Tote Stimmen von Steve Mosby

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2010 deutsche Ausgabe erstmals 2008 .

  • [Hörbuch] München: audio media, 2010. Gesprochen von Pascal Breuer. ISBN: 3868045678. 6 CDs.
  • [Hörbuch] München: audio media, 2011. Gesprochen von Pascal Breuer. ISBN: 3868046445. 6 CDs.
  • London: Orion, 2008 Cry For Help. 280 Seiten.
  • München: Droemer, 2010. Übersetzt von Doris Styron. ISBN: 978-3-426-19768-4. 394 Seiten.
  • München: Knaur, 2011. ISBN: 978-3-426-63826-2. 394 Seiten.
  • [Hörbuch] München: audio media, 2010. Gesprochen von Pascal Breuer. ISBN: 3868045678. 6 CDs.
  • [Hörbuch] München: audio media, 2011. Gesprochen von Pascal Breuer. ISBN: 3868046445. 6 CDs.

'Tote Stimmen' ist erschienen als HardcoverTaschenbuchHörbuch

In Kürze:

In einer britischen Großstadt treibt ein perfider Killer sein Unwesen. Er entführt junge Frauen, fesselt sie an ihr Bett und schickt deren Familien und Freunden E-Mails und SMS, mit denen er sie im Glauben wiegt, alles sei in bester Ordnung. Erst kurz bevor die Opfer schließlich verdursten, kommen Anrufe, in -denen eine computersimulierte Stimme »Hilf mir, hilf mir!« fleht. Doch dann ist es schon zu spät. Dave, ein junger Journalist, kann sich das Verschwinden seiner Freundin Tori nicht erklären und meldet sie vermisst. Als er plötzlich nachts um vier Uhr eine merkwürdige SMS bekommt, in der Tori nicht wie sonst immer mit »Torxx« unterzeichnet, schrillen bei Detective Sam Currie die Alarmglocken. Er weiß, dass es höchste Zeit ist.

Das meint Krimi-Couch.de: »Steve Mosby ist eine Entdeckung« 80°

Krimi-Rezension von Jörg Kijanski

Roger erhält einen verstörenden Anruf seiner früheren Freundin Alison, in dem sie nur die Worte »Hilf mir« sagt. Roger ist alarmiert und eilt zu Alisons Wohnung, wo er diese nur noch tot vorfindet. Festgebunden an ihr Bett verdurstete sie qualvoll und während dieser Leidenszeit versandte ihr Mörder in ihrem Namen fleißig Mails und SMS an Freunde und Bekannte, um so den Eindruck zu erwecken, dass alles in Ordnung sei.

 Für Detective Sam Currie und sein Team wird es langsam ungemütlich, denn dies ist schon der dritte Todesfall, bei dem offensichtlich ein ebenso intelligenter wie perfider Serienmörder sein Unwesen treibt. Doch die Polizisten treten auf der Stelle, da es zwischen den Fällen offenbar keine Verbindung gibt. Als wenig später eine weitere junge Frau auf die gleiche Art zu Tode kommt, rückt der Journalist Dave Lewis in das Visier der Ermittler, da er vor einem Jahr mit der Toten befreundet war. Allerdings hat Currie nicht viel gegen ihn in der Hand und so muss er Lewis wieder laufen lassen. Kurz darauf verschwindet mit Tori Edmonds eine weitere frühere Freundin von Lewis spurlos. Während die Polizei weiterhin an Lewis interessiert ist und ihn zunehmend für den Mörder hält, gerät Lewis in die Fänge des wahren Täters, der ihn zu einem »Spiel« einlädt. Nur wenn Lewis mitmacht und vor allem keinen Kontakt zur Polizei hält, kann er Tori retten.

 In der Zwischenzeit wendet sich eine Frau namens Mary an die Ermittler, die ihren Vater Frank Caroll für den gesuchten Serienkiller hält. Dieser saß viele Jahre im Gefängnis und hatte früher Spaß daran, seine eigene Tochter für zwei Tage ohne jegliche Verpflegung an ihr Bett zu fesseln. Doch Detective Currie glaubt nicht, dass ihr Vater etwas mit den aktuellen Ereignissen zu tun hat, denn seit seiner Freilassung trägt dieser elektronische Fußfesseln…

 Nachdem Steve Mosby mit dem 50/50-Killer schon ein großartiges Debüt hingelegt hatte, folgt nun mit Tote Stimmen ein weiterer höchst lesenswerter Roman. Dabei ist die Geschichte eingangs sehr gewöhnungsbedürftig, da die Geschichte in der dritten Person erzählt wird und gleichzeitig der Journalist Dave Lewis als Ich-Erzähler fungiert. Dies ist insbesondere dann irritierend, wenn Lewis und Currie aufeinander treffen, da dann Lewis nicht mehr als Ich-Erzähler erscheint. Hat man sich nach kurzer Zeit auf diesen untypischen Schreibstil eingelassen, so darf man sich auf einen originellen Plot freuen, der mit einer höchst überraschenden Auflösung aufwartet. Es folgt eine Auflösung mit der sicher nur die wenigsten Leser rechnen werden, da sie vom Autor mehrfach sehr geschickt in die Irre geführt werden. Die Story wirkt zwar »ein wenig« konstruiert ist aber in sich schlüssig.

