Ich musste sie kaputt machen von Stephan Harbort

Buchvorstellung

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2004 bei Droste.

  • Düsseldorf: Droste, 2004. ISBN: 3770011740. 384 Seiten.
  • Berln: Ullstein, 2013. ISBN: 978-3-548-37479-6. 384 Seiten.

'Ich musste sie kaputt machen' ist erschienen als HardcoverTaschenbuch E-Book

In Kürze:

Der Name Joachim Georg Kroll steht für das düsterste Kapitel der deutschen Kriminalgeschichte seit Ende des Zweiten Weltkriegs. Nach seiner Festnahme im Juli 1976 stellte sich nach und nach heraus, wer der Kriminalpolizei damit ins Netz gegangen war. Der »Triebtäter« Kroll gestand eine Vielzahl von Morden, die er in mehr als zwei Jahrzehnten am Niederrhein und im nördlichen Ruhrgebiet begangen hatte. Die Opfer: Kinder, Frauen, Männer. Eine ganze Nation stand unter Schock. Die Gräueltaten des unscheinbaren Waschkauenwärters überforderten den Verstand, das Gefühl und die Sprache. Die Presse brandmarkte ihn als »Kannibale vom Rhein«. Stephan Harbort beschreibt und analysiert dieses Kriminaldrama, dessen Hintergründe bisher nebulös geblieben sind. Er wirft einen vertiefenden Blick auf die Entstehung und Entwicklung der Ereignisse und legt dar, wie sich der »nette Nachbar« zu einem der erbarmungslosesten und grausamsten Serienmörder Deutschlands entwickeln konnte und wie es ihm gelungen ist, der Polizei immer wieder zu entkommen. Zudem erörtert der Kriminalhauptkommissar, ob in vergleichbaren Fällen eine tatsächlich lebenslang vollstreckte Freiheitsstrafe angemessen erscheint.

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Tini zu »Stephan Harbort: Ich musste sie kaputt machen. Anatomie eines Jahrhundert-Mörders« 06.08.2017
Der Autor, Stephan Habort, ist Kriminalhauptkommissar. Durch diesen beruflichen Hintergrund, konnte dieses Buch objektiv und sachlich verfasst werden. Der Leser kann sich in die Aufklärung des Falles von Joachim Kroll hineinversetzen.
Stephan Harbort hat dieses Buch basierend auf der Urteilsschrift, alle zum Fall gehörenden Schriftstücke und persönliche Interwievs verfasst.
Harborts Schreibstil läßt die Emotionen außer Acht und jeder kann sich sein eigenes Urteil über den Täter und die Taten bilden.
Anfangs wird die letzte Tat Krolls, die zu seiner Ergreifung führte, kurz angedeutet.
Um verstehen zu können, wie Kroll sein Leben und Versteckspiel bis zu diesem Zeitpunkt weiter führen konnte, wird seine Kindheit und sein Privatleben dargelegt.
Dass das Leben des Täters scheinar nie reibungslos verlief, lässt seine Biografie erkennen.
Probleme im Elterhaus, vor allem mit dem Vater und seinen Brüdern, die Lähmung durch die Thyphus Erkrankung im 2. Weltkrieg, haben ihn und sein Leben geformt. Er findet keinen Anschluß an eiin "normales" Leben. Wechselnnde Arbeitgeber, immer nur geduldet und nie wirklich gewollt. Er kann sich nirgends wirklich behaupten und bei Frauen kommt er duch sein äußeres Ersheinungsbild und seie introvertierte Art auch nicht an. In seinen Jugendjahren wird klar, wie sein gestörtes Sexualverhalten sich entwickelt und manifestiert.
Es ist eine Art Biografie seiner Taten, wann und wie er damit begonnen hat, wie er sich anfangs noc unsicher fühlt und die Polizei ihn nie wirklic auf dem Schirm hat. Die Jahre des Mordens werden chronologisch aufgelistet, bis zu seiner Entdeckungund dem anschießenden Prozess.

