Mädchenmörder von
Buchvorstellung und Rezension
Bibliographische Angaben
Originalausgabe erschienen 2008
bei Manhattan.
Ort & Zeit der Handlung: Deutschland / Köln, 1990 - 2009.
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München: Manhattan, 2008.
ISBN:
978-3-442-54583-4. 416 Seiten. -
München: Goldmann, 2010.
ISBN:
978-3-442-47156-0. 416 Seiten.
'Mädchenmörder' ist erschienen als
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In Kürze:
Spätsommer in Köln: Die 19-jährige Julia sitzt an einer Haltestelle und wartet auf den Nachtbus. Doch nicht der Bus liest sie auf, sondern ein limonengelber Porsche. Am Steuer: Ein ehemaliger Radrennfahrer, den eine Knieverletzung gezwungen hat, seine Karriere im Frühjahr zu beenden. Der abgestürzte Hochleistungssportler entlarvt sich als sadistischer Entführer: Tagelang hält er Julia in einem Keller gefangen, demütigt sie, foltert sie. Und Julia ist nicht sein erstes Opfer. Mindestens zwei Frauen hat er bereits misshandelt und ermordet – die Einser-Abiturientin ist jedoch die erste, die ihm nicht mit Furcht und Unterwürfigkeit, sondern mit Trotz und Verachtung begegnet. Als die Polizei an seiner Tür klingelt, beschließt er, Julia im nahe gelegenen Moor zu töten. Der Versuch misslingt: Etwas an Julia zwingt ihn, sie mitzunehmen auf seine Flucht durch Belgien, Frankreich und Spanien. Dabei mordet und vergewaltigt er weiter, und je blutiger die Serie wird, je mehr Frauen und Mädchen sterben, desto drängender stellt sich die Frage, ob Julia wirklich nur Geisel ist. Oder ob ihre Verwandlung zur Mittäterin nicht längst begonnen hat …
Das meint Krimi-Couch.de: »Ähnlichkeiten mit lebenden Personen und realen Handlungen sind rein zufällig«
Krimi-Rezension von Ines Dietzsch überspringen
Julia ist einem Serienmörder entkommen. Die Leute sagen, sie hat Glück gehabt. Hat sie nicht – denn Glücklichsein fühlt sich anders an.
In den Händen des Peinigers
Umbringen will er sie, wie die anderen Mädchen vor ihr. Julia ist nicht das erste Opfer des ehemaligen Radprofis David, zu dem sie nach einer Party arglos in den Wagen steigt. In dem Kellerverlies, in dem sie ihr Peiniger gefangen hält, entdeckt sie in einem Pappkarton acht oder neun Teile Mädchen-Unterwäsche. Doch Julia ist anders als die anderen, sie zeigt keine Angst. Sie ist trotzig. Julia ist ein Mädchen, das seinen Zorn auf sich und die Welt durch autoaggressives Verhalten kompensiert.
Nach Tagen der Folter klingeln Polizeibeamte an der Tür des Entführers und dieser flieht – zusammen mit Julia. Ihre blutige Spur führt durch die Ardennen, Camargue und Pyrenäen, denn David mordet weiter und Julia überlebt.
In Freiheit
Wieder in Freiheit versucht Julia ihr Trauma zu verarbeiten, in dem sie ihre Geschichte für ein Buch aufschreibt. So erfahren wir im ersten Teil von der Ich-Erzählerin die Geschehnisse und Stationen der Entführung als eine Art Roadmovie.
Seelenstriptease
Was dann nach der ersten Buchhälfte kommt, ist ein typisch Dornscher Kunstgriff: Im zweiten Teil des Buches schreibt Julia die Geschichte nicht mehr für die Öffentlichkeit. Es folgen intime Briefe, in denen sich die wahren Gedanken Julias erschließen. Einmal mehr entsprang der Feder von Thea Dorn kein herkömmlicher Krimi, vielmehr entstand mit Mädchenmörder ein packendes Psychodrama, bei dem die Autorin sich mit dem »Stockholm-Syndrom« auseinandersetzt.
Bereits mit Die Brut hat Thea Dorn bewiesen, dass sie sich nicht davor scheut, heiße Eisen anzupacken. In Mädchenmörder tauchen wir mit ihr auf eindrucksvolle Weise tief hinab in die Abgründe der menschliches Seele. Wir werden zum Voyeur und können uns nicht abwenden, wenn Julia ihr Innerstes nach außen stülpt und gelangen zu verstörenden Einsichten über ein durchaus erklärbares Phänomen. Offensichtlich hat sich die Autorin intensiv mit dem Thema beschäftigt, was der Qualität dieses Romanes mehr als zuträglich ist.
In bewährter Manier beginnt Thea Dorn in ihrer klaren, nüchternen Ausdrucksweise mit einer scheinbar »ganz normalen« Entführungsgeschichte, wobei sie das Martyrium der Opfer nicht explizit beschreibt. Sie überlässt es der Phantasie des Lesers, durch ihre vagen Andeutungen die schaurigen Bilder im Kopf entstehen zu lassen und dies verfehlt nicht seine Wirkung. Mädchenmörder ist ein Buch, das zu kontroversen Diskussionen einlädt. Man sollte es schon deshalb gelesen haben, um mitreden zu können.
Der Fall Natascha Kampusch
Vergleiche zum Fall Kampusch drängen sich auf. Hier wurde die literarische Fiktion von der Realität eingeholt. Als der Name Natascha Kampusch in den Medien auftauchte, arbeitete Thea Dorn bereits zwei Jahre an ihrem Buch. Deshalb gilt: Ähnlichkeiten mit lebenden Personen und realen Handlungen sind rein zufällig.
Ines Dietzsch, April 2008
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| Fan zu »Thea Dorn: Mädchenmörder« | 08.01.2012 |
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| Thrillerfan zu »Thea Dorn: Mädchenmörder« | 15.12.2011 |
| Chantalle Rollwagen zu »Thea Dorn: Mädchenmörder« | 30.04.2011 |
| Sophia zu »Thea Dorn: Mädchenmörder« | 15.04.2011 |
| HeJe zu »Thea Dorn: Mädchenmörder« | 06.10.2010 |
| peepsi zu »Thea Dorn: Mädchenmörder« | 31.07.2010 |
| Mike S zu »Thea Dorn: Mädchenmörder« | 20.07.2010 |
| Neole zu »Thea Dorn: Mädchenmörder« | 26.05.2010 |
| eishockeyoma zu »Thea Dorn: Mädchenmörder« | 07.05.2010 |
| gelegenheitsleser zu »Thea Dorn: Mädchenmörder« | 30.04.2010 |
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