Der Meister von Tess Gerritsen

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2002 unter dem Titel The Apprentice, deutsche Ausgabe erstmals 2003 bei Limes.
Ort & Zeit der Handlung: USA / Massachusetts / Boston, 1990 - 2009.
Folge 2 der Jane-Rizzoli-&-Maura-Isles-Serie.

  • New York: Ballantine Books, 2002 unter dem Titel The Apprentice. 412 Seiten.
  • London: Bantam, 2003. 412 Seiten.
  • München: Limes, 2003. Übersetzt von Andreas Jäger. 412 Seiten.
  • München: Blanvalet, 2005. Übersetzt von Andreas Jäger. 412 Seiten.
  • [Hörbuch] Köln: Random House Audio, 2006. Gesprochen von Michael Hansonis. 6 CDs.

'Der Meister' ist erschienen als Hörbuch

In Kürze:

Wieder ein heißer Sommer in Boston – und erneut schlägt ein perverser Serienkiller zu. Am Tatort findet Detective Jane Rizzoli den Arzt Richard Yeager mit durchgeschnittener Kehle vor. Von seiner Frau Gail fehlt jede Spur. Einzig ihr penibel gefaltetes Nachthemd weist Blutspuren auf. Die Ähnlichkeiten des Falles mit den Morden im Sommer zuvor sind unübersehbar, und in Jane werden die Erinnerungen an die grausigen Ereignisse wieder lebendig. Hat sich ein Nachahmungstäter die Verbrechen des »Chirurgen« Warren Hoyt zum Vorbild genommen? Treibt der Serienkiller noch aus der Zelle heraus sein Unwesen? Lässt er gar einen »Blutsbruder« jene Taten ausführen? – Während Rizzoli fieberhaft ermittelt, gelingt dem »Chirurgen« die Flucht aus dem Gefängnis, und die Lage spitzt sich dramatisch zu: Jane Rizzoli gerät nun selbst ins Visier von Hoyt und seinem Gesellen. Soll der Mord an ihr das Meisterstück des gelehrigen Schülers werden?

Leseprobe

Das meint Krimi-Couch.de: »Durchgestylt nach Schema F« 74°

Krimi-Rezension von Sabine Reiss

Ihr Name ist nicht Clarence Starling und sie arbeitet auch nicht beim FBI, sondern bei der Bostoner Polizei, aber auch sie verspürt eine Bindung zu einem Psychopathen. Sie kann die Erinnerung an seine grausamen Taten nicht verdrängen, da sie beinahe selbst eines seiner Opfer gewesen wäre, doch nun sitzt Warren Hoyt – der Chirurg – im Hochsicherheitsgefängnis von Massachusetts. Die Narben an ihrer Seele sind weitaus schlimmer als sie Narben an ihren Händen, doch sie spielt ihren Kollegen die starke Frau vor. Diese Fassade kann Detective Jane Rizzoli nur schwer aufrecht erhalten, als ein Mörder sein Unwesen treibt, dessen Handschrift stark an Warren Hoyt erinnert. Der Täter überraschte das Ehepaar im Schlaf, der Mann musste mitansehen, wie seine Frau vergewaltigt wurde bevor er ihm die Kehle durchgeschnitten hat. Die Leiche seiner Frau wird erst ein paar Tage später in einem Waldstück gefunden, ebenso eine zweite Frauenleiche, die zunächst nicht identifiziert werden kann.

Die Ermittlungen sind für Jane Rizzoli sehr beschwerlich, nicht nur, weil sie emotional so stark in Mitleidenschaft gezogen ist, sondern auch weil sich ein Agent des FBI einmischt, der dem Team immer einen Schritt voraus zu sein scheint. Die Lage spitzt sich zu, als es Warren Hoyt gelingt, aus der Haft zu entkommen. Er legt Spuren und hinterlässt dadurch verschlüsselte Botschaften, die an Jane adressiert sind, nur um ihr zu zeigen, dass er sie nicht vergessen hat. Für die Polizei stellt sich die Frage, wie die Morde und die Flucht zusammenhängen.

Ein Fortsetzungsroman: Das erste Aufeinandertreffen von Warren Hoyt und Jane Rizzoli ist in Die Chirurgin geschildert, Der Meister knüpft an diese Geschichte an. Dennoch handelt es sich hierbei um eine eigenständige Schilderung, in der ab und an Bezug auf die Vorgeschichte genommen wird. Es ist also kein Hinderungsgrund, nur eines der beiden Bücher zu lesen. Im Gegenteil, bei näherer Betrachtung reicht es wahrscheinlich völlig, wenn man sich nur eines der beiden Bücher zu Gemüte führt. Im zweiten Band erfahre ich soviel über den ersten Teil, dass ich persönlich mich langweilen würde, wenn diesen jetzt auch noch lesen würde. Umgekehrt gilt: wer Die Chirurgin gelesen hat, wird die hier vorliegende Geschichte eventuell als Abklatsch empfinden, in der die Story nochmals aufgekocht wird. Wohlgemerkt, dies ist nur eine Vermutung …