 Dave Lewis ist der tragische Held der Geschichte. Längere Zeit war er mit seiner Freundin Tori zusammen, bevor man sich einvernehmlich trennte, jedoch nicht ohne gute Freunde bleiben zu wollen. So versprach er Tori, wann immer sie ihn brauche  für sie da zu sein. Jetzt, zwei Jahre später, kann Dave beweisen, wie ernst es ihm mit seiner Aussage war. Dabei gerät er nicht nur mit Toris Freunden rund um den Kleinkriminellen Choc aneinander, sondern auch mit der Polizei, die ihn schon bald für den gesuchten Täter hält, sowie zu allem Überfluss noch mit dem Mörder, der nun Tori in seiner Gewalt hat.

 Anfangs erzählt Mosby die Geschichte ruhig und eher etwas ausschweifend. Brutale, grenzwertige Szenen wie sie noch beim 50/50-Killer gleich reihenweise vorkamen, sucht man hier vergebens. Ganz unspektakulär sterben die Opfer an ihr Bett gefesselt einen grausamen Tod durch Dehydration sprich durch Wassermangel. Erst auf den letzten rund hundert Seiten steigert sich das Erzähltempo beachtlich und die Geschichte erfährt zahlreiche Wendungen. Mehrere Verdächtige werden aufgebaut, der Fall scheint immer wieder klar, und schon dreht sich das berühmte Rad weiter bis zu einer Auflösung, die eigentlich nicht möglich erscheint. Auf die verwendeten Tricks des Autors möchte ich verständlicherweise an dieser Stelle nicht näher eingehen, aber wer an außergewöhnlichen Geschichten interessiert ist, wird an Tote Stimmen sicher seine Freude haben oder wie die renommierte Autorin Val McDermid auf dem Buchrücken schreibt: »Steve Mosby ist einer von nur einer Handvoll Krimiautoren, die meine Phantasie beflügeln.«

 Ganz so schlimm (»nur eine Handvoll Krimiautoren«) ist es sicher nicht, aber grundsätzlich hat die Bestsellerautorin recht. Steve Mosby ist eine der großen Neuentdeckungen der letzten Jahre, zumal der vorliegende Roman eine gewisse Nachwirkung hat. Gerne mehr davon!

Jörg Kijanski, März 2010

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Esther P. zu »Steve Mosby: Tote Stimmen« 09.02.2011
nachdem ich den 50/50 Killer in einer Tour verschlungen habe, hatte ich mich sehr gefreut auf dieses Buch. leider wurde ich sehr entäuscht. den Erzähl-Stil fand ich alles andere als gut, ob es an dem Autor liegt oder an der Übersetzung kann ich nicht sagen. auf jeden Fall kein Buch nach meinem Geschmack, schade eigentlich.
buecherleben zu »Steve Mosby: Tote Stimmen« 09.07.2010
Steve Mosbys "Tote Stimmen" ist der zweite Thriller von ihm, nach der "50/50 Killer". Ein Serienkiller tötet, indem er junge Frauen ans Bett fesselt und verdursten lässt. Währenddessen und auch danach sendet er SMS an die Freunde und Familien. In diesen steht alles sei in bester in Ordnung. Erst kurz vor dem Tod sendet er Hilferufe der Opfer, aber dann ist es zu spät...

Schade, das dieses zweite Buch (noch) nicht soviel Beachtung findet, wie sein Debütthriller. In meinen Augen ist "Tote Stimmen" das bessere Werk, weil handwerklich ausgereifter. Vielleicht liegt es daran das der Verlag von der Taschenbuchausgabe auf die gebundene Ausgabe umgestiegen ist und durch den teureren Preis manch Käufer erst einmal wartet.

Es gibt in diesem Thriller eine besondere Eigenart im Schreibstil: Die Kapitel werden teils in der dritten Person erzählt - z.B. immer dann wenn Sam Currie und sein Team ermittelt - oder in der Ich-Perspektive - nämlich dann wenn der Journalist Dave Lewis ins Geschehen eingreift. Beim unvermeintlichen Aufeinandertreffen zwischen Currie und Lewis fällt dann der Ich-Erzähler weg.

Die Geschichte ist originell und das Ende absolut unerwartet und so nie zu erkennen! Als Leser fällt man auf diverse falsche Spuren herein. Sicherlich, hie und da ist der Thriller arg konstruiert, dennoch am Ende schlüssig und intelligent geschrieben. Er ist auch nicht so brutal was die Schilderungen der einzelnen Tatorte angeht, aber weitaus spannender. Denn alleine die Todesursache "Tod durch Wassermangel" ist qualvoll und jeder Leser der mal nur über Stunden richtigen Durst empfunden hat, spürt die Qual des Opfers fast selbst.

Steve Mosby ist eine der Entdeckungen der neueren Zeit in diesem Massenmarkt des Thrillers. Auch wenn das Thema Serienkiller schon einen langen Bart hat, erfindet der Autor es hier neu und hinterlässt mit diesem Buch und diesem Ende einen bleibenden Eindruck.
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