Scheintot von Tess Gerritsen

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2005 unter dem Titel Vanish, deutsche Ausgabe erstmals 2006 bei Limes.
Ort & Zeit der Handlung: USA / Massachusetts / Boston, 1990 - 2009.
Folge 5 der Jane-Rizzoli-&-Maura-Isles-Serie.

  • London: Bantam, 2005 unter dem Titel Vanish. 412 Seiten.
  • New York: Ballantine Books, 2005. 336 Seiten.
  • München: Limes, 2006. Übersetzt von Andreas Jäger. ISBN: 978-3-8090-2504-7. 412 Seiten.
  • München: Blanvalet, 2008. Übersetzt von Andreas Jäger. ISBN: 978-3-442-36845-7. 412 Seiten.
  • [Hörbuch] München: Random House Audio, 2006. Gesprochen von Iris Böhm. Gekürzte Fassung. Regie: Sabine Buß. ISBN: 3866042973. 6 CDs.

'Scheintot' ist erschienen als HardcoverTaschenbuchHörbuchE-Book

In Kürze:

Eine namenlose Leiche in der Gerichtsmedizin ist für die Pathologin Maura Isles nichts Ungewöhnliches. Aber als sie den Leichensack öffnet, schlägt die scheinbar Tote die Augen auf. Maura reagiert sofort und fährt die unterkühlte Frau ins Krankenhaus. Doch kaum ins Leben zurückgekehrt, tötet die Unbekannte einen Wachmann und nimmt einige Patienten als Geisel – darunter Detective Jane Rizzoli, die zur Geburt ihres Kindes in der Klinik ist. Als Maura und Janes Ehemann, der FBI-Agent Gabriel Dean, die Herkunft der Scheintoten recherchieren, zeigen plötzlich Vertreter der Bundesbehörden enormes Interesse an dem Fall. Es wird klar, dass es sich nicht um eine gewöhnliche Geiselnahme handelt, denn die Spur führt zu einer Schleuserbande, deren Verbindungen in höchste Regierungskreise reichen …

Das meint Krimi-Couch.de: »Da geht die Post ab« 80°

Krimi-Rezension von Sabine Reiss

Eine Geburt ist ja für sich alleine gesehen schon nicht leicht, wenn diese jedoch noch während einer Geiselnahme stattfinden soll, dann kann man schon von erschwerten Bedingungen sprechen.

Das ist jedoch erst die Folge davon, dass die Pathologin Maura Isles eines Abends in den Räumen der Gerichtsmedizin Geräusche hört, obwohl sie sich alleine wähnte. Sie öffnet einen der Leichensäcke und findet dort eine Frau, die offensichtlich doch nicht so leblos war, wie es dem Totenschein zu entnehmen war. Maura bringt die völlig unterkühlte Scheintote in das nahegelegene Krankenhaus. Als ihre Lebenszeichen zurückkommen, reagiert die Unbekannte völlig hysterisch. Sie entreißt einem Wachmann die Pistole, erschießt ihn und nimmt einige Patienten als Geiseln, unter ihnen auch Detective Jane Rizzoli, die kurz vor der Entbindung steht.

Kompetenzgerangel auf allen Ebenen

Janes Mann Gabriel Dean ist Agent beim FBI. In der Einsatzzentrale vor den Türen des Krankenhauses muss er erfahren, dass höhere Ebenen die Entscheidungen an sich reißen. Ein Sondereinsatzkommando wird die Geiselnahme in jedem Fall beenden, ob blutig oder unblutig. Und so kommt es auch: Beim Sturm des Röntgenbereichs, wo sich die Geiselnehmerin mit einem Komplizen verschanzt hatte, um von dort aus der Öffentlichkeit eine Botschaft zu übermitteln, werden die beiden Täter sofort getötet. Jane ist gerettet und das Baby kommt gesund zur Welt. Es könnte alles so wunderbar sein.

Doch Jane und Maura verstehen nicht, warum diverse Geheimdienste die Aufklärung des Falles behindern. Ehe Maura die Obduktion der Unbekannten zu Ende führen kann, wird ihr der Fall entzogen und die Leiche weggebracht. Kurz vor ihrem Tod konnte die Frau Jane noch einen Satz zuflüstern: »Mila weiß Bescheid.« Jane und ihr Mann stellen auf eigene Faust Ermittlungen an und finden eine Verbindung zu einem Massaker an fünf Prostituierten in Virginia. Die Gefahr ist noch nicht gebannt.

Ein Pageturner in klassischen Sinne

Wer zu einem Buch von Tess Gerritsen greift, der sollte schon wissen, was auf ihn zukommt. Mit knackigen Worten hetzt sie ebenso wie ihre Schriftstellerkolleginnen Karin Slaugther und Kathy Reichs den Leser durch die mit Grausamkeiten bestückte Handlung, so dass man kaum zum Aufatmen kommt. Da hier zur Abwechslung kein Serienkiller am Werk ist, halten sich die blutigen Details jedoch in Grenzen. Wer sich die Beschreibungen einer Obduktion sparen möchte, kann diese Passagen einfach überspringen.

