Phobie von
Buchvorstellung und Rezension
Bibliographische Angaben
Originalausgabe erschienen 2007
unter dem Titel Peur,
deutsche Ausgabe erstmals 2009
bei rororo.
Ort & Zeit der Handlung: Frankreich / Paris, 1990 - 2009.
- Neuilly-sur-Seine : Michel Lafon, 2007 unter dem Titel Peur. 523 Seiten.
-
Reinbek bei Hamburg: rororo, 2009.
Übersetzt von Annette Lallemand.
ISBN:
978-3-499-24853-5. 446 Seiten.
'Phobie' ist erschienen als
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In Kürze:
Eine Serie ungewöhnlicher Selbstmorde hält die Pariser Polizei in Atem: Im Zoo betritt ein junger Mann blutbeschmiert den Raubtierkäfig und lässt sich verschlingen, ein Mädchen stürzt sich aus dem Fenster und eine Frau rast im Auto mit hoher Geschwindigkeit gegen eine Wand. Alle drei Opfer waren Patienten eines dubiosen Angsttherapeuten. Ist der Mann für die Suizide verantwortlich? Und können Kommissar Flammard und sein Team ihn stoppen, ehe weitere Todesfälle passieren?
Das meint Krimi-Couch.de: »Die medizinische Schmerzgrenze ordentlich überzogen«
Krimi-Rezension von Wolfgang Weninger überspringen
Mit seinem fulminanten Krimieinstand Todestraum hat sich der Mediziner Thierry Serfaty die Latte selbst sehr hoch für einen Nachfolger gelegt, der nun als Phobie im Rowohlt Taschenbuch Verlag auf knappen 450 Seiten für Angstschweiß beim Leser sorgen soll.
Und in der Übersetzung von Annette Lallemand geht es auch gleich zünftig zur Sache. Johan hat eine Katzenphobie. Um seine Angst vor den Stubentigern zu therapieren, wird er ausgerechnet Tierpfleger bei den Raubkatzen im Zoo, wo er eines Tages den ultimativen Overkill sucht und sich seinen Schützlingen als Futterration zur Verfügung stellt. Dabei lässt er sich bis zum grausigen Ende auch noch von einem Fotografen ablichten, den ein geheimnisvoller Maitre engagiert hat.
Der nächste Einsatz des Fotografen findet im 40. Stock eines Hochhauses im Pariser La Defense statt, wo das Kameraauge eine junge Frau bei ihrem Sprung aus dem 39. Stock des gegenüberliegenden Hauses verfolgt. Endlich hat sie ihre Höhenangst unter Kontrolle bekommen und ihren Kampf mit der Phobie unter Einsatz ihres Lebens gewonnen.
Eigentlich alles keine Fälle für Kommissar Flamand und seine Kolleginnen. Aber zum Einen drängt die nunmehrige Ex-Freundin von Johan darauf, dass sich hinter den Vorfällen eine mörderische Kraft verbirgt und auch die Einvernahme des Fotografen bestätigt diesen Verdacht, dass jemand die kranken Menschen manipuliert …
Der Autor macht dem Leser ziemlich deutlich klar, dass jeder Mensch mit seinen Ängsten leben muss und die Grenze zwischen Angst und Phobie schleichend und schmal ist. Auch der in Todestraum so smarte Kriminalist Erick Flamand bleibt davon nicht verschont und bekommt ausgerechnet in Phobie während eines Einsatzes einen Rückfall in seine eigene Phobie und muss sich an seinen alten Therapeuten wenden. Auch Laurent Strelli, die Hauptfigur aus Todestraum, fristet sein nunmehriges Künstlerleben psychisch schwer gestört und seine kleine Tochter, noch nicht mal im Schulalter, wird von Phobien gepeinigt. Alles wirkt dann schon ein wenig sehr stark konstruiert und was sich hier an krankhaften Charakteren auf den Seiten tummelt, klingt wie eine Fallbeschreibung aus einem medizinischen Lexikon und erzeugt auch dementsprechende Spannung. Was vielversprechend beginnt, kann das Tempo leider nicht über die volle Länge halten und flacht zum Schluss hin leider deutlich ab, wobei das offene Ende zusätzlich noch einen neuerlichen Einsatz des Kommissars in einem Folgeband befürchten lässt.
Erick Flamand wirkt in diesem Buch nicht sonderlich sympathisch und seine nunmehrige Frau Laura hetzt ständig aufgeregt durch die Gegend, voll von Misstrauen und Ängste, so dass auch sie keinen starken Kontrast zwischen Gesunden und Kranken abgibt und nicht unbedingt als positive Identifikationsfigur für den Leser dienen kann. Und von richtiger Polizeiarbeit scheinen Herr und Frau Flamand offensichtlich auch nicht viel zu halten, denn ihre Aktionen sind mitunter sehr weit außerhalb der herrschenden Zuständigkeit angesiedelt.
Im Endeffekt hat Serfaty Phobie deutlich mit Phobien überladen, da wäre etwas weniger Psycho mehr für das Lesevergnügen gewesen. Serfaty ging schon in Todestraum an die medizinische Schmerzgrenze eines Krimilesers, in Phobie hat er diese ordentlich überzogen. Wer außer Psychothriller auch gerne Arztromane liest, der wird hier bestens bedient, ansonsten erschien mir die mit Freude erwartete Lektüre deutlich hinter dem Vorgänger zurück geblieben und ein wenig enttäuschend in der Umsetzung.
Wolfgang Weninger, Februar 2009
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| Elaizer zu »Thierry Serfaty: Phobie« | 10.06.2011 |
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| Chrisu zu »Thierry Serfaty: Phobie« | 25.01.2011 |
| HeJe zu »Thierry Serfaty: Phobie« | 21.09.2010 |
| Thomas Rebbe zu »Thierry Serfaty: Phobie« | 06.05.2010 |
| CharlyDD zu »Thierry Serfaty: Phobie« | 13.04.2009 |
