In der Schwebe von Tess Gerritsen

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 1999 unter dem Titel Gravity, deutsche Ausgabe erstmals 2001 bei Goldmann.

  • New York: kPocket Book, 1999 unter dem Titel Gravity. 342 Seiten.
  • München: Goldmann, 2001. Übersetzt von Andreas Jäger. ISBN: 3-442-35337-8. 445 Seiten.
  • Augsburg: Weltbild, 2003. Übersetzt von Andreas Jäger. 445 Seiten.
  • München: Blanvalet, 2006. Übersetzt von Andreas Jäger. ISBN: 978-3-442-36411-4. 445 Seiten.

'In der Schwebe' ist erschienen als Taschenbuch

In Kürze:

Emma Watson, medizinische Forscherin mit großen Ambitionen, will das Verhalten des menschlichen Organismus im Weltraum studieren. Aber auf ihrer Weltraumstation kommt es zu seltsamen Vorfällen; Emma entdeckt im .All eine Kultur von Einzellern, die ihr ganzes Team zu befallen beginnen; sie verursachen eine Krankheit, die zu einem äußerst qualvollen Tod führt. Die NASA versucht sofort, die Forscher wieder zur Erde zu bringen – aber die NASA-Rakete zerschellt und lässt die Weltraumstation stark beschädigt zurück. Verzweifelt versucht Emma, die tödlichen Mikroben einzufangen. Gleichzeitig sucht die NASA immer noch nach einer Möglichkeit, Emma auf die Erde zurückzuholen. Aber noch ist keine Rettung in Sicht …

Das meint Krimi-Couch.de: »Millenniums-Blob aus dem Meer« 30°

Krimi-Rezension von Michael Drewniok

Nach einer langen Dürreperiode befindet sich die bemannte Raumfahrt wieder im Aufwind. Im Erdorbit kreist die internationale Raumstation ISS mit ihrer sechsköpfigen Besatzung. Nach dem tödlichen Verkehrsunfall seiner Frau auf der Erde muss der Wissenschaftler William Haning die ISS vorzeitig verlassen. Für ihn springt Emma Watson ein, deren Besuch eigentlich erst in drei Monaten fällig gewesen wäre. Die junge Astronautin verlässt die Erde nicht ungern, macht sie doch gerade eine schwere Scheidung durch. Dr. Jack McCallum, Emmas Noch-Gatte, war bis vor einem Jahr selbst Astronaut und Flugarzt der NASA. Nach einer Krankheit wurde er für fluguntauglich erklärt. Inzwischen ist er verbittert aus dem Dienst geschieden und arbeitet nun als Unfallarzt in der Notaufnahme eines zivilen Krankenhauses.

Ein bizarrer Zwischenfall bringt ihn zurück ins Raumfahrtzentrum. An Bord der ISS werden im Auftrag diverser Forschungsinstitute medizinische und biologische Forschungen und Experimente durchgeführt. Dr. Haning waren dabei Anomalitäten in einer Kultur von Archäen, bakterienartigen, einzelligen Organismen aus der Tiefsee, aufgefallen. Durch einen unglücklichen Unfall werden Teile dieser Kultur freigesetzt. Die Archäen gelten als harmlos, zu diesem Zeitpunkt weiß noch niemand, dass die Einzeller durch einen unbekannten Zusatz verändert wurden und sich in eine aggressive Lebensform verwandelt haben, die aktiv in der Raumstation umher geistert, alle Insassen befällt und dabei die DNS aller Wirte in seinen körpereigenen Bauplan integriert.