Ständig fragt man sich als Leser, wie Kroll tickt. In den Vernehmungsprotokollen und dem beschriebenen Prozess, ist man als Leser hin und her gerissen, nicht selbst ein unqualifiziertes psychologisches Gutachten zu erstellen.
Zuammenfassend: ich kann dieses Buch jedem weiterepfehlen, der an der harten Arbeit der Polizei, Gutachter und Richter interessiert ist.
Dieses Buch lässt jedem Leser die Möglichkeit, sich komplett in den Fall einzudenken und er Schreibstil ist sehr unvoreingenommen und sachlich.
Besser als alle anderen "Sachbücher" übr Kriminalfälle die ich bisher gelesen habe. Man kann hier selbst den ompletten Fall durchgehen.
Stepan Harbort hat durch seine akribische Recherche und den nüchternen chreibstil für jeden Leser die Möglichkeit gelassen, sich seine eigene Betachtungsweise zu ermöglichen.
Von meiner Seite her sehr empfehlenswert.
Linda M. zu »Stephan Harbort: Ich musste sie kaputt machen. Anatomie eines Jahrhundert-Mörders« 01.08.2017
"Und es zeigt, wie und wie weit sich seelische Deformationen und sexuelle Perversionen entwickeln können.."Diese Worte von Autor Stephan Harbort aus seinem Vorwort zu seinem Buch "Ich musste sie kaputt machen" über den deutschen Serienmörder Joachim Kroll beschreiben sehr gut, was in dem Buch "abgeht". Kroll ermordete ab Mitte der 50er Jahre bis in das Jahr 1976 mehrere Frauen und Mädchen auf bestialische Art und Weise und aß Teile von den Leichen.Vom 1. Kapitel an fängt dieses Buch einen sofort. Der flüssige Schreibstil mit kurzen, prägnanten Sätzen lässt sich leicht lesen. Ein kurzer Seichter Einstieg, der auch noch eine nahe zu idyllische Situation beschreibt, die badenden Kindern beim Jahrhundertsommer '76, lassen einen im 1. Moment noch nicht erahnen, welche tiefen Einblicke in die Seele eines Mörders noch kommen. Und welche Faktoren ihn schufen – und welche einfach da waren. Die brutalen und grausamen folgenden Schilderungen der Taten Krolls sind nichts für schwache Nerven. Harbort schafft es durch seinen Schreibstil dein Eindruck zu vermitteln, Mitten drin, statt nur dabei.Die packende Art und Weise die Gefühle und Taten Krolls zu beschreiben, gewähren einem Einblicke in die Denkweise Krolls, die einem einen Schauer über den Rücken jagen.Die Kurzen aber dafür hochinformativen und unbeschönigenden Kapitel sind, die in meinen Augen grade von der zeitlichen Abfolge, extrem passend in Reihenfolge gebracht wurden.Für mich ist dieses Buch absolutes Must-Have der Serienmörderliteratur, der Informationsgehalt des Buches über Taten und Täter ist extrem hoch und vor allem durch den zeitlichen Ablauf und die fesselnden Darstellungen des Autors ist es extrem spannend zu lesen.
DaSi zu »Stephan Harbort: Ich musste sie kaputt machen. Anatomie eines Jahrhundert-Mörders« 17.07.2017
Mein erstes Buch von Stephan Harbort und es wird sicher nicht das Letzte sein!
Eindringlich, schnörkellos und ohne Effekthascherei schildert Harbort die (Mord-) Geschichte von Joachim Georg Kroll in all seinen bizarren Einzelheiten. Obwohl ich sicher durch viele Kriminallektüren an "harte Kost" gewöhnt bin, musste ich das Buch - so spannend es auch war - zwischendurch weg legen. Zu unvorstellbar grauenvoll waren die Taten, zu ekelhaft die Fantasien und tatsächlichen Ausführungen dieser. Eine Bestie in Menschengestalt, das dachte ich mir des öfteren. Dennoch überkam mich beim Lesen auch Mitleid mit dem so unbeholfenen und sozial zurück gebliebenen Kroll, der Zeit seines Lebens als unscheinbarer Versager abgestempelt wurde, der in der Masse verschwand, unsichtbar für sein komplettes Umfeld, was letztendlich auch dazu führte, dass seine Taten erst knapp 20 Jahre später aufgeklärt wurden. Er war nicht wirklich in der Lage Freundschaften zu schließen und so sehr er sich für Frauen interessierte - er fand keine. Verwunderlich ist dies nicht, wenn er Damen, die er kaum kannte, mit: "willste poppen?" ansprach. Diese zwei Wörter, so derb sie auch sind, sagen viel über die verkümmerte Sozialkompetenz von Kroll aus, zumal er ja auch überhaupt nicht verstehen konnte, wieso ihm die Frauen daraufhin einen Korb gaben. Trotz seiner scheinbaren Naivität hat er seine Taten mit bedacht ausgeführt, war vorsichtig und ließ seine potenziellen Opfer ziehen, wenn er Gefahr lief, entdeckt zu werden und das machte ihn zu einer unberechenbaren Zeitbombe.

