Roter Engel von Tess Gerritsen

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 1997 unter dem Titel Life Support, deutsche Ausgabe erstmals 1999 bei Goldmann.
Ort & Zeit der Handlung: USA / Massachusetts / Boston, 1990 - 2009.

  • New York: Pocket Books, 1997 unter dem Titel Life Support. 326 Seiten.
  • München: Goldmann, 1999. Übersetzt von Klaus Kamberger. ISBN: 3-442-41638-8. 413 Seiten.
  • München: Goldmann, 2000. Übersetzt von Klaus Kamberger. ISBN: 3-442-35285-1. 413 Seiten.
  • München: Blanvalet, 2004. Übersetzt von Klaus Kamberger. ISBN: 3-442-36209-1. 413 Seiten.
  • München: Blanvalet, 2007. Übersetzt von Klaus Kamberger. ISBN: 978-3-442-36768-9. 412 Seiten.
  • Berlin: Springer, 2011. Übersetzt von Klaus Kamberger. ISBN: 978-3942656092. 356 Seiten.

'Roter Engel' ist erschienen als Taschenbuch

In Kürze:

Die überarbeitete Ärztin Toby Harper gerät in tödliche Bedrohung, als sie rätselhafte Todesfälle in einem Altersheim untersucht. Denn die Toten starben an den Auswirkungen der Creuztfeldt-Jakob-Krankheit, die nur durch direkten Gewebeaustausch übertragen werden kann. Doch wie kann das geschehen sein? Toby entdeckt eine gefährliche Spur …

Das meint Krimi-Couch.de: »Erinnert an Horrorautoren wie Dean Koontz«

Krimi-Rezension von Michael Matzer

Dr. Toby Harper ist die Nachtschicht-Stabsärztin in der Notaufnahme eines kleinen Bostoner Krankenhauses. Hier gibt es die üblichen Intrigen und Persnalquerelen, Abwechslung bringen aber auch Tobys eigentliche Aufgaben: die Rettung von eingelieferten Patienten. Als ein alter Mann, der mit Koordinationsschwierigkeiten eingeliefert wurde, spurlos verschwindet, ist die Hölle los. Das war nicht bloß irgendein alter Knacker, Dr. Harper, sondern ein Patient eines unserer besten Kunden, Brant Hill!

Da kommt Toby ganz schön ins Schwitzen, vor allem weil ihr absolut schleierhaft ist, wie der bewegungsunfähig erscheinende Senior sich vom Acker machen konnte. Er war ja schließlich angebunden. Leider bleibt auch seine Leiche, sofern er inzwischen tot ist, wie vom Erdboden verschluckt. Seltsamerweise wies ihn seine Akte im Brant-Hill-Altenheim als völlig gesund aus.

Die Aufregung legt sich wieder – die Autorin gewährt einen Blick ins Privatleben Tobys. Und das ist reichlich trist und nervenaufreibend. Toby versorgt ihre an Alzheimer leidende Mutter selbst. Weil sie selbst Nachtschicht arbeitet, braucht sie tagsüber einen Pfleger. Als der wegen eines besseren Jobs kündigt, muss sie Ersatz suchen. Eine adrette Mittdreißerin findet sich – Toby ist heilfroh, denn inzwischen ist an ihrer Klinik wieder die Hölle los.

Ein zweiter Brant-Hill-Pflegefall wird zufällig auf Tobys Station abgeladen, auf dass sie ihn sofort behandelt: ein gewisser Angus Parmenter. Vor einem Kapitel noch hat er Hanteln gestemmt, nun zittern ihm sämtliche Glieder , und er hat Halluzinationen. Als Toby diesen Patienten stabilisiert hat, wird ihr Angus praktisch aus der Hand genommen, und zwar von keinem Geringern als Carl Wallenberg, dem Star-Chefarzt von Brant Hill. Sie führt gerade die Computertomografie durch, da reißt er ihr den alten Mann fast aus den Händen. Extrem merkwürdig!

Wenig später ist Angus tot und soll abtransportiert werden. In letzter Sekunde ordnet Toby die Überstellung der Leiche an die Rechtsmedizin an. Sie riecht Unrat. Obwohl Wallenberg natürlich tob, gelingt es ihr und Dr. Dvorak von der Gerichtsmedizin herauszufinden, woran Angus Parmenter verstarb: sein Hirn ist von der Konsistenz eines Schwamms – genau wie bei BSE. Eine Folge der neuartigen Hormontherapie an der Brant-Hill-Klinik, die der Verjüngung der betuchten Patienten dienen soll?

