Joyland von Stephen King

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2013 unter dem Titel Joyland, deutsche Ausgabe erstmals 2013 bei Heyne.

  • New York: Titan, 2013 unter dem Titel Joyland. 304 Seiten.
  • München: Heyne, 2013. Übersetzt von ?. ISBN: 978-3-453-26872-2. 350 Seiten.
  • [Hörbuch] Köln: Random House Audio, 2013. Gesprochen von David Nathan. MP3. ISBN: 3837119505. 2 CDs.

'Joyland' ist erschienen als Hardcover Hörbuch

In Kürze:

Ein Trip in die Siebzigerjahre: Auf verhängnisvolle Weise kreuzen sich in einem kleinen Vergnügungspark die Wege eines untergetauchten Mörders und eines Kindes. Und mitten im sich überschlagenden Geschehen steht ein junger, unschuldiger Student und weiß: Irgendwann ist es mit der Unschuld vorbei. Irgendwann hört jeder Spaß auf. Um sich sein Studium zu finanzieren, arbeitet Devin Jones während der Semesterferien im Vergnügungspark Joyland an der Küste von North Carolina. Drei Dinge sind es, die ihn im Laufe des Sommers 1973 vor allem beschäftigen: Seine große Liebe Wendy gibt ihm per Brief den Laufpass. In der Geisterbahn Horror House soll es spuken, nachdem dort ein Mädchen ermordet wurde. Und er fragt sich, welches Geheimnis sich wohl hinter der schönen jungen Frau mit ihrem behinderten Sohn verbirgt, an deren Strandvilla er jeden Tag vorbeikommt. Vom unbekümmerten Schaustellerleben in Joyland fasziniert, verlängert Devin seinen Aufenthalt. Mit seinen neugierigen Nachforschungen tritt er jedoch eine Lawine von Ereignissen los, bei denen es schließlich um Tod oder Leben geht.

Das meint Krimi-Couch.de: »Weniger wäre mehr!« 76°

Krimi-Rezension von Marcel Feige

Kurz bevor Devin Jones das erste Mal Sex haben wird, verlässt ihn seine Freundin. Enttäuscht, und um sich von seinem Seelenschmerz abzulenken, heuert der Teenager in dem Vergnügungspark Joyland an. Als Animateur im schweißtreibenden Hundekostüm entpuppt er sich als wahres Naturtalent.

Eher beiläufig erfährt er von einem Mord in der Geisterbahn, der bis heute nicht aufgeklärt worden ist. Angeblich soll es deshalb in dem Fahrgeschäft spuken. Doch Devin kann kein Gespenst ausmachen, außerdem hat er für derartige Schauergeschichten sowieso kein Interesse. Denn auf dem täglichen Weg zur Arbeit begegnet ihm der todkranke Mike.

Devin freundet sich mit dem kleinen Jungen an, der trotz seiner ausweglosen Situation mehr Lebensmut besitzt als seine Mutter. Erst mit den Wochen gelingt es Devin, die junge Frau aus ihrer Lethargie zu reißen, so etwas wie Liebe erwacht, eine Sommerliebe, an deren Ende endlich nicht nur Devins erstes Mal steht, sondern auch die Aufklärung des ominösen Mordfalls in der Geisterbahn.

Wie gerne würde ich schreiben: King ist nach Der Anschlag, einem grandiosen Ausflug in die frühen 60er- Jahre des abgelaufenen Jahrhunderts, ein weiteres Meisterwerk gelungen, das fantastisch in die Vergangenheit entführt. Ist es aber nicht.

Keine Frage: King kann erzählen wie kaum ein anderer, zeitgenössischer Autor und haucht auch diesmal mit Leichtigkeit seinen Figuren Leben ein. Aber diesmal will King …zu viel. Zu viele Genres auf zu wenig Seiten.

Was freilich auch der amerikanischen Originalausgabe geschuldet ist, die in der Hardcase Crime-Reihe erschienen ist. Die wiederum ist bei Krimifreunden bekannt für kurze, knackige Pulp-Geschichten.

Aber Joyland ist alles, nur kein Pulp. In erster Linie ist es eine Coming of Age-Erzählung, ein Drama über die erste Liebe und den Liebeskummer danach. Wenig überraschend ist Joyland auch eine Geschichte über Krankheit und Tod und die Bereitschaft, einen geliebten Menschen gehen zu lassen.

Nur beiläufig ist Joyland ein Krimi, zum Schluß ein rasanter Thriller, denn es ist Devin, der eine Spur zum Geisterbahnmörder findet und sich ihm am Ende in einem abenteuerlichen Showdown stellt.

