Mörderische Wahrheiten von Theresa Prammer

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2016 bei List.
Folge 2 der Carlotta-Fiore-Serie.

  • Berlin: List, 2016. ISBN: 978-3-471-35137-6. 496 Seiten.

'Mörderische Wahrheiten' ist erschienen als Taschenbuch E-Book

In Kürze:

Ein Serienmörder geht um in Wien. Mehrere Teenager werden tot aufgefunden, alle gekleidet in gelbe T-Shirts, die Fingernägel rosa lackiert. Das Tatmuster erinnert an eine alte Mordserie zwanzig Jahre zuvor. Doch der verurteilte Mörder ist gerade im Gefängnis gestorben. War er unschuldig? Carlotta Fiore, Kaufhausdetektivin und gescheiterte Opernsängerin, ermittelt. Sie kennt die Familie des Mörders, der drei Kinder hat. Eine Art Hassliebe verbindet die Geschwister. Carlotta wünscht sich, ihr alter Partner Konrad Fürst könnte ihr helfen, Licht ins Dunkel des verstrickten Familiengeflechts zu bringen. Er hat damals die Ermittlungen geleitet. Doch Konrad ist gerade erst aus dem Koma erwacht und erinnert sich an nichts. Nicht mal an sie. Dann gerät Carlotta ins Visier des Mörders. Werden Konrads Erinnerungen zurückkehren, bevor es zu spät ist?

Das meint Krimi-Couch.de: »Hinter der Fassade lauert der Wahnsinn« 80°

Krimi-Rezension von Andreas Kurth

In der österreichischen Hauptstadt Wien wird im Prater die Leiche einer 14-Jährigen gefunden – bekleidet mit einem gelben T-Shirt, grauen Shorts und rosa Lack auf den Fingernägeln. Das Outfit und die 21 Messerstiche, mit denen das Mädchen getötet wurde, erinnern die Polizei an den Modus operandi des Serienmörders Alfred Riedl, der vor 30 Jahren einige Kinder auf die gleiche Weise getötet hat. Verstörend wirkt auf die Ermittler zudem, dass seine DNA auf der aktuellen Leiche gefunden wird, denn Riedl ist seit einigen Tagen tot.

Der frühere Polizist Konrad Fürst hat damals die Ermittlungen gegen Riedl geleitet – und wacht gerade aus einem eineinhalbjährigen Koma auf. Er erinnert sich an nichts, auch nicht daran, dass Carlotta Fiore vermutlich seine Tochter ist. Die Kaufhaus-Detektivin soll nach dem Willen von Kommissar Heinz Krump dafür sorgen, dass sich Konrad wieder erinnert, um den Ermittlern helfen zu können. Schon bald werden weitere Leichen von Jugendlichen gefunden – alle nach dem gleichen Muster getötet. Carlotta und Konrad stehen mächtig unter Druck – sie müssen den Mörder finden, sonst werden noch mehr Kinder sterben.

Spannende Geschichte um eine chaotische Detektivin

Theresa Prammer knüpft mit ihrem zweiten Roman Mörderische Wahrheiten direkt an die Handlung des Vorgängerbandes an. Das macht es für Neueinsteiger zunächst nicht ganz einfach, die Zusammenhänge und Einzelheiten zu verstehen, die Autorin gibt sich jedoch redliche Mühe, dieses Manko durch eingestreute Erläuterungen möglichst schnell auszugleichen, was ihr in meinen Augen auch gut gelingt.

So wird man schon bald von der interessanten und spannenden Geschichte um die chaotische Detektivin und ihren an Amnesie leidenden Vater gefesselt. Fiores Lebenspartner Hannes kommt kaum über die Rolle des bemühten Polizisten und enttäuschten Freundes hinaus. Zu sehr dominiert Carlotta als Hauptfigur die gesamte Geschichte, und auch ihr Vater wird vor allem in seiner Beziehung zu ihr dargestellt.

Sie vernachlässigt angesichts der turbulenten und dramatischen Ereignisse ihren langweiligen Job als Kaufhaus-Detektivin, wird daher auch bald gefeuert, und sie vernachlässigt vor allem ihre Rolle als Mutter. Verständlich wird Carlottas chaotisches Leben für den Leser durch die Vorgeschichte mit ihrer falschen Mutter und dem – scheinbar – richtigen Vater. Das wird Scheibchen-weise enthüllt und erläutert, was die Lektüre neben der steigenden Spannung außerordentlich kurzweilig macht.

