Trügerische Ruhe von Tess Gerritsen

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 1998 unter dem Titel Bloodstream, deutsche Ausgabe erstmals 1999 bei Goldmann.
Ort & Zeit der Handlung: USA / Maine, 1990 - 2009.

  • New York: Pocket Books, 1998 unter dem Titel Bloodstream. 324 Seiten.
  • München: Goldmann, 1999. Übersetzt von Andreas Jäger. ISBN: 3-442-35213-4. 412 Seiten.
  • Augsburg: Weltbild, 2004. Übersetzt von Andreas Jäger. 412 Seiten.
  • München: Blanvalet, 2006. Übersetzt von Andreas Jäger. ISBN: 978-3-442-36537-1. 412 Seiten.

'Trügerische Ruhe' ist erschienen als Taschenbuch

In Kürze:

Dr. Claire Elliot zieht mit ihrem Sohn Noah in den kleinen Ort Tranquility, wo sie eine Praxis eröffenen möchte. Das Provinznest in Maine macht seinem Namen allerdings keine Ehre, denn es wird von einer Serie von Jugendverbrechen heimgesucht. Die plötzlichen wilden Ausbrüche der Jugendlichen fordern mehrere Todesopfer, zu denen auch Noahs Biologielehrerin gehört: Sie wird von einem Schüler während des Unterrichts erschossen. Als auch Noah sich immer seltsamer benimmt, beginnt Claire zusammen mit dem Chef der örtlichen Polizeit, Lincoln Kelly, nach den Ursachen der Gewalt zu forschen. Schon bald machen die beiden seltsame Entdeckungen: Im nahegelegenen Wald wachsen mysteriöse blaue Pilze und im Lake Locust taucht ab und zu eine grünlich phosphoreszierende Masse auf. Dann erfahren Claire und Kelly, dass es bereits vor fünfzig und vor hundert Jahren zu ähnlichen Begebenheiten gekommen ist. Langsam, aber sicher gelangt Claire zu der Überzeugung, dass ein Parasit die Gewaltattacken auslöst.Von dieser Theorie wollen die Einwohner von Tranquility allerdings gar nichts wissen, weil sie um ihre Einnahmen aus dem Tourismus fürchten. Claire und Chief Kelly müssen den Kampf ganz alleine aufnehmen – und die Zeit drängt …

Das meint Krimi-Couch.de: »Thriller in bester Stephen-King-Manier« 86°Treffer

Krimi-Rezension von Peter Kümmel

Mysteriöse Geschehnisse in einer Kleinstadt im ländlichen Maine – mit diesen Gegebenheiten bringt man spontan den Autor Stephen King in Verbindung, der in diesem Roman der Medizinerin Tess Gerritsen sogar eine kurze Erwähnung findet. Demzufolge beruhen die Ähnlichkeiten mit den Büchern Kings wohl kaum auf Zufälligkeiten.

Bereits der kurze Prolog, der im Jahr 1946 – gut 50 Jahre vor der eigentlichen Handlung des Romans – spielt, treibt die Spannung auf einen Höhepunkt, von dem sie über die gesamte Handlung hinweg bis zum Ende hin selten abfällt.

Mit ihren Medical-Thrillern ist Tess Gerritsen bekannt geworden. Hier jedoch spielt die Handlung nur in kurzen Abschnitten in einem Krankenhaus. Doch die Hauptfigur von »Trügerische Ruhe« ist natürlich – wie könnte es anders sein – eine Ärztin. Dr. Claire Elliot ist mit ihrem Sohn Noah aus Baltimore in das abgelegene Nest Tranquility nach Maine gezogen und hat dort die Praxis des alteingesessenen Arztes übernommen. Für Claire war es eine Art Flucht nach dem Tod ihres Mannes. Ihr 14-jähriger Sohn wurde bei einem Autodiebstahl erwischt und drohte auf die schiefe Bahn zu geraten. Also hielt es die junge Ärztin für das beste, einen neuen Anfang zu machen. Doch es läuft nicht so wie geplant. Die Bewohner der Stadt sind Fremden gegenüber skeptisch und die Praxis läuft schlecht. Noah ist unzufrieden und möchte wieder zurück nach Baltimore. Das Verhältnis zwischen Mutter und Sohn ist gespannt und Claire ist unsicher, was sie tun soll.