Mir scheint, Tess Gerritsen reitet ein wenig auf der Welle der psychopathischen Serienkiller-Krimis mit, denn große Überraschungen werden hier nicht geboten. Nicht dass die Geschichte langweilen würde, sie ist durchgestylt und weist keine Längen auf, aber sie scheint mir doch ein wenig zu sehr nach Schema F gestrickt. Bis auf wenige Details ist der Ausgang durchschaubar, ein Aha-Effekt wie zum Beispiel bei Val McDermids Die Erfinder des Todes sucht man vergeblich. Der Serienmörder tritt selbst gar nicht in Erscheinung und auch die Hauptfigur Jane Rizzoli bleibt blass, ohne einen nachhaltigen Eindruck zu hinterlassen, obwohl ihr Seelenleid immer wieder geschildert wird, aber sie wird darüber hinausgehend auch nicht charakterisiert.

Umso detaillierter gibt die Autorin die Autopsien wieder, wobei sie sicherlich auf ihre Kenntnisse als Ärztin zurückgreifen kann. Aber auch die Untersuchungen von Fasern und ähnlichem nehmen einen großen Raum ein, wo bei mir der Eindruck entstand, dass hier jemand unbedingt seinen Sachverstand unter Beweis stellen wollte. Ich persönlich muss es gar nicht so genau wissen, wie die Schlussfolgerungen im Einzelnen zustande kommen, Hauptsache es ist logisch.

Alles in allem nichts für empfindliche Gemüter oder umgekehrt: Wer etwas für blutrünstige Serienkiller-Geschichten übrig hat, kann es lesen, sollte aber seine Erwartungen nicht zu hoch ansetzen.

Ihre Meinung zu »Tess Gerritsen: Der Meister«

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Henning zu »Tess Gerritsen: Der Meister« 28.12.2013
Ich mag die Reihe
Trotzdem, eher holzschnittartig - die Liebesgeschichte ist enttäuschend - die Emotionen erscheinen aufgesetzt und die Figur bleibt blass - und dann noch dieser Megacoole FBIer...
Die Erzählperspektive wechselt - trotzdem bleiben gerade die spannungstreibenden Teile zwischen Chirurg & Dominator ungenutzt.
Arthur Dent zu »Tess Gerritsen: Der Meister« 26.06.2012
Das Buch ist zwar spannend geschrieben und eine gute Art Fortsetzung von "Die Chirurgin", aber wie von anderen auch schon bemängelt, ist das Ende äußerst enttäuschend. Auch ich frage mich, wie die beiden Mörder zusammen kamen und was den Dominator zum Mörder machte. Der Kososvo-Hintergrund wird ebenso wenig aufgeklärt, wie der Tod des Mannes, der vom Himmel fiel.
Also viel Effekthascherei mit blutrünstigen Beschreibungen der Toten und der Tatorte, aber keine ausgeklügelte, logische Geschichte.
Dies war mein zweiter Roman der Autorin, leider besitze ich schon einen dritten, von dem ich aber noch nicht weiß, ob ich ihn lesen werde.
Nach "Der Meister" kann ich nur von der Autorin abraten.
HeJe zu »Tess Gerritsen: Der Meister« 02.06.2012
Ich liebe Tess Gerritsen. Ihre Bücher sind einfach spannend, gut durchdacht und haben immer eine raffinierte Wendung und Auflösung. Ich liebe ihren Schreibstil und die Art, wie sie es schafft, dass man sich voll und ganz auf die Handlung und die Personen einlässt. Wenn man all ihre Bücher kennt, fühlt man sich richtig mit den Charakteren verbunden.
So macht Lesen Spaß! Danke, Tess Gerritsen!

90 Grad!
Naldo zu »Tess Gerritsen: Der Meister« 31.05.2012
Das Buch ist sehr spannend geschrieben. Der Spannungsbogen zieht sich wirklich von der ersten bis zur letzten Seite. Auch die Schilderung der inneren Kämpfe der Jane Rizzoli, die psychisch angeschlagen ist, trägt dazu bei, dass man eine Seite nach der anderen verschlingt. Ich habe mir nun vorgenommen, alle Rizzoli-Romane chronologisch zu lesen.
Kom_Ombo zu »Tess Gerritsen: Der Meister« 23.09.2011
Überaus spannend geschrieben, jedoch am Schluss enttäuschend! Die "Klärung" des Falles wurde meines Erachtens in der "Hau-Ruck-Version" durchgezogen. Dies war daran zu erkennen, dass die Seiten im Buch sich dem Ende neigten und ich als Leser mir dachte, entweder kommt jetzt der "Burner" oder die Story hat kein Ende und wird im nächsten Buch fortgesetzt. Weit gefehlt ... das Ende war einfach nur schwach. Positiv zu bewerten aber ist, dass das Buch auch ohne "Die Chirurgin" eigenständig zu lesen ist ... die Geschehnisse im Vorgänger werden ja auch immer wieder wiederholt. Für ein schnelles Lesen und gute Unterhaltung ist das Buch super, aber ansonsten ... naja.
Bubu zu »Tess Gerritsen: Der Meister« 20.01.2011
Schnell und flüssig geschrieben. Ohne großes Drumherum, was sich ja manchmal in die Länge zieht und zu einer Lesepause einladen lässt. Aber nicht bei „Der Meister“!Spannend. Habe ich fast in einem Durchgelesen. Wenn für mich auch der Täter schon Frühzeitig erkennbar war. Von Krimi-Fans muss es gelesen werden!!