Vergleiche mit Protagonisten anderer Autoren sind problematisch

Die Protagonistin ist schon eine spezielle Figur, aber da ich solche Vergleiche immer problematisch finde, halte ich auch nichts davon, dass der Verlag Carlotta Fiore mit der Figur Brenner von Wolf Haas vergleicht. Die Anmerkung auf dem Buchrücken, sie sei das weibliche Pendant zu Brenner, ist daher in meinen Augen schlichtweg deplatziert.

Carlotta kämpft tapfer gegen ihre inneren Dämonen, und versucht, sich auf die Aufklärung der Mordserie zu konzentrieren. Das wird ihr durch ihre private Situation, und vor allem durch ihr spezielles Verhältnis zu Konrad Fürst nicht gerade leicht gemacht. Persönliche Krisen wechseln sich mit Fortschritten bei den Ermittlungen ab, so werden Protagonistin und Leser ständig in Atem gehalten.

Carlotta Fiore und der ungewöhnliche Kriminalfall fesseln gleichermaßen. Aber neben der jungen Detektivin hat Theresa Prammer einige weitere Protagonisten ins Rennen geschickt, die die Lektüre unterhaltsam machen.

Liebenswerte Figuren und menschliche Dramen

Konrad Fürst ist so eine liebenswerte Figur. Sein Weg zurück in die Erinnerung und damit in ein normales Leben findet unter denkbar merkwürdigen Umständen statt. Sein Verhältnis zu seiner Tochter, zur Nachbarin, und zu früheren Kollegen steht exemplarisch dafür, wie Theresa Prammer mit verwickelten und zuweilen verdeckten Beziehungen arbeitet, die ihre Geschichte mehr als »würzen«.

Zum Erfolgsrezept des Romans gehört aber auch die Mordserie, deren Motiv sich erst ganz am Schluss erschließt. Und neben den Teenager-Morden hat die Autorin so einige menschliche Dramen eingebaut, die eine langsame und aufmerksame Lektüre angeraten erscheinen lassen – sonst könnte es passieren, dass der Leser einige Nuancen nicht mitbekommt. Ein faszinierender Roman, mit viel Spannung und außergewöhnlichen Protagonisten – es lohnt sich, die Lektüre in Ruhe zu genießen.

Andreas Kurth, Juli 2016

Ihre Meinung zu »Theresa Prammer: Mörderische Wahrheiten«

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Nuigurumi zu »Theresa Prammer: Mörderische Wahrheiten« 29.05.2016
"Mörderische Wahrheiten" ist der 2. Band der Autorin, in dem Carlotta ("Lotta") Fiore in einen Mordfall verwickelt wird. Glücklicherweise hatte ich den 1. Band "Wiener Totenlieder" – der mit einem Cliffhanger endet, an den der 2. Band anschließt – kurz vorher gelesen. Das kann ich jedem Leser nur empfehlen, da man meiner Meinung nach die vielen Anspielungen auf Carlottas Vergangenheit, auf den 1. Fall und ihre Beziehung zu den meisten anderen Personen im 2. Band sonst nicht versteht.

Dann hat man es aber mit einem außergewöhnlichen Kriminalfall zu tun: in Wien werden mehrere Teenager auf dieselbe Weise ermordet wie in einer Mordserie vor zwanzig Jahren, auch die DNA des damaligen Täters wird an den Tatorten gefunden. Das Problem ist nur, dass der Täter von damals nach einer langen Zeit im Gefängnis vor kurzem gestorben ist…

Konrad Fürst war vor zwanzig Jahren der Hauptermittler in dem Fall und sein Vorgesetzter Krump setzt auf sein Wissen und seine Erinnerungen – nur leider ist Konrad gerade aus einem monatelangen Koma aufgewacht und kann sich an nichts erinnern. Krump setzt Lotta darauf an, Konrad so schnell wie möglich dazu zu bringen, sich wieder zu erinnern und an dem Fall mitzuarbeiten. Lotta möchte aus anderen Gründen, dass Konrads Erinnerungen zurückkommen, da sie am Ende des letzten Falles erfahren hat, dass Konrad ihr Vater ist, vor seinem Unfall aber nicht mehr mit ihm darüber reden konnte. Lotta ist zwar eigentlich Kaufhausdetektivin, nachdem sie bei der Polizei nicht angenommen wurde, hat aber durch ihren Freund Hannes schon im letzten Fall mitermittelt. Sie stellt auch bald fest, dass sie in ihrer Kindheit Kontakt mit der Familie des damaligen Täters hatte und kann in ihren Nachforschungen daran anknüpfen.

