Kühler Grund von Stephen Booth

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2000 unter dem Titel Black Dog, deutsche Ausgabe erstmals 2002 bei Manhattan.
Ort & Zeit der Handlung: , 1990 - 2009.
Folge 1 der Ben-Cooper-und-Diane-Fry-Serie.

  • London: HarperCollins, 2000 unter dem Titel Black Dog. 375 Seiten.
  • München: Manhattan, 2002. Übersetzt von Regina Rawlinson. ISBN: 3-442-54540-4. 448 Seiten.
  • München: Goldmann, 2003. Übersetzt von Regina Rawlinson. ISBN: 3-442-45518-9. 444 Seiten.
  • München: Goldmann, 2007. Übersetzt von Regina Rawlinson. ISBN: 978-3-442-46612-2. 448 Seiten.
  • München: Goldmann, 2009. Übersetzt von Regina Rawlinson. ISBN: 978-3-442-47194-2. 444 Seiten.

'Kühler Grund' ist erschienen als HardcoverTaschenbuch

In Kürze:

Laura Vernon war ein viel versprechendes, beliebtes und begabtes Mädchen. So zumindest schildern sie ihre Eltern der Polizei, die den Mord an Laura untersucht. Ein Spaziergänger, der einsilbige Harry Dickinson, hatte die Vermisste tot in einem Waldstück bei Edendale im englischen Derbyshire entdeckt. Reiner Zufall, wie Harry behauptet, doch Detective Ben Cooper ahnt, dass Harry mehr weiss, als er zu sagen bereit ist. Cooper versucht den Fall mit Intuition und Menschenkenntnis zu lösen. Doch seine eigenwilligen Methoden stossen bei seiner Kollegin Diane Fry, die erst kürzlich nach Edendale versetzt wurde, zunehmend auf Widerstand. Während die Spannungen zwischen den beiden Ermittlern wachsen, gibt es einen ersten Verdächtigen. Ben allerdings bleibt skeptisch – und Harry Dickinson schweigt weiter hartnäckig …

Das meint Krimi-Couch.de: »Packend und atmosphärisch dicht« 81°

Krimi-Rezension von Sabine Reiss

Man nehme das typische Pärchen aus den britischen Police Procedurals und vertausche die Rollen. Heraus kommt: ein männlicher Detective Constable vom Land, bekannt wie ein bunter Hund, der sich von seinen Gefühlen leiten lässt, und ein weiblicher Detective Constable aus der Stadt, fast so kalt wie ein Eisberg, der im Beförderungspoker sofort die Nase vorn hat, obwohl er, also sie, gerade erst neu in den Distrikt versetzt wurde.

Ben Cooper und Diane Fry arbeiten zusammen an einem Fall: Die fünfzehnjährige Laura Vernon wird seit ein paar Tagen vermisst und viele Polizisten durchkämmen den Wald, als sie die Meldung erhalten, dass der Turnschuh des Mädchens vom Hund eines Spaziergängers gefunden wurde. Unweit von der Fundstelle liegt auch die Leiche der Vermissten.

Verdrehte Welt

Laut Aussage der Eltern hatte Laura keinen Freund und sie vertraute sich ihnen in allen Dingen an, doch in Wahrheit war sie schon recht frühreif und immer hinter einigen Jungs her. So steht nicht nur der kürzlich entlassene Hilfsgärtner der Vernons unter Verdacht, sondern auch der derzeitige Freund Lauras. Die Ermittlungen kommen nicht so recht voran, denn die Dorfbewohner machen es den Polizisten nicht leicht. Insbesondere Harry Dickinson, der alte Mann, der die Leiche entdeckte, scheint mehr zu wissen, als das, was er zu Protokoll gibt. Ben Cooper vertraut seinem Gefühl, aber er kann seine Kollegen damit nicht überzeugen.

Stephen Booth macht es dem Leser nicht leicht, seine beiden Protagonisten ins Herz zu schließen. Meist ist der Frauenpart mit einer Person besetzt, die eine vermittelnde Position einnimmt und sich von Gefühlen leiten lässt, doch die eiskalte Diane Fry lässt weder ihre neuen Kollegen noch den Leser schnell an sich heran. Nur mühsam erfährt man mehr über sie und sie ruft zunächst kaum Sympathie hervor. Da wäre es an Ben Cooper, diese Rolle zu übernehmen, aber auch er ist nicht nur problembeladen, sondern dadurch auch ungeschickt, manchmal fast ein wenig trottelig. Die beiden sind mit einigen Ecken und Kanten ausgestattet, was mit den erwähnten Einschränkungen gleichwohl als Pluspunkt gewertet werden kann.

Die Idylle trügt

Die Beschreibungen des Dorfes und der Atmosphäre sind zwar recht detailliert, aber dennoch wird man vom Autor was die Fakten betrifft an der kurzen Leine gehalten. Erst nach und nach kann man hinter die Fassade von Verschlossenheit und Misstrauen des Dorfes blicken, die noch nicht einmal von Ben Cooper niedergerissen werden kann, errät aber erst kurz vor Schluss, was wirklich geschehen ist. Auch wenn nicht wirklich viel passiert, ist alles sehr packend und lebendig beschrieben, so dass kaum Langeweile aufkommt.

Wer keine knallharten Thriller bevorzugt und trotz der leisen Töne hier dennoch keinen Friede-Freude-Eierkuchen-Krimi à la Ann Granger erwartet, der wird mit einer außergewöhnlichen Story belohnt, die nachdenklich macht, wenn man erst auf den letzten Seiten angekommen ist. Auch wenn »atmosphärisch dicht« für mich ein abgedroschenes Schlagwort ist, das ich ungern verwende, hier trifft es zu.

Ihre Meinung zu »Stephen Booth: Kühler Grund«

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Enya zu »Stephen Booth: Kühler Grund« 10.12.2009
Auch wenn der Roman spannend anfing, wurde er schnell langatmig durch seine übertriebene Detailverliebtheit, z.B. bei der Landschaftsbeschreibung.
Die Figur des eigenbrötlerischen Harrys war interessant zu lesen. Aber durch die besondere Hervorhebung der skurrilen alten Männer, beschlich mich schnell das Gefühl, dass die Alten wichtiger sind als die Tat selbst. Mir fehlte die Spannung. Leider war das Ganze auch vorhersehbar. Obwohl es ein englischer Krimi ist, hat er mich nicht begeistern können.
diana iiieeeh zu »Stephen Booth: Kühler Grund« 21.07.2009
das ermittlungsteam macht weiter? ich dacht das mädel wird befördert. am ende des buches hat sich bei mir regelrecht hass gegenüber der fry aufgebaut.
aber es ist realität, dass diese art von mensch ihren plan durchziehen können.
nochmal die beide und mitzuerleben, dass die frau die loorbeeren einsammelt ist für mich schwer vorstellbar.
Dido zu »Stephen Booth: Kühler Grund« 17.10.2008
Nicht nur die Ermittlungen, auch die Story kommt lange Zeit nicht so recht in Schwung. Alle potentiell Verdächtigen schweigen sich aus, viele (zu viele?) Ermittler werden vorgestellt, stellen aber anscheinend die falschen Fragen und auf der Karrieregeilheit von Detective Diane Fry wird viel zu sehr herumgeritten. Nach etlichen Kapiteln Anlaufzeit gehts aber dann doch los, und zwar richtig. Immer mehr unappetitliche Details kommen ans Licht und stören die Kleinstadtidylle, Andeutungen konkretisieren sich und Charaktere werden plastischer. Besonders gut gelingt Booth die einfühlsame Darstellung der drei alten Herren. Der Leser ahnt, dass deren wortkarge Männerfreundschaft den Schlüssel zur Lösung des Falls verbirgt, kommt jedoch nicht dahinter. Detective Ben Cooper hat aber schließlich, wenn auch nach einigen Ermittlungspannen und -sackgassen, den richtigen Riecher.
Dr.Sanati zu »Stephen Booth: Kühler Grund« 12.09.2007
Stephen Booth hat mit " Black Dog" einen soliden, interessanten und insgesamt aktionsarmen Krimi geschrieben, der aber kaum langweilig wird. Das Buch erinnert mich stark an " Ein Ort für die Ewigkeit " von Val McDermid. Kein außergewöhnlicher Roman aber auf jeden Fall empfehlenswert. Mein Urteil 80° !!
Victoria zu »Stephen Booth: Kühler Grund« 27.08.2007
Für mich ein sehr gutes Buch, ein solider Fall ohne übertriebene Action und blutigen Details, so ganz nach meinem Geschmack. Die Dialoge sind gut und die Spannung baut sich auf. Das Ende war logisch und doch überraschend.

Jetzt geht es weiter mit: Die schwarze hand des Todes.
Rolf Flückiger zu »Stephen Booth: Kühler Grund« 05.08.2004
Endlich eine Alternative zu Mankell, Nesser, Fossum und Rankin: Der Erstling von Booth macht Appetit auf mehr. Das ungleiche Tandem Polizist Cooper und Polizistin Fry hat vielversprechend begonnen. Nach der Lektüre möchte ich gleich nach Derbyshire in den Peak District fahren und die Atmosphäre wirken lassen. Vor kurzem habe ich das 2. Werk begonnen und geniesse ....
Sallie zu »Stephen Booth: Kühler Grund« 30.07.2002
Ich kann meinem Vorgänger nur zustimmen und freue mich schon auf die Folgebände.
buecherfreund zu »Stephen Booth: Kühler Grund« 26.07.2002
Schön, dass es mit Stephen Booth einen weiteren Krimi-Autoren gibt, neben Andrew Taylor, Reginald Hill oder Ian Rankin, der die Tradition des klassischen Whodunit aufnimmt und in sehr angenehmer und unterhaltender Weise auf moderne Art fortführt. Dies tut er in seinem Debütroman "Kühler Grund". Seine stimmungsvollen Schilderungen der Landschaft in Derbyshire, seine lebensnahen Figuren und seine gelungenen Dialoge sorgen für beste, britische Krimiunterhaltung.
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