Nun wird man aber in den oberen Etagen des Brant-Hill-Konzerns etwas nervös, denn die behörden haben nun etwas in der Hand, das sich nicht vom Tisch wischen lässt – und Toby stellt weiterhin Nachforschungen an. Völlig skrupellos versuchen Wallenberg und einige Arztkollegen an diesem Jungbrunnen-Projekt alles, um Toby und ihre Freunde an ihren Schnüffeleien zu hindern. Wenig später schleppt sich ein angeschossener Brant-Hill-Pfleger in Tobys Notaufnahme-Station, sterbend …

Gerritsen kennt keine Scheu, dem Leser auch die unappettitlichen Seiten der Altersforschung und der von ihr geschilderten (fiktiven?) Verjüngungskuren darzustellen. Anhand der skizzierten Handlung ahnt der Leser noch nicht, welch schrecklichen Weiterungen sich ergeben: Die Hormone stammen nicht aus irgendwelchen Rindern, die mit BSE befallen sind oder so, sondern aus speziell gezüchteten menschlichen Föten. Das Schicksal der betroffenen Mütter geht wirklich an die Nieren. Empfindliche Mägen sollten deshalb vielleicht auf die Lektüre verzichten. Auch Toby selbst, die sympathische Kämpfernatur, entkommt nur um Haaresbreite dem Tod.

Wie bereits gesagt, erinnert mich die Geschichte an Michael Crichton und die von ihm geschriebene Serie »E.R.«. Emergency Room (E.R.) bedeutet Notaufnahmestation. Aber die Spekulation über die skrupellose Anwendung von Wissenschaftsmethoden an Menschen erinnert mich eher an Horrorautoren wie Dean Koontz und an den engagierten Humanismus von James Patterson in seinem Roman Wenn der Wind dich trägt.

Der deutsche Titel hat wieder mal gar nichts mit dem Buch und dem Originaltitel zu tun. »Life support« bedeutet lebenserhaltende Maßnahmen am Krankenhaus. In diesem Buch erhält der Ausdruck eine ziemlich makabre zweite Bedeutung: Lebenserhaltung der Alten gleich Tötung und Ausschlachtung der ganz Jungen, ja der Ungeborenen.

Ihre Meinung zu »Tess Gerritsen: Roter Engel«

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Andi zu »Tess Gerritsen: Roter Engel« 04.01.2010
Nachdem ich alle BÜcher der Rizzoli-Reihe gelesen habe, war ich doch bei diesem Buch etwas enttäuscht, zumal die Spannung der anderen Bücher mit diesem Buch bei Weitem nicht erreicht wurde.

Ihren flüssigen, lebendigen Schreibstil hat die Autorin jedoch auch in diesem Buch einbringen können, die Handlung jedoch erscheint mir sehr unrealistisch, vor allem was die "Föten" betrifft.
Mistie zu »Tess Gerritsen: Roter Engel« 26.08.2009
Nachdem ich nun einige Bücher von Tess Gerritsen aus der Isles/Rizzoli-Reihe gelesen habe u.a. Die Chirurgin und Der Meister habe ich mich entschlossen mal ein Buch ausserhalb dieser Reihe von Gerritsen zu lesen.

Ich muss gestehen, dass mir dieses Buch ausnehmend gut gefallen hat (besser noch als die obengenannten) und ich es in 2-3 Nächten regelrecht "verschlungen" habe.

Die Person und das Leben der Dr. Tony Harper sowie das Geschehen auf der Notaufnahmestation sind in meinen Augen sehr realistisch beschrieben und ziehen den Leser in seinen Bann ... Wenn auch die Geschichte eine "hoffentlich" fiktive ist, so bleibt sie dennoch in den Grenzen der Glaubwürdigkeit und lässt den Leser mit einem etwas mulmigen Gefühl zurück.