Also zieht Lotta mit ihrem kleinen Sohn in Konrads Wohnung und holt Konrad zu sich nach Hause. Das Zusammenleben mit einem kleinen Kind und einem Mann ohne Gedächtnis, der die einfachsten Dinge neu lernen muss (und dann sofort wieder vergisst) ist gelinde gesagt chaotisch. Lotta will den Fall auch so schnell wie möglich lösen, damit Krump aufhört, Konrads Genesung zu behindern. In ihrem Bemühen verursacht Lotta immer mehr Chaos und begibt sich immer wieder in Gefahr…

Ich fand den Fall und letztendlich auch seine Lösung sehr interessant, aber leider etwas zu chaotisch und teilweise für einen Krimi auch zu spannungsarm. Wie schon im letzten Band stört mich, dass man nicht merkt, dass die Handlung in Wien spielt. Abgesehen von den Wiener Ortsnamen gibt es überhaupt kein Lokalkolorit, was ich sehr schade finde.

Die Charaktere in dem Buch sind definitiv gewöhnungsbedürftig, allen voran Carlotta. Sie ist sehr impulsiv und viele ihrer Handlungen kann man nicht nachvollziehen. Einerseits hat mich das gestört, andererseits ist es ja eigentlich normal. Die meisten Handlungen normaler Menschen im täglichen Leben sind auch nicht unbedingt nachvollziehbar, da kann man es auch nicht von Romanfiguren erwarten. Konrads Vorgesetzter Krump ist mir zu extrem, in allem, was er macht, und Lottas Freund Hannes, der auch der Vater ihres Kindes ist, bleibt eine Randfigur. Zu Konrad, der mir im ersten Band am sympathischsten war und der für mich meistens die Stimme der Vernunft war, kann man in diesem Band verständlicherweise nicht viel sagen.

Die Autorin schreibt an einem 3. Teil dieser Serie. Ich werde ihn wohl lesen, um zu sehen, wie es mit Konrad und Lotta weitergeht, aber so gespannt auf den nächsten Band wie nach "Wiener Totenlieder" bin ich leider nicht mehr.
Darts zu »Theresa Prammer: Mörderische Wahrheiten« 21.05.2016
Die Wiener Totenlieder endeten damit, dass Konrad von der Beleuchterbühne fiel und Lotta Fiori immer noch nicht wußte, ob er ihr Vater ist oder nicht.
Konrad hat überlebt und lag 18 Monate im Koma. Lotta hat ihn oft besucht und sich als seine Tochter ausgegeben. Nun ist er endlich aufgewacht, aber er erinnert sich an nichts. Amnesie.
Lotta lebt seit einiger Zeit mit Hannes Fischer zusammen und die beiden sind glückliche und stolze Eltern des kleinen Konny. Lotta ist trocken und arbeitet wieder als Kaufhausdetektivin.
Zeitgleich mit dem Erwachen von Konrad passieren in Wien wieder einige Morde. Die Opfer tragen graue Sporthosen, gelbe 'Leibchen' und haben rosa Nagellack aufgetragen. Meistens sogar selbst.
So eine Mordserie gab es schon einmal. Vor 30 Jahren. Und ausgerechnet Konrad hat den Täter damals geschnappt und nach einiger Zeit sogar regelmäßig im Gefängnis besucht. Doch dieser Täter scheidet aus, denn er ist vor kurzem verstorben. Wer ist der Nachahmungstäter? Wüßte Konrad ohne seine Amnesie eventuell mehr?
Ein gelungener Krimi mit viel privatem Drumherum. Die Hauptprotagonisten haben alle ihre Macken und Schwächen, kommen aber größtenteils sehr sympathisch daher. Auch andere Weggefährten aus dem ersten Band spielen eine nicht gerade unwichtige Rolle.
Mir hat dieser Band genauso gut gefallen, wie der erste Band und ich freue mich auf weitere Fortsetzungen.
Ich verstehe aber schon, dass den Lesern dieser Band nicht gefällt, wenn er die Wiener Totenlieder nicht kennt. Es ist eigentlich eine Fortsetzungsgeschichte, wobei nur der Kriminalfall abgeschlossen wird.
PMelittaM zu »Theresa Prammer: Mörderische Wahrheiten« 07.05.2016
Auf diesen Tag hat Carlotta Fiore achtzehn Monate lang gewartet: Konrad Fürst erwacht aus dem Koma. Doch er hat sein Gedächtnis verloren und erkennt sie nicht. Zur selben Zeit gibt es eine Mordserie an Jugendlichen, die dem Schema eines vor 30 Jahren Verurteilten folgen, der erst vor kurzem verstorben ist. Konrad Fürst war seinerzeit der ermittelnde Beamte und so wünscht sich nicht nur Carlotta, dass er sich bald wieder erinnert.

