Der Beutegänger von Silvia Roth

Buchvorstellung

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2007 bei Hoffmann & Campe.
Ort & Zeit der Handlung: Deutschland / Hessen / Wiesbaden, 1990 - 2009.
Folge 1 der Hendrik-Verhoeven-&-Winnie-Heller-Serie.

  • Hamburg: Hoffmann & Campe, 2007. ISBN: 978-3-455-40079-3. 428 Seiten.
  • München: dtv, 2009. ISBN: 978-3423211383. 428 Seiten.
  • [Hörbuch] Hamburg: Hoffmann & Campe, 2008. Gesprochen von Katharina Koschny. ISBN: 3836805154. 10 CDs.

'Der Beutegänger' ist erschienen als TaschenbuchHörbuch

In Kürze:

Ein Brautgeschenk wie kein anderes: eine Leiche, schrecklich zugerichtet. Ein Serienmörder auf Beutezug. Hochspannung, die Albträume beschert. Eine ganz große Thriller-Entdeckung! Die Tote wurde schrecklich zugerichtet. In ihrer offenen Bauchhöhle steckt eine Chrysantheme. Kommissar Hendrik Verhoeven und seine Kollegin Winnie Heller ahnen noch nicht, dass die Leiche ein Geschenk ist. Das Brautgeschenk für die große Liebe. Eine grausame Morgengabe, der weitere folgen werden. Als Kinder waren sie Nachbarn, bis seine Liebe für sie bedrohlich wurde. Jetzt hat er ihre Fährte wieder aufgenommen, obwohl sie alles tat, um ihre Spuren zu verwischen: Eines Morgens erhält Marianne Siemssen einen großen Strauß Chrysanthemen, Totenblumen …Kommissar Hendrik Verhoeven und seine neue Kollegin Winnie Heller müssen sich in ihrem ersten Mordfall mühsam zusammenraufen und tappen völlig im Dunkeln. Es gibt keinerlei Anhaltspunkte für den grausamen und makabren Mord an der Joggerin im Wiesbadener Stadtwald. So können die Ermittler nicht verhindern, dass einige Wochen später ein zweiter Mord geschieht. Die Augen der Frau wurden ausgestochen und in die Wunden Mohnsamen gestreut.

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Manfred zu »Silvia Roth: Der Beutegänger« 15.08.2011
Die magere Geschichte ist obig schon erzählt.
Nach zig-Seiten, frage ich mich allerdings, wann denn endlich der Krimi losgeht. Permanentes Gequassel (typisch für unsere heutige Zeit) und das Aufblasen vollkommen unwichtiger Details, die auch gar nichts mit der Story zu tun haben, machen diesen Krimi zur Endlostour. Also wenn man absolut gar nichts mehr von Krimis oder gutdurchdachten Stories erwartet, oder man sich im Atombunker langweilt, der wird sich daran freuen.
Sorry, aber allmählich wird es Zeit, dass sich die selbstgebackenen Möchtegernautoren, kreative Hausfrauen und alle anderen, die gerne ihren Senf publizieren wollen, wieder richtige durchdachte Stories überlegen und nicht ständig unwichtiges Zeugs labern.
HelgaR zu »Silvia Roth: Der Beutegänger« 26.08.2010
Der Beginn ist etwas verwirrend, weil gleich mehrere Szenen angeschnitten werden, über die man aber rasch einen Überblick bekommt. Der Mörder ist von Beginn an bekannt, was die Spannung aber nicht beeinträchtigt, er wurde von seiner großen Liebe abgewiesen und hat sich nun ein Ziel gesetzt, welches er systematisch verfolgt. Er hat es auf Frauen abgesehen, die er ermordet und sie dann außerdem noch mit Chrysanthemen oder auch Mohnsamen verziert.

Kommissar Hendrik Verhoeven, dessen Mentor und Partner verstorben ist, bekommt Winnie Heller, die gerade vom Drogendezernat zur Mordkommission versetzt wird, als neue Kollegin zugewiesen. Verhoeven ist verheiratet und hat eine Tochter und kämpft mit dem Problem, dass seine Frau wieder das Studium aufnehmen will, er aber dagegen ist. Heller ist alleinstehend, hat eine im Koma liegende Schwester, die sie immer besucht und mit den Eltern zerstritten ist, weil die sich nicht um die Schwester kümmern. Beide Kommissare werden sofort in den ersten Mordfall hineingestoßen und kommen nicht wirklich gut miteinander aus, da sie unterschiedliche Einstellungen haben.

