Vergebung von
Buchvorstellung und Rezension
Bibliographische Angaben
Originalausgabe erschienen 2007
unter dem Titel Luftslottet som sprängdes,
deutsche Ausgabe erstmals 2008
bei Heyne.
Folge 3 der Lisbeth-Salander-Serie.
- Stockholm: Norstedt, 2007 unter dem Titel Luftslottet som sprängdes. 848 Seiten.
-
München: Heyne, 2008.
Übersetzt von Wibke Kuhn.
ISBN:
978-3-453-01380-3. 848 Seiten.
'Vergebung' ist erschienen als
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In Kürze:
Mit einer Kugel im Kopf wird Lisbeth Salander in die Notaufnahme eingeliefert. Sie hat den Kampf gegen Alexander Zalatschenko, berüchtigter Drahtzieher mafiöser Machenschaften, ein weiteres Mal knapp überlebt. Aber wird sie gegen den schwedischen Geheimdienst bestehen können, der alle Kräfte mobilisiert, um sie ein für alle Mal mundtot zu machen? Zu groß ist die Gefahr, dass sie die Verbindung zwischen Zalatschenko und der schwedischen Regierung aufdeckt. Unterdessen arbeitet Mikael Blomkvist unter Hoch- druck daran, Salanders Unschuld zu beweisen. Es fehlen nur noch wenige Details, und er wird das Komplott gegen Salander aufdecken. Auch als seine Ermittlungen von höchster Stelle massiv behindert werden, führt Blomkvist seine Arbeit un beirrt fort. Er weiß genau, dass er nur noch diese eine Chance hat, um Lisbeth Salander zu retten.
Das meint Krimi-Couch.de: »Die hohe Erwartungshaltung vollauf erfüllt«
Krimi-Rezension von Peter Kümmel
Endlich ist er da – der Abschlußband Vergebung von Stieg Larssons Millennium-Trilogie, dessen ersten beiden Teile das Krimi-Publikum durchweg begeistern konnten. Vergebung beginnt genau dort, wo Verdammnis endete, und wer die Vorgängerbände noch nicht kennt und sich den Spaß nicht nehmen lassen will, der sollte hier erst beim nächsten Zwischentitel weiterlesen.
Nachdem Lisbeth Salander die Auseinandersetzung mit ihrem Vater, dem russischen Spion Alexander Zalatschenko alias Karl Axel Bodin sowie ihrem Bruder, dem brutalen Killer Ronald Niedermann mehr tot als lebendig mit einer Kugel im Gehirn überstanden hat, kämpft sie nun im Göteborger Krankenhaus um ihr Leben. Dreier Morde wurde sie beschuldigt und von der schwedischen Polizei gejagt. Doch ihre Unschuld ist noch immer nicht erwiesen. Auch Zalatschenko liegt mit schweren Verletzungen, die ihm Lisbeth in Notwehr mit einer Axt beigebracht hat, im gleichen Krankenhaus. Nachweisen kann man ihm seine schweren Verbrechen jedoch nicht. Im Gegenteil: er beschuldigt seine Tochter Lisbeth des Mordversuchs an ihm.
Niedermann wurde zwar vom Journalisten Mikael Blomkvist unschädlich gemacht, doch der Unfähigkeit eines Polizeibeamten ist es zu verdanken, dass sich der Killer befreien konnte, dabei einen weiteren Polizisten tötete, und nun auf der Flucht ist. Lisbeth Salander wird im Krankenhaus aufgrund ihres bevorstehenden Prozesses abgeschirmt und Blomkvist ist weitgehend auf sich allein gestellt in seinem Bestreben, Lisbeths Unschuld und vor allem ihre psychische Gesundheit zu beweisen und die wahren Schuldigen zu überführen. Natürlich nicht ganz uneigennützig, denn für seine Zeitschrift »Millennium« soll dies eine Riesenstory werden.