Der Roman ist der zweite Teil einer geplanten Trilogie um Carlotta Fiore und Konrad Fürst und, obwohl ich selbst den ersten Teil auch noch nicht kenne, empfehle ist sehr, diesen zuerst zu lesen. Die Autorin hat zwar die wesentlichen Bestandteile des Vorgängerromans so integriert, dass man keine Verständnisprobleme hat, aber zum Einen wird man sehr neugierig auf den ersten Band und zum Anderen hat man das Gefühl, man könnte die Charaktere, vor allem Carlotta, deutlich besser verstehen, hätte man ihn gelesen. Ich habe ihn mir auch bereits gekauft und freue mich aufs Lesen.

Der Roman hat mich von der ersten Seite an gepackt, und obwohl ich mit Carlotta so meine Probleme hatte – dazu später mehr – habe ich mich sehr gut unterhalten gefühlt, habe mitgerätselt und -gehofft. Die Auflösung ist logisch, auch wenn ich die Motivation nicht ganz nachvollziehen kann. Leider muss man wieder einmal lesen, wie ein Ermittler bzw. jemand ihm Nahestehendes in Lebensgefahr gerät, ich würde mir wirklich sehr wünschen, wenn Autoren davon öfter Abstand nähmen, vor allem bei Reihen (wer glaubt schon daran, dass derjenige stirbt, wenn es weitere Bände gibt?), hier sind es sogar zwei Personen – und obwohl ich um die eine habe ich wirklich etwas gezittert, hat es mich trotzdem genervt. Letztlich hat es an meiner sehr guten Meinung zum Buch aber nichts geändert.

Theresa Prammer wartet mit einer ganzen Reihe Personen auf, die mir gut gefallen haben: Konrad Fürst, dem ich von Anfang an gewünscht habe, dass er seine Erinnerungen wieder findet, Fanny, Schülerin und Sängerin, Jana Schneider, ehemals berühmte Schauspielerin, Anna, Carlottas Nachbarin, Ärztin und in Konrad verliebt. Carlotta selbst war mir durchgehend nicht sehr sympathisch, ich konnte viele ihrer Handlungen und Gedanken nicht nachvollziehen, sie log mir zu oft und handelte maches Mal unsinnig (ganz schlimm fand ich die Aktion mit dem Arzt!), aber der Autorin ist es gelungen, trotzdem mein Verständnis für Carlottas Handeln zu wecken. Einige andere Charaktere sind sehr unsympathisch dargestellt, aber dennoch interessant, wie z. B. Heinz Krump, der ermittelnde Beamte.

Wie oben schon erwähnt, ist eine Trilogie geplant, der nächste Band soll 2017 erscheinen. Ich bin gespannt, was die Autorin noch erzählen möchte, mir schien das Ende diesen Bandes ein gutes Ende der Geschichte gewesen zu sein.

Wer gerne spannende Krimis liest und dabei auch Wert auf das Privatleben der Ermittler legt, ist hier richtig. Von mir gibt es volle Punktzahl und eine Leseempfehlung.
Gertie Gold zu »Theresa Prammer: Mörderische Wahrheiten« 05.05.2016
Dieser zweite Krimi rund um Konrad Fürst und Carlotta Fiore schließt beinahe nahtlos an den ersten Krimi „Wiener Totenlieder“ an.