Die Morde geschehen nach einer bestimmten Regel, die aber für die Ermittler nicht erkennbar ist. Sie tappen völlig im Dunkeln, weil sie einfach keine Gemeinsamkeiten zwischen den Opfern finden. Trotz der unterschiedlichen Erzählstränge, wobei auch der Mörder einen Teil seiner Gedanken preisgibt, ist es recht flüssig zu lesen und die Geschichte hält noch einige Überraschungen bereit. Mit den Protagonisten bin ich nicht so richtig warm geworden, vor allem Heller war mir etwas zu farblos. Es waren mir auch zu viele Gedankengänge über das Privatleben, aber die Story an sich finde ich sehr gut und ein gelungenes Debüt.
JaneM. zu »Silvia Roth: Der Beutegänger« 15.03.2010
Zur Handlung ist schon fast alles gesagt: Marianne Siemssen wird seit ihrer Jugend von einem Stalker verfolgt, vor dem sie zu fliehen versucht. Jetzt bringt er Frauen nach Vorlage seiner Gedichte um, die er für die Angebetete geschrieben hat. Die Idee zur Handlung ist gut, ebenso wie die Umsetzung. Durch die Kapitel der unterschiedlichen Perspektiven und Zeitebenen geht es nicht um das "wer war's?" und auch nicht um das "warum?". Beides offenbart sich spätestens im bis zur Mitte des Buches. Der Aspekt, wie die beiden Ermittler ein Bruchstück nach dem anderen zusammenfügen, macht die Spannung aus. Das ist für ein Erstlingswerk durchaus beachtlich und deshalb gibt es von mir 80°. Meine Minuspunkte sind der zu dick aufgetragende Charakter von Winnie Heller (unangemessene Egozentrik bis zur Nervgrenze) und die ungelöste Frage, warum die Morde nach 26 Jahren des "Stalkens"geschehen?
endorfinchen zu »Silvia Roth: Der Beutegänger« 08.10.2009
Hendrik Verhoeven, Kriminalkommissar, verheiratet und Vater einer 4-jährigen Tochter verliert seinen Mentor und Leitwolf: Karl Grovius, war mehr als sein Partner und Vorbild, er war auch eine Art Vaterersatz.

Kurz nach der Beerdigung wird ihm „die Neue“, Winnie Heller, zur Seite gestellt. Und nun soll er der Leitwolf sein, das Alphatier das die Richtung angibt.

Verhoeven und Heller haben nicht den besten Start, sie mögen sich nicht auf Anhieb, werden aber direkt ins kalte Wasser geschmissen, denn ein Serienmörder tritt auf die Bildfläche.



Der Täter - der das KK 11-Team zu lange im Dunkeln tappen lässt, weil die Polizei erst zu spät eine Verbindung zwischen den Opfern herstellen kann – verfolgt seine „einzig wahre Liebe“, wie er sie selbst nennt. Um nicht in Vergessenheit zu geraten tötet er seine Opfer nach Vorlage eines Gedichtes, welches er Marianne Siemssen geschrieben hat und das sie niemals vergessen wird, Zeile für Zeile hat sich ihr in den Kopf gebrannt.



Dass er ihr immer näher kommt, weiß sie, als sie eines Tages Chrysanthemen geschickt bekommt – Totenblumen.



„Der Beutegänger“ ist ein toller deutscher Krimi und zugleich Auftakt einer Serie.



Silvia Roth hat ihren Krimi in drei Erzählperspektiven: Täter, Opfer, Ermittler, geschrieben und dadurch ist der Leser total gefesselt und „mittendrin“. Man kann die Gedanken und Empfindungen aller Beteiligten lesen, ist viel näher an der Story und fiebert dadurch automatisch mit.



Einen Einblick in das Privatleben des Ermittlerteams bekommt man ebenfalls: Winnie Heller besucht regelmäßig ihre Schwester in der Klinik, die nach einem Autounfall, den ihr Vater verursacht hat, im Koma liegt. Die einzige Konstante in ihrem Leben ist neben diesen regelmäßigen Besuchen ihr Job.

