Verdammnis von Stieg Larsson Volltreffer April 2007

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2006 unter dem Titel Flickan som lekte med elden, deutsche Ausgabe erstmals 2007 bei Heyne.
Ort & Zeit der Handlung: Schweden / Stockholm, 1990 - 2009.
Folge 2 der Lisbeth-Salander-Serie.

  • Stockholm: Norstedt, 2006 unter dem Titel Flickan som lekte med elden. 752 Seiten.
  • München: Heyne, 2007. Übersetzt von Wibke Kuhn. ISBN: 978-3-453-01360-5. 752 Seiten.
  • München: Heyne, 2008. Übersetzt von Wibke Kuhn. ISBN: 978-3-453-43317-5. 765 Seiten.
  • München: Heyne, 2010. Übersetzt von Wibke Kuhn. ISBN: 978-3-453-50386-1. 765 Seiten.
  • [Hörbuch] Bergisch Gladbach: Schall & Wahn, 2009. Gesprochen von Dietmar Bär. 8 CDs.

'Verdammnis' ist erschienen als HardcoverTaschenbuchHörbuchE-Book

In Kürze:

Ein ehrgeiziger junger Journalist bietet Mikael Blomkvist für sein Magazin »Millennium« eine Story an, die skandalöser nicht sein könnte. Amts- und Würdenträger der schwedischen Gesellschaft vergehen sich an jungen russischen Frauen, die gewaltsam ins Land geschafft und zur Prostitution gezwungen werden. Als sich Lisbeth Salander in die Recherchen einschaltet, stößt sie auf ein besonders pikantes Detail: Nils Bjurman, ihr ehemaliger Betreuer, scheint in den Mädchenhandel involviert zu sein. Wenig später werden der Journalist und Nils Bjurman tot aufgefunden. Die Tatwaffe trägt Lisbeths Fingerabdrücke. Sie wird an den Pranger gestellt und flüchtet. Nur Mikael Blomkvist glaubt an ihre Unschuld und beginnt, auf eigene Faust zu ermitteln. Seine Nachforschungen führen in Lisbeths Vergangenheit. Eine Vergangenheit, die ihn bald das Fürchten lehrt.

Das meint Krimi-Couch.de: »Harter Stoff in Wort und Tat« 98°Treffer

Krimi-Rezension von Peter Kümmel

Kriminalromane im Stockholmer Journalistenmilieu kennen wir bereits durch Liza Marklunds Reporterin Annika Bengtzon. Bei Stieg Larsson ist es Mikael Blomkvist, der sich für das Magazin »Millennium« einsetzt. Als der Journalist Dag Svensson der Zeitschrift eine Story über Mädchenhandel und Prostitution anbietet, herrscht rege Betriebsamkeit in der Redaktion. Die Geschichte soll ganz groß rausgebracht werden. Blomkvist zeichnet verantwortlich für den Artikel, in dem auch hohe Beamte der schwedischen Gesellschaft namentlich angeprangert werden sollen, die in die Verbrechen involviert sind, und da muß alles lückenlos recherchiert sein, wenn man sich keine Verleumdungsklage einhandeln will. Gleichzeitig soll Svenssons Story als Buch erscheinen. Und außerdem verfasst Svenssons Freundin, die Kriminalistin Mia Bergmann, ihre Doktorarbeit zum gleichen Thema.

Die eigentliche Protagonistin neben Blomkvist aber ist Lisbeth Salander, einer der ungewöhnlichsten und widersprüchlichsten Charaktere der schwedischen Krimilandschaft. Lisbeth ist 26 Jahre alt und seit ihrem zwölften Lebensjahr in psychiatrischer Behandlung. Sie wurde für geschäftsunfähig erklärt und dem Anwalt Nils Bjurman zur Betreuung unterstellt, was dieser dazu nutzte, sie mehfrach zu vergewaltigen. Doch mit der Filmaufnahme einer Vergewaltigung hat Lisbeth den Anwalt in der Hand. Lisbeth zählt zu den besten Computer-Hackern des Landes und betreibt die Mathematik als Hobby. Derzeit versucht sie gerade, die Fermatsche Vermutung zu beweisen. Sie hat sich ein Millionenvermögen angeeignet, das sie unabhängig macht. Sie geht keinerlei Bindungen ein und hat ein hohes Gerechtigkeitsempfinden, was gelegentlich auch zu gewalttätigen Aktionen führen kann. Dieser kurze Absatz reicht jedoch bei weitem nicht aus, diese faszinierende Person wirklich treffend zu beschreiben.