Doch auch Mitglieder der SiPo, der Schwedischen Sicherheitspolizei, sind in die Verbrechen verwickelt. Und die kämpfen gegen Blomkvist und dessen Verbündete mit harten Bandagen …
Die Millennium-Trilogie zählt zu den Meilensteinen des Krimi-Genres
Selten bin ich mit einer solch hohen Erwartungshaltung an ein Buch herangegangen wie hier, wussten doch die beiden Vorgängerbände in allen Belangen zu überzeugen. Wurde in diesen beiden Romanen des öfteren die lange Einleitung als einer der wenigen Kritikpunkte genannt – was ich persönlich nicht nachvollziehen kann -, so dürfte hier diesbezüglich nicht zu meckern sein, denn es geht gleich in medias res.
Die Handlung lebt von Larssons faszinierenden Charakteren. Eine Protagonistin wie Lisbeth Salander sucht aufgrund ihrer Unangepasstheit, ihrer Intelligenz sowie ihrer sozialen Verantwortungslosigkeit ihresgleichen, genießt sie doch trotz ihrer negativen Eigenschaften die volle Sympathie des Lesers. Mikael Blomqvist als Kontrapunkt bildet mit ihr ein »Team« zweier Eigenbrötler, das verschiedener, aber dennoch auch ähnlicher nicht sein könnte. Auch die Nebendarsteller hat der Autor exquisit gezeichnet. Eine Erika Berger brilliert über die gesamte Reihe hinweg. Mikaels Schwester Annika Giannini als Lisbeths Anwältin, Susanne Linder und Monica Figuerola tragen ihren Großteil zum Genuss von Vergebung bei. Doch auch die Charaktere auf der anderen Seite sind nicht einfach nur Bösewichte, sondern Figuren mit Tiefgang.
Mehr noch als in den bisherigen Bänden geht Larsson auf die schwedische Politik der vergangenen fünfzig Jahre ein und kritisiert das Demokratieverständnis der Verantwortlichen.
Des Weiteren kann ich den Grundtenor meiner Rezension zu Verdammnis hier wiederholen: Spannung pur, harte Action, schnelle Szenen- und Perspektivwechsel, eine intelligent konstruierte Handlung, die bis in die letzten Einzelheiten durchdacht ist und bei der am Ende jeder Faden aufgedröselt wird, so dass für den Leser auch wirklich keine Fragen offen bleiben.
Abschließend muß man sagen, dass Vergebung die hohe Erwartungshaltung vollauf erfüllen konnte. Stieg Larsson begeistert den Leser auf den 850 Seiten des Romans, wie es selten ein Autor schafft. Die Millennium-Trilogie zählt für mich bereits jetzt zu den Meilensteinen des Krimi-Genres. Mehr noch als beim Vorgänger ist jedoch die Reihenfolge der Serie zu beachten. Verdammnis ohne Verblendung – das war im Prinzip machbar. Vergebung ohne Verdammnis – das ist absolut nicht zu empfehlen. Wer den zweiten Band der Reihe nicht gelesen hat, dem fehlt einfach zu viel, um in den vollen Lesegenuss zu kommen.
Peter Kümmel, April 2008
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| WASP zu »Stieg Larsson: Vergebung« | 20.03.2010 |
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| Evy25 zu »Stieg Larsson: Vergebung« | 11.03.2010 |
| Anita-W. zu »Stieg Larsson: Vergebung« | 04.03.2010 |
| tedesca zu »Stieg Larsson: Vergebung« | 10.02.2010 |
| mammal zu »Stieg Larsson: Vergebung« | 04.02.2010 |
| Mr.Chip zu »Stieg Larsson: Vergebung« | 20.01.2010 |
| anja64 zu »Stieg Larsson: Vergebung« | 23.12.2009 |
| Pearl zu »Stieg Larsson: Vergebung« | 20.12.2009 |
| Alex zu »Stieg Larsson: Vergebung« | 13.11.2009 |
| sinucello zu »Stieg Larsson: Vergebung« | 10.11.2009 |
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