man, das er bereits mehr weiß von dem was hinter den
Kulissen abläuft.
Der sprachliche Stil des Autors ist schnörkellos, die Sätze knapp u. rägnant, dabei aber doch ausdrucksstark und bildhaft, schon bald entwickelt das Buch eine Sogwirkung, der man sich nur schwer entziehen kann. Man will immer wissen wie es weiter geht, um dem Rästel auf die Spur zu kommen. So reiht sich Kapitel an Kapitel bis plötzlich der Schauplatz abrupt wechselt und man endlich etwas über Greider, seine Herkunft und sein Ziel erfährt. Dann gewinnt die
Geschichte rasant an Fahrt und steuert auf einen Showdown in Westernmanier zu. Kleinigkeiten, die einem beim lesen seltsam erschienen geben plötzlich einen Sinn und setzten sich zu einem Ganzen zusammen.
Obwohl die Figuren ehr karg beschrieben sind, überzeugen sie doch auf ganzer Linie, vor allem nat. Greider, der in seinem Sinnen nach Rache manches Mal vor sich selbst erschrickt und obwohl er die Dorfbewohner letztendlich von einem Fluch befreit weiterhin oder gerade
deshalb, ein Außenseiter bleibt.

Fazit: eine bildhafte Sprache, prägnante Figuren und ein atmosphärisch dichtes Setting heben diesen Roman aus der Masse heraus, einmal mit lesen angefangen, kann man sich nur schwer
der Sogwirkung des Buches entziehen. Eine außergewöhnliche Geschichte um Rache und Verrat, die nachhaltig im Gedächtnis bleibt.
Julian zu »Thomas Willmann: Das finstere Tal« 23.05.2011
Mit seiner bildhaften Sprache und dramaturgischen Kniffen, wie sie aus den großen Kinoklassikern bekannt sind, weiß Thomas Willmann die Aufmerksamkeit des Lesers schon im ersten Absatz zu fassen. Freigegeben wird der Leser auch lange nach dem Schlusspunkt nicht, denn die unprätentiös und einfach gehaltene Rachegeschichte wirkt lange nach.

Nicht wenige Rezensenten erkennen und loben die Parallelen zu den Western von Sergio Leone (und nicht nur diesen). Selten habe ich ein Buch gelesen, das mich auf eine Weise befriedigt, wie dies eigentlich nur ein Film kann. Man könnte sagen, der Autor habe einen Film in Worte gefasst, und das Kino ist der Kopf des Lesers. Das Leseerlebnis eines guten Buches bleibt dabei erhalten, doch Takt und Rhythmus der Erzählung befriedigen obendrein noch die Film-Sinne der Cineasten unter den Lesern.

Ich war jedenfalls durchgehend gefesselt von der sich zunächst langsam erklärenden, dann bald verschärfenden Konfliktsituation und kann diesen Debutroman nur jedem ans Herz legen, der gern liest. Das perfekte Bindeglied zwischen oberflächlicher Baggersee-Entspannungsliteratur und den hehren Literaturklassikern des Landes der Dichter und Denker. Sicher kein zeitloser Klassiker, aber eine absolut solide Lesereise für jedermann.
Anja S. zu »Thomas Willmann: Das finstere Tal« 14.05.2011
Was für ein grandioser Erstling!
Das hier ist ein ungeheuer spannender, atmosphärisch dichter, klug aufgebauter Kriminal-Roman mit einer höchst originellen Geschichte. Die Figuren sind glaubwürdig geschildert, die Sprache ihnen angepasst, es ist ein Spannungsbogen, der das ganze Buch durchzieht, so dass an keiner Stelle Längen oder gar Langeweile auftreten.
Bitte mehr davon, ich habe 95 Grad gegeben.
Susanne Heydenreich zu »Thomas Willmann: Das finstere Tal« 08.01.2011
Es war eine Empfehlung meines Buchhändlers, das Cover ist wunderbar darin liegt bereits die ganze Kraft des Buches verborgen, nur darauf muß man sich einlassen.
Als ich angefangen hatte, konnt eich ncht mehr aufhören- an einem Tag "weggelesen", , das Schweigen in dem Tal war spürbar, das Dorf wurde sichtbar, den Winter und den Schnee förmlich gerochen und irgendwann so im zweiten Drittel des Buches, wo der Western beginnt, atemlos gewesen vor nicht Begreifen können was Menschen imstande sind, anderen Menschen anzutun, nur weil sie der Missbrauch der Macht dazu verleitet sich voller Hass und Mißgunst zu verhalten.
Das Buch hat einen großen Sog, es hat im Besten Sinne etwas von der Düsternis der Knittle´schen "Via Mala", hat eine ganz große Kraft in seiner sprachgewaltigen Beschreibung von Landschaften, Figuren, Situationen, auch in den Dialogen - wird zart und sensibel wo es angebracht ist und der Phantasie des Lesers Raum lassen will.
Bin trotz kleiner Irritationen, nämlich Stellen an denen sich der kritische Leser fragen möchte: " Wie hat der Held das bewerkstelligt?" mit dem Erzähler dann doch einverstanden, dass man dem Helden durchaus einen Erfolg zugestehen möchte, gegen Ende lauert noch ein großer Schrecken - ich bin absolut begeistert und neugierig, was diesem Erstlingswerk wohl folgen mag.
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