Nach einem relativ langen, aber dennoch sehr unterhaltsamen Einleitungsabschnitt von fast hundert Seiten, der hauptsächlich dazu dient, seine facettenreiche Protagonistin Lisbeth Salander dem Leser vertraut zu machen, beschleunigt Stieg Larsson dann das Tempo auf höchste Stufe. Die Verbindung zwischen Lisbeth Salander und Mikael Blomkvist resultiert aus einem Job als Researcherin, den Lisbeth vor Jahren für Mikael zu erledigen hatte und der zu einem kurzen Verhältnis zwischen den beiden führte. Seitdem aber hat Lisbeth jeglichen Kontakt zu Mikael abgebrochen, was dieser weder verstehen noch akzeptieren kann.

Zum echten Pageturner wird der Roman dann nach einem Drittel seines Umfangs, nachdem sowohl Dag Svensson und Mia Bergmann als auch Rechtsanwalt Bjurman einem Verbrechen zum Opfer fielen. Die Mordwaffe wird am Tatort gefunden. Auf ihr befinden sich die Fingerabdrücke von Lisbeth Salander. Obwohl keine Verbindung von ihr zu Svensson und Bergmann zu finden ist, beginnt nun eine Jagd nach der mit allen Wassern gewaschenen Frau, die sich ihren Häschern gut zu entziehen weiß. Blomkvist ist der einzige, der an Lisbeths Unschuld glaubt. Und die versucht er zu beweisen.

Eine Tragödie: Nur noch ein Krimi mit Salander und Blomkvist

Man muss ganz klar feststellen, dass die Handlung von Verdammnis konstruiert ist, wenngleich aber ganz exzellent konstruiert. Der allzu früh verstorbene Autor Stieg Larsson kannte sich als Journalist und Herausgeber eines Magazin bestens im Milieu der Story aus. Trotz des für einen Kriminalroman hohen Umfangs von 750 Seiten gelingt ihm ein ungewöhnlich dichtes Werk. Die gesamte Handlung ist so komplex, dass die obige Beschreibung nur einen kurzen Anriss geben kann.

Verdammnis ist sowohl in Wort als auch in Tat harter Stoff. Sowohl die zierliche Lisbeth Salander als auch ihre Widersacher fackeln nicht lange und Lisbeth weiß seit langem, daß nur der Stärkste überlebt. Auch in ihrer Wortwahl ist sie nicht zimperlich, Mikael hat von ihr den Spitznamen »Kalle Fucking Blomqvist« verpasst bekommen.

Die Spannung bleibt bis zum Abschluß auf Top-Niveau und der vielzitierte Spruch vom Buch, »das man nicht mehr beiseite legen kann«, hat hier ausnahmsweise seine volle Berechtigung. Zahlreiche Fäden hat der Leser in wechselnden Orten und Perspektiven zu verfolgen, die sich nach immer neuen Wendungen und Überraschungen schließlich alle wieder verknüpfen.

Natürlich hätte ich jetzt die Möglichkeit und auch die Rezensentenpflicht, noch ein paar Kritikpunkte anzubringen, aber ich tue es nicht. Warum? Weil es für einen Kriminalroman die vordringlichste Aufgabe ist, spannend zu unterhalten. Und ich entsinne mich an kein anderes Buch, das es in den letzten Jahren geschafft hätte, mich derart in seinen Bann zu ziehen wie Verdammnis. Dass der Autor im furiosen Finalen recht dick aufgetragen hat, sei ihm aus dramaturgischen Gründen zugebilligt. Als größte Tragödie aber ist zu betrachten, dass der Autor erst posthum zu Ruhm als Krimiautor kam und sich die Leserschaft nur noch auf ein weiteres Werk mit Blomkvist und Salander freuen kann.

