Das dreizehnte Opfer von Stuart MacBride

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2012 unter dem Titel Birthdays for the dead, deutsche Ausgabe erstmals 2013 bei Goldmann.
Ort & Zeit der Handlung: , 2010 - heute.
Folge 1 der Ash-Henderson-Serie.

  • London: Harper, 2012 unter dem Titel Birthdays for the dead. 496 Seiten.
  • München: Goldmann, 2013. Übersetzt von Andreas Jäger. ISBN: 978-3-442-47969-6. 512 Seiten.

'Das dreizehnte Opfer' ist erschienen als Taschenbuch

In Kürze:

Die Zeitungen nennen ihn den »Gratulator«. Er kidnappt Mädchen kurz vor deren dreizehntem Geburtstag und schickt den Eltern jedes Jahr ein Foto seines Opfers. Fotos, auf denen der grausame Mord an den entführten Bild um Bild festgehalten ist. Bis mit dem letzten Foto auch jede Hoffnung stirbt. Vor fünf Jahren verschwand auch die Tochter von Detective Constable Ash Henderson. Alle glauben, Rebecca sei von zu Hause fortgelaufen, denn Henderson hat niemandem erzählt, dass er ein Jahr nach ihrem Verschwinden die erste Postkarte erhielt. Man hätte ihn sofort von dem Fall abgezogen. Doch Henderson hat zu viel geopfert, um Rebeccas Mörder zu finden. Nun, zwölf Jahre nach der ersten Entführung, scheint er ihm so nahe zu sein wie nie zuvor. Und doch nicht nahe genug.

Das meint Krimi-Couch.de: »Schräg, schräger, MacBride« 70°

Krimi-Rezension von Lars Schafft

Der Schotte Stuart MacBride hat viele, treue Fans – wegen seiner Logan-McRae-Reihe. Er steht für recht brutale »Police Thriller« mit schrägem Humor – und für Übertreibungen. Mit Das 13. Opfer beginnt er eine neue Reihe um DC Ash Henderson und seinen sehr ungleichen Sidekick, der Kriminalpsychologin Dr. Alice McDonald. Und schlägt dabei (leider) über alle Stränge.

Junge Mädchen werden entführt, aufs Schlimmste gefoltert und zu jedem ihrer Geburtstag erhalten die Eltern eine Grußkarte mit einem Foto ihrer misshandelten Tochter. Die Polizeibeamten aus der fiktiven Stadt Oldcastle ermitteln seit Jahren ohne jeglichen Erfolg. Was sie alle nicht wissen: Hendersons älteste Tochter Rebecca wurde ebenfalls ein Opfer des »Birthday Boy«, wie ihn die englische Presse mittlerweile nennt. Die deutsche Übersetzung ist mit »der Gratulator« an dieser Stelle unfreiwillig komisch bis peinlich.

Als nun Leichenteile gefunden werden, nimmt Ash Henderson die Fährte mit neuem Elan wieder auf. Doch keiner traut keinem und DC Henderson muss weiterhin verbergen, dass er ein persönliches Interesse an diesem Fall hegt. Denn er hat noch eine zweite Tochter …

Stuart MacBride ist dafür bekannt kein Blatt vor den Mund zu nehmen, dazu gilt er in der britischen Krimiszene als ausgewachsener Schelm. Insofern muss man sich fragen, wie viel von dem, was man in Das 13. Opfer liest, ernst gemeint sein kann. Protagonist Henderson erleidet einfach bereits im ersten Teil der neu angekündigten Serie zu viel, als dass man ihn als reale Figur auffassen könnte.

Henderson, nicht mehr der jüngste, prügelt sich munter mit der schottischen Unterwelt, lebt in einem heruntergekommenen Haus, wird von seiner Exfrau gehasst und schreckt nicht davor zurück, ihren neuen Liebhaber mehr oder weniger grundlos (der Grund erschließt sich am Schluss des Buches) brutalst möglich zu foltern. Überhaupt: Dieser Henderson ist alles andere als ein sympathischer Kerl, neigt er doch zu Gewalt, Alkohol und Drogen  auch wenn er letztere seit längerem nicht zu konsumieren versucht. Drücken wir es so aus: Henderson ist ein Arschloch par excellence.

Ihm zur Seite stellt MacBride die Profilerin Dr. Alice McDonald, ein junges wie hässliches Entlein, das sich ohne gehörigen Alkoholkonsum nicht in die Lage eines Täters versetzen kann, sich aber im Laufe der Ermittlungen für den Detective Constable als große Hilfe erweist.

Das 13. Opfer ist ein extremer Thriller, und zwar in jeder Hinsicht  zu lang, zu brutal und zu spannend. Wer Stuart MacBrides schrägen und tiefschwarzen Humor mag und darüber hinaus weiß, dass man nicht immer alles für gegeben halten sollte, was er schreibt, wird wunderbar unterhalten mit einer gehörigen Portion Thrill. Wer das Ganze hingegen hinterfragt, wird dazu neigen, es Sartire oder gar Trash zu nennen  oder eben einfach MacBride.

Unterm Strich bleibt vieles im 13. Opfer unglaubwürdig und übertrieben, zu deutlich geschildert  insbesondere die Folterszenen der Mädchen. Und so mag jeder Leser selbst entscheiden, wie viel Realität er in dieser Geschichte sehen mag.

Stuart MacBrides kann’s besser und so warten wir auf den nächsten Logan-McRae-Krimi. Dass er sich schlussendlich doch an die Regeln des Krimis hält und mit dem Mörder nicht jemand x-beliebigen aus dem Hut zaubert, ist indes ehrbar, aber im vorliegenden Fall schlecht umgesetzt. Das Finale ist schräg, schräger, MacBride. Und für viele Leser sicher ein Quäntchen zu viel des Guten Thrill.

