Tod im Steinkreis von Susan Kelly

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2000 deutsche Ausgabe erstmals 2000 bei Grafit.
Ort & Zeit der Handlung: Großbritannien / England / Newbury, 1990 - 2009.
Folge 1 der Gregory-Summers-Serie.

  • London: Allison & Busby, 2000. 288 Seiten.
  • Dortmund: Grafit, 2000. Übersetzt von Inge Wehrmann. ISBN: 3-89425-502-1. 349 Seiten.
  • [Hörbuch] Daun: TechniSat Digital, Radioropa Hörbuch, 2006. Gesprochen von Franziska Stawitz. ISBN: 3866670257. 8 CDs.

'Tod im Steinkreis' ist erschienen als TaschenbuchHörbuch

In Kürze:

Auf der Gemeindewiese im englischen Hungerford schlagen zur Mittsommernacht zwei sehr unterschiedliche Gruppen ihr Lager auf: die New-Age-Anhänger mit ihren nach Räucherstäbchen duftenden Wohnwagen und die Roma, die traditionell den Jahrmarkt ausrichten. Als die kleine 6-jährige Jordan Abbot aus Hungerford verschwindet und später tot aufgefunden wird, beschuldigen die Einwohner den geistig zurückgebliebenen Sohn einer Roma-Familie. Der Lynchmob bewegt sich zum Lager der Roma, um das Gesetz in die eigenen Hände zu nehmen.

Superintendent Gregory Summers aus Newbury versucht die Einwohner zu beruhigen, aber mit wenig Erfolg: Ihr Rachedurst kennt keine Grenzen. Ein geheimnisvoller Fremder in einem altmodischen Zigeunerwagen rettet den Jungen vor der Selbstjustiz des Mobs. Während Summers mehr und mehr über Leben und Tod von Jordan Abbot erfährt, verdichten sich die Geheimnisse. Die verwitwete Mutter des kleinen Mädchens verbirgt etwas, aber was? Und welche Verbindung gibt es zwischen dem einsamen Reisenden und den Roma?

Das meint Krimi-Couch.de: »Gelungener Einstieg in eine Krimiserie« 80°

Krimi-Rezension von Sabine Reiss

Wer?

Der geschiedene Superintendent Gregory Summers trauert noch um seinen Sohn Fred, hat aber interessanterweise ein Techtelmechtel mit dessen junger Witwe Angelica, die bei ihm im Hause wohnt; eine Art von Liaison, die in England verboten ist und sich damit bisher hinter geschlossenen Türen abspielt. Er ist ein besonnener Typ, der auch in brenzligen Situationen wie z.B. hier bei einer Geiselnahme die Nerven behält, obwohl er selbst involviert ist.

Was?

Bei besagter Geiselnahme kommt er das erste Mal in Kontakt mit den Roma, die gerade auf einem Feld vor der Stadt campieren. Summers kann nicht verhindern, dass ein Mann die Mutter seiner Kinder erschießt, weil sie ihn mit diesen verlassen hat, kann den Mann jedoch überreden, sich zu stellen und rettet sein eigenes Leben und das einer weiteren Geisel.

Kurze Zeit später wird die sechsjährige Jordan Abbott von ihrer Mutter als vermisst gemeldet. Sie wurde als letztes bei den Roma auf dem Jahrmarkt gesehen. Auf Fotos ist sie in Begleitung eines geistig zurückgebliebenen Jungen namens Lashlo zu erkennen, dem Sohn des Anführers der Gruppe. Einige Stunden später wird die Leiche des kleinen Mädchens gefunden. Nur dem beherzten Eingreifen des Onkels des Jungen und Gregs massiver Intervention ist es zu verdanken, dass Lashlo nicht in die Fänge des Lynchmobs gerät, der sich vor dem Lager der Fremden zusammengerottet hatte. Sein Onkel, der vor vielen Jahren des Mordes an seiner Frau und seinen beiden Kindern angeklagt war und dafür eine 25jährige Haftstrafe verbüßte, gerät für kurze Zeit selbst unter Verdacht.

Wie?

Susan Kelly packt einige Tragödien in ihre Geschichte, deren Ursprung viel tiefer in der Vergangenheit sitzt, als der Tod des kleinen Mädchens. Sie offenbart nicht nur die Familiengeheimnisse des weitverzweigten Roma-Clans, sondern blickt auch hinter die Fassade der braven Einwohner des kleinen Städtchens, Greg Summers eigener eingeschlossen. Damit spinnt sie ein vielschichtiges Beziehungsgeflecht, das sie eher in den Mittelpunkt stellt als die Ermittlungen selbst. Klassische falsche Fährten legt die Autorin nicht, man macht sich während des Lesens eigentlich wenig Gedanken darüber, wer der Täter sein könnte, aber Spannung wird dennoch in ausreichendem Maße vermittelt.

Mit viel Liebe zum Detail schildert Susan Kelly ihre Charaktere, allen voran ihren Protagonisten Gregory Summers, hat dabei jedoch sicher nicht deren weiteres Entwicklungspotential aus den Augen verloren. Tod im Steinkreis kann man damit als gelungenen Einstieg in eine neue Krimiserie bezeichnen. Die Story verläuft zwar im Gegensatz zum vierten Band Mördernest noch recht geradlinig, aber schon hier zeigt sie, dass der Superintendent mit seinen britischen Ermittlerkollegen mithalten kann.

Um ein Buch an einem Tag zu lesen, bedarf es zweier Dinge: genügend Zeit und eines spannenden Buches. Ersteres war mit einem trüben Sonntag vorhanden, zweiteres mit Susan Kellys Tod im Steinkreis.

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Krimi-Tina zu »Susan Kelly: Tod im Steinkreis« 08.03.2010
In Hungerford ist Jahrmarkt und aus der näheren und weiteren Umgebung sammelt sich allerhand fahrendes Volk an, Roma und Hippies, um ihre Erzeugnisse zu verkaufen. Die Fremdlinge werden von den Dorfbewohnern misstrauisch beäugt und als ein kleine s Mädchen verschwindet und kurze Zeit später tot in ebendiesem Romalager auf dem Gemeindegrund aufgefunden wird, kocht die Volksseele. Superintendent Gregory Summers und sein Team haben alle Hände voll zu tun einen Fall von Lynchjustiz zu verhindern sowie den Täter zu finden.
Susan Kelly ist für mich eine Zufallsentdeckung. Der Name sagte mir gar nichts, und aufgrund des Titels hätte ich eher mit etwas esoterisch angehauchtem gerechnet. Was ich dagegen bekommen habe, ist ein solider englischer Polizeikrimi. Weniger düster als viele seiner Artgenossen, auch wenn Summers auch so seine Probleme hat. Die Einordnung in die Cozy Ecke wäre sicherlich auch nicht falsch, der Blick hinter die Kulissen ist mindestens ebenso wichtig wie die klassische Ermittlungsarbeit. Letztere zieht sich eh so ein wenig hin und die Aufklärung passiert relativ überraschend. Wenn auch die Lösung nicht sonderlich überrascht
Ordentlich konzipierte Story mit gut ausgeführten glaubhaften Charakteren.
Kleiner Schönheitsfehler: manchmal scheint die Autorin (oder die Übersetzerin) in den langen Dialogen den Überblick verloren zu haben wer was sagt, da sind einfach Fehler drin. Auch sonst fallen häufiger kleinere Unstimmigkeiten auf.
Nicht nur deswegen keins der ganz großen Werke des englischen Krimis aber sehr, sehr ordentlich.
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