Peter Kümmel, April 2007

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PMelittaM zu »Stieg Larsson: Verdammnis« 28.12.2014
Ein junger Journalist bietet der Zeitschrift Millenium eine brisante Geschichte über Mädchenhandel an. Als er ermordet wird und Lisbeth Salander, eine alte Bekannte Mikael Blomquists, Teilhaber von Millenium, verdächtigt wird, nimmt dieser die Ermittlungen auf.

Der zweite Teil der Millenium-Trilogie spielt einige Zeit nach dem ersten. Lisbeth hält sich zunächst im Ausland auf, diese Szenen haben mir gut gefalle n, Lisbeth in einem anderen Setting, hat etwas ... Wie im Vorgänger auch, erzählt der Autor aus verschiedenen Perspektiven, die wichtigsten sind Lisbeth und Mikael, aber es gibt auch noch einige andere. Mit Lisbeth hat Stieg Larsson eine der interessantesten Protagonistinnen geschaffen, die ich kenne, die Szenen aus ihrer Perspektive sind unglaublich gut geschrieben und machen einen großen Teil der Faszination des Romans aus.

Auch in diesem Roman packt der Autor wieder ein heißes Eisen an, hin und wieder hält man den Atem an, weil man kaum glauben mag, was man da liest. Das betrifft nicht nur das Thema Mädchenhandel und was damit zusammen hängt, sondern auch, was über Lisbeths Vorgeschichte zu Tage kommt.

Stieg Larsson erzählt sehr ausführlich, jeder Charakter erhält seinen eigenen Hintergrund, jede Thematik wird umfassend dargestellt – und dennoch ist der Roman nie langweilig, sogar Lisbeths Überlegungen zu Fermats Satz sind nachvollziehbar und interessant ausgeführt. Die Erzählweise ist zudem nicht nur sehr detailliert sondern auch sehr plastisch, Landschaften, Personen, Geschehnisse erscheinen vor dem inneren Auge: Kopfkino par excellence!

Die Handlung ist sehr komplex, löst sich aber logisch auf. Dieses Mal gibt es einen Cliffhanger, der einen baldmöglichst zum nachfolgenden Band greifen lässt.

Stieg Larsson ist in meinen Augen ein absoluter Ausnahmeautor, wie schade, dass er so früh gestorben ist, ich mag mir gar nicht vorstellen, welche erstklassigen Romane uns dadurch entgangen sind. Seine drei Romane sollte jeder gelesen haben, zumindest Genrefans kommen an dieser Trilogie nicht vorbei!
meni77 zu »Stieg Larsson: Verdammnis« 07.01.2014
Also die 49 Grad von Herrn Schafft und die 98 Grad von Herrn Kümmel sagen doch einiges über die Kritiker der Krimi-Couch aus!! Teil 1 und Teil 2 der Trilogie von Larsson unterscheiden sich im Schreibstil, Spannungsaufbau, etc. nämlich nicht im Geringsten. Es ist jammerschade, dass wir von Herrn Larsson leider nichts neues mehr lesen können, mit der Trilogie um Blomkvist und Salander ist ihm meiner Meinung ein absolutes Meisterwerk gelungen, welche durchaus noch weitere 800 Seiten dauern hätte können, ich kann eigentlich nichts kritisieren bei diesen drei Büchern, sie haben alles was eine gute Story braucht. Noch ein letzter Satz zu Herrn Schafft, wenn Teil 1 von ihnen 49Grad bekommt, dann muss ich mir einmal ein Buch kaufen, welches von ihnen 90 Grad bekommt um zu vergleichen, Herr Kümmel liegt voll in der Spur, Stieg Larsson verdient klare 98 Grad
doberman zu »Stieg Larsson: Verdammnis« 12.03.2013
Ich habe vorhin diesen Kommentar gelesen von Herbert und bin ganz überrascht im negativen. Ich muß sagen, ich habe diese drei Bände verschlungen, ich konnte nicht mehr davon loskommen. Wir haben diese Bände zu dritt gelesen, ich war beim ersten Band an dritter Stelle, den zweiten Band habe ich schon an zweiter Stelle gelesen und den dritten ebenfalls. Ich bin immer wieder erstaunt wie Menschen auf solche Ideen kommen, wie in diesen 3 Krimis beschreiben. Nachdem ich die Bücher gelesen hatte, freute ich mich schon auf die Filme. Aber Filme sind immer "schlechter" als die Bücher. Deshalb lese ich, sofern ein Buch existiert, immer erst das Buch und schaue dann den Film. Aber die Filme haben mir auch gefallen. Die schwedische Version besser als die Verfilmung des ersten Teils als amerikanische Version.
Stefan83 zu »Stieg Larsson: Verdammnis« 11.01.2013
Ob es bei all den Lobeshymnen und überschwänglichen Bewertungen für Stieg Larssons „Millennium“-Krimis überhaupt noch einer weiteren positiven Rezension bedarf, kann sicherlich stark bezweifelt werden. Der Grund warum ich trotzdem meinen Senf hinzugeben will, ist die schlichte Begeisterung für diese drei Bände, welche mich über Tage beschäftigt und nachträglich beeindruckt haben. Dieses Privileg genießen zugegebenermaßen mehrere Titel in meinem (langsam ausufernden) Regal – es ist allerdings schon etwas her, dass ich über Stunden wirklich nichts anderes getan habe, als nur zu lesen. So hat mir, der ich im Hochsommer eher die Schatten des Balkons vorziehe, die Lektüre von „Verdammnis“ nicht nur einen gewaltigen Sonnenbrand eingebracht, sondern gleichzeitig auch für einen wohligen Schauder gesorgt, wartet der zweite Band um Mikael Blomkvist und Lisbeth Salander doch mit einem eiskalten, knallharten Plot auf, dessen düsterer Ton die Umwelteinflüsse des Sommers schlichtweg vergessen lässt. Larsson ist hier das gelungen, woran schon viele vor ihm gescheitert sind: Den Mittelteil einer Trilogie nicht als reinen Brückenschlag zum Finale zu schreiben und ihn dabei noch spannender als den Vorgänger zu machen.