Hendrik Verhoeven leidet unter dem Verlust seines Mentors, er hätte – seiner Meinung nach – noch viel von ihm lernen können und fühlt sich in der plötzlichen, neuen Rolle des Alphatieres nicht wohl. Er weiß nicht so recht, wie er diesen Fall angehen soll und durch die Sorge um das Wohl seiner Tochter, bekommt auch sein einziger Rückhaltpunkt: seine Familie, Risse.



Silvia Roth hat mit „Der Beutegänger“ einen tollen Auftakt zu einer vielversprechenden Krimiserie begonnen. Die Ermittler sind authentisch, haben Ecken und Kanten und machen neugierig auf „mehr“.

Der Plot war grandios, natürlich wurde das Rad nicht neu erfunden, aber die Umsetzung war spannend, realistisch und irgendwie auch nachvollziehbar, schnell und ohne „Anfangsschwierigkeiten“.



Im zweiten Teil „Querschläger“ treffen wir ebenfalls wieder auf das Ermittlerteam Verhoeven und Heller. Der dritte Teil „Schattenriss“ wird im Oktober erscheinen.

Und ich bin so neugierig geworden, dass ich wissen muss, wie es nun weitergeht .
achim zu »Silvia Roth: Der Beutegänger« 05.09.2008
Text auf der Rückseite des Einbands:

"Ein Serienmörder auf Beutezug:
Hochspannung, die Albträume erzeugt


Silvia Roth versucht in ihrem Erstlingswerk gleich nach den Sternen zu greifen. Da wird nicht lang gefackelt, da wird der Grundstein gelegt für viele Nachfolgeromane. Nach dem Vorbild von Elizabeth George wird ein Ermittler-Duo entworfen, das ähnlich wie Havers und Lynley erst mal zusammenwachsen muss. Havers und Winnie Heller, so der Name der Ermittlerin bei Silvia Roth sind sich schon sehr ähnlich in ihrem Verhalten, speziell bezogen auf die ersten Bände von Elizabeth George. Immer wieder kamen mir diese Parallelen in den Sinn, so dass ich hier eine Vorlage wittere. Wie auch immer, da nach diesem Roman der erste Fall gelöst wurde, kann es dann (in Folgeromanen laut Verlagsinfo) guter Dinge weitergehen.

Zum Roman:

Silvia Roth lässt den Leser leider nicht leicht an ihrer zu erzählenden Geschichte teilnehmen.
Zu Beginn der Story muss der Leser selbst herausfinden, welchen Personen was passiert und auch wann dies geschieht. Da Silvia Roth aus mehreren Betrachtungswinkeln und Zeitebenen ihren Roman aufbaut, und auch nicht immer klar ersichtlich ist, was Personen gerade aussprechen oder nur gerne sagen würden, fordert das schon etwas den Leser. Stellenweise ist dieser Stil aber unnötig und hemmt daher den Lesefluss. Insgesamt imo ein typisch deutscher Roman. Die Ermittler wirken in ihren Handlungen irgendwie blass und langweilig, da hätte etwas "Schmackes" gut getan.
Die Morde arten zum Glück nicht zu Schlachthaus-Geschichten aus, sondern bleiben trotz "Basishärte" außerhalb des Brechreizes und beziehen ihren Gruselfaktor nicht nur aus abartiger Brutalität, sondern weisen auch traditionelle Spannung auf, bei der der Leser noch hoffen darf, ob das Opfer noch mal mit dem Leben davon kommt, und es nicht nur darum geht, wie ein Mensch fachgerecht zerstückelt wird.
Die ersten 50 Seiten haben eine sehr hohe Spannungsdichte, die leider zum Mittelteil des Romans zusehends verflacht. Alles wirkt so logisch aufgebaut - nicht dass Logik schlecht wäre - aber dieser Roman ist so straight, dass der Leser dieser Logik nicht ausweichen kann, und der noch nicht gelesene Teil des Roman liegt wie ein aufgeschlagenes Buch vor ihm. Dadurch entsteht leider erzwungene Langeweile.

Handwerklich gut gemacht, aber etwas mehr "Blood, Sweat and Tears" hätte dem Roman gut getan. Einmal rechts blinken und dann links abbiegen wäre auch nicht schlecht gewesen.

Insgesamt würde ich 65° rausrücken wollen, wobei 5° Erstlingsbonus sind. Das kann (oder muss) noch besser werden.

Die versprochene "Hochspannung die Albträume erzeugt" war diesmal noch nicht angesagt, das war eher "Spannung zum träumen".
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