P.S.Todsünde wartet schon auf mich.
tassieteufel zu »Tess Gerritsen: Der Meister« 29.12.2009
Ein Jahr ist vergangen, seit Warren Hoyt alias der Chirurg sein Unwesen in Boston trieb, nun ist wieder ein schwül-heisser Sommer in Boston und Jane Rizzoli, die immer noch mit den Ereignissen des letzten Jahres zu kämpfen hat, bekommt es mit einer neuen Mordserie zu tun, die
eigenartige Parallelen zu den Morden des Chirurgen aufweist.
Obwohl es auch hier wieder jede Menge blutige und grausame Details gibt, kommt das Buch für mich nicht an den Vorgänger heran, unvorhergesehene Wendungen gibt es keine und der
Plot folgt eigentlich nur dem Schema F aus dem Vorgänger. Ich hatte das Gefühl, nochmal die gleiche Geschichte nur mit einem anderen Täter zu lesen. Das leicht gruselige Thema Nekrophilie sorgt allerdings für einen Gänsehauteffekt und bei jedem neuen Opfer fragt man sich unwillkürlich, was die arme Frau wohl noch nach dem Tod für Demütigungen ertragen mußte.
Jane Rizzoli kommt in diesem Buch doch wesentlich sympathischer rüber als im ersten Teil, das lag vielleicht auch zum Teil daran, das Thomas Moore hier so gut wie gar keine Rolle spielt und Rizzoli sich mit einem recht undurchsichtigen FBI Typen rumschlagen muß. Das sie noch
seelisch angeschlagen ist von ihrem ersten Zusammentreffen mit Hoyt und sich das auch eingestehen kann, läßt sich menschlicher erscheinen.
Als eindeutiges Manko empfand ich aber, das man so gut wie nichts über den Mörder erfährt, sein Hintergrund und wieso und weshalb er mordet, bleiben völlig ungeklärt, dafür nimmt Warren Hoyt wieder sehr viel Raum ein, der ja hier eigentlich nur eine Nebenrolle spielt.

Fazit: mit detailierten Szenen wird nicht gegeizt, das Buch ist zeitweise auch recht spannend, aber im Großen und Ganzen war es für mich enttäuschend, ich konnte mich nicht des Gefühls
erwehren, das hier der erste Teil nochmal aufgewärmt und mit ein paar anderen Details versehen wurde.
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Kassiopeia0206 zu »Tess Gerritsen: Der Meister« 15.11.2009
Flüssig geschrieben, spannend erzählt - das ist das Erste, was mir zu diesem Thriller einfällt. Ich kann nicht behaupten, dass ich mich während der Lektüre gelangweilt hätte. Habe von der ersten bis zur letzten Seite mit Rizolli mitgefiebert. Einziges Manko: ich hätte vom Ende ein bisschen mehr erwartet. Ich kann mich Bernhard v. Monheim nur anschließen, wenn er sagt, dass es erscheint, als habe Tess Gerritsen den krönenden Abschluss der Story Hals über Kopf konstruiert.
Und ich frage mich noch immer, was denn nun GENAU mit dem Mann passiert ist, dessen Körper am Anfang zertrümmert auf der Straße gefunden wurde. Habe ich da irgendetwas überlesen? Irgendwie kam es mir so vor, als wäre nie geklärt worden, WARUM er dort lag - warum also dann überhaupt diesen Teil in die Story einbauen?
Trotzdem erhielt der Thriller von mir 79°, denn spannend war er allemal!
tedesca zu »Tess Gerritsen: Der Meister« 27.10.2009
Eine gelungene Fortsetzung zu \"Die Chirurgin\", die in Sachen Spannung dem ersten Teil um nichts nachsteht. Rizzoli, nicht nur mehr Jägerin sondern auch Opfer, verbeisst sich immer mehr in den Fall des "Dominators", der auf den Spuren des "Chirurgen" Warren Hoyt wandelt und ebenso bestialisch mordet wie dieser.

Auf jeden Fall ein Tipp für alle, die gerne detaillierte Beschreibungen von Autopsien lesen und auch sonst nicht zart besaitet sind.

Michael Hansonis liest gewohnt souverän und verleiht der Geschichte Tempo und ihren Figuren Charisma.
Katherine zu »Tess Gerritsen: Der Meister« 02.10.2009
Das Buch "Der Meister" ist sehr sehr spannend. Ich konnte es einfach nicht weglegen.
Jane Rizzoli ist eine super Frau die es aber nicht einfach hat. Das Buch beschreibt gut die Probleme die manche Frauen im Beruf haben. Ich kann es eigentlich überhaupt nicht verstehen,was manche Männer für ein Problem damit haben,wenn Frauen arbeiten.
Das Buch kann ich nur weiterempfehlen.
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.

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