„Verdammnis“ knüpft inhaltlich an die Vorkommnisse von „Verblendung“ an, spielt aber knappe anderthalb Jahre später. Die Redaktion der Zeitschrift „Millennium“ arbeitet zusammen mit dem jungen, engagierten Journalisten Dag Svensson an einem hochbrisanten Fall. Nach jahrelanger Tätigkeit im Untergrund des international-tätigen Mädchenhandels will dieser jetzt seine Informationen öffentlich machen. Ein Vorhaben, dass nicht unbemerkt zu bleiben scheint. Bevor es zu einem Druck in ihrer Zeitschrift kommt, wird Svensson tot aufgefunden. Offensichtlich ermordet. Als Hauptverdächtige gilt ausgerechnet Lisbeth Salander, die sozial schwer gestörte Hackerin, mit der Mikael Blomkvist seit Abschluss des Vanger-Falls keinerlei Kontakt mehr gehabt hat. Als nur wenig später auch noch deren gesetzlicher Betreuer Nils Bjurman ebenfalls umgebracht wird, läuft in Schweden eine gewaltige Hetzjagd an. Justiz und Medien stürzen sich auf die Morde. Und Lisbeth Salander ist plötzlich die meistgesuchte Frau des Landes.

Mikael Blomkvist setzt nun alles daran, Salander vor der Justiz zu finden. Er glaubt als Einziger an ihre Unschuld und beginnt nach Beweisen zu suchen. Die Spur kreuzt nicht nur bald die alten Recherchen von Dag Svensson, sondern führt auch tief in Salanders Vergangenheit ...

„Natürlich hätte ich jetzt die Möglichkeit und auch die Rezensentenpflicht, noch ein paar Kritikpunkte anzubringen, aber ich tue es nicht. Warum? Weil es für einen Kriminalroman die vordringlichste Aufgabe ist, spannend zu unterhalten. Und ich entsinne mich an kein anderes Buch, das es in den letzten Jahren geschafft hätte, mich derart in seinen Bann zu ziehen wie „Verdammnis.“ Dass der Autor im furiosen Finalen recht dick aufgetragen hat, sei ihm aus dramaturgischen Gründen zugebilligt. Als größte Tragödie aber ist zu betrachten, dass der Autor erst posthum zu Ruhm als Krimiautor kam und sich die Leserschaft nur noch auf ein weiteres Werk mit Blomkvist und Salander freuen kann.“ Das schreibt Krimi-Couch-Kollege Peter Kümmel in seiner Rezension aus dem April 2007.

