Der werfe den ersten Stein von
Buchvorstellung und Rezension
Bibliographische Angaben
Originalausgabe erschienen 2001
unter dem Titel Första stenen,
deutsche Ausgabe erstmals 2003
bei Ullstein.
Ort & Zeit der Handlung: Schweden, 1990 - 2009.
- Stockholm: Norstedt, 2001 unter dem Titel Första stenen. 358 Seiten.
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München: Ullstein, 2003.
Übersetzt von Angelika Kutsch.
ISBN:
3-550-08412-9. 399 Seiten. -
München: Ullstein, 2004.
Übersetzt von Angelika Kutsch.
ISBN:
3-548-25843-3. 399 Seiten. -
Berlin: Ullstein, 2010.
Übersetzt von Angelika Kutsch.
ISBN:
978-3-548-28223-7. 399 Seiten.
'Der werfe den ersten Stein' ist erschienen als
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In Kürze:
Ein abgebranntes Gemeindehaus mit einer Leiche. Eine Kleinstadt in Mittelschweden, die nach einem Schuldigen sucht. Und ihn findet. Schnell. Allzu schnell, meint Kriminalassistentin Elina Wiik und macht sich damit bei ihren Kollegen von der Mordkommission unbeliebt. Doch die junge Frau misstraut den Aussagen des einzigen Zeugen für die Brandnacht. Dann verschwindet plötzlich der Vater des Zeugen. Und die Familie, die zurückbleibt, scheint seltsam verängstigt. Elina Wiik glaubt fest daran, dass zwischen den beiden Vorfällen ein Zusammenhang besteht. Aber wie kann sie die Mauer des Schweigens durchbrechen...?
Was wohl die deutschen Verlage an den biblischen Titeln finden? Sie klingen alle ähnlich und man verwechselt die Bücher sehr leicht. Bei Thomas Kangers erstem Krimi allerdings scheint »Der werfe den ersten Stein« zumindest an den Originaltitel angelehnt zu sein.
Kanger stellt uns seine Protagonistin Elina Wiik vor, Kriminalassistentin bei der Polizei in Västerås. In ihrer bisherigen Dienstzeit hat sie sich meist mit misshandelten Frauen beschäftigt, unter anderem auch weil sie Zugang zu ihnen findet; allerdings würde sie gerne richtige Kriminalfälle bearbeiten. Als mitten in der Nacht ein Bürgerhaus in einem kleinen Ort in der Nähe abbrennt und in der Asche die verkohlten Überreste eines Mannes gefunden werden, hofft Elina, dass sie zur Ermittlungstruppe gehören wird, doch sie soll nur die Stellung im Polizeirevier vor Ort halten und alle Hinweise von der Bevölkerung aufnehmen, zum Team wird sie nicht gehören. Nachmittags meldet sich dort Peter Adolfsson, der Zeitungsbote aus der Gegend, und teilt mit, dass er die Feuerwehr gerufen hatte. Warum ist er nicht vor Ort geblieben ist und hat am Telefon keinen Namen genannt?
Ein guter Zeuge?
Seine Zeugenaussage ist klar und präzise. Aufgrund der Beschreibung eines Autos, das er in der Nähe gesehen hat, gerät schnell der Diskothekenbesitzer Ismael Mehmedovic in Verdacht, das Feuer gelegt zu haben. Elina Wiik macht sich bei ihren Kollegen unbeliebt, als sie vor einem vorschnellen Urteil warnt. Sie hat das Gefühl, dass an der Zeugenaussage von Peter etwas nicht stimmt. Als der Vater des Jungen nicht von der Arbeit zurückkehrt, wird ihr die Bearbeitung der Vermisstenmeldung übertragen. Sie glaubt, dass er einem Verbrechen zum Opfer gefallen ist und sieht in diesem Fall ihre große Chance.
Thomas Kanger beschreibt den Polizeialltag meines Erachtens recht realistisch, indem er auch mal Wochen verstreichen lässt, ohne dass die Polizisten bei ihrer Arbeit weiterkommen, sei es durch Urlaub oder durch Wartezeiten auf Ergebnisse. In vielen anderen Büchern wird der Eindruck erweckt, eine Art Task Force sei Tag und Nacht bei der Arbeit und würde Verbrechen trotz der mühevollen Kleinarbeit in relativ kurzer Zeit aufklären.
Rassismus und Vorurteile
Der Autor zeigt im Laufe der Geschichte deutlich auf, wie Aussagen und Beweise so gedeutet werden, dass sie dem gewünschten Ergebnis entsprechen. Es ist beängstigend, wie wenig Chancen ein Unschuldiger hat, wenn sich das Schicksal gegen ihn verschworen hat. Doch nicht nur Rassismus wird hier thematisiert, sondern auch Vorurteile, mit denen Elina Wiik als Frau zu kämpfen hat. Ihr Bauchgefühl bei der Einschätzung von Personen wird als typisch Frau abgetan, ohne dass es sich lohnt, die Ermittlungsergebnisse kritisch zu überprüfen. Dabei wird die junge Kriminalassistentin als äußerst zielstrebig und eigenwillig charakterisiert, so dass dem Leser bald klar wird, dass sie ihren Weg so oder so machen wird.
Ein konstruiertes Ende
Insgesamt liest sich die Story ganz gut, doch über das Ende kann man sich nur wundern. Es ist ja nicht falsch, dass sich jemand auf seine Gefühle verlässt, aber wie Elina Wiik den Fall schlussendlich löst, das ist dermaßen an den Haaren herbeigezogen, so dass einem diese fast zu Berge stehen. Hier merkt man meines Erachtens, dass es sich um den ersten Krimi von Thomas Kanger handelt und man sollte ihm nachsehen, dass sein Plot (noch) nicht abgerundet ist. Seine Figur ist zwar nicht überdurchschnittlich, aber das Potenzial für bessere Fälle ist vorhanden.
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| simsa zu »Thomas Kanger: Der werfe den ersten Stein« | 27.01.2008 |
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