Lars Schafft, Februar 2014

Ihre Meinung zu »Stuart MacBride: Das dreizehnte Opfer«

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Oldman zu »Stuart MacBride: Das dreizehnte Opfer« 27.05.2014
Das Buch ist schon verstörend harter Stoff. Zu Beginn bleibt MacB. seinem ironischen Stil treu, aber später macht er in einem Tempo weiter, daß den Leser zwingt, über seine Müdigkeitsgrenze hinaus zu gehen. Der Serienheld Logan Mac Rae muß ja immer einiges erleiden, das ist aber gar nichts im Vergleich zu Ash Henderson. Aber auch in dessen Umfeld bleibt natürlich kein Stein auf dem anderen. Der Rezensent hat schon recht, in diesem Buch ist ganz vieles übertrieben, aber die Spannung erreicht ganz hohe Werte. Das Finale ist - na sagen wir einmal - überraschend. Wenn auch Henderson zur Serienfigur entwickelt werden soll kommt auf uns Leser noch einiges zu. Unter dem Strich ist Mac Rae tatsächlich der gemäßigtere Protagonist, aber das nächste Buch mit Henderson werde ich mir trotz einiger Bedenken wieder " antun ", allein schon deswegen, weil die Entwicklung der Figur von Dr. " McGaga " noch viel Freude machen kann.
Gabriele Kraus zu »Stuart MacBride: Das dreizehnte Opfer« 03.03.2014
Dies war mein erster (und sicherlich letzter) Macbride-Krimi. Ich empfand das Buch als eine einzige unglaubwuerdige Gewaltorgie. Die Hauptfigur ist nur mit dem Begriff "Kotzbrocken" treffend zu beschreiben. Und der Umgangston des "Helden" ist unterste Schiene. So ein Buch tut einfach nur weh und ist schade um das Geld und die Lesezeit. Deshalb habe ich es auch dahin entsorgt, wo es herkommt - im Muell.
Wolfgang Jenke zu »Stuart MacBride: Das dreizehnte Opfer« 23.02.2014
Die häufige Verwendung des Wortes „Urgh“ macht die Annäherung zum Comic deutlich, was aber nichts Schlechtes ist. Die modernen Helden sind gebrochen und überzeichnet, so auch hier DC Henderson. Gute Comic Novellen sind überaus spannend sowie das 13. Opfer auch. MacBride schafft es dabei, dass die Bilder zur Geschichte in den Köpfen der Leser entstehen und dieses mit einer Intensität, die fast schmerzhaft ist. Die Spannung steigt langsam und kontinuierlich, bis man es fast nicht mehr erwarten kann zur Auflösung zu kommen. Genau so soll ein guter Krimi sein. Ist dieser Roman anders? Ja. Wer das Andere liebt läuft hier Gefahr süchtig zu werden. Nach dem ich die Kritik von „Frankie Machine“ gelesen hatte hätte ich das Buch fast wieder weggelegt. Dafür dass ich dies nicht getan habe, bin ich dankbar und kann nur allen empfehlen es mir nachzutun wenn sie sich spannende Stunden und Lesefreuden mit Suchtfaktor gönnen wollen. Im Übrigen würde mich die Meinung von „Frankie Machine“ zum neuen Don Winslow „Vergeltung“ interessieren. Das gewählte Pseudonym lässt einen Fan vermuten.
Mike-Anton zu »Stuart MacBride: Das dreizehnte Opfer« 07.02.2014
Ich schließe mich Frankies Bewertung an. Auch ich war sehr enttäuscht von dem Buch, was nicht allein an meiner Erwartungshaltung lag. Die handelnden Personen (Protagonisten im Germanistenslang) sind in ihrem Handeln stark überzeichnet und hierdurch völlig unglaubwürdig, es fehlt leider jedes von MacBride gewohnte Augenzwinkern. Selbst die mit Komplexen behaftete Psychologin wird durch ihrer Saufexzesse ins Absurde gestellt, von den brutalen Ausfällen des Hauptdarstellers ganz zu schweigen. Das Buch tendiert stark Richtung Pulp-Fiction, eine Gattung die jedenfalls mir nicht zusagt.
Frankie Machine zu »Stuart MacBride: Das dreizehnte Opfer« 30.01.2014
Als riesengroßer Stuart MacBride-Fan hatte ich den neuen Roman mit Spannung erwartet. Doch ich wurde bitter enttäuscht. Die Handlung plätschert auf den ersten 450 Seiten vor sich hin. Dann nimmt der Plot zwar Fahrt auf - doch die Auflösung gerät mehr als hanebüchen. Der Protagonist Ash Henderson irrlichtert wie ein Berserker durch die wirre Handlung und muss noch mehr leiden als ein Logan McRae in allen sieben Romanen zusammen. Kriminalistische Arbeit? Fehlanzeige! Auch der wunderbare Humor, der die McRae-Reihe auszeichnet und auch schwächere Plots (Beispiel: "Dunkles Blut") kaschieren kann, ist hier nur ansatzweise spürbar. Die Geschichte ist schlichtweg unausgegoren, die Hauptfiguren wirken ungewollt wie Parodien und Spannung kommt fast gar nicht auf. Selbst der äußerst tragische Ausgang lässt einen am Ende irgendwie kalt. Unterm Strich bleibt festzustellen: Der Leser ist das 14. Opfer . . .
Bleibt zu hoffen, dass dieses Werk ein einmaliger Ausrutscher bleibt. Denn MacBride kann es viel, viel besser!
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