Warum ich sie Wort für Wort übernehme? Weil er mir Wort für Wort aus der Seele spricht. Sicherlich, wenn man das Maßband anlegt, Plot und Sprache mit der Lupe beäugt, gäbe es einiges, was Anlass zu Kritik geben würde. Dass man darauf im wahrsten Sinne des Wortes aber scheißt, liegt daran, dass „Verdammnis“ zu lesen mit einem Rausch vergleichbar ist. Ein Rausch, durch den der Leser zu kühlen Analyse weder während noch unmittelbar nach der Lektüre fähig ist. Stieg Larssons Geschichte reißt einfach mit. Und wen juckt es, dass die Handlung konstruiert daherkommt und der Realismus zwischendurch auf der Strecke bleibt, wenn das so überragend und beeindruckend funktioniert wie in diesem Roman. „Verdammnis“ wartet mit einer Atmosphäre auf, die so dicht ist, dass man sie mit dem Messer schneiden kann. Ob in der Redaktion von „Millennium“ oder bei einem inoffiziellen Boxkampf der etwas anderen Art – als Leser steckt man mittendrin, erlebt Kopfkino vom Feinsten. Nichts an dem Buch wirkt dahin geschmiert oder überflüssig. Im Gegenteil: Jedes Wort des mit 750 Seiten nicht gerade schmalen Wälzers greift ins andere, jeder Satz trägt dazu bei, die unheimlich komplexe Handlung voranzutreiben. Und vorangetrieben wird man unwillkürlich.

Spätestens nach hundert Seiten tritt Larsson das Gaspedal durch, lässt den unterhaltsamen Beginn, welcher uns ein paar neue Facetten von Lisbeth Salander zeigt, hinter sich, und jagt den Plot nur so durch die Kapitel. Das Katz-und-Maus-Spiel von Verfolgern und Gejagten ist Adrenalin pur und wird uns mit drastischer, dreckiger Sprache regelrecht um die Ohren gehauen. Nachdem „Verblendung“, trotz einiger brutaler Momente, noch durchaus human daherkam, werden hier die Glaceehandschuhe endgültig ausgezogen. „Verdammnis“ ist vor allem eins: verdammt harter Tobak. Dass der Roman dennoch nicht zum rohen Haudrauf-Thriller verkommt, liegt am Fingerspitzengefühl des Autors. Immer wieder gönnt er den Figuren und uns kurze Pausen, hält kurz inne, wodurch der kommende Gewaltausbruch umso effektiver wird. Was Larsson, besonders im letzten Drittel, an Tragik und Dramaturgie abfackelt, ist einfach nur exzellent – das patronengeschwängerte Finale atemberaubend.

Sicher, es ist dick aufgetragen. Und ja, manches gar unmöglich. Aber der Effekt ist da und er heißt „Spannung“. Spannung bis zur letzten Seite, bis zum letzten Wort. Ich habe „Verdammnis“ mit schweißnassen, zitternden Händen und geröteten Augen zur Seite gelegt – fix und fertig … und tief, tief beeindruckt.

Stieg Larssons zweiter Band der „Millennium“-Trilogie ist so mit das Beste was ich im Genre des Kriminalromans bisher gelesen habe. Ein bitterschwarzer, durchgängig packender, berührender Trip durch die dunkelsten Abgründe der menschlichen Seele, der mich das frühe Ableben des Schriftstellers umso mehr hat betrauern lassen. Mag jeder diese drei Romane einschätzen wie er will – ich bin, verdammt nochmal, einfach nur begeistert!
1 von 2 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Mr.Crime zu »Stieg Larsson: Verdammnis« 06.09.2012
Ich habe die Bücher vor dem grossen Hype um Stieg Larsson gelesen. Und kann bestätigen, dass ich in den letzten Jahren kaum solche spannende Bücher gelesen habe, wie die der Stieg Larsson Triologie.
Der Vorgänger „Verdammnis“ war ein Wucht, dass der Autor noch nachlegen kann, und mit „Verdammnis“ einen darauf setzt, hat mich völlig überrascht.

