Verdammnis von Stieg Larsson Volltreffer April 2007

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2006 unter dem Titel Flickan som lekte med elden, deutsche Ausgabe erstmals 2007 bei Heyne.
Ort & Zeit der Handlung: Schweden / Stockholm, 1990 - 2009.
Folge 2 der Lisbeth-Salander-Serie.

  • Stockholm: Norstedt, 2006 unter dem Titel Flickan som lekte med elden. 752 Seiten.
  • München: Heyne, 2007. Übersetzt von Wibke Kuhn. ISBN: 978-3-453-01360-5. 752 Seiten.
  • München: Heyne, 2008. Übersetzt von Wibke Kuhn. ISBN: 978-3-453-43317-5. 765 Seiten.
  • München: Heyne, 2010. Übersetzt von Wibke Kuhn. ISBN: 978-3-453-50386-1. 765 Seiten.
  • [Hörbuch] Bergisch Gladbach: Schall & Wahn, 2009. Gesprochen von Dietmar Bär. ISBN: 3837100413. 8 CDs.

'Verdammnis' ist erschienen als HardcoverTaschenbuchHörbuchE-Book

In Kürze:

Ein ehrgeiziger junger Journalist bietet Mikael Blomkvist für sein Magazin »Millennium« eine Story an, die skandalöser nicht sein könnte. Amts- und Würdenträger der schwedischen Gesellschaft vergehen sich an jungen russischen Frauen, die gewaltsam ins Land geschafft und zur Prostitution gezwungen werden. Als sich Lisbeth Salander in die Recherchen einschaltet, stößt sie auf ein besonders pikantes Detail: Nils Bjurman, ihr ehemaliger Betreuer, scheint in den Mädchenhandel involviert zu sein. Wenig später werden der Journalist und Nils Bjurman tot aufgefunden. Die Tatwaffe trägt Lisbeths Fingerabdrücke. Sie wird an den Pranger gestellt und flüchtet. Nur Mikael Blomkvist glaubt an ihre Unschuld und beginnt, auf eigene Faust zu ermitteln. Seine Nachforschungen führen in Lisbeths Vergangenheit. Eine Vergangenheit, die ihn bald das Fürchten lehrt.

Das meint Krimi-Couch.de: »Harter Stoff in Wort und Tat« 98°Treffer

Krimi-Rezension von Peter Kümmel

Kriminalromane im Stockholmer Journalistenmilieu kennen wir bereits durch Liza Marklunds Reporterin Annika Bengtzon. Bei Stieg Larsson ist es Mikael Blomkvist, der sich für das Magazin »Millennium« einsetzt. Als der Journalist Dag Svensson der Zeitschrift eine Story über Mädchenhandel und Prostitution anbietet, herrscht rege Betriebsamkeit in der Redaktion. Die Geschichte soll ganz groß rausgebracht werden. Blomkvist zeichnet verantwortlich für den Artikel, in dem auch hohe Beamte der schwedischen Gesellschaft namentlich angeprangert werden sollen, die in die Verbrechen involviert sind, und da muß alles lückenlos recherchiert sein, wenn man sich keine Verleumdungsklage einhandeln will. Gleichzeitig soll Svenssons Story als Buch erscheinen. Und außerdem verfasst Svenssons Freundin, die Kriminalistin Mia Bergmann, ihre Doktorarbeit zum gleichen Thema.

Die eigentliche Protagonistin neben Blomkvist aber ist Lisbeth Salander, einer der ungewöhnlichsten und widersprüchlichsten Charaktere der schwedischen Krimilandschaft. Lisbeth ist 26 Jahre alt und seit ihrem zwölften Lebensjahr in psychiatrischer Behandlung. Sie wurde für geschäftsunfähig erklärt und dem Anwalt Nils Bjurman zur Betreuung unterstellt, was dieser dazu nutzte, sie mehfrach zu vergewaltigen. Doch mit der Filmaufnahme einer Vergewaltigung hat Lisbeth den Anwalt in der Hand. Lisbeth zählt zu den besten Computer-Hackern des Landes und betreibt die Mathematik als Hobby. Derzeit versucht sie gerade, die Fermatsche Vermutung zu beweisen. Sie hat sich ein Millionenvermögen angeeignet, das sie unabhängig macht. Sie geht keinerlei Bindungen ein und hat ein hohes Gerechtigkeitsempfinden, was gelegentlich auch zu gewalttätigen Aktionen führen kann. Dieser kurze Absatz reicht jedoch bei weitem nicht aus, diese faszinierende Person wirklich treffend zu beschreiben.

Nach einem relativ langen, aber dennoch sehr unterhaltsamen Einleitungsabschnitt von fast hundert Seiten, der hauptsächlich dazu dient, seine facettenreiche Protagonistin Lisbeth Salander dem Leser vertraut zu machen, beschleunigt Stieg Larsson dann das Tempo auf höchste Stufe. Die Verbindung zwischen Lisbeth Salander und Mikael Blomkvist resultiert aus einem Job als Researcherin, den Lisbeth vor Jahren für Mikael zu erledigen hatte und der zu einem kurzen Verhältnis zwischen den beiden führte. Seitdem aber hat Lisbeth jeglichen Kontakt zu Mikael abgebrochen, was dieser weder verstehen noch akzeptieren kann.