Der Biologe Kenichi Hirai ist der Erste, der unter grauenvollen, an die spektakulären Folgen der Ebola-Erkrankung gemahnenden Umständen stirbt. Bis im All und auf der Erde jeweils der Groschen fällt, gibt es noch weitere Opfer. Panik bricht aus, und die Regierung lässt die NASA-Bodenstation von Truppen besetzen, die eine Rückkehr der infizierten Astronauten verhindern sollen – unter allen Umständen …

Empörend für jeden Freund von Science Fiction

Ist es nicht empörend für die Freunde der Science Fiction, dass jeder Autor, der bereits auf anderem Gebiet literarische Erfahrungen gesammelt hat und nun über einen Wechsel nachdenkt, sich berufen fühlt, dieses Genre neu zu erfinden? Auch Tess Gerritsen macht hier keine Ausnahme. Voller Elan hat sie sich ihres Themas bemächtigt, hat umfangreich recherchiert, ist den Mitarbeitern der realen NASA tüchtig auf die Pelle gerückt und hat schließlich eine spannende Handlung ersonnen, um das erworbene Wissen an die Leserschaft zu bringen. Das Ergebnis ist ein grundsolider SF-Thriller, der allerdings keine – nicht die geringste! – Überraschung zu bieten hat …Jede Kulisse, jede Szene, jede Figur ist aus tausend durchschnittlichen Romanen, Filmen und Fernsehserien bekannt. Es gibt keine Abweichung vom längst Vertrauten – aber eine Menge längst verhasster Klischees …Tatsächlich fällt nur eine Abweichung von der Norm auf: Gerritsen sorgt dafür, dass auf der Erde und im All die Frauenquote erfüllt wird. Das mag unfreundlicher klingen, als es gemeint ist, denn die Abwesenheit der sonst im Katastrophenfall für die Rettung der Welt zuständigen Nussknackerkinn-Klone fällt durchaus positiv auf.

»Outbreak« im Weltall oder »Das Ding«, und zwar in der John Carpenter-Version – das sind die beiden vermutlich wichtigsten Vorbilder, wobei Wolfgang Petersens Kinofilm die Stimmung von »In der Schwebe« besser wiedergibt: konventionelle, stromlinienförmige Unterhaltung, gut besetzt und vorzüglich inszeniert, aber letztlich unbefriedigend. Wackere Durchschnittsamerikaner werden von furchtlosen Landsleuten, geistesblitzbefeuerten Experten und findigen Ausländern (in dieser Reihenfolge) gegen eine (natürlich nur kleine und überhaupt nicht repräsentative) Clique machtgieriger und skrupelloser Politiker und Wirtschaftsbosse, unterstützt, während Vorsichtshalber-Feuer-frei-Krieger auf darauf lauern, das Problem aus dem Welt zu bomben. Dieses Szenario ist zumindest aus der Sicht des Europäers doch ein wenig zu simpel gestrickt.

Ein Hauch von Horror in der Handlung

Wie das ja oft so ist im Phantastischen, reißt das Monster die festgefahrene Handlung immer wieder angenehm aus ihrem tief ausgefahrenen Gleis. Tess Gerritsen ist Medizinerin, und das macht sie sehr erfinderisch darin, sich ein zwar auch nicht wirklich neues, aber sehr überzeugendes Untier auszudenken – eine Art Millenniums-Blob, wenn man so will. Aufgrund seiner von reichen Schaueffekten begleiteten Ernährungsweise gibt es genug Anlass, mehr als einen Hauch von Horror in die Handlung einzubringen.

Das ist auch bitter nötig in einer Geschichte, die sich ansonsten gern in einem Wust von Technobabbel und Soap Opera-Elementen verliert. Gerritsen hat sich wie gesagt viel Mühe gegeben, das technische Umfeld möglichst realistisch zu gestalten, aber sie ist nicht nur Medizinerin, sondern hat ihre Schriftsteller-Karriere mit acht ausladenden Herz-Schmerz-Schwarten gestartet, bevor sie zum Thriller wechselte – das eine mag und das andere kann sie nicht verbergen. (Wer Näheres wissen möchte, versuche es unter http://www.tessgerritsen.com; dies ist allerdings eine dieser anbiederischen amerikanischen Fan-Websites, die mehr elektronischer Schrein als Informationsbrett sind.) Besonders im Finale heißt es für den Leser wirklich, die Zähne zusammenzubeißen, denn nun wird die Schema F-Tüte bis zum Boden geleert!