Es fällt schwer, das Buch aus der Hand zu legen. Der flüssige Schreibstil tut sein Übriges dazu, so dass man hier wirklich von Verschlingen statt Lesen sprechen kann. Dass in einigen Teilen des Buches die Logik oder Nachvollziehbarkeit der Motive auf der Strecke bleibt, ist hier akzeptabel – wahrscheinlich wird ein Großteil der Leser dies noch nicht einmal bemerken. Ein Vergleich mit dem zweiten Band der Serie Der Meister offenbart hier schon einige Fortschritte in der Erzählweise. Spannung und Nervenkitzel trösten jedoch nicht nur darüber hinweg, sondern sogar über die einfache Charakterisierung der Figuren, die Tiefe und eine differenzierte Darstellung vermissen lässt. Hier kann sich die Autorin durchaus noch weiterentwickeln.

Wer sich an den banalen Elementen und dem reißerischen Stil nicht stört, der findet hier Unterhaltung ohne Reue. Scheintot bietet alles, was sich der Thriller-Liebhaber wünscht: ein Pageturner im wahrsten Sinne des Wortes. Mit dem Thema Prostitution und Menschenhandel bringt die Autorin allerdings noch eine zusätzliche Ebene mit ein, die selbst die Hartgesottenen unter uns nicht kalt lassen kann. Von einem brillanten Meisterwerk ist dieses Buch zwar meilenweit entfernt, aber dennoch gibt es hier eine klare Leseempfehlung.

Sabine Reiss, Februar 2007

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Armin zu »Tess Gerritsen: Scheintot« 07.03.2014
Es empfiehlt sich, die Bücher der Reihenfolge nach zu lesen.

Was mich an Tess Gerritsen sehr fasziniert ist ihr Detailgenauigkeit.
Sie schreibt nicht oberflächlich, sondern sehr sachkundig.

Sie flicht die Handlungsfäden immer sehr sorgfältig und nachvollziehbar zusammen.

Ok - Jane mag als Superheldin daherkommen. Meiner Ansicht nach aber immer noch besser, als weinerliche alkoholabhängige Möchtegerndetektive, die mehr Glück als Verstand haben.

Bis auf kleinere Patzer wie "unerbitterlich" sind die Krimis im allgemeinen recht gut übersetzt und auch die Betonungsfehler (ich höre sie als Hörbücher) halten sich in Grenzen.

TG ist meiner Ansicht nach ein echter Leckerbissen.
herbert7 zu »Tess Gerritsen: Scheintot« 02.01.2014
Jane Rizzoli bekommt ein Baby – das ist ein Hauptthema des Buches. Doch bleibt hier noch Platz für einen Kriminalroman? Ja, die Geschichte geht nicht im Kitsch verloren und ist zudem äußerst spannend und der realistische Hintergrund sorgt für die Glaubwürdigkeit der Geschichte. Es ist wirklich fesselnd, wie Gerritsen ihre Heldin in eine Handlung verwickelt, die nicht einfach in einem Happy-End auflösbar ist. Gratulation, solche Bücher liest man nicht viele!
Sacomo zu »Tess Gerritsen: Scheintot« 13.01.2012
Hm...
Also ich weiß nicht so recht.
Ich bin sehr überrascht zu sehen das dieses Buch so gute Resonanzen hat.
Ich hab dafür ewig gebraucht es zu lesen weil es mich einfach nicht gefesselt hat.
Allerdings habe ich von Tess noch kein anderes Buch gelesen.
Oft ist es bei mir so wenn mir eins schon nicht gefällt das lese ich kein weiteres ;-)
Ausserdem mag ich keine "Superheldinnen" wie Frau Rizzoli... Geht gar nicht.
Total unglaubwürdig.
Die Szenen im Haus -mehr schreib ich nicht- waren immerhin interessant.
Das hinkommen, wegkommen, dort Leben.
Wobei es auch nicht ganz so detailliert hätte sein gemusst.