Zum echten Pageturner wird der Roman dann nach einem Drittel seines Umfangs, nachdem sowohl Dag Svensson und Mia Bergmann als auch Rechtsanwalt Bjurman einem Verbrechen zum Opfer fielen. Die Mordwaffe wird am Tatort gefunden. Auf ihr befinden sich die Fingerabdrücke von Lisbeth Salander. Obwohl keine Verbindung von ihr zu Svensson und Bergmann zu finden ist, beginnt nun eine Jagd nach der mit allen Wassern gewaschenen Frau, die sich ihren Häschern gut zu entziehen weiß. Blomkvist ist der einzige, der an Lisbeths Unschuld glaubt. Und die versucht er zu beweisen.

Eine Tragödie: Nur noch ein Krimi mit Salander und Blomkvist

Man muss ganz klar feststellen, dass die Handlung von Verdammnis konstruiert ist, wenngleich aber ganz exzellent konstruiert. Der allzu früh verstorbene Autor Stieg Larsson kannte sich als Journalist und Herausgeber eines Magazin bestens im Milieu der Story aus. Trotz des für einen Kriminalroman hohen Umfangs von 750 Seiten gelingt ihm ein ungewöhnlich dichtes Werk. Die gesamte Handlung ist so komplex, dass die obige Beschreibung nur einen kurzen Anriss geben kann.

Verdammnis ist sowohl in Wort als auch in Tat harter Stoff. Sowohl die zierliche Lisbeth Salander als auch ihre Widersacher fackeln nicht lange und Lisbeth weiß seit langem, daß nur der Stärkste überlebt. Auch in ihrer Wortwahl ist sie nicht zimperlich, Mikael hat von ihr den Spitznamen »Kalle Fucking Blomqvist« verpasst bekommen.

Die Spannung bleibt bis zum Abschluß auf Top-Niveau und der vielzitierte Spruch vom Buch, »das man nicht mehr beiseite legen kann«, hat hier ausnahmsweise seine volle Berechtigung. Zahlreiche Fäden hat der Leser in wechselnden Orten und Perspektiven zu verfolgen, die sich nach immer neuen Wendungen und Überraschungen schließlich alle wieder verknüpfen.

Natürlich hätte ich jetzt die Möglichkeit und auch die Rezensentenpflicht, noch ein paar Kritikpunkte anzubringen, aber ich tue es nicht. Warum? Weil es für einen Kriminalroman die vordringlichste Aufgabe ist, spannend zu unterhalten. Und ich entsinne mich an kein anderes Buch, das es in den letzten Jahren geschafft hätte, mich derart in seinen Bann zu ziehen wie Verdammnis. Dass der Autor im furiosen Finalen recht dick aufgetragen hat, sei ihm aus dramaturgischen Gründen zugebilligt. Als größte Tragödie aber ist zu betrachten, dass der Autor erst posthum zu Ruhm als Krimiautor kam und sich die Leserschaft nur noch auf ein weiteres Werk mit Blomkvist und Salander freuen kann.

Peter Kümmel, April 2007

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Bornemann zu »Stieg Larsson: Verdammnis« 03.02.2012
Das Buch ist total öde und vor allem auch sprachlich völlig daneben. Nach 250 Seiten habe ich es entnervt weggelegt und im Internet nachgeschaut , wie andere Leser darüber denken. Zum Glück bin ich mit meiner Meinung nicht allein - das ist kein Krimi , sondern kommt mir vor wie die Gewalt - und Sex -Phantasien eines Pubertierenden.
Ich habe das Buch in den Papiermüll befördert und mich gefreut , dass ich " nur "
3,55 € dafür bezahlt habe.
Liane zu »Stieg Larsson: Verdammnis« 02.02.2012
Tschuldigung,
das Buch ist echt öde. Ich habs halb gelesen und seit dem liegts hinterm Regal und setzt Staub an.
Manche Szenen sind interessant und durchaus aufgeilend (Sex) und spannend; das Problem ist die Länge und damit auch die aufkommende Langeweile.
Ist eben nicht mein Ding. Aber für Fans bestimmt durchaus unterhaltend.
Persönlich kann ich es nicht empfehlen, aber das müsst ihr selbst wissen. Jedenfalls nichts für Leute, die dauerhafte Spannung und Horror suchen (wie ich).
Das Thema und dessen Message ist auf jeden Fall gut und absolut realistisch.
Ist eben zu lange und ausführlich. Leider
Aber was erwartet man bei so vielen Seiten?!
Kann ja nicht auf jedetr Seite einer abgeschlachtet oder gefickt werden.
Also viel Spaß!