An Noahs Schule fallen ungewöhnlich viele Jugendliche auf, die starke Aggressionen zeigen. Auch Noah ist davon nicht unbetroffen. Die Situation eskaliert schließlich, als in Noahs Klasse ein Mitschüler eine Pistole zieht, seine Lehrerin erschießt sowie mehrere Schüler verletzt. Der Täter, Claires Patient, wird ins Krankenhaus eingeliefert und ist nur schwer ruhig zu stellen. Claire vermutet Drogen oder eine bewustseinsverändernde Entzündung, doch die Untersuchungen verlaufen negativ. Der Vater des Jungen beschuldigt Claire, sie trage wegen der Absetzung eines Medikaments Schuld am Verhalten seines Sohnes und engagiert einen anderen Arzt, so daß Claire keine Chance hat, weiter nach der Ursache für den Gewaltausbruch zu forschen.

In den nächsten Wochen geschehen weitere Verbrechen ähnlicher Art. Claire vermutet schließlich, dass das Verhalten der Jugendlichen durch eine Substanz aus dem Badesee verursacht wird. Bei den Verantwortlichen der Stadt stößt sie damit jedoch auf Ablehnung und Unverständnis, denn die Stadt ist abhängig vom Tourismus im Sommer, und falls wirklich an der Sache etwas dran ist, darf nichts nach außen dringen. Die einzige Unterstützung findet Claire beim Sheriff der Stadt.

Bei »Trügerische Ruhe« handelt es sich um einen routiniert geschriebenen Thriller, bei dem einfach alles zusammenpasst – ein Roman von einer Qualität, die Stephen King seit Jahren nicht mehr erreicht und fast eine Hommage an den Altmeister des Mystery-Thrillers.

In ihrer gewohnt einfach zu lesenden Schreibweise versteht es die Autorin, die Spannung über die gesamte Story hinweg auf einem gleichbleibend hohen Niveau zu halten. Dies gelingt ihr auch dadurch, dass sie oft Ort uind Personen der Handlung wechselt, so daß ständig etwas Neues passiert.

Auch, wenn Gerritsens Charaktere nicht sehr vielschichtig sind, sind sie dennoch gut greifbar und bildlich dargestellt. Die Figur der Claire Elliot kann man dabei als sehr realistisch bezeichnen, denn anders als bei den Alleskönnerinnen vergleichbarer Romane nimmt man ihr die Rolle als Frau, die gerne alles richtig machen möchte und doch oft vor unlösbaren Problemen steht, durchaus ab. Durch die Schwarz-Weiß-Darstellung der Figuren ist dem Buch zwar kein sonderlich großer Anspruch oder Tiefgang zuzubilligen, aber es unterhält den Leser von der ersten bis zur letzten Seite ganz hervorragend. Und anders als man es bei Stephen King gewohnt ist, bietet es sogar eine akzeptable Auflösung.

»Trügerische Ruhe« ist ganz eindeutig eine Empfehlung für spannende Unterhaltung der leichten Art.

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rolandreis zu »Tess Gerritsen: Trügerische Ruhe« 17.04.2014
Dieses Buch ist völlig anders als die üblichen Rizzoli-Romane von Tess Gerritsen, es wäre eher eine gute Vorlage für eine Akte X-Folge gewesen. Der Leser bekommt reichlich Einblick in medizinische Fakten und ich verspürte beim Lesen einen ziemlichen Stephen King Faktor. Tatsächlich liest sich „Trügerische Ruhe“ über weite Strecken wie ein Horrorroman aus den 80er Jahren, aber es bleibt bis zum Schluss spannend . In Summe sicherlich ein gelungener Roman
Christian F. zu »Tess Gerritsen: Trügerische Ruhe« 22.04.2013
Nachdem ich in den verganenen Jahren bereits mehrere Thriller von Tess Gerritsen gelesen hatte und eigentlich durchgehend ganz zufrieden war, war ich von "Trügerische Ruhe" doch sehr enttäuscht.
Nicht nur die in der vorstehenden Rezension bereits erwähnten, holzschnittartigen Charaktere auch die gesamte Hintergrundstory vermag den Leser in keiner Weise zu fesseln. Wenn überdies in epischer Breite medizinische Operationen oder Einsätze der Protagonistin im "Shock-Raum" dargestellt werden, kann kein Spannungsbogen entstehen. Dass sich natürlich - wie üblichen in Gerritsen-Thrillern - die Protagonisten im Angesicht der ganzen Umstände auch noch in einander verlieben setzt der Geschichte auch noch den Charme einer Rosamunde Pilcher Verfilmung auf.
Insgesamt daher nicht zu empfehlen.
JaneM. zu »Tess Gerritsen: Trügerische Ruhe« 02.06.2009
Aggressionen bei Jugendlichen- leider wieder ein sehr aktuelles Thema. Claire zieht mit ihrem Sohn in eine Kleintstadt, um Ruhe zu finden. Das Gegenteil aber ist der Fall. Immer mehr der bis dahin unauffälligen Jugendlichen zeigen deutlich aggressives Verhalten. Claire recherciert, dass es dieses Phänomen in der Vergangenheit schon mehrfach im Dorf gab. Sie glaubt nicht an eine pädagogische Erklärung, sondern sieht die Ursache in einem medizinischen Problem. Ein guter Krimi, der sich flüssig liest. Ob alles medizinisch wirklich fundiert ist, kann ich nicht beurteilen. Manchmal wirkt es ein bißchen zu weit hergeholt. Aber sei's drum. Einziges Manko aus meiner Sicht: die obligatorische Liebesgeschichte.
Robert zu »Tess Gerritsen: Trügerische Ruhe« 21.10.2008
Ein sehr gutes Buch, hat mir sehr gut gefallen. Kann man nur weiter empfehlen.Trügerische Ruhe handelt nicht von Rizzoli und Maura Isle ( sind meine Lieblingsfiguren bei Tess Gerritsen Büchern) ist aber doch spannend und fesselnd. Diese Buch ist gut geschrieben und es lässt ich sehr gut lesen.Ich hab schon sehr viele Bücher von Tess gelesen und freue immer wieder wenn ein neues Buch erscheint.
keks zu »Tess Gerritsen: Trügerische Ruhe« 23.04.2008
Ich habe zwar schon ein paar Bücher von Tess Gerritsen gelesen,allerdings muss ich sagen,dass mich dieses Buch nicht wirklich gepackt hat...ich konnte mich nicht richtig in die Charaktere bzw. in die Story hineinversetzen...zudem wirkte die Story meist nicht nur extrem konstruiert,sondern auch sehr unrealistisch...
Es war kein schlechtes Buch,dennoch gibt es eindeutig bessere Bücher von T.G. ...
Mona D zu »Tess Gerritsen: Trügerische Ruhe« 25.05.2007
Ich habe von T.G. bisher nur "Schwesternmord" gelesen, der mich sehr gefesselt hat. "Trügerische Ruhe" ist ein gut zu lesender, stringent erzählter Krimi. Auf jeden Fall lesenswert, wenn auch vorhersehbar und stellenweise etwas zu sehr konstruiert. Von der Spannung her würde ich von einer Skala von 1-5 eine 3 geben. Spannend, aber nicht nervenzerfetztend *gg*.
Nadine zu »Tess Gerritsen: Trügerische Ruhe« 26.04.2007
"Trügerische Ruhe" hat mir ziemlich gut gefallen.
Die Rizzoli-Reihe mag ich zwar am liebsten, aber auch dieser Krimi ist Tess Gerritsen durchaus gelungen. Ist zwar nicht immer sehr realistisch, aber gut durchdacht und auf jedenfall interessant und fesselnd.
katharina zu »Tess Gerritsen: Trügerische Ruhe« 28.08.2006
"Trügerische Ruhe" war mein zweites Buch nach der "Chirurgin" und hat mir sehr gut gefallen!!! Die einzelnen Charactere werden genau beschrieben, sodass man sich ein Bild von den Personen u ihren Gefühlen bekommt. Claire ist nicht irgendeine Person, die einem im Laufe der Handlung uninteressant wird! Man mag sie u sie ist einem nicht egal! u das ist bei solchen Büchern sehr wichtig
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
dulcet zu »Tess Gerritsen: Trügerische Ruhe« 26.02.2006
Nachdem ich "die chirurgin" gelesen hab war ich echt total begeister...Als ich mit "Trügerische Ruhe" fertig war, war ich eigentlich ziemlich enttäuscht. Es gibt wirklich bessere Bücher von ihr, die auch realistischer geschrieben sind. Es ist spannend gemacht doch meiner Meinung nach kommt es da nicht zu einem richtigen Höhepunkt sondern bricht kurz davor ab... Hatte mehr davon erwartet, als so ein typischen Happyend. Lese zur Zeit von T.G. "Kalte Herzen" und erhoffe mir mehr....
HelgaR zu »Tess Gerritsen: Trügerische Ruhe« 07.06.2005
Nachdem ich die Rizzoli-Reihe gelesen habe, versuchte ich nun diesen Einzelroman.

Ein ausgezeichner Krimi und einmal ein ganz anderes Thema als üblich, was mich sehr begeistert hat. Der ganze Fall ist sehr außergewöhnlich aber unglaublich gut aufgebaut. Auch die Spannung bleibt während des ganzen Buches erhalten.

Die Zeichnung der einzelnen Personen hat auch gut gepaßt, da das ganze ja in einem kleinen Ort stattfindet und die Menschen nicht sehr redselig sind und daher sind auch die Charaktere dementsprechend.

Ein wirklich interessantes Buch, mit einem noch dazu überraschendem Ende, das man nur empfehlen kann.

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