Mordskind von Susanne Mischke

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 1996 bei Piper.

  • München; Zürich: Piper, 1996. ISBN: 3-492-03888-3. 359 Seiten.
  • München; Zürich: Piper, 1998. ISBN: 3-492-22631-0. 359 Seiten.
  • München; Zürich: Piper, 2000. ISBN: 3-492-22975-1. 359 Seiten.
  • München; Zürich: Piper, 2010. 359 Seiten.

'Mordskind' ist erschienen als HardcoverTaschenbuch

In Kürze:

Doris weint ihrem fünfjährigen Sohn Max, einem wahren Satansbraten, keine Träne nach, als der plötzlich verschwindet, obwohl dies innerhalb kurzer Zeit schon der zweite Fall in ihrer spießigen Kleinstadt ist. Sie sucht sich Simon als Ersatzkind und spinnt ein teuflisches Intrigennezt um ihre Freundin Paula und eine wahre Hexenjagd beginnt.

Das meint Krimi-Couch.de: »Ein sarkastischer, polemischer Kriminalroman« 82°

Krimi-Rezension von Peter Kümmel

Ein Kind ist verschwunden in der bayerischen Kleinstadt Maria Bronn. Die Bevölkerung verdächtigt den russischen Aussiedler Kolja, der gerne die Kinder auf dem Spielplatz beobachtet. Als Paula, eine alleinerziehende Zeitungsredakteurin, diesen Kolja damit beauftragt, ihren Garten in Ordnung zu bringen, wird sie von den anderen Dorfbewohnern gemieden. Sie ist sowieso nicht besonders hoch angesehen, da sie sich kaum um ihren Sohn Simon kümmert, der jedoch trotzdem ein Kind ist, auf das jede Mutter stolz wäre. Ganz im Gegensatz zu Max, dem 5-jährigen Sohn ihrer Nachbarin Doris. Laut Aussage der Dorfbewohner ist dieser »der Inbegriff eines bösen, destruktiven Kindes« und wird von jedem gehasst. Er schlägt andere Kinder und zerstört, was ihm in die Hände fällt. Und das, wo doch Doris das Abbild der perfekten Mutter ist, die alles für ihr Kind tut.

Schließlich verschindet das zweite Kind: eben dieser Max. Seine Mutter Doris tröstet sich, indem sie sich in immer stärkerem Maße um Simon kümmert, wofür ihr Paula, die beruflich stark unter Druck steht, auch sehr dankbar ist. Bald aber wird es ihr unheimlich. Es scheint, dass Doris sogaar froh ist über das Verschwinden ihres Sohnes. Nach und nach übernimmt Doris bei Simon die Mutterrolle. Erst als eine Dame vom Jugenamt damit droht, Paula den Jungen wegzunehmen, merkt Doris, wie ihr langsam die Kontrolle entgleitet.

Doris entwickelt eine bemerkenswerte Phantasie und bringt Doris immer mehr in Bedrängnis. Als Paula in Notwehr einen Mann tötet, hilft ihr Doris, die Leiche verschwinden zu lassen, und hat sie so in der Hand. Max wird in einem Fischteich tot aufgefunden und es geschieht noch ein weiterer Mord. Paula schafft es nicht mehr, aus diesem Teufelskreis herauszukommen.

Susanne Mischke ist eine Schriftstellerin, die polarisiert. Nicht jeder kommt mit ihrem Humor zurecht, der zeitweise doch recht makaber ist. Als »beklemmender Psychokrimi« wird der Roman vom Verlag bezeichnet. Mit diesem Werbeschlagwort erwartet der Leser aber wohl etwas anderes als dieses Buch.

Mir fällt auch keine einfache Bezeichnung für »Mordskind« ein, ich hielte jedoch »sarkastischer, polemischer Kriminalroman« für treffender. Endlich einmal muß ich mich nicht aufregen über sogenannte Klischees, denn sie sind hier voll beabsichtigt. Auch Glaubwürdigkeit kann man dem Roman nicht unbedingt zusprechend. Das tut jedoch auch keinen Abbruch. Es gibt eben etwas mehr Todesfälle in Susanne Mischkes Werken als im täglichen Leben, ihre Figuren werden sehr leicht zu Mördern.