PS
Hoffe niemanden stört meine direkte Ausdrucksweise;?
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
goldmarie zu »Stieg Larsson: Verdammnis« 30.01.2012
Das Beste das ich seit Langem gelesen habe. Ich liebe salander und kalle.Hoher suchtfaktor.Sehr selten habe ich mich einer Romanfigur so nah gefühlt. Jammerschade das man nicht noch mehr von Larsson lesen wird. Da scheut ein nicht mal die Seitenzahl denn jede seite ist Unterhaltung und zeigt auch was möglich ist in dieser kranken Welt in nichts mehr ist wie es scheint.
Marlies zu »Stieg Larsson: Verdammnis« 28.01.2012
Habe alle Bücher gelesen und bin total begeistert. Zu meiner Begeisterung habe ich mir nun noch die DVD's gekauft und freue mich schon riesig diese zu sehen. Von vielen Krimiautoren ist Stieg Larsson einer der Besten. Spannung pur. Kann ich nur weiterempfehlen. Diese Trilogie mit ihren Helden ist ein Muss für jeden Krimiliebhaber.
Albin Kofler zu »Stieg Larsson: Verdammnis« 27.01.2012
Lese im Dänemarkurlaub, pro Woche ca. 1600- 2000 Seiten.Salander hatte ich in nicht mal 2 Tagen durch. Trotz normalem Tagesablauf. Fesselnd, hervorragend, Spannung am Band.Werde mir demnächst die neue Verfilmung ansehen, obwohl ich mir vor vielen Jahren geschworen habe, nach" Papillon", nach einem guten Buch darfst du dir den Film nicht mehr ansehen. Bin gespannt
Sylvie zu »Stieg Larsson: Verdammnis« 04.01.2012
Habe die Filme gesehen und ich ärgere mich dass ich mich nie an die bücher rangetraut habe. Die Filme waren echt der Hammer, ich ärgere mich wirklich über meine ungerechtfertigte Vorsicht mit den Büchern.
Naja in 10 Jahren lese ich sie alle, dann werde ich die filme eventuell nicht mehr so vor augen haben.dein ein buch zu lesen obwohl man die filme schon gesehen hat ist nicht das gleiche wie umgekehrt!
Ich freue mich auf die Bücher!
Mcduck zu »Stieg Larsson: Verdammnis« 28.10.2011
ich habe alle 3 Bücher gelesen und auch den Film.

Von beidem bin ich restlos begeistert. Es gab schon lange keinen Autor der mich so begeistert hat.

Ein absolutes Muss, diese Bücher, diese sollte man wirklich gelesen haben.

Schade, dass Stieg Larsson keine Bücher mehr schreiben kann! da er leider zu früh verstorben ist.
Larissa* zu »Stieg Larsson: Verdammnis« 16.08.2011
Das Buch ist total klasse! Sobald ich den dritten Band gelesen habe, werde ich mir die Filem anschauen!
Der Stil, in dem das Buch geschrieben ist, ist einmalig! Die Spannung reißt einfach nicht ab!
Mir ist in dem Buch nur eine Ungereimtheit aufgefallen:
Lisbeth wird angeschossen und in ihr Grab gestoßen. Dabei liegt ihr Gesicht unten. Als sie wieder zu Bewusstsein kommt und sich ausbuddelt, tut sie dies, indem sie vor ihrem Gesicht die Erde wegschaufelt..allerdings liegt sie doch mit dem Gesicht nach unten, dass heißt, sie buddelt in die falsche Richtung und kann sich gar nicht ausbuddeln!
Ist das noch einem aufgefallen, oder habe ich etwas falsch verstanden?
Caroline Schneider zu »Stieg Larsson: Verdammnis« 28.06.2011
Ich habe mittlerweile alle drei Krimis gelesen. Ausserdem habe ich die Filme mit Noomi Rapace gesehen und ich muss sagen: keine hätte die Lisbeth Salander besser darstellen können, so habe ich mir dieses Mädchen genau vorgestellt. Den Darsteller des Mikael Blomkvist finde ich ebenfalls sehr gut, nicht "zu" schön, und doch irgendwie speziell - ob Daniel Craig in diese Rolle passt - ich weiss es nicht. Das will nicht heissen dass ich diesen Schauspieler nicht mag, aber in dieser Rolle sehe ich ihn nicht. Die schwedischen Darsteller finde ich persönlich super, Stieg Larsson hat einen Schwedenkrimi geschrieben und vielleicht ist es ja so, dass es dazu auch die schwedischen Schauspieler braucht. Ob amerikanische Schauspieler diesen "Schwedentouch" hinbekommen wage ich zu bezweifeln.
Melle zu »Stieg Larsson: Verdammnis« 20.06.2011
Einfach der Hammer, sowas gibts kein zweites Mal, super geschrieben, spannend und nicht zum weglegen. Man liest und liest.Inhaltsmässig sehr gut, zweiter und dritter Teil an die vorhergehenden Teile ohne Lücken angeschlossenJeder muss das gelesen haben, das ist einfach Pflicht und Kult. Spitzenmässig

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