Bloss was der Titel des Buches mit der Geschichte zu tun hat wurde mir nie ganz klar.
Lynn zu »Tess Gerritsen: Roter Engel« 07.05.2009
Das Buch ist sehr fesselnd und zum Verschlingen. Ich konnte mit der Beschreibung auf dem Umschlag des Buches nicht so viel anfangen, durchgelesen habe ich das Buch dann aber in 2 Tagen. Ich empfehle es jedem, der nicht zu zart Beseitet ist. Es ist ein wunderbares Buch. Erstklassig. Preisverdächtig. Ich werde nun noch mehr Bücher von Tess Gerritsen lesen. Mal sehen, ob ich von denen auch so überwältigt bin
Kasia zu »Tess Gerritsen: Roter Engel« 28.12.2008
Das war ebenfalls mein erstes Buch von Tess Gerritsen. Ich hatte etwas Angst, dass ich das "Mediziner-Deutsch" vielleicht nicht verstehen würde, da die Autorin ja vom Fach ist aber es ging ganz gut (nicht, dass ich alles verstanden habe, was da im OP-Saal vor sich ging...). Das Buch war sehr spannend. Der Charakter der Hauptperson war sehr nett und ich mochte sie auf Anhieb. Die Geschichte ist etwas unheimlich aber Tess schreibt, wie gesagt sehr gut.
Da die anderen Krimi-Couch-Fans "Die Chirurgin" und "Der Meister" sehr gut bewertet und empfohlen haben, werde ich diese 2 Bücher ebenfalls früher oder später kaufen und lesen.
Toyota zu »Tess Gerritsen: Roter Engel« 28.12.2008
Der Anfang des Buches war recht langweilig und es dauerte einige Zeit, bis ich damit warm wurde. Es wurde erst etwas interessanter, als eine neue Story ins Leben gerufen wurde, die allerdings echt abstrus begonnen hatte und ich nicht wußte ist das jetzt Fiktion oder Realität, lese ich einen Phantasyroman oder einen Krimi. Dennoch war die Thematik, die am Ende dabei rauskam eine recht spannende und doch gleichzeitig schockierende Geschichte, wo ich mich fragte, kann das wirklich mal wahr werden, wenn es nicht schon wahr ist.
Amouna zu »Tess Gerritsen: Roter Engel« 21.05.2008
Spannendes Buch, das übliche medizinisch geprägte Umfeld - aber mit moralischem Unterton. Die Beschreibung der beiden Entbindungen gehen an die Nieren, gerade für mich, die ich selbst erst vor einem Monat entbunden habe. Für Schwangere ist dieses Buch wohl denkbar ungeeignet, für alle mit zartem Gemüt wohl ebenso. Wer aber diesbezüglich nicht so empfindlich ist, kann sich auf eine spannende Lektüre freuen - für mich gibt's 90°!
NickSch zu »Tess Gerritsen: Roter Engel« 20.05.2008
Der nächtliche Bereitschaftsdienst scheint für Dr. Toby Harper ruhig zu laufen, als ein völlig nackter alter Mann eingeliefert wird, der offensichtlich geistig total verwirrt ist und sich kaum bändigen lässt. In einem Moment der Unaufmerksamkeit, verschwindet der Alte spurlos vom Klinikgelände.
Als kurz darauf ein weiterer Patient mit exakt den gleichen Symptomen unter Tobys Händen verstirbt, ordnet Toby eine Obduktion an, mit dem Ergebnis einer hochansteckenden gefährlichen Krankheit. Tobys Recherchen ergeben, dass beide Patienten aus Brant Hill, einer Luxus-Senioren-Residenz kamen, wo man offenbar mit verjüngenden Hormonkuren an den Patienten experimentiert.
In Brant Hill, offenbar die Quelle der Infektionskrankheit, reagieren die Bosse sehr nervös und sauer über Tobys Nachforschungen. Es geht um viel Geld - Toby muss gestoppt werden, mit allen Mitteln, denn auch vor Mord schreckt man nicht zurück!
"Roter Engel", ist wieder ein super Thriller von Tess Gerritson! Die Autorin schafft es erneut, den Leser mit ihrem spannenden Stil bis zum Schluss zu fesseln und mit einer Gänsehaut zu belohnen.
Auch dieses Buch ist eine Empfehlung wert
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Kasia zu »Tess Gerritsen: Roter Engel« 02.04.2007
"Roter Engel" war mein erstes Buch von Tess Gerritsen. Ich hatte etwas Angst, dass ich das "Mediziner-Deutsch" vielleicht nicht verstehen würde, da die Autorin ja vom Fach ist aber es ging ganz gut (nicht, dass ich alles verstanden habe, was da im OP-Saal vor sich ging...). Das Buch war sehr spannend. Der Charakter der Hauptperson war sehr nett und ich mochte sie auf Anhieb. Die Geschichte ist etwas unheimlich aber Tess schreibt, wie gesagt sehr gut.
Da die anderen Krimi-Couch-Fans "Die Chirurgin" und "Der Meister" sehr gut bewertet und empfohlen haben, werde ich diese 2 Bücher ebenfalls früher oder später kaufen und lesen.
Kasia zu »Tess Gerritsen: Roter Engel« 02.04.2007
Das war ebenfalls mein erstes Buch von Tess Gerritsen. Ich hatte etwas Angst, dass ich das "Mediziner-Deutsch" vielleicht nicht verstehen würde, da die Autorin ja vom Fach ist aber es ging ganz gut (nicht, dass ich alles verstanden habe, was da im OP-Saal vor sich ging...). Das Buch war sehr spannend. Der Charakter der Hauptperson war sehr nett und ich mochte sie auf Anhieb. Die Geschichte ist etwas unheimlich aber Tess schreibt, wie gesagt sehr gut.
Da die anderen Krimi-Couch-Fans "Die Chirurgin" und "Der Meister" sehr gut bewertet und empfohlen haben, werde ich diese 2 Bücher ebenfalls früher oder später kaufen und lesen.
Romy zu »Tess Gerritsen: Roter Engel« 02.04.2007
Gut gestrickter Thriller, sehr spannend, wenige Längen. Am Ende etwas unglaubwürdig: Toby bleibt zu lange am Leben, gemessen an der bis dahin überaus deutlich beschriebenen, fast schon überzeicheten Skrupellosigkeit der "Bösen". Die Erklärung dafür wird zwar in einem kurzen Satz geliefert, der aber nicht überzeugt. Nicht so gut übersetzt wie "Schwesternmord", etliche Amerikanismen ("gottverdammt"...).

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