Dieses Buch ist sicher nichts für zartbesaitete Gemüter und auch für niemanden, der einen Thriller beruhend auf einer wahren Begebenheit erwartet. Es ist die bedrückende, von Fakten geprägte Geschichte eines Massenmörders; schonungslos chronologisch aufgearbeitet.
CLAUDIA JACOBS zu »Stephan Harbort: Ich musste sie kaputt machen. Anatomie eines Jahrhundert-Mörders« 18.05.2017
Ich musste sie kaputtmachen!
Nicht umbringen, töten, erwürgen oder was auch immer, nein "kaputtmachen" wie ein altes, nicht mehr gebrauchtes oder betrauertes Spielzeug.
Harbort signalisiert mit diesem Wort schon zu Anfang, das Kroll empathielos tötete. Sein ganzes Leben hindurch, gab es für ihn nur seine eigenen Gefühle, die fast durchweg destruktiv waren.Schon als kleines Kind bekam Kroll seine Bedeutungslosigkeit von der Familie vor Augen geführt. Sein ganzes Fühlen war bald geprägt von jenem "komischen" Gefühl, das letztendlich und konsequent zu seinen Taten führte.
Wie es dazu kam, vermittelt Harbort so anschaulich, das man bald mitfiebert, ob er ein Opfer findet oder nicht. Erst wenn er es findet, kommt der Schauer, der am Anfang noch fehlte. Zu sehr kann man sich in die Seele dieses Menschen versetzen, als das man ihm nicht einen Erfolg gönnen würde. Bis man begreift, welches Resultat ein solcher Erfolg haben würde. Dann erst kommen Ekel und Abscheu, dafür aber umso heftiger.
Hier wird wieder einmal klar, wie wichtig es ist, das man selbst dem uninteressantesten Menschen, ein wenig Beachtung schenkt, damit er nicht, wie hier beschrieben, fast zwangsläufig auf abwegige Art seine Beachtung holt. Ein winziges Gefühl der Schuld keimt dennoch auf in Kroll. Es gelingt ihm aber, dieses Gefühl immer wieder auszuschalten.
Diese Zeit der massenhaften Sexualmorde, korrespondiert auf unglaubliche Weise mit dem noch mangelhaften Wissen, sowie den unzulänglichen Untersuchungsmethoden dieser Zeit. So entkommt er immer wieder, weil andere verdächtigt, weil andere für seine Taten verurteilt werden.
Heute wäre es bedeutend leichter, ihn zu fassen. Darum auch meine Hochachtung vor den Kriminalisten jener Zeit. Auch das hat Harbort sehr gut beschrieben, und es wird für den Leser verständlich, das die Ergreifung so spät erst erfolgte. Man möchte in das Buch hinein um Hinweise zu geben, die man als Leser den Kriminalisten im Buch vorraus hat.
Die Gefühle der beteiligten Menschen, ob Eltern, Nachbarn oder Ermittlern, werden hier mit wenigen, ausdrucksstarken Worten geschildert. Die Eltern, deren Leben aus allen Fugen gerät, die Arbeitskollegen, die Ihren Abscheu und ihre Gewaltphantasien gegenüber dem Täter aussprechen, der Ermittler, der selber Kinder hat und den Gedanken an die toten Kinder nicht los wird. allen verleiht Harbort Platz und lässt uns, als Gesellschaft, mitschuldig werden.
Mein Fazit?
Ein Muss für jeden, der sich auch nur im geringsten für Kriminalfälle interessiert und gleichzeitig ein Werk, das unser eigenes Handeln so manchesmal in Frage stellt.
Thomas Ziebell zu »Stephan Harbort: Ich musste sie kaputt machen. Anatomie eines Jahrhundert-Mörders« 02.09.2011