Soweit ist alles gut.

Dann aber gibt es da immer mal wieder auch noch Mystery-Einsprengsel: der Geist des ermordeten Mädchens, der die Gespensterbahn heimsucht, weil er den Weg nach draußen nicht findet – oder weil der Autor Stephen King heißt und seine Leser deshalb einige spooky Momente erwarten.

Ausgerechnet diese Gruselszenen – neben den Figuren normalerweise eine der Stärken Kings – wollen sich partout nicht in die Geschichte einfügen. Sie wirken wie Fremdkörper in einer ansonsten durchaus stimmigen Geschichte.

Weniger wäre in diesem Fall mehr gewesen.

Marcel Feige, August 2013

Ihre Meinung zu »Stephen King: Joyland«

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angie zu »Stephen King: Joyland« 27.07.2015
Ich fands ganz schlimm. nachdem ich Dr. Sleep(über 600 Seiten) in 2 Tagen verschlungen hatte hab ich mich fast 3 Wochen durch Joyland gequält. .. ich habs nur zu Ende gelesen weil ich es schließlich teuer bezahlt hab.
Story flach ich fand es so schlecht wie "Das Mädchen" eigentlich die einzigen beiden Bücher von ihm die mich fast zu Tode gelangweilt haben.
Sorry Steven aber das kannst du besser! !!
Alexi1000 zu »Stephen King: Joyland« 22.04.2015
Wäre sicher auch besser auf der PC aufgehoben, denn wir haben es hier im weitesten Sinne mit einer Geistergeschichte und einem KLeinen Jungen, der das "zweite" Gesicht hat zu tun...

egal, recht gradlinig und nicht auf rauschende Action angelegt, wird die Geschichte um Devin gesponnen, der in einem Sommer als Aushilfe in einem Vergnügungspark anheuert, wo vor einigen Jahren in einer Geisterbahn ein Mord an einem jungen Mädchen geschehen ist...

Die Ausarbeitungen der Charaktere sind sehr gut, allerdings hätte KIng sich hier tatsächlich etwas "kürzer" halten können, um der Geschichte etwas mehr Tempo zu verleihen, trotzdem mal wieder sehr gut zu lesen und nur wenig zu bemängeln...

gute 85°
Elisabeth Christine Bornemann zu »Stephen King: Joyland« 31.07.2014
Enttäuscht bin ich, kenne "meinen" Stephen King nicht wieder. Story dünn, der auftauchende Grusel nicht vorhanden, und irgendwie klingt das alles, als habe er keine gute, zündende Idee gehabt, aber abliefern müssen. der erste Roman, den ich nicht zweimal lesen werde, da gibt es auch dann nichts Aufregendes, Rührendes. Berührendes zu finden.
JH24 zu »Stephen King: Joyland« 10.02.2014
Eine kleine, nette Geschichte über den Sommer/Herbst 1973 des Protagonisten. Die Geschichte plätschert wunderbar leicht vor sich hin und ist auch ohne große Spannungsmomente in den ersten 95 % des Buches, angenehm zu lesen.Dadurch, dass der Protagonist 40 Jahre später seine Erinnerungen detailliert niederschreibt und die Figuren sehr realistisch gezeichnet sind, wirkt die ganze Geschichte außerordentlich authentisch. Ab und zu habe ich mich dabei erwischt mich zu fragen, ob Stephen King tatsächlich das ein oder andere vom Geschriebenem in seiner Jugend erlebt hat.Stephen King kann unglaublich tolle erzählen. Somit hat es mir Spaß gemacht, mich von ihm in den Sommer 1973 eines armen Studenten mit viel Herz, entführen zu lassen.Wer sich vom „Meister des Horrors“ eine weitere Gruselgeschichte, bei der einem das Blut in den Adern gefriert, wünscht, ist mit diesem Buch schlecht beraten.
Sunniva1 zu »Stephen King: Joyland« 20.10.2013
Das Buch ist für mich kein Thriller, auch kein rasanter auf den letzten Seiten, wie in der Couchrezension bemerkt. Der Täter ist zwar überraschend. Die Lösung aber mehr als vorhersehbar. Eine Milieustudie der 1970er in einem Vergnügungspark der USA, ja, das ist dieser Roman. Der Protagonist, der sich an jene Zeit erinnert und seine 1. große Liebe aufarbeitet - ja, auch das ist dieses Buch. Aber kein Thriller! Es gab schon Besseres von Stephen King.
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