Inhalt:

Seit dem Sturz von Konrad Fürst von der Beleuchterbrücke in der Wiener Staatsoper sind eineinhalb Jahre vergangen. Während Konrad im Koma liegt, bekommt Carlotta von Hannes Fischer einen Sohn, Konny. Nun erwacht Konrad aus dem Koma, leidet aber an Amnesie. Die Verbindung zwischen Konrad und Carlotta ist recht verworren, glaubt sie ja seine Tochter zu sein, die im Alter von vier Jahren entführt wurde.
Während Konrad nun bei Lotta einzieht, ereignen sich mehrere Morde an Jugendlichen, die genau nach demselben Strickmuster verübt werden, wie bei jener Mordserie vor dreißig Jahren, bei der Konrad Fürst die Ermittlungen leitete. Der Mörder, Dr. Alfred Riedl, wurde seinerzeit gefasst und ist just kurz vor Beginn der aktuellen Taten im Gefängnis verstorben.

Die Polizei unter der Leitung von Heinz Krump steht vor vielen Rätseln. Wie kommt die DNA des Toten an die aktuellen Mordopfer?

Trotz seiner Amnesie soll Konrad Fürst der Polizei helfen. Doch wird es ihm mit Hilfe von Carlotta gelingen die Mordserie aufzuklären?
Und was ist mit dem Geheimnis um Carlottas Herkunft?

Erzählstil/Spannung:

Die Autorin hat einen beeindruckenden Erzählstil. Der Leser ist gezwungen weiterzulesen, egal ob das Bett oder die Arbeit ruft.

Sie schafft es, mehrere scheinbar parallel existierende Handlungsstränge so dicht miteinander zu verweben, dass der Leser sehr aufmerksam lesen muss, um sich nicht im Netz der Erzählkunst zu verheddern.
Der Kunstkniff, die Erzählperspektiven zu wechseln, wird eingesetzt und erhöht so die Spannung. Der Leser kann sich recht gut mit Carlotta (Ich-Form) identifizieren. Die Sicht der Opfer ist durch die kursive Schrift und die Erzählperspektive ein wenig abgemildert.

Theresa Prammer macht es den Lesern nicht leicht. Sie lockt sie auf mehrere Fährten, verwirft diese wieder und zeigt neue Spuren auf. Ich bin eine Zeitlang einem ganz falschen Verdacht nachgegangen, nämlich, dass Florian, des Polizeichefs kiffender Sohn, in diese Mordserie verwickelt sein könnte. Doch vielleicht spart sich die Autorin ihn für einen weiteren Krimi auf.
Die Spannung ist manchmal unerträglich! Auch die privaten Verwicklungen sind geschickt verknüpft und verknotet.

Charaktere:

Carlotta ist nun Mutter. Sie versucht ihr Kind zu schützen. Gleichzeitig belastet sie ihre eigene unklare Vergangenheit. Ist sie Konrad Fürsts einstmals entführte Tochter Julia? Sie könnte eine brillante Ermittlerin werden. Wird es ihr gelingen doch noch in den Polizeidienst einzutreten?

Hannes Fischer, Konnys Vater, ist ziemlich verunsichert was seine Beziehung zu Carlotta angeht. Auf der einen Seite liebt er sie wirklich, aber auf der anderen Seite jagt sie ihm auch regelrecht Furcht ein. Warum sie nicht miteinander Klartext reden?

Konrad Fürst, der toughe Polizist, der nie an den Tod seiner entführten Tochter Julia geglaubt hat. Der, weil Krump die Ermittlungen einstellen ließ, den Polizeidienst quittiert hat. Schön und überzeugend, wie er sich wieder in die Wirklichkeit zurückkämpft.

Der nunmehrige Polizeichef Heinz Krump ist ein recht undurchsichtiger Charakter. Die einzige wirklich hervorstechende Eigenschaft ist sein krampfhafter Ehrgeiz. Dafür opfert er auch seinen eigenen Sohn, den er kiffend zu den Ermittlungen und den Pressekonferenzen mitschleppt, um ihn im Auge zu behalten.

Ja und zu guter Letzt die Kinder des Dr. Alfred Riedl.
Natürlich kann man ihre Beweggründe nicht gutheißen, ein klein wenig Verständnis lässt sich dennoch für sie aufbringen. Nachdem der Vater als Serienmörder enttarnt und verurteilt wurde, ist für sie die heile Welt zusammengebrochen.

Fazit:

Fast noch eine Spur besser wie der erste Teil „Wiener Totenlieder“. Zum besseren Kenntnis der Personen und ihrer Beweggründe ist es gut, ich zu lesen.
Selten hat mich ein Krimi so in Atem gehalten wie dieser.
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