Aber an für sich... Nicht mein Ding...
Tony zu »Tess Gerritsen: Scheintot« 04.08.2011
Ein tolles Buch! Ich kann es nur empfehlen! Ich vermisse jetzt schon die Figuren, wenn ich die ganze Reihe durchgelesen habe. Was ich durchaus sehr positiv bewerte, dass die Bücher von Tess Gerritsen weniger "blutig" werden. Dies zeigt, dass man auch ohne überflüssige Blutmeere sehr spannende Bücher schreiben kann. Zwar ist mir das Lesen dieses Buches am Anfang etwas schwieriger gefallen, das liegt jedoch daran, dass ich mir das Buch davor etwas anders vorgestellt hatte. Wie sich das Ganze dann entwickelte, war für mich unerwartet und dadurch vielleicht noch spannender. Auch die privaten Momente der Figuren finde ich ganz toll, da man sie ja bereits wie eigene alte Bekannte kennt, vorausgesetzt man liest die Reihe in der richtigen Reihenfolge. Das Einzige, was mir langsam auf den Nerv geht, ist die Rizzoli selbst, mit ihrem nicht normalen Wunsch nach viel Mut und Männlichsein und auf keinen Fall ihre Schwäche zeigen zu wollen. Diese Meinung von anderen teile ich. Das aber ist ihr Charakter und ihr Wesen und macht das Buch keineswegs schlechter - der Leser setzt sich einfach mit dieser Figur auseinander, die einem gefällt und dem anderen nicht. So soll es auch sein. Ein Klasse-Thriller!!!
Nani zu »Tess Gerritsen: Scheintot« 19.05.2011
Scheintot war ein sehr gutes Buch von Tess Gerritsen.
Schon von der ersten Seite an spannend und flüßig zu lesen.
Die Story wird keine Frau kalt lassen weil man schnell Mitleid mit den ganzen Mädchen bekommt.Die sich doch nur ein besseres Leben wünschen und dann in der Hölle landen.
Ich kann das Buch nur empfehlen.
HeJe zu »Tess Gerritsen: Scheintot« 17.05.2011
Leider hat mich dieses Buch nicht so fasziniert wie Schwesternmord, welches mein erstes Werk von Gerritsen war.

Scheintot ist ein grundsolides, anregendes Buch, allerdings fehlt mir da der Pepp und die Spannung. Die Story ist leider ziemlich einfallslos und totgequatscht.

Der Schreibstil hat mir wieder gut gefallen. Ich werde aber definitiv weietre Werke von Gerritsen lesen, auch wenn dieses mich nicht so überzeugt hat.

70 Grad
AJ zu »Tess Gerritsen: Scheintot« 05.04.2011
Tess Gerritsens Romane waren für mich bisher nette Unterhaltung, auch vor dem Einschlafen schön zu lesen - quasi leichte Kost mit etwas Blut. Es gibt mit Sicherheit schlechtere Werke, aber zwei Mal lesen würde ich sie nicht.
"Scheintot" ist das erste ihrer Bücher, dass ich auch dann gelesen habe, wenn ich eigentlich anderes zu tun gehabt hätte - es ist weit mehr als nur ein unterhaltsamer Lückenfüller. Die Geschichte der versklavten, zur Prostitution gezwungenen Mila ist berührend, mitreisend, traurig und beklemmend. Grade der Umstand, dass es sich im konkreten Fall um ein fiktives, aber nicht um ein unrealistisches, Schicksal handelt wird sehr eindringlich.
Während ich "Scheintot" gelesen habe hatte ich das erste Mal während des Lesens eines Krimis das Gefühl, dass er weniger aufgrund der Grausamkeit an sich schockt (wie es z.Bsp. bei McFadyen der Fall ist), sondern vielmehr deshalb, weil es schrecklich plausibel ist und jeder das weiß.
Ich kann das Buch nur jedem empfehlen - für mich ist es eindeutig das beste der Rizzoli & Isles Reihe.
peterz zu »Tess Gerritsen: Scheintot« 02.12.2010
moderne geschichte um familie, beruf und macht und die grausamkeit des aeltesten gewerbes in moderener in unseren breiten auch stattfindenden sklaverei
moderne geschichte um familie, beruf und macht und die grausamkeit des aeltesten gewerbes in moderener in unseren breiten auch stattfindenden sklaverei
Laura zu »Tess Gerritsen: Scheintot« 12.10.2010
Ich habe bisher alle Tess Gerritsen- Bücher gelesen und kann auch dieses wieder nur weiterempfehlen!
Es ist sehr schnell und spannend geschrieben, eine verstörende Geschichte zwischen Frauenhandel und dem Tess-Gerritsen-typischen pathologischen Maura Isles-Szenen... die sie immer wieder zu gerne vertieft und vertieft und vertieft ... gleich von Buch zu Buch ;-)

Dass Jane Rizzoli wieder mal ihre Kämpfernatur beweist ... und das während der Geburt ihres Kindes ist zum Teil ziemlich unglaubwürdig... aber so kennen wir sie ja schon! :)

Kann das Buch definitiv weiterempfehlen! Ich fand es super spannend!
nobi zu »Tess Gerritsen: Scheintot« 20.04.2010
Ich kann in den allgemeinen Lobgesang über das Buch nicht miteinstimmen.
Ich fand das Buch war das langweiligste von Allen die ich bisher gelesen habe.
Auch ein bisschen weg vom eigenlich sonstigen Haupt-Thema "Mord" der hier eher Nebensache ist, beim Prostitutions- u. Frauenhandel-Thema. Nur die letzten 100 Seiten waren etwas spannender.
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