Finnisches Requiem von
Buchvorstellung und Rezension
Bibliographische Angaben
Originalausgabe erschienen 2002
unter dem Titel Koston komissio,
deutsche Ausgabe erstmals 2004
bei Gustav Kiepenheuer.
Ort & Zeit der Handlung: Finnland / Helsinki, 1990 - 2009.
Folge 3 der Arto-Ratamo-Serie.
- Helsinki: Tammi, 2002 unter dem Titel Koston komissio. 372 Seiten.
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Berlin: Gustav Kiepenheuer, 2004.
Übersetzt von Peter Uhlmann.
ISBN:
3378006587. 372 Seiten. -
Berlin: Aufbau, 2006.
Übersetzt von Peter Uhlmann.
ISBN:
978-3-7466-2190-6. 372 Seiten.
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[Hörbuch] Daun: TechniSat Digital, Radioropa Hörbuch, 2007.
Gesprochen von Julian Mehne.
MP3.
ISBN:
3836800268. 1 CDs.
'Finnisches Requiem' ist erschienen als
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In Kürze:
Der Mann ist höflich und gebildet, er ist tadellos gekleidet. Der Mann hat einen Killerinstinkt, er bringt den deutschen EU-Kommissar Walter Reinhart ums Leben. Der Polizist ist unhöflich und achtlos gekleidet. Der Polizist hat einen Instinkt für Killer, er bringt den Mann zur Strecke. »Pastor« nennt sich der Mann, der das ganz Europa erschütternde Attentat verübt hat. Arto Ratamo heißt der Polizist, der ihn mit seinen Kollegen von der finnischen Sicherheitspolizei quer über den Kontinent jagt. Denn der Tod des deutschen EU-Kommissars ist erst der Beginn einer minutiös geplanten Serie von Anschlägen auf weitere hohe Politiker. Ein rasanter Roman um die Machenschaften eines internationalen Mafia-Kartells. Der alleinerziehende Vater und Ex-Wissenschaftler Arto Ratamo hat Herz, Erfindergeist und einen untrüglichen Spürsinn. Mit Hilfe von Riita Kuurma – beruflich wie privat seine Partnerin – macht er die Mörder ausfindig.
Das meint Krimi-Couch.de: »Töten für ein freies Europa«
Krimi-Rezension von Peter Kümmel überspringen
Eine weiße Schneelandschaft mit blauem Hintergrund und zwei kleine Häuschen im nordischen Stil sind auf dem Titelbild von »Finnisches Requiem« zu sehen – genauso stellt man sich eine finnische Landschaft vor. Diese hat aber nun wirklich überhaupt nichts mit der Handlung auf den Seiten zwischen dem Einband zu tun. Denn diese spielt in Großstädten, hauptsächlich in Helsinki, aber auch in Sevilla, Budapest und Kopenhagen. Genauso international wie die Schauplätze ist auch das zentralen Thema der Geschichte: es geht nämlich um die EU, für die der Autor kaum ein gutes Wort findet.
»Pastor« nennt sich der stets gutgekleidete junge Mann, der für das Attentat auf den deutschen EU-Kommissar Walter Reinhart in Helsinki verantwortlich ist. Als Journalisten getarnt folgen die beiden Attentäter dem Politiker in ein Kunstmuseum. Profikiller scheinen am Werk gewesen zu sein, denn der Plan verläuft reibungslos und endet mit dem Tod von Reinhart und der gut organisierten Flucht der Mörder.
Der Leser erfährt nun bald zwar »Pastors« Motive für die Tat, doch erst nach und nach kommt man dahinter, dass die Mörder eigentlich nur Subunternehmer in vierter Stufe sind. Über einen Finnen in Budapest reichen die Verbindungen über einen Serben, einen Ungarn und einen Schweizer bis zur Mafia und im Hinblick auf die Motive der einzelnen Herrn oder Organisationen herrscht, je weiter die Handlung voranschreitet, um so mehr Verwirrung. Offiziell übernimmt die Bewegung »Freies Europa« die Verantwortung für das Attentat, doch hat bislang noch keiner von einer solchen Gruppierung gehört.
Nach dem zweiten Mord an einem EU-Kommissar in Sevilla gerät der Finne Ismo Varis in Verdacht. Mit seiner Gruppe »Global Block« nimmt Varis an allen Demonstrationen gegen die Globalisierung teil und steht im Verdacht, an zahlreichen Anschlägen beteiligt gewesen zu sein.
Durch die Erzählweise mit wechselnden Perspektiven ist der Leser stets umfassend informiert. Allein die letzten Zusammenhänge und Motive sind es, die sich noch seiner Kenntnis entziehen. Wesentlich ahnungsloser dagegen sind die Ermittler: Arto Ratamo, Ex-Wissenschaftler und seine Lebensgefährtin Riita Kuurma als EU-Expertin der finnischen Sicherheitspolizei werden auf den Fall angesetzt. Doch die Ermittlungen gestalten sich aufgrund von Kompetenzstreitigkeiten schwierig. Der alternde Chef Jussi Ketonen scheint sich geistig schon in Pension zu befinden und Erik Wrede, der sich mit allen Mitteln auf dessen Posten drängen will, macht sich bei den Mitarbeitern zunehmend unbeliebt.
Taavi Soininvaara ist ein unkonventioneller und vor allem abwechslungsreicher Roman gelungen. Quer durch Europa schickt er nicht nur seine Leser, sondern auch seinen Protagonisten Arto Ratamo, ohne aber dessen Privatleben zu vernachlässigen. Als alleinerziehender Vater einer kleinen Tochter hat er es nicht leicht, die manchmal gefährliche Arbeit mit dem Privatleben in Einklang zu bringen. Große Unterstützung erhält er bei der Erziehung von seiner Schwiegermutter, hinter deren Geheimnis der Leser auch schneller kommt als Ratamo selbst.
Gleich mehrere Einzelschicksale von mehr oder minder symapthischen Charakteren vermag der Autor mit viel Tiefgang darzustellen.
Zu guter Letzt kommt es in Kopenhagen zum großen Showdown und zur überraschenden Auflösung. Doch ganz uneingeschränktes Lob vermag ich über den finnischen Autor nicht auszuschütten. Denn die Verwicklungen des Geschehens werden immer verworrener und sind am Ende auch nicht alle so eindeutig aufzudröseln. Trotz recht rasantem Geschehen lässt Soininvaara den Spannungsbogen immer wieder abreißen.
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| Falcon zu »Taavi Soininvaara: Finnisches Requiem« | 11.10.2008 |
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| Anni zu »Taavi Soininvaara: Finnisches Requiem« | 29.09.2008 |
| Ulrike zu »Taavi Soininvaara: Finnisches Requiem« | 28.11.2005 |
| olli zu »Taavi Soininvaara: Finnisches Requiem« | 10.07.2005 |