Lückenloser Übergang von Band 1 zu Band 2. Das Buch ist zudem alles andere langweilig. „Verdammnis“ ist harter Stoff und sicherlich nicht jedermanns(frau) Sache. Es wird nicht lange gefackelt und die zierliche Lisbeth Salander, als auch ihre Widersacher fackeln da nicht lange. Denn sie wissen alle, nur die Stärksten können in diesem Spiel um eine korrupte schwedische Gesellschaft überleben. Die Handlungen werden in verschiedenen Teilen erzählt und am Schluss meisterlich zusammengeknüpft.
Starke Hauptfiguren, ein Sumpf aus krimineller Energie aber auch unheimlichen gruseligen Vergangenheit, machen diesen Roman einfach komplett.

Fazit: Der Thriller ist heiss und explosiv. Ich verleihe erstmals die Höchstnote. Diese habe ich bis heute nie vergeben und ist für dieses Meisterwerk absolut gerechtfertigt.
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Herbert zu »Stieg Larsson: Verdammnis« 04.09.2012
Ein so langatmiges und langweiliges Buch habe ich wirklich in meinem ganzen Leben noch nicht gelesen. Der Autor verzettelt sich - meiner Meinung nach - in detailreichen Beschreibungen von so ziemlich allem und jedem, seien es nun Personen, Begebenheiten, Dialoge usw. usw. usw.. die schlussendlich den Plot nicht weiter führen.

Ständig habe ich mich gefragt, wann passiert denn endlich mal was in diesem "Thriller". IRGENDETWAS und wenn es nur das unvermittelte Umstürzen eines Sacks Reis` gewesen wäre. ABER ES PASSIERT WIRKLICH AUF MEHREREN HUNDERT SEITEN NICHTS.

Mein Fazit:

Null Spannung, nichts Überraschendes. SCHLIMMER GEHTS NIMMER !
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Lietsch zu »Stieg Larsson: Verdammnis« 19.06.2012
Das war eines der langweiligsten Bücher überhaupt. Nicht lesenswert. Larsson beherrscht(e) sein Handwerk nicht. Es gelingt ihm kein Spannungsaufbau, das Buch lebt lediglich durch seine (viel zu hoch gegriffene) hohe Moral. Dafür trieft es vor politischer Korrektheit und einer progressiven Gesellschaftsentwicklung, wie der bekennende Kommunist Salander sie gerne gehabt hätte. Die Personen, ihre Motive und ihre Handlungen sind völlig eindimensional und klischeehaft dargestellt. Das ist bei andern Büchern auch der Fall, aber dadurch sind Larssons Bücher nicht besser. Es unterhält ein bisschen. Das ist alles. Aber kaufen? Schade um's Geld.
0 von 2 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
SandraSchäfer zu »Stieg Larsson: Verdammnis« 16.02.2012
Stimme "Bornemann" zu!
Das Buch ist schrecklich langweilig und auch ich habs nicht fertig ausgelesen.
Allerdings fand ich, ehrlich zugegeben, die Sexszenen als einziges im Buch gut und "aufgeilend".
Die Thematik ist grundsätzlich schon durchaus interessant, die Umsetzung jedoch leider misslungen.
Kann das Buch nicht empfehlen.
Wenn ich einen tollem Autor empfehlen darf, dann schließe ich mit Richard Laymon ab!
0 von 2 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Bornemann zu »Stieg Larsson: Verdammnis« 03.02.2012
Das Buch ist total öde und vor allem auch sprachlich völlig daneben. Nach 250 Seiten habe ich es entnervt weggelegt und im Internet nachgeschaut , wie andere Leser darüber denken. Zum Glück bin ich mit meiner Meinung nicht allein - das ist kein Krimi , sondern kommt mir vor wie die Gewalt - und Sex -Phantasien eines Pubertierenden.
Ich habe das Buch in den Papiermüll befördert und mich gefreut , dass ich " nur "
3,55 € dafür bezahlt habe.
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goldmarie zu »Stieg Larsson: Verdammnis« 30.01.2012
Das Beste das ich seit Langem gelesen habe. Ich liebe salander und kalle.Hoher suchtfaktor.Sehr selten habe ich mich einer Romanfigur so nah gefühlt. Jammerschade das man nicht noch mehr von Larsson lesen wird. Da scheut ein nicht mal die Seitenzahl denn jede seite ist Unterhaltung und zeigt auch was möglich ist in dieser kranken Welt in nichts mehr ist wie es scheint.

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