Ihre Meinung zu »Tess Gerritsen: In der Schwebe«

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Roberta zu »Tess Gerritsen: In der Schwebe« 15.11.2011
Ich habe schon sehr viele Bücher von Tess Gerritsen gelesen und nur "Der Anruf kam nach Mitternacht" hat mich enttäuscht. Tess schreibt spannend, fliessend und leicht verständlich. In diesem Buch war alles toll bis auf den Schluss, irgendwie vorraussehbar und wenn man es sich genau überlegt, irgendwie unmöglich.
Zum weinterempfehlen
Henriette zu »Tess Gerritsen: In der Schwebe« 15.03.2011
Emma Watson, noch verheiratet, ist eine junge Wissenschaftlerin, die für die NASA arbeitet. Sie und ihr Team bereiten sich für einen Weltraumaufenthalt vor. Doch unerwartet muss Emma vorzeitig zur Station, da sie unerwartet jemanden ersetzen muss. Doch es kommt zu mysteriösen Todesfällen. Unbekannte Zellen entwickeln sich rasant und durch diese Zellen kommen die infizierten Astronauten zu Tode. Jack, Emmas Noch-Ehemann, versucht von der Erde aus, Emma mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Doch die Lage auf der Weltraumstation und auf dem Stützpunkt der NASA spitzt sich zu. Das Militär schaltet sich ein. Am Ende ist nur noch Emma auf der Station im All. Ist Emma und auch die Station noch zu retten??

Mein erster Gedanke nach dem Prolog war, dass ich das Buch am liebsten aus der Hand gelegt hätte. Der Prolog begann in der Tiefsee, so wie „Der Schwarm“ von Frank Schätzing. Das war überhaupt nicht mein Fall. Doch ich wollte der Geschichte eine Chance geben. Und ich habe feststellen müssen, dass ich richtig daran getan habe, weiter zu lesen.
Das Buch war spannend bis zum Ende. Das Hauptthema war Medizin. Und es ging nicht um Mord im üblichen Sinne, sondern um unerforschte, unkontrollierbare „Dinge“, die der Mensch nicht in den Griff bekommt.
Der Schreibstil war sehr eingehend. Die medizinischen und weltraumtechnischen Kenntnisse waren gut beschrieben, ohne kompliziert zu wirken. Das hat Tess Gerritsen gut vermitteln können, ohne dass man sich dumm vorkommt und ständig irgendwelche Begriffe nachschlagen muss.

[B]Fazit:[/B] Für diese versierte und gelungene Unterhaltung vergebe ich fünf von fünf Sternen. Ich für meinen Teil kann das Buch nur empfehlen.
LeseratteNr.1 zu »Tess Gerritsen: In der Schwebe« 07.09.2010
Auch bei mir war es der erste Roman, den ich von Tess Gerritsen gelesen habe.Der Schreibstil und die Story haben mich schnell gefesselt, es war spannend geschrieben und es fiel mir schwer, das Buch aus den Händen zu legen.Ich muss allerdings zustimmen, dass mich der Schluss sehr enttäuscht hat. Während die Geschichte vorher sehr gut aufgebaut wird und einem wirklich schwer fällt, das Buch beiseite zu legen, war der Schluss derart abrupt, dass man sich des Eindruckes nicht erwehren konnte, dass Tess Gerritsen irgendwie keine Lust mehr hatte, weiterzuschreiben. Eigentlich schade und etwas unbefriedigend. Es ging einfach ratzfatz zuende.Allerdings ist die Geschichte vorher so nervenzerfetzend, dass es sich in jedem Fall lohnt, dieses Buch zu lesen. Die Empfehlung, die man mir hier gegeben hatte, war wirklich gut. Inzwischen gehört Tess Gerritsen zu meinen Lieblingsautorinnen und bislang hat mich kein Roman wirklich enttäuscht.Meine Bewertung 85°
nutellabrot zu »Tess Gerritsen: In der Schwebe« 22.04.2010
zunächst habe ich gedacht, dass das buch nichts für mich ist, da es laut dem klappentext um astronauten, weltraum, forschung geht. nachdem das buch habe gute wertungen bekommen hat, habe ich mich rangetraut es zu lesen. und ich bin echt begeistert von dem buch!!
man muss kein fan von astronauten, weltall, forschung sein, um dieses buch zu mögen. es fesselt einem so, dass man nicht mehr aufhören kann zu lesen. die frage danach, warum fast alle astronauten durch diese krankheit sterben, was ist dies für eine krankheit. eine antwort auf diese frage zu finden.
negativ fand ich nur, die vielen \"fremdwörter\" der raumforschung, die abkürzungen etc, mit denen ich leider nicht sehr viel anfangen konnte. vom großen vorteil war wiederum hierfür das abkürzungsverzeichnis am ende des buches.
fazit: wenn man fan von t. gerritsen ist, sollte man dieses buch unbedingt lesen!!
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Claudia Meuter zu »Tess Gerritsen: In der Schwebe« 30.01.2010
Dieses Buch war mein erster Roman von Tess Gerritsen und ich war hellauf begeistert. Der Schreibstil, die Geschichte, es war für mich stimmig, da ich gerade Medizinthriller heiß und innig liebe. Ich fand den Roman sehr spannend und konnte kaum erwarten, weiter zu lesen, wenn ich ihn mal aus der Hand legen musste.

Was mich etwas enttäuscht hat, war der Schluss. Das ging mir alles zu schnell. Irgendwie hatte ich den Eindruck, dass Tess keine Lust mehr hatte, weiterzuschreiben.

Aber: Für mich ein absolut empfehlenswertes Buch, das ich sicher ein zweites Mal lesen werde.
Amouna zu »Tess Gerritsen: In der Schwebe« 17.12.2007
Ich fand es nicht schlecht, lässt sich leicht lesen und trotz der Vorhersehbarkeit fesselt es den Leser von der ersten bis zur letzten Seite. Die für mich unbekannte Materie - Weltraum, NASA, Raumstation etc. - macht es auch spannend, von daher würde ich das Buch jederzeit weiterempfehlen! Wertung 85°.
Alte_Schachtel zu »Tess Gerritsen: In der Schwebe« 26.10.2007
gut es ist anders als die Krimis sonst von ihr aber trotzdem spannend verständlich geschrieben trotz der total fremden Materie mit der man als Leser konfrontiert wird
Jedenfalls kann ich mir jetzt vorstellen wie es in einer Raumstation zu geht und alles was so drumherum passiert.
Nicht gerade ein Thriller aber trotzdem spannend. Wertung 85°
lisa k zu »Tess Gerritsen: In der Schwebe« 12.06.2007
Also ich weis ja nicht was ihr schon alles gelesen habt das ihr nicht hellauf von diesem buch begeistert seit! Ich habe es im Strandurlaub gelesen und es war so wahnsinnig spannend das ich alles um mich herum vergessen habe.
lisa
Wally zu »Tess Gerritsen: In der Schwebe« 10.07.2006
Bei mir stand das Buch sehr, sehr lange im Regal, weil mich die Raumfahrt so überhaupt nicht interessiert... aber ich kann nur sagen: lesen!!! Denn es ist superspannend geschrieben, mit guten Erklärungen, die sogar ich als Laie sehr gut und einfach verstanden habe. Ein regelrechtes Horror-Szenario, das sich oben im Weltall abspielt... und für mich ein typischer Medizinthriller von Tess Gerritsen! Ich konnte das Buch nicht mehr aus der Hand legen...
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
oemchenli zu »Tess Gerritsen: In der Schwebe« 27.02.2006
Ich habe dieses Buch glaube ich noch in DM bezahlt, solange stand es bei mir im Regal.
Bis ich in einem anderen Forum gesagt bekam"Hach ich war ja nicht so für Raumfahrt, aber das war spannend" und genau aus diesem Grund subte das Buch ewig bei mir.
Jetzt habe ich es gelesen und war begeistert. Ich bin normelerweise Krimifan.
Aber jetzt habe ich mich gefragt warum las ich es nicht schon vielllllllllll früher.
Ein super spannendes Buch wie nicht anders zuerwarten von Tess.
Gruß oemchenli

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