Mit ihrem fesselnden Schreibstil ist Susanne Mischke mit »Mordskind« ein absolut spannender Krimi gelungen, den man bis zur letzten Seite nicht aus der Hand legen kann. Immer wenn man glaubt, die Lösung zu kennen, nimmt der Fall eine neue Wendung. Auch als man glaubt, das Buch ist zu Ende, jetzt kommen noch ein paar Seiten zum Ausklang, da gehts noch mal richtig zur Sache. Anders als in Mischkes Buch »Die Eisheilige« ist »Mordskind« logisch durchdacht und in sich absolut schlüssig. Obwohl man bis zur letzten Seite noch offene Fragen hat, wird schließlich doch alles aufgeklärt.

Packend geschrieben, spannend bis zur letzten Seite und mit viel schwarzem Humor gewürzt.

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Biene0756 zu »Susanne Mischke: Mordskind« 23.06.2008
Wunderbar beschrieben, diese Kleinstadtidylle. Hat sich sehr gut lesen lassen, habe das Buch nicht weglegen können, sehr zu empfehlen. Obwohl ich doch etwas meckern muß: Mir ist es doch unlogisch, daß diese sonst so selbstbewußte Paula sich so leicht von ihrer Freundin an der Nase herumführen läßt. Aber das tut der Story keinen Abbruch, sehr spannend geschrieben, man bekommt Lust auf die anderen Bücher der Autorin.
milla zu »Susanne Mischke: Mordskind« 28.01.2006
Die Welt ist einfach ungerecht: Bilderbuchmutti Doris hat ein unausstehliches Kind, Max, während die alleinerziehende berufstätige Paula mit ihrem charmanten Sohn Simon gesegnet ist. Als ein Kind verschwindet gerät die Vorstadtidylle der bayrischen Kleinstadt Maria Bronn in Aufruhr und jeder, der anders ist, wird verdächtigt. Über das anschließende Verschwinden von Max zeigen sich aber alle eher erleichtert, und Doris sucht sich ein neues Betätigungsfeld als Supermutter und findet es direkt nebenan bei Paula und Simon... Ein alltägliches Setting mit realistischen Figuren, die es überall in Deutschland geben könnte. Soweit nicht unbedingt etwas Besonderes, doch Susanne Mischke bedient absichtlich und so gekonnt diverse Klischees und legt ihren Finger so tief und sarkastisch in die Wunden dieser Kleinstadtidylle mit ihren Vorzeigfamilien, dass es immer wieder ein besonderer Lesegenuss ist, ihre Krimis zu lesen. Mordskind ist sicher eines ihrer besten Bücher, denn obwohl die Richtung, die der Roman nimmt, relativ früh zu erahnen ist, überrascht sie immer wieder mit Wendungen, die man nie erwartet hätte und doch in sich schlüssig sind. Ein gelungener Krimi mit der richtigen Mischung aus Spannung und köstlichem schwarzen Humor!
Nicole zu »Susanne Mischke: Mordskind« 12.07.2005
Als ich dieses Buch gelesen habe, wollte ich es nicht mehr aus der Hand legen. Es ist packend und mitreißend. Auch wenn man glaubt, man weiß alles, bringt der Schluß eine unerwartende Wendung mit sich. (--> Empfehlung für den Urlaub!!!)
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
lisa zu »Susanne Mischke: Mordskind« 20.04.2005
Wenn man dieses Buch nicht gelesen
hat, hat man soooooo viel versäumt!
ich rate allen Krimiliebhabern dieses
Buch zu lesen oder zu verschlingen!
dieses Buch gibt dem Wort Krimi eine echte Bedeutung! Lebensnotwendig!!
Biggi zu »Susanne Mischke: Mordskind« 02.11.2002
Spannend und mitreißend geschrieben. Besonders der Schluß bringt nochmal eine unerwartete Wendung mit sich.
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