die Entwicklung vom Kind Joachim Kroll zum Kannibalen von Duisburg hat mich berührt und schockiert aber auch, bedingt durch die spannende Schreibweise des Autors, gut unterhalten. Auch wenn es viele anders sehen finde ich das Kroll Mitleid verdient, er wurde nicht als Mörder geboren, er wurde dazu gemacht. Die Grundlage dafür wurde in seiner Kindheit und Jugend gelegt, die der Autor sehr detailliert schildert. Zum Ende flacht das Buch zwar etwas ab da sich vieles wiederholt (Kroll sucht Opfer, verfolgt und tötet es, Polizei tappt im dunkeln, Kroll sucht nächstes Opfer, nächster Mord usw.), aber insgesamt kann ich das Buch jedem empfehlen, der sich nicht nur an schaurigen Morden ergötzen will sondern auch an einer sachlich-psychologischen Analyse des Täters Interesse hat.
Schoppi-18 zu »Stephan Harbort: Ich musste sie kaputt machen. Anatomie eines Jahrhundert-Mörders« 21.07.2010
Jeder kennt den Text: Der hatte ne schlechte Kindheit und das schlechte Gefühl. wenn jemand mal wieder für seine Taten gefühlt unzulänglich bestaft wird. Das ist meine Motivation diese Bücher zu lesen... Und wie Hr. Harbort, will ich damit kein Verständnis für die Täter oder deren Taten. Auf gut Deutsch: wer Kinder fickt gehört auf den elektrischen Stuhl. egal. ob gute oder schlechte Kindheit...
irgendwann kann man auch selber denken... und ist für sich selber verantwortlich...
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Kegelchen zu »Stephan Harbort: Ich musste sie kaputt machen. Anatomie eines Jahrhundert-Mörders« 06.10.2009
ich kann mich der Meinung manch andere leider nicht anschliessen, dass das Buch soo schockierend sein soll. Natürlich ist das was Kroll gemacht hat unbeschreiblich grausam, aber ich denke der Auto hat es hier nicht geschafft mich mitzureissen, es kam mir sehr lange wie ein Zeitungsartikel und eine Aneinanderreihung von Geschehnissen vor. Ja ich empfand es stellenweisen sogar als sehr langweilig. Für das was Kroll begangen hat, sollten einem die Haare zu Berge stehen, doch das konnte ich bei diesem Buch in keiner Weise verspüren, ich denke S.Harbort schreibt zu Gefühlsneutral. Ich kann das Buch somit nicht unbedingt weiter empfehlen.
Daniel zu »Stephan Harbort: Ich musste sie kaputt machen. Anatomie eines Jahrhundert-Mörders« 20.02.2006
Dieses Buch muss nun wirklich
jeder selbst lesen, wie meine
Vorschreiberin bereits treffend
geschrieben hat.
Auch ich fand dieses Sachbuch in Romanform erstklassig und sehr erschreckend.
Unglaublich, dass so einer so lange ungescholten davonkam...
Fazit: 90 %
HelgaR zu »Stephan Harbort: Ich musste sie kaputt machen. Anatomie eines Jahrhundert-Mörders« 30.05.2004
Tja ich weiß gar nicht, wo ich da anfangen soll. Ein äußerst schwieriges Thema, unglaublich gut geschrieben. Alle Emotionen wurden herausgelassen, wobei ich persönlich glaube, dass das sicher sehr schwierig war, finde es aber äußerst wichtig, dass es so ist.

Innerhalb der ersten 60 Seiten musste ich einige Male für 2-3 Minuten unterbrechen, weil ich einfach nicht fassen konnte, was man eigentlich einem Menschen bzw. einem Kind, nämlich Joachim Kroll, alles "antun" konnte, was natürlich die vielen wirklich grausamen Morde später absolut nicht rechtfertigt, das ist ganz klar, aber es hat ihn sicher geprägt.

Dieses Buch muss, glaube ich, jeder selber lesen und sich eine eigene Meinung bilden. Ich war auf jeden Fall sehr erschüttert. Eines der besten Bücher, die ich gelesen habe.
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