Todsünde von Tess Gerritsen

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2003 unter dem Titel The Sinner, deutsche Ausgabe erstmals 2004 bei Limes.
Ort & Zeit der Handlung: USA / Massachusetts / Boston, 1990 - 2009.
Folge 3 der Jane-Rizzoli-&-Maura-Isles-Serie.

  • London: Bantam, 2003 unter dem Titel The Sinner. 411 Seiten.
  • New York: Ballantine Books, 2003. 411 Seiten.
  • München: Limes, 2004. Übersetzt von Andreas Jäger. ISBN: 3-8090-2475-9. 411 Seiten.
  • Augsburg: Weltbild, 2005. Übersetzt von Andreas Jäger. ISBN: 3828978045. 411 Seiten.
  • München: Blanvalet, 2006. Übersetzt von Andreas Jäger. ISBN: 978-3-442-36459-6. 411 Seiten.
  • [Hörbuch] Köln: Random House Audio, 2009. Gesprochen von Michael Hansonis. ISBN: 3837100669. 6 CDs.

'Todsünde' ist erschienen als HardcoverTaschenbuchHörbuch

In Kürze:

Weihnachten naht, und in Boston herrscht klirrende Kälte. In einem Kloster nahe der Stadt wird die Novizin Camille Maginnes brutal erschlagen. Bei der Autopsie findet die Pathologin Maura Isles heraus, dass die junge Frau kurz vor ihrem Tod entbunden haben muss – doch von dem Baby fehlt jede Spur. Detective Jane Rizzoli – selbst schwanger – befürchtet das Schlimmste, und ein grausiger Fund gibt ihr Recht. Dann wird eine zweite Frauenleiche entdeckt, bei der Maura Anzeichen für eine frühere Lepra-Erkrankung feststellt. Scheinbar haben die Fälle nichts miteinander zu tun – da kommt der FBI-Agent Gabriel Dean ins Spiel, der in einem weiteren Mordfall ermittelt. Gabriel, Rizzolis ehemaliger Liebhaber, stellt eine Verbindung zwischen den Opfern her und führt Jane und Maura damit geradewegs in einen Abgrund aus Neid, Zorn und Habgier …

Das meint Krimi-Couch.de: »Viel private Probleme – wenig Ermittlung« 49°

Krimi-Rezension von Peter Kümmel

Rizzolis erster Fall »Die Chirurgin« war ein Thriller der Spitzenklasse, der Nachfolger »Der Meister« leider nur ein schwacher Abklatsch, spannungsarm und mit einem müden Finale. Deshalb kommt Band drei der Reihe schon eine gewisse wegweisende Bedeutung zu.

Man spricht zwar allgemein von der Jane Rizzoli-Reihe, doch alleiniger Mittelpunkt ist die Detektivin der Bostoner Mordkommission in dieser Serie nicht. Während im Aufmacher die titelgebende Chirurgin Catherine Cordell die eigentliche Protagonistenrolle übernahm, rückte Rizzoli in »Der Meister« mehr ins Rampenlicht, doch in »Todsünde« tritt sie wieder ins zweite Glied hinter der Gerichtsmedizinerin Dr. Maura Isles.

Verbrechen hinter abgeschlossenen Klostermauern

Hinter den abgeschlossenen Mauern des Nonnenklosters Graystones Abbey hat sich ein brutales Verbrechen ereignet. In der Kapelle wird die Novizin Camille in den frühen Morgenstunden erschlagen aufgefunden. Auch die ältere Schwester Ursula findet man mit eingeschlagenem Schädel. Sie ist noch am Leben, liegt aber im Koma. Es gibt keinerlei Anzeichen eines gewaltsamen Eindringens und auch ein Motiv für das Verbrechen ist nicht ersichtlich.

Eine erste Überraschung ergibt die Obduktion. Die junge Schwester befindet sich zwar bereits seit mehreren Jahren im Kloster, doch es steht außer Zweifel, daß sie vor kurzem ein Kind geboren hat. Der einzige Mann, der im Kloster verkehrt, ist Pater Brophy. Allerdings war Camille vor etwa neun Monaten zu Besuch bei ihrer Familie, könnte also durchaus während dieser Zeit schwanger geworden sein. Hier deutet sich also doch ein Motiv für den Mord an. Man durchsucht das Kloster und wird fündig: Unter dem Eis des Ententeichs entdeckt man ein totes Baby.

Das FBI bringt Klarheit in den Fall

Wer nun Ermittlungen hinter den Klostermauern erwartet und das Aufdecken von jahrelang gehüteten Geheimnissen, der liegt falsch. Was uns Tess Gerritsen nun bietet, sind die privaten Probleme ihrer beiden Hauptpersonen. Dr. Isles wird von ihrem Ex-Mann belästigt, den sie seit drei Jahren nicht gesehen hat. Sie erliegt schließlich dessen Werben und einer Versöhnung scheint nichts im Wege zu stehen. Jane Rizzoli dagegen fühlt sich überhaupt nicht wohl und klappt sogar während der Obduktion zusammen. Ein Schwangerschaftstest bringt die Ursache für das Unwohlsein ans Tageslicht. Wir erinnern uns zurück an »Der Meister« – ein forscher FBI-Agent names Gabriel Dean riss nicht nur die Ermittlungen an sich, sondern beeindruckte auch einen weiblichen Detective so sehr, daß dies zu einer Affäre führte, deren Ergebnis sich nun offenbart. Für Rizzoli eine Katastrophe, da sie mit Kindern überhaupt nicht kann und sich ein Kind auch nicht mit ihrer beruflichen Karriere vereinbaren lässt.

Auf polizeiliche Ermittlungen wartet man auch im weiteren Verlauf vergebens. Es wird ein wenig obduziert und dabei mit ungewohnt viel Medizinerlatein um sich geworfen. Ansonsten bleibt das Privatleben von Isles und Rizzoli im Vordergrund. Dies ändert sich erst auf den letzten hundert Seiten, als sich das FBI – natürlich in Gestalt von Gabriel Dean – einschaltet und erste Zusammenhänge offenbart. Die Auflösung des Falles bekommt man dann häppchenweise vorgeworfen und darf am Ende eigentlich nur noch darauf gespannt sein, ob es für unsere beiden Heldinnen ein Happy-End gibt.

Krimitechnisch bietet uns die Autorin einen eher müden Showdown, einen Täter, der sich bereits weit vor dem Ende abzeichnete und leider nicht für alle offenen Fragen eine Antwort. »Todsünde« bestätigt nicht nur die Abwärtstendenz der Rizzoli-Serie, sondern ist insgesamt eines der schwächsten Bücher von Tess Gerritsen.

Peter Kümmel, Mai 2007

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Simone Philipp zu »Tess Gerritsen: Todsünde« 02.08.2017
Soweit ich mich erinnern kann war der Vater des Kindes der Vater von camille. Das steht glaube ich auch im Buch. Höchstwahrscheinlich hatte Camille etwas gewusst was sie nicht wissen sollte..
Ganz ehrlich, mir ist egal ob es miserabel ist oder nicht: ich liebe das buch. Hab es mir wieder bestellt :)
Ich würde jeder Zeit wieder ein Buch dieser Reihe lesen :)
Scarlett1964 zu »Tess Gerritsen: Todsünde« 26.01.2017
Ich lese diese Reihe nicht chronologisch, ich habe mit dem letzten Band angefangen und lese jeden Band, der gerade in der Bibliothek zu haben ist.
Ich finde diese Buch einfach super. Für mich ist jeder Band dieser Reihe ein "Nachhausekommen" und pure Erholung. Offensichtlich bin ich wohl keine anspruchsvolle Krimileserin, nur so kann ich mir die negativen Kritiken der anderen Rezessionen erklären.
kritikaster zu »Tess Gerritsen: Todsünde« 13.10.2016
gut angefangen, miserabel aufgehört.
nichts wird erklärt.
was hat die nonne camille mit dem chemieunfall zu tun und wer war der vater ihres kindes?
und dass ein arzt - nur zur vertuschung eines chemieunfalles zu solchen methoden greift ist haarsträubend unlogisch.
ebenso, dass eine, als tough gezeichnete frau dann gegen ende dermaßen idiotisch reagiert - im auto einsperren, gehts noch frau gerritsen?
man merkt dem buch an, dass die frau sich keine große mühe mehr macht, die leute kaufen ja jeden scheiß, hat man erst mal einen namen.
ich habs als hörbuch geliehen und bin froh, für so eine k. kein geld ausgegeben zu haben.
steve006 zu »Tess Gerritsen: Todsünde« 02.10.2015
Spannend geschriebenes Buch über eine schwangere Nonne und zwei Morde. Etwas konstruiert, aber immer flüssig und interessant!
Man darf bei diesem Buch nicht die typischen Gerritsen-Krimis im Auge haben.
der Krimi spielt als Hintergrund für persönliche Probleme der beiden Hauptpersonen.
Lesenswert, aber aber mehr psycho als Krimi.
Robert zu »Tess Gerritsen: Todsünde« 23.07.2015
Danke für die Infos! Ich werde mir eher kein weiteres Buch dieser Reihe so schnell mehr kaufen:

Ich hatte mir zufällig einmal das Buch Leichenraub gekauft und war begeistert. Als ich fertig war, fragte ich deshalb in der Buchhandlung nach anderen Büchern der Autorin. Daraufhin kaufte ich die Chirurgin und fand es auch spannend. Als ich jetzt jedoch den Meister las, merkte ich persönlich einen gravierenden schriftstellerischen Abbau. Dies habe ich bei einer Reihe auch schon befürchtet, bin aber jedoch über solch unsympathische und farblose Charaktere geradezu angewidert, die ja nicht einmal zum Tragen kommen, wie die Pathologin. Peinlich auch diese Polizeibeamtin mit ihren an den Haaren herbeigezogenen Problemchen.
Alleine schon deren erfolgtes Festtackern der Hände mit 2 Skalpellen am Boden bei der Chirurgin ließ mich den Kopf schütteln.

Danke deshalb für die Erklärungen, dass es offensichtlich weiter bergab geht .
Steff zu »Tess Gerritsen: Todsünde« 10.05.2013
Ich lese diese Reihe auch in chronologischer Reihenfolge. Leider kommt der dritte Teil nicht mal annähernd an "Die Chirurgin" und "Der Meister" ran.

Ich habe dieses Buch gekauft, da ich in erster Linie einen spannenden Thriller lesen wollte, wie es die ersten zwei Teile waren. Leider ist ein grosser Teil des Buchs kitschiger Herzschmerz, wie man ihn eigentlich nicht erwartet, nach den absolut gelungenen Vorgängern. Natürlich soll es auch Platz haben für solche Nebenschauplätze, aber hier wurde der Bogen dann doch mehr als ein bisschen überspannt.

Der Einstieg ist eigentlich ganz gut gelungen und vielversprechend, leider flacht dann das Ganze ziemlich schnell ab, da es viel zu oft um private Problemchen und Liebesgeschichten geht als um Ermittlungen.

Rizzoli oder auch andere Charaktere wie z.B. Moore finde ich sehr spannend. Dagegen wirkt Maura Isles, die in diesem Teil mehr im Mittelpunkt steht, ziemlich blass und unsympathisch.Ich hoffe, dass das der Tiefpunkt war und die nächsten Teile wieder mehr Spannung bieten.

Für den Moment mache ich erst mal Pause mit dieser Reihe, bevor ich mit dem 4. Teil weitermache, da die Motivation nach "Todsünde" nicht mehr so hoch ist.Von mir gibt's 60°
HeJe zu »Tess Gerritsen: Todsünde« 13.06.2012
Dies ist das einzige Buch der Jan-Rizzoli-Reihe, das mir nicht so gut gefallen hat. Es war zwar wie immer spannend, gut geschrieben und nett verpackt, aber irgendwie passte das ganze Drumherum nicht. Der Schauplatz war zu salopp (kommt doch in jedem zweiten Buch vor) und die Auflösung irgendwie nicht spektakulär genug, wie ich es eigentlich von Gerritsen erwartet hätte. Aber immer noch vergebe ich 75 Grad.
Gargel zu »Tess Gerritsen: Todsünde« 31.03.2012
Ich bin ein Buchreihen-Leser, weil ich nach einem guten Buch enttäuscht bin, dass es zu Ende ist.

Tess Gerritsen wurde mir empfohlen und ich habe mit der Chirurgin angefangen. Todsünde ist nun mein drittes Buch und ich habe es verschlungen, wie die beiden Vorgänger. Das ist für mich der Gradmesser.

Die Kritiken, die ich hier lese kann ich z. T. zwar nachvollziehen, in der Gesamtheit stellen diese Punkte für mich kein Problem dar. Die Auflösung kam für meinen Geschmack etwas zu kurz. Warum und wie? Wie passte Camille dazu? War sie nur zur falschen Zeit am falschen Ort?

Die Einblicke ins Private finde ich auch eher interessant als störend. Die Erklärung der Mutter zu Frankies Charakter hat mich vermuten lassen, dass er durch die Schädelverletzung ähnlich in der Psyche gestört ist, wie der Chirurg aus Band 1 und 2. Das wäre noch eine Wendung gewesen, die nach meinem Geschmack gegangen wäre. Mein Verdacht hat sich nicht bestätigt.

Allgemein zur Rizzoli-Reihe:

Mich stört, dass die Protagonisten so wechseln. In Band 1 dachte ich noch, Moore ist die eigentliche Hauptperson. In Band 2 wars dann unsere Jane und in Band 3 nun Dr. Isles.

Ich werde die Reihe weiter lesen. Ich habe fast alle Bücher schon zu Hause. Also bis irgendwann hier auf der Couch.
Tony zu »Tess Gerritsen: Todsünde« 03.06.2011
Mein drittes Buch von TG und auch dieses Buch fand ich einfach toll. Ich lese es in der richtigen Reihenfolge, also die Nr. 3 in der Serie, und deswegen macht es - meiner Meinung nach - noch viel mehr Spaß. Mit jedem Buch werden die Hauptfiguren dieser Serie dem Leser näher, man lebt mit ihnen, gewöhnt sich an sie und ihre Bekannten, Freunde, Familien, Kollegen. Dadurch wird das Buch sowie die gesamte Reihe noch vertrauter. Und deswegen fand ich Details aus Privatleben von Rizzoli und Dr. Isles gar nicht so schlimm - im Gegenteil, so wird die Handlung noch verständlicher.

Vielleicht war das Buch nicht so sehr mit extremer, blutiger Spannung geladen - trotzdem fand ich es sehr angenehm und durchaus empfehlenswert. Ich freue mich bereits auf die nächste Folge!
chaos66 zu »Tess Gerritsen: Todsünde« 25.09.2010
Mir hat es gefallen und finde es nicht schlecht, dass das Privatleben von Maura und Jane eine Rolle spielt. Das gehört für mich eigentlich fast dazu, macht die Ermittler menschlich und man kann sich noch besser in sie hinein versetzen.

Ich fand es durchgehend spannend und konnte es